DE599628C - Herstellung von hochwertigem Chlorkalk - Google Patents

Herstellung von hochwertigem Chlorkalk

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DE599628C
DE599628C DEI40602D DEI0040602D DE599628C DE 599628 C DE599628 C DE 599628C DE I40602 D DEI40602 D DE I40602D DE I0040602 D DEI0040602 D DE I0040602D DE 599628 C DE599628 C DE 599628C
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DEI40602D
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Dr Heins Plaut
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IG Farbenindustrie AG
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B11/00Oxides or oxyacids of halogens; Salts thereof
    • C01B11/04Hypochlorous acid
    • C01B11/06Hypochlorites
    • C01B11/064Hypochlorites of alkaline-earth metals

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Description

  • Herstellung von hochwertigem Chlorkalk Handelsüblicher Chlorkalk mit 35 bis 3700 wirksamem Chlor hat die unangenehme Eigenschaft, daß dieser Gehalt an wirksamem Chlor ständig zurückgeht, und zwar besonders rasch in heißen Ländern. Es ist bekannt, daß man die Haltbarkeit des Chlorkalks verbessern kann, wenn man ihn entwässert, d. h. das bei der Reaktion frei werdende und das sonst noch im Chlorkalk enthaltene Wasser austreibt, wobei weiter erkannt wurde, daß ein teilweise chlorierter Chlorkalk die Entfernung von Reaktionswasser ohne wesentliche Zersetzung gestattet. Es sind eine Reihe von Verfahren beschrieben, um in bekannter `'eise hergestellten Chlorkalk in einem zweiten besonderen Arbeitsgang zu trocknen. Neuerdings ist zwecks Herstellung von Trockenchlorkalk in einem einzigen Arbeitsgang vorgeschlagen worden, Kalkhydrat mit einem umlaufenden Strom von schwachem Chlorgas zu behandeln, wobei die Temperatur gegen Ende der Behandlung auf etwa 6o° C ansteigen kann.
  • Einerlei, ob in kontinuierlichem Verfahren handelsüblicher oder in einer Operation sofort trockener beständiger Chlorkalk hergestellt werden soll, alle Vorschläge, alle Veröffentlichungen stimmen darin überein, daß man einer stärkeren Erwärmung der Reaktionsmasse durch möglichst vollständige Abführung der Reaktionswärme während der Chlorierung begegnen soll; ja meist wird behauptet, daß man die besten Ergebnisse durch Chlorieren bei Temperaturen unter 45' C erzielt. Um einen in diesem Sinne unerwünschten Temperaturanstieg zu vermeiden, wird ganz allgemein entweder das Chlor mit Luft verdünnt oder aber gleichzeitig mit der Chlorierung ein Luftstrom durch den Reaktionsraum hindurchgeleitet. Dadurch wird einmal erreicht, daß die Chlorierung langsam erfolgt, so daß die frei werdende Wärme die Temperatur des Produktes nicht in unerwünschter Weise erhöht, während gleichzeitig auch der größte Teil der Reaktionswärme durch die überschüssigen Luftmassen abgeführt wird. Insbesondere trifft der frische Kalk, der am gierigsten Chlor aufnimmt, auf die verdünnten Chlorgase, so daß die Reaktion nur langsam unter mäßiger Erwärmung beginnt.
  • Es wurde nun gefunden, daß man entgegen allen bisherigen Vermutungen einen Chlorkalk mit ungewöhnlich guten Eigenschaften erhält, wenn man unter Wahrung des an sich bekannten Grundsatzes, während der Reaktion den Feuchtigkeitsgehalt des Kalkhydrats so zu regeln, daß die Reaktionsfähigkeit des letzteren gewahrt bleibt, das Kalkhydrat bis zur Beendigung der Chlorierung bei Temperaturen über 50'C einem Strom von überschüssigem unverdünntem oder nur mäßig verdünntem Chlor aussetzt. Unter unverdünntem oder nur mäßig verdünntem Chlor ist ein Gas zu verstehen, das mindestens etwa q.0 Volumprozente Chlor enthält.
