DE595196C - Fuehrerbremsventil fuer Druckluftbremsen - Google Patents
Fuehrerbremsventil fuer DruckluftbremsenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht ' sich auf Führerbremsventile für Druckluftbremsen mit einem
Handhebel, o. dgl., der auf einen Punkt eines Schwinghebels einwirkt, während an zwei
anderen Punkten dieses Schwinghebels das Zufuhrventil und das Auslaßventil angeschlossen
sind, und mit Druckregelvorrichtungen, die den Schwinghebel selbsttätig in seine Absperrstellung
bringen, in der die Ventile geschlossen sind, wobei die Druckregelvorrichtungen einen Kolben haben, der einerseits
einem Federdruck, andererseits dem Luftdruck einer Kammer, die den Auslaß von
Druckluft aus dem Bremszylinder steuert, unterworfen ist.
Bei Führerbremsventilen der vorbezeichneten Art, wie sie bisher zur Regelung des
Bremsdruckes von Druckluftbremseinrichtungen benutzt wurden, um ein Anziehen und
Lösen der Bremsen zu veranlassen, war eine verhältnismäßig große Kraft zur Betätigung
des Handgriffes oder Hebels notwendig, weil der Druck der üblichen, verhältnismäßig starken
Regelfeder zu überwinden war; ferner kam als Gegenwirkung der Bremszylinderdruck
in Betracht, der auf die eine Seite eines Kolbens oder einer Biegeplatte wirkte. Es
war also ein verhältnismäßig großer Widerstand bei der Bewegung des Handgriffes in
eine Bremsstellung zu überwinden; ebenso erforderte es auch einen nicht unerheblichen
Kraftaufwand, den Handgriff in dieser Stellung zu halten. Die Bedienung des Handgriffes
wurde dadurch erschwert; es konnte leicht eine gewisse Ermüdung eintreten, die die richtige und genaue Regelung des Anziehens
und Lösens der Bremsen beeinträchtigen konnte.
Gemäß der Erfindung wird das Auslaßventil von dem Kolben der Druckregelvorrichtung
getragen, und die Federn, die das Auslaßventil für gewöhnlich offen, das Einlaßventil
jedoch geschlossen halten, sind weicher als die Druckregelfeder, die auf den Kolben
wirkt, wodurch das Bremsventil von Hand betätigt werden kann, ohne daß die starke
Druckregelfeder dabei hinderlich ist.
Weiter wird gemäß der Erfindung bei Führerbremsventilen, die in bekannter Weise mit
handbetätigter Kurvenscheibe ausgerüstet sind, sowohl das Einlaß- wie das Auslaßventil
durch die Kurvenscheibe betätigt, und zwar wirkt die Kurvenscheibe auf einen Kolben,
der mit den Umstellhebeln, durch einen Bolzen verbunden ist.
Für die Begrenzung der Bewegung des Kolbens ist gemäß der Erfindung ein Anschlagkörper
vorgesehen.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt, und zwar zeigt
Fig. ι ein Führerbremsventil gemäß der Erfindung
im Schnitt mit schematisch angedeuteten Anschlüssen und
Fig. 2 einen Grundriß.
Fig. 3 ist ein Schnitt nach Linie IH-III der Fig. i,
Fig. 2 einen Grundriß.
Fig. 3 ist ein Schnitt nach Linie IH-III der Fig. i,
Fig. 4 ein Schnitt nach Linie IV-IV der ίο Fig. i,
Fig. 5 eine Ansicht der Teile in Richtung der Linie V-V der Fig. ι und
Fig. 6 ein Schnitt durch eine besondere
Ausführungsform eines Teiles des Ventils.
Die Fig. 2 bis 6 sind in etwas größerem Maßstabe gezeichnet als Fig. 1.
Die Fig. 2 bis 6 sind in etwas größerem Maßstabe gezeichnet als Fig. 1.
