DE599603C - Verfahren zur Feststellung des Charakters und Zustandes von Nahrungsmitteln, wie Milch, Molkereiprodukten, Honig, Blut u. dgl., mittels der Peroxydasenreaktion - Google Patents

Verfahren zur Feststellung des Charakters und Zustandes von Nahrungsmitteln, wie Milch, Molkereiprodukten, Honig, Blut u. dgl., mittels der Peroxydasenreaktion

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DE599603C
DE599603C DER81601D DER0081601D DE599603C DE 599603 C DE599603 C DE 599603C DE R81601 D DER81601 D DE R81601D DE R0081601 D DER0081601 D DE R0081601D DE 599603 C DE599603 C DE 599603C
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    • G01N33/02—Food
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Description

  • Verfahren zur Feststellung des Charakters und Zustandes von Nahrungsmitteln, wie Milch, Molkereiprodukten, Honig, Blut u. dgl., mittels der Peroxydasenreaktion Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Feststellung des Zustandes von Nahrungsmitteln in fester und flüssiger Form, wie Milch, Molkereiprodukten, Honig u. dgl. Es ist bekannt, daß nach dem Viehseuchengesetz unter gewissen Voraussetzungen Milch und deren Nebenprodukte erhitzt werden müssen. Es ist nun notwendig festzustellen, ob in Verkehr gebrachte Milch, Honig u. dgl. vorher einer Erhitzung unterworfen wurde oder nicht. Zu dieser Feststellung sind die Peroxydasenreaktionen allgemein gebräuchlich.
  • Nach den bisher bekannten Arbeitsmethoden mußten diese Untersuchungen aber in vielfach umständlicher Weise in Laboratorien und von besonders geschulten, chemisch ausgebildeten Kräften ausgeführt werden. Gegenüber den bekannten Verfahren ist es durch das Verfahren nach der Erfindung- möglich geworden, diese Prüfung von vollkommen ungeschulten Personen vornehmen zu lassen, und es bedarf keines ÜUbersendens der entnommenen Proben an Laboratorien und Untersuchungsanstalten, vielmehr eignet sich das neue Verfahren zur Untersuchung der Milch auf freier Strecke, zur Kontrolle in Milchgeschäften, Milchfuhrwerken, Milchabgabestellen, Stallungen u. dgl.
  • Es ist bei der Peroxydasenreaktion bekannt, Indikator und Peroxyd gleichzeitig .der Milch zuzusetzen. Es ist auch bekannt, diese beiden Reagenzien getrennt der Milch zuzusetzen. Demgegenüber ist das Wesen der Erfindung darin zu erblicken, daß die Di- oder Polyamine des Diphenylamins, die als Indikator benutzt werden, und die Perborate getrennt voneinander aufbewahrt, aber gleichzeitig und in richtig abgestimmtem Mengenverhältnis, z. B. durch Herstellung in Form von Pillen, Tabletten oder Stangen, die einem zerspanenden Werkzeug im Augenblick des Gebrauches ausgesetzt werden, dem zu untersuchenden Lebensmittel zugesetzt werden. Als Indikator Di- oder Polyamine des Diphenylamins zu verwenden, ist neu.
  • Dadurch, daß beim Erfindungsgegenstand sowohl die Di- oder Polyamine als auch die Perbörate für sich gesondert in Tablettenform aufbewahrt werden, ist es möglich, die Konzentration der beiden Salze so abzustimmen, daß ihre Wirkung eintreten muß. Die Dosierung der Salze zueinander kann nach Wahl entsprechender Konzentrationen erfolgen, aber auch durch verschieden große Abmessung der zu spanenden Flächen, so daß von dem einen Salz mehr zerspant wird wie vom anderen. Es ist nicht angängig, die beiden Salze nacheinander, also die Di- oder Polyamine des Diphenylamins und die Perborate getrennt voneinander, zuzusetzen, wie der Versuch lehrt. Die beiden Salze müssen gleichzeitig zugesetzt werden. Es geht aber auch nicht an, Perborate und Di,- oder Polyamine des Diphenylamins gemeinsam aufzubewahren, da dann die Salze nicht beständig sind.
  • Zweckmäßig wird das neue Verfahren durch die auf der beiliegenden Zeichnung in beispielsweiser Ausführungsform veranschaulichte Vorrichtung ausgeübt; es stellen dar: Fig. i einen Längsschnitt durch die Vorrichtung, Fig.2 einen Einzelteil.
  • Die Vorrichtung besteht aus einer Röhre i, die an ihrem vorderen Ende 2 zweckmäßig verjüngt und als Mundstück ausgebildet ist. In der Röhre i ist ein Reiborgan 3 in Gestalt einer Feile bewegbar, das an einer Stange q., die unter Einwirkung einer Feder 5 steht, befestigt ist. Die Stange q. ist durch den abschraubbaren Deckel ä der Röhre i hindurchgeführt. An der Röhre i ist ein Kreuzstück in Form kleiner Röhren 7 befestigt, in welchen sich Druckplättchen 8 unter Einwirkung einer Feder 9 gegen das spanabnehmende Werkzeug 3 legen. Die Röhren 7 sind durch Verschlußkappen i o abgeschlossen. In die Röhren 7 werden nach Entfernung der Verschlußkappe i o die gepreßten Reagenzien eingelegt, hierauf wird die Druckplatte mit der Feder 9 aufgesetzt und die Schraube io geschlossen. Die Tabletten 8 liegen gegen das Werkzeug 3, z. B. eine Feile, an und werden bei der Bewegung der Feile 3 abgespant. Die Späne fallen au. s dem Mundstück 2 in die Lösung.
  • Die zur Verwendung gelangenden Reagenzien sind ganz ungefährlich und außergewöhnlich (jahrelang) haltbar. Es ist wichtig, daß die Vorrichtung aus Stoffen hergestellt wird, die keine störende katalytische Oxydation auslösen können, z. B. Glas, Kunstmasse, Neusilber, Karborund, Haifischhaut, Kautschuk.