  • Gegenüber der älteren Arbeitsweise mit schwachem Chlorgas und bei niedrigen Temperaturen wird durch das neue Verfahren der wesentliche technische Fortschritt erzielt, daß die Chlorierung erheblich schneller vonstatten geht, d. h. also, daß mit der gleichen Apparatur ein wesentlich größerer Durchsatz erreicht werden kann. Dabei ist der entstehende Chlorkalk sehr hoch chloriert, außerordentlich trocken und besitzt infolgedessen eine besonders gute Haltbarkeit.
  • Bei dieser Arbeitsweise trifft der gelöschte Kalk im Gegensatz zu anderen Verfahren sofort auf unverdünntes oder wenig verdünntes Chlor, so daß durch momentane vollständige Chlorierung eine starke Erwärmung der Masse eintritt. Bei dieser Erwärmung verdampft nun ein Teil des Wassers, das bei der Reaktion frei wird. Der Rest des Wassers wird dann schnell ausgetrieben, während der Chlorkalk weiter durch die Apparatur wandert, wobei man zweckmäßigerweise dafür sorgt, daß das Produkt mindestens so lange auf Temperaturen über 5o° C gehalten wird, bis alles Wasser ausgetrieben ist.
  • Bekanntlich neigt Chlorkalk dazu, sich bei höheren Temperaturen zu zersetzen. Es bilden sich dabei Calciumchlorid und Calciumchlorat. Dieser Zerfall ist durchaus unerwünscht, denn er setzt den Gehalt an wirksamem Chlor herab. Außerdem verschlechtert das stark hygroskopische Calciumchlorid die Eigenschaften des Chlorkalkes, denn dieser neigt bei zu hohem Chloridgehalt dazu, zu schmieren. In einer Atmosphäre von unverdünntem oder nur schwach verdünntem Chlor ist dieser Zerfall des Chlorkalks bei höheren Temperaturen nicht sehr erheblich. So wurde gefunden, daß man bei der Herstellung den Chlorkalk etwa bis zu 6o Minuten auf ungefähr 8o' C, bis zu 30 Minuten auf etwa ioo ° C halten kann, ohne daß dann der Chloridchlorgehalt i°/, erreicht. Bei Temperaturen über ioo° C werden diese Zeiten entsprechend kürzer.
  • Wenn man aber durch geeignete Anordnung dafür sorgt, daß der Chlorkalk nicht über die kritische Zeit hinaus diesen hohen Temperaturen ausgesetzt bleibt, so erhält man auch in diesem Falle ein ausgezeichnetes Produkt mit hohem Gehalt an wirksamem Chlor und sehr niedrigem Gehalt an Chloridchlor, das infolge der hohen Arbeitstemperatur besonders weitgehend getrocknet ist. Arbeitet man bei diesen Temperaturen mit Chlor in üblicher Verdünnung, so erhält man ein sehr schlecht chloriertes Produkt. Bei 70' C erzielt man sehr gute Ergebnisse, wenn das Gas mehr als q.o°/o, bei ioo ° C, wenn es mehr als 6o°/, Chlor enthält. Da bei unverdünntem Chlor die Reaktion schneller und in kleinerem Raume verläuft, wird man zweckmäßigerweise mit möglichst konzentriertem Chlor arbeiten, doch stören, wie diese Zahlen zeigen, Beimischungen von Fremdgasen in gewissem Umfange nicht. Man erhält ein gleich gutes Produkt mit über 37°/o wirksamem Chlor, wenn man, unter entsprechender Regulierung der Arbeitstemperatur, mit etwas verdünnterem Chlor arbeitet, falls die Verhältnisse dies erfordern.
