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Dauerform zum Angießen von Reißverschlußgliedern an die Kante eines
Tragbandes Bei den üblichen Reißverschlüssen bestehen die Verschlußglieder aus Metall,
und zwar vorzugsweise aus nicht rostenden Nickellegierungen. Sie werden durch Walzen,
Ausstanzen, Pressen oder Biegen hergestellt und durch mechanisches Zusammenklemmen
ihrer Schenkel auf dem Rande der Tragbänder befestigt. Es ist bereits bekannt, die
Verschlußglieder aus anderen Werkstoffen, wie z. B. Cellulose, Kunstharz, Kautschuk
o. dgl., herzustellen, und zwar durch unmittelbares Angießen an die Tragbänder.
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Die Erfindung schlägt nun eine besondere Vorrichtung zum unmittelbaren
Angießen der Verschlußglieder an den Rand der Tragbänder vor. Man kann mittels der
neuen Vorrichtung leichte, für Reißverschlüsse bereits vorgeschlagene Werkstoffe
verarbeiten, die noch korrosionsbeständiger als Metall sind und sich ferner nach
Wunsch färben lassen, um sie den verschiedenartigen Gegenständen (Kleidungsstücke,
Handtaschen usw.) anzupassen, an denen die Reißverschlüsse angebracht werden sollen.
An und für sich gestattet die neue Vorrichtung die Verwendung beliebiger Werkstoffe.
Natürlich werden Stoffe oder Legierungen benutzt, die bei einer so niedrigen Temperatur
schmelzen, daß das Tragband nicht angegriffen wird. Man kann die Verschlüßglieder
z. B. aus Celluloseacetat oder Kunstharzen herstellen, die in flüssigem Zustande,
gegebenenfalls auch im halbflüssigen oder plastischen Zustande, in die neue Vorrichtung
so eingebracht werden, daß aus ihnen unmittelbar auf der Tragbandkante, die keinen
Verstärkungswulst zu haben braucht, eine Reihe fest und in genauem Albstande sitzender
Verschlußglieder geformt wird. Die Gießtemperatur soll vorzugsweise niedriger als
i8o° C sein. Man kann auch verschiedene Werkstoffe mischen, um den gieß- oder formfähigen
Zustand bei einer gewünschten Temperatur zu erreichen.
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Die neue Vorrichtung besteht in einer Dauerform, die das Angießen
von Verschlußgliedern an die Kante eines Tragbandes oder einer Stoffbahn mittels
des Spritzgußverfahrens ermöglicht. Die Dauerform hat in bekannter Weise eine Reihe
von Hohlformen, die für den vorliegenden Zweck genau auf einer Linie und in genauem
gegenseitigem Abstande angeordnet sind. In diese Formen ragt der Rand des Tragbandes
oder der Stoffbahn so hinein, daß ihn die fertigen Glieder mit zwei Schenkeln umfassen.
Vor der Formenreihe ist erfindungsgemäß ein Kanal angebracht, von dem aus schräge
Zweigkanäle zu den Hohlformen führen. In diesen Kanal wird ein stabförmiger Kernhalter
eingelegt, der an schrägen Auslegern Kernköpfe zum Bilden der Vertiefungen in allen
Verschlußgliedern der Reihe trägt. Der
Kernhalter mit seinen schrägen
Auslegern paßt schließend in den Kanal und die schrägen Zweigkanäle der Dauerform
hinein. Außerdem sind in der neuen Vorrichtung alle Hohlformen. , für die Verschlußglieder
durch kurze Kanäle, die dem Durchtritt des Werkstoffes dienen, in Reihenschaltung
miteinander verbunden.
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In der Gießereitechnik sind Kerne bekannt, die einzelne Kernfortsätze
in einem vorgeschriebenen gegenseitigen Abstande tragen, beispielsweise um Rohrgabeln
o. dgl. zu gießen. Dort ist aber der ganze Körper ein Kern., und auch der Schaft,
an dem sich die Fortsätze befinden,. dient zur Formgebung. Die bekannten- Kerne
müssen deshalb auch für jeden- Abguß neu hergestellt werden. Hierzu ist jedesmal
die -Benutzung eines Kernformkastens erforderlich. Demgegenüber handelt es sich
bei der Erfindung nicht um einen Kern mit Fortsätzen, sondern um eine verhältnismäßig
große Anzahl ldeiner einzelner Kerne, die unter sich eine Verbindung miteinander
haben. Diese kleinen Einzelkerne oder Kernköpfe sind erfindungsgemäß an einem stabförmigen
Kernhalter mit schrägen Auslegern vereinigt, d. h. an einem neuartigen Hilfsmittel
angebracht, das bei dem Gießvorgange selbst nicht die Aufgabe eines Kernteiles zu
erfüllen hat, sondern nur dazu dient, den genauen Abstand und die richtige Lage
der Kei#nköpfe in den Formen für die Verscblußglieder zu sichern.
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In der Gießereitechnik ist es ferner bekannt, beim Herstellen von
kleinen Gegenständen mehrere Formen in einem Formkasten zu vereinigen und das flüssige
Metall durch einen Verteilungskanal zuzuführen, an den die Einzelformen in Parallelschaltung
angeschlossen sind. Zunächst handelt es sich dabei nicht um Kernarbeit. Ferner muß
der Verteilungskanal fürdie parallele Schaltung der Formen einen beachtlichen Querschnitt
haben, und der ihn und die Abzweige füllende Werkstoff ist verloren. Die Arbeitsweise
und die Vorrichtung würden für den Erfindungszweck- gänzlich unbrauchbar sein. Bei
der hier vorgeschlagenen Reihenschaltung der Formen entstehen dagegen nur ganz kurze
Verbindungskanäle, durch die der Werkstoff von Form zu Form wandert, bis alle Hohlformen
ausgefüllt sind. Es ließ sich nicht vorhersehen, daß diese für die allgemeine Gießereitechnik
offensichtlich unverwendbare Anordnung für die Herstellung von Reißverschlüssen
nach dem Spritzgußverfahren geeignet sein würde. Praktische Versuche haben aber
die Eignung der Hintereinanderschaltung erwiesen, mittels deren zunächst der Vorteil
einer überlegenen Einfachheit erzielt ist. Hierzu kommt der Wegfall des erheblichen
Werkstoffverlustes, denn in den kurzen Verbindungskanälen bleiben nur ganz geringfügige
Reste zurück, die beim nächsten Guß rasch wieder schmelzen und nicht verlorengehen.