Claims (3)

  1. PATENTANSPIZÜCHL: i. Verfahren zur Feststellung des Chaxa.kters und Zustandes von Nahrungsmitteln, wie Milch, Molkereiprodukten, Honig, Blut u. dgl., mittels der Peroxydasenreaktion, dadurch gekennzeichnet, daß Di-oder Polyamine des Diphenylamins und deren Derivate sowie Perborate oder sonstige Wasserstoffsuperoxyd enthaltende oder entwickelnde Körper getrennt voneinander aufbewahrt, aber gleichzeitig und in dem richtigen Mengenverhältnis dem zu untersuchenden Nahrungsmittel zugesetzt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zugabe von organischen Säuren oder sauren Salzen erfolgt.
  3. 3. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens gemäß Anspruch i und z, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Behälter (i) getrennt voneinander die Di-oder Polyamine des Diphenylamirts und die Perborate .in Form dosierter Tabletten, Pillen öder Stangen so untergebracht sind, daß sie in dieser Form jeweils unmittelbar vor dem Gebrauch der Einwirkung eines zerspanenden Werkzeugs ausgesetzt und so in pulverisierter Form und abgestimmter Menge der Lösung zugeführt werden. q.. Vorrichtung nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet,. da.ß in einer Röhre (i-), in welcher ein zerspanendes Werkzeug. (3) bewegbar angeordnet ist, zwei Seitenröhren (7) vorgesehen sind, in welchen die zu zerspanenden Verbindungen in Form von Tabletten o. dgl. (8) untergebracht sind und durch Federdruck (9) gegen das zerspanende Werkzeug (3) gepreßt werden, so, daß bei einer Bewegung des Werkzeuges (3) die gewonnenen Späne durch ein Mundstück (2) in das untergehaltene Gefäß gelangen.
DER81601D 1931-05-12 1931-05-12 Verfahren zur Feststellung des Charakters und Zustandes von Nahrungsmitteln, wie Milch, Molkereiprodukten, Honig, Blut u. dgl., mittels der Peroxydasenreaktion Expired DE599603C (de)

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