  • Bei der raschen Erwärmung des Materials verdampft nun nicht nur das infolge der chemischen Umsetzung frei werdende Wasser, sondern es verflüchtigt sich auch ein größergr Teil des freien, nicht chemisch gebundenen Wassers, das dem Kalkhydrat anhaftet. Da völlig trockenes Calciumhydroxyd bekanntlich nicht mit Chlor reagiert, würde man ein Gemisch von trockenem Chlorkalk und trockenem Kalkhydrat erhalten, das nicht mehr weiterchloriert werden kann, so daß ein mindergrädiges Produkt erzielt würde.
  • Man muß also dafür Sorge tragen, daß bis zur Beendigung der Chlorierung das noch nicht umgesetzte Calciumhydroxyd feucht genug ist, um in Reaktion mit dem Chlor treten zu können. Man kann dies auf verschiedene Art erreichen. Unter allen Umständen muß das Kalkhydrat überhaupt etwas überschüssiges Wasser enthalten. Darüber hinaus kann man den Kalk vor dem Einbringen in das Reaktionsgefäß so ablöschen, daß er einen größeren Überschuß an freiem (chemisch nicht gebundenem) Wasser enthält, so daß er trotz Verdampfung infolge der Temperaturerhöhung bis zum Augenblick der Reaktion feucht genug bleibt. Man kann aber auch Kalkhydrat, das zu trocken geworden ist, in an sich bereits vorgeschlagener Weise dadurch wieder reaktionsfähig machen, daß man ihn nachträglich z. B. . durch feines Zerstäuben von wenig Wasser im Reaktionsraum wieder etwas anfeuchtet. Durch richtige Regulierung des Partialdruckes des Wasserdampfes im Reaktionsraum muß man jedenfalls dafür sorgen, daß die Wasserabgabe des Kalkhydrates so langsam erfolgt, daß es bis zum Augenblick der Reaktion genügend freies Wasser enthält.
  • Das Verfahren läßt sich in allen Vorrichtungen, die zur kontinuierlichen Gewinnung von Chlorkalk benutzt werden, durchführen. Besonders gute Ergebnisse erzielt man in einem ausgemauerten Drehrohr. Der gelöschte Kalk tritt am höheren Ende ein, trifft auf das unverdünnte Chlor und chloriert sich augenblicklich unter teilweiser Abgabe des Wassers. Während der gebildete Chlorkalk weiter durch das Drehrohr wandert, wird er durch das trockene Chlor völlig entwässert und tritt am tieferen Ende als trockenes Produkt von hohem Schüttgewicht und großer Stabilität aus. Der Chlorstrom, der alles Wasser als Dampf mit sich führt, verläßt das Rohr am höheren Ende. Er wird dann in an sich bekannter Weise vom mitgeführten Wasserdampf befreit, z. B. durch Kühlung, durch Waschen mit Schwefelsäure usw., und kann dann durch eine Umwälzpumpe wieder dem unteren Ende des Rohres zugeführt werden, nachdem die verbrauchte Chlormenge durch frisches Gas ersetzt ist.
  • Wird stark angefeuchtetes Kalkhydrat verwendet, so wird die bei der Reaktion mit dem konzentrierten Chlorgas frei werdende Wärmemenge völlig zum Verdampfen dieses überschüssigen Wassers verbraucht, so daß die Temperatur des Reaktionsgutes ioo ° C so lange nicht übersteigen kann, als bis alles Wasser verdampft ist. Bei richtiger Bemessung des überschüssigen Wassers gelingt es, diesen Zustand bis zur beendeten Chlorierung aufrechtzuerhalten, so daß man sehr gut getrocknete hochchlorierte Produkte erhält. Da nun aber stark angefeuchtetes Kalkhydrat, das an sich ebenso staubfein sein kann wie trockenes, sehr leicht zusammenbackt und bei der Eintragung zu Klumpenbildung führt, empfiehlt es sich, das Kalkhydrat mit nur wenig freiem Wasser einzuführen und nachträglich nochmals anzufeuchten, z. B. durch feines Versprühen von Wasser oder durch Einblasen von Wasserdampf. Dieses Verfahren hat den weiteren Vorteil, daß die Reaktionszone auseinandergezogen wird. Zunächst reagiert ein Teil des Kalks mit Chlor unter Erwärmung, wobei alles Wasser verdampft, so daß die Reaktion, da der Rest des Kalkhydrats trocken geworden ist, zunächst zum Stillstand kommt und nur allmählich in dem Maße fortschreiten kann, wie dieses trockene Kalkhydrat wieder angefeuchtet wird. Auf diese Weise gelingt es, durch Regelung der Wasserzufuhr auch bei großem Durchsatz die Temperaturen vollkommen sicher zu beherrschen.