Die Zeichnung veranschaulicht die zum Herstellen der Reißverschlüsse dienenden neuartigen
Hilfsmittel beispielsweise. Es sind Abb. i und 2 Darstellungen zum Erläutern des
ganzen Herstellungsganges, ' Abb. 3 bis 7 Darstellungen der neuen Dauerform, Abb.
8 und j Einzelheiten, Abb. 1o bis 1q. Darstellungen des Erzeugnisses und seiner
Nachbehandlung.
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Die neue Dauerform besteht gemäß Abb. q. aus einem Oberkasten 15 und
einem Unterkasten 16, die durch Scharniere 17 verbunden sind und beim Gießen durch
Bolzen 18 mit Einhängezapfen 27 und Muttern 28 zusammengehalten werden. Jeder Formkasten
ist bei ig (Abo. 3 und q:) so ausgespart, daß das Tragband 2o eingelegt werden kann.
Es ragt dabei so weit in die Hohlformen 21 zum Bilden der Verschlußglieder hinein,
daß die Schenkel der Glieder die Bandkante umfassen, während die Gliederköpfe freiliegen.
Alle Formen 2i sind durch kurze Kanäle 22 in Reihenschaltung miteinander verbunden-
(s. Abb. q. und 5). Der an einem Ende der Form eingeführte Werkstoff fließt also
von Hohlraum zu Hohlraum, bis alle Formen 21 gefüllt sind.
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Vor der Hohlformenreihe 21 ist ein Kanal 24 angeordnet, von dem je
ein schräger Zweigkanal 2q.' zu je einer Form 21 führt (Abb.3 und 5). Gemäß Abb.
6 ist eine Stange oder ein Stab 23 mit so viel schrägen Auslegern 25 ausgestattet,
wie Hohlformen 21 vorhanden, sind. Jeder Ausleger 25 trägt an seinem Ende einen
Kernkopf 26, mittels dessen je eine Vertiefung in dem zugehörigen Verschlußgliede
gebildet wird. Der Kernhalter paßt mit seinem Stabe 23 genau in den Kanal 24 der
Formenhälften 15, 16, und seine Ausleger 25 passen genau in die Zweigkanäle 2q.'
hinein. Der Kernhalter wird nach dem Einlegen des Tragbandes 2o in den Kanal 24
des Unterkastens 16 eingesetzt, worauf man den Oberkasten 15 niederlegt und den
Verschluß mittels der Bolzen 18 bewirkt.
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Die neue Dauerform liefert beim Gießen jeweils den vollständigen Besatz
eines Tragbandes mit- genau richtig sitzenden Verschlußgliedern, die genau richtig
angeordnete Vertiefungen enthalten. Diese Bedingungen sind so gesichert, daß ihre
Erfüllung auch bei der Einführung des Werkstoffes nicht beeinträchtigt wird. Außerdem
zeichnet sich die neue Dauerform durch ihre überaus große Einfachheit und bequeme
Handhabung aus.
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Die Formen werden zweckmäßig vor dem Abguß beispielsweise in einer
Heizkammer 29 mit Gasbrenner 30 und- Zwischenböden 31 (Abo. 2) angewärmt.
Nach dem Anwärmen kommen sie auf einen Tisch 32 zum Einlegen des Tragbandes 2o und
des Kernhalters 23, 25, 26. Nach dem Schließen werden sie mit einem
Nippel
37 gegen das federnde Mundstück 35, 36 (Abb.5 und 8) einer den gießfertigen Werkstoff
enthaltenden Leitung 33 mit Heizmantel 34 gepreßt. Der Werkstoff tritt unter Druck
in den Nippel 37 ein und öffnet das darin befindliche Rückschlagventi138. Die in
der Form enthaltene Luft wird durch das poröse Tragband hindurch vom Werkstoff verdrängt,
und dieser umschließt die Tragbandkante, wobei er auch in dessen Poren eindringt,
so daß die Verschlußglieder festhaften. ' Nach dem Gießen bringt man die Form in
einen Wasserbehälter 30 mit Zulauf 40 und Ablauf 4i. Nach dem Abkühlen wird
die Form geöffnet (s. 42 in Abb. i). Man nimmt das Erzeugnis so heraus, wie es in
Abb. ii gezeigt ist. Das Tragband 2o wird durch schräges Abziehen der Verschlußglieder
43, 44 vom Kernhalter 23 getrennt, so daß die Vertiefungen 45 (Abb. 14) frei werden.
Anschlagglieder 46,49 (Abb. 12 und 13) werden in der Regel mitgegossen.
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In der Trennfuge zwischen Ober- und Unterkasten bildet sich häufig
etwas Grat 47 (4bb. ii). Man entfernt ihn durch Scheuern der ganzen Tragbänder mit
den Verschlußgliedern in einer Trommel 48 (Abb. io) zwischen kleinen Stahlkugeln.
Der fertige Verschluß mit gemeinsamem Anschlag 49 und Schieber 50 ist in
Abb. 12 dargestellt.