  • Da dem Wasserüberschuß die doppelte Wirkung zukommt, den Kalk während der Chlorierung genügend feucht zu erhalten und durch seine Verdampfung eine unerwünschte Überhitzung des Produktes zu verhindern, kann man den Wasserüberschuß durch andere Stoffe ersetzen, die weder mit dem Kalk noch mit dem Chlorkalk oder dem Chlor reagieren und die einen Siedepunkt haben, der niedriger als der des Wassers ist, der aber über 50' C liegen muß, z. B. @ Tetrachlorkohlenstoff, Chloroform usw. Mischt man z. B. dem Kalkhydrat etwa io% Tetrachlorkohlenstoff (Siedepunkt 77° C) bei, so kann die Temperatur so lange nicht über 8o° C steigen, bis alles CC14 verdampft ist. Bei dieser Temperatur verdampft das überschüssige Wasser nicht so schnell wie bei ioo ° C, so daß man mit einem niedrigeren Wassergehalt auskommt, etwa mit i°/,. Das Verhältnis zwischen überschüssigem Wasser und Tetrachlorkohlenstoff läßt sich natürlich beliebig ändern.
  • Diese Beirriischung von größeren Mengen von Wasser od3r sonstigen Stoffen kann man vermeiden, wenn man das Kalkhydrat mit nur wenig überschüssigem Wasser einträgt und das trockene Chlor am selben Ende eintreten und in derselben Richtung wie den Kalk durch das Rohr streichen läßt. Diese sehr überraschende Wirkung kommt dadurch zustande, daß das Kalkhydrat zunächst nur zum Teil chloriert und dabei getrocknet wird, wobei das Reaktionsprodukt infolge des erheblichen Temperaturanstiegs Wasser verliert. Beim Weiterwandern durch das Rohr kühlen sich Kalk und Chlor ab. Sobald diese Abkühlung so weit fortgeschritten ist, daß sich etwas von diesem Wasser kondensiert, wird der Kalk angefeuchtet und reagiert unter Erwärmung mit dem Chlor, wobei wieder nur Wasser verdampft. Wasserkondensation, Reaktion, Erwärmung und Verdampfung setzen sich nun solange fort, bis aller Kalk reagiert hat. Man erhält ein sehr gut chloriertes Produkt, das auch gut getrocknet ist, wenn man dafür sorgt, daß im letzten Teil des Rohres und im Austragkopf kein Wasser mehr kondensiert wird. Etwa das letzte Drittel oder Viertel des Rohres muß also mindestens so warm gehalten werden, daß man über dem Taupunkt des Wassers bleibt.
  • Die vollkommene Chlorierung erfolgt bei Einführung von feuchtem Kalk sofort, bei trockenem Kalk und nachherigem Anfeuchten etwa im ersten Drittel. Durch das im Innern verdampfende Wasser wird zwar die Temperatur selbsttätig geregelt, doch kann es je nach Witterungsumständen zweckmäßig sein, in dieser Zone auch durch äußere Kühlung Wärme abzuführen. Der chlorierte Kalk wandert nun weiter durch das Rohr und soll sich hierbei möglichst nicht unter 50' C abkühlen. Im allgemeinen kühlt sich der Chlorkalk nur so langsam ab, daß er lange genug warm bleibt, um vollkommen getrocknet zu werden. Unter Umständen empfiehlt es sich, die unteren 2/3 des Rohres gegen Wärmeabgabe durch Isolierung zu schützen, evtl. den letzten .Teil etwas zu heizen. Bei Führung von Kalk und Chlor in gleicher Richtung ist eine schwache Erwärmung des letzten Teiles sogar unerläßlich. Man kann also # das Drehrohr je nach der Witterung, durchzusetzender Menge und anzuwendendem Verfahren ohne äußere Hilfsmittel betreiben, man kann am höheren Ende äußerlich kühlen oder am tieferen Ende schwach heizen oder beide Maßnahmen gleichzeitig anwenden.
  • Im Gegensatz zu neueren Vorschlägen, mit einem großen Überschuß von umlaufendem verdünntem Chlor zu arbeiten, hat das hier beschriebene Verfahren bedeutende -Vorteile. Infolge der hohen Chlorkonzentration erfolgt die Umsetzung wesentlich rascher, so daß man in kleineren Apparaten erheblich größere Mengen umsetzen kann und bei kleinerem Aufwand an Kraft und Raum eine höhere Ausbeute erzielt wird. Die größere Chlorkonzentration führt von selbst zu höheren Temperaturen, die umgekehrt nur infolge dieser großen Chlorkonzentration vertragen werden. Dabei erfolgt eine momentane, besonders weitgehende Trocknung, -die von ausschlaggebender Bedeutung für die gute Haltbarkeit und Tropenfestigkeit des Erzeugnisses ist. Weiter wird durch das starke Chlor eine hervorragend gute, gleichmäßige Chlorierung erreicht, so daß man einen Chlorkalk mit über 37°/o wirksamem Chlor erhält, der, wenn er nicht allzulange in der Reaktionszone belassen wurde, weniger als =°/o Chloridchlor und entsprechend weniger Chloratchlor enthält. Dieser niedrige Gehalt an Chloridchlor beeinflußt die Haltbarkeit des so gewonnenen Chlorkalks sehr günstig. Beispiel i In ein schwach geneigt gelagertes, innen mit Plättchen aus keramischem Material ausgekleidetes Drehrohr von i m lichtem Durchmesser und i? ,m Länge, das so gelagert ist, daß das Gut in etwa 2o bis 25 Minuten durchlaufen kann, treten vom tieferen Ende her stündlich etwa --qo bis 27o m3 unverdünntes Chlor ein und verlassen, soweit sie nicht absorbiert worden sind, das Rohr am höheren Ende unter Mitführung von Wasserdampf. Das Chlor wird in geeigneter Weise vom Wasser befreit und unter Ersatz der verbrauchten Menge am tieferen Ende wieder zugeführt. Das Drehrohr selbst hat Vorrichtungen, die es ermöglichen, das obere Ende von außen zu kühlen, das untere schwach zu beheizen. Am oberen Ende werden stündlich rund 39o kg gelöschter Kalk, der etwa 8°/o überschüssiges Wasser enthält, kontinuierlich eingetragen. Beim Eintritt des Kalks in das chlorerfüllte Rohr chloriert er sich sofort unter starker Erwärmung, wobei durch entsprechende Außenkühlung die Temperatur des Reaktionsgutes so geregelt wird, daß sie etwa ioo ° C nicht überschreitet: . Hierbei entweicht der größte Teil des bei »der Reaktion frei werdenden Wassers. Der gebildete Chlorkalk enthält nach beendeter Umsetzung noch etwas freies Wasser, das ausgetrieben wird, während das warme Produkt dem trockenen Chlorstrom entgegen weiter durch das Rohr wandert. Es muß dafür Sorge getragen werden, daß der Chlorkalk bis zur Entfernung allen Wassers sich nicht unter 5o° C abkühlen kann. Man erhält in 24 Stunden etwa 12 t trockenen, ausgezeichnet haltbaren Chlorkalk mit hohem Chlorgehalt und hohem Schüttgewicht.
  • Beispiel e Die im Beispiel i beschriebene Apparatur wird mit gelöschtem Kalk mit etwa 2°/o Wasser im Überschuß beschickt. Während der zum Teil chlorierte Kalk durch das Rohr wandert, wird er zweckmäßig im oberen Drittel mit Wasser befeuchtet, das entweder durch Düsen möglichst fein versprüht wird oder das man als Dampf einbläst. Dieses überschüssige Wasser verdampft infolge der bei der Chlorierung frei werdenden Wärmemengen sofort zum größten Teil, wobei die Anwendung einer äußeren Kühlung nicht erforderlich ist, da die Temperatur des Reaktionsgutes ioo ° C solange nicht übersteigt, als noch Wasser vorhanden ist. Der Rest wird ausgetrieben, während der fertige warme Chlorkalk weiter durch die tieferen Teile des Drehrohres wandert, deren ' Temperatur durch mäßige Heizung von außen auf mindestens 5o' C gehalten wird. Beispiel 3 Die im Beispiel i beschriebene Apparatur wird mit gelöschtem Kalk beschickt, der etwa i°/, überschüssiges Wasser und daneben io°/o Tetrachlorkohlenstoff enthält. Sobald der Kalk in das Drehrohr eintritt, wird er chloriert, doch steigt die Temperatur so lange nicht über 77' C, bis der Tetrachlorkohlenstoff verdampft ist. Bei dieser Temperatur verdampft das Wasser nicht so stärk, daß bis zum Ende der Chlorierung nicht dauernd genug Feuchtigkeit zugegen wäre. Überschüssiges Wasser und etwaige Reste des Tetrachlorkohlenstoffs werden ausgetrieben, während der fertige warme Chlorkalk weiter durch das Rohr wandert. Da bei dieser Ausführungsform das Gut sich nicht über 8o° C erwärmt, kann die Durchlaufzeit etwas länger, etwa auf q.o bis 45 Minuten, bemessen werden. Der von dem überschüssigen Chlor mitgeführte Tetrachlorkohlenstoffdampf wird mit dem Wasser zusammen abgeschieden und wieder verwendet. Das Verhältnis des überschüssigen Wassers zum Tetrachlorkohlenstoff kann in geeigneter Weise geändert werden. Beispiel q. Die im Beispiel i beschriebene Apparatur wird mit gelöschtem Kalk mit weniger als i°/, Wasser im Überschuß beschickt. Das Chlor läßt man gleichfalls am oberen Ende eintreten, so daß es in derselben Richtung wie der Kalk durch das Rohr wandert. Die kälteste Stelle des Rohres liegt etwa ein Drittel bis ein Viertel vom unteren Ende entfernt. Von hier ab muß man das Rohr und die Austragvorrichtung soweit beheizen, daß sich in diesem Teile kein Wasser kondensieren kann. Das am unteren Ende austretende überschüssige Chlor wird nach Abscheidung des Wassers am oberen Ende wieder eingeführt.

Claims (4)

  1. PATT,NTANsPRÜcIIr, i.
  2. Herstellung von hochwertigem Chlorkalk im ununterbrochenen Verfahren, wobei während der Reaktion der Feuchtigkeitsgehalt des Kalkhydrats so geregelt wird, daß seine Reaktionsfähigkeit gewahrt bleibt, dadurch gekennzeichnet, daß Kalkhydrat bis zur Beendigung der Chlorierung bei Temperaturen über 50' C einem Strom von überschüssigem" unverdünntem oder nur mäßig verdünntem Chlor ausgesetzt wird. z. - Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitstemperatur in den Anfangsstadien der Chlorierung um so höher ist, je konzentrierteres Chlorgas zur Anwendung kommt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß, insbesondere beim Arbeiten im Gegenstrom, in den Anfangsstadien der Chlorierung eine Abführung von Reaktionswärme in mäßigem Umfange durch Außenkühlung und/oder durch Zufuhr von Wasser erfolgt, und daß in den Endstadien der Chlorierung äußere Wärme zugeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Wasser teilweise durch eine inerte Flüssigkeit von niedrigem Siedepunkt, wie Tetrachlorkohlenstoff oder Chloroform, ersetzt wird.
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