ι ist das Hauptgehäuse des Ventils, 2 ein seitlich daran angesetztes Nebengehäuse,
3 der Fußkörper und 4 die obere Abdeckung des Handgriffes. Die Teile 2, 3 und 4 sind
mit dem Hauptgehäuseteil 1 abnehmbar durch geeignete Mittel verbunden. Beispielsweise
kann das seitliche Gehäuse 2 mittels Schrauben 5 (Fig. 2), der Bodenteil 3 mittels
Schrauben 6 (Fig. 1) und der Kopfteil 4 mittels Schrauben 7 (Fig. 3) an dem Hauptgehäuseteil
ι befestigt werden. Unten kann ein Anschlußstück 8 mit Anschlußbolzen 10
vorgesehen werden, auf dem das Ganze abnehmbar mittels der Schrauben 9 (Fig. 2) befestigt
werden kann.
Die Gehäuseteile i, 2 und 3 umschließen
nach der vorbeschriebenen Zusammensetzung eine Druckkammer 11, die in ständiger Verbindung
mit dem üblichen Bremszylinder 12 durch einen Kanal bzw. eine Leitung 13 steht.
Der Gehäuseteil 2 enthält eine Kammer 14, die durch Kanal bzw. Leitung 1.6 mit dem
üblichen Hauptbehälter 15 ständig verbunden ist. In die Kammer 14 ragt ein Zufuhrventil
18 hinein, das sich kolbenartig in einer im Gehäuse 2 befestigten Büchse 17 führt. 19 ist
der Sitz für dieses Ventil, das in den Gehäuseteil 2 eingesetzt ist. Das kolbenartig verschiebbare
Ventil ist durch eine Feder 20 belastet und dazu bestimmt, die Verbindung von
der vor ihm liegenden Kammer 14 nach der Hauptkammer 11 hin zu regeln.
Das seitliche Gehäuse 2 ist ferner zu einem
Zylinder 21 ausgebildet, der am einen Ende nach der Hauptkammer 11 hin offen ist. Auf
dem anderen, äußeren Ende des Zylinders 21 ist ein mittels Verschraubung einstellbares
Verschlußstück 22 vorgesehen. Dieses Verschlußstück hat eine mittlere Bohrung 23, in
deren äußeres Ende ein Schraubenbolzen 24 als Anschlag eingesetzt ist.
In den Zylinder 21 ist nach der offenen
Seite hin ein Kolben 25 mit zapfenartiger Verlängerung 26 eingesetzt, die sich in der
Bohrung 23 des Verschluß Stückes 22 führt.
Der Kolben 25 schließt auf der rechten Seite eine Kammer 27 ab. In dieser Kammer befindet
sich die Feder 29, die einerseits gegen den Kolben 25, andererseits gegen das Verschlußstück
22 anliegt.
Innerhalb des Kolbens 25 befindet sich eine Kammer 30, die durch den Kanal 31 mit der
Gehäusekammer 11 in Verbindung steht. In der Kolbenmitte sitzt der Ventilkörper 32,
dem ein Ventilsitz 33 im Kolben 25 entspricht. Das so gebildete Ventil im Innern
des Kolbens dient zur Regelung der Verbindung aus der Kolbenkammer 30 nach der hinter
dem Kolben liegenden Kammer 27 hin. Diese Verbindung wird durch die Kanäle 34 in der Kolbenstange 26 vermittelt. Das Auslaßventil
32 hat eine zapfenartige Verlängerung 35 mit einem Bund 36. Dieser Bund
führt sich in einer mittleren Bohrung 37 des Kolbens, und das so gebildete Ventil steht
unter dem Druck einer schwachen Feder 38, die einerseits gegen den Bund 36 und andererseits
gegen einen vorspringenden Rand 39 anliegt, also bestrebt ist, das Ventil 32 offen zu
halten. Diese Offenstellung des Ventils 32 wird dadurch begrenzt, daß der Bund3Ö gegen
die am Kolben befestigte Abschlußplatte 40 anliegt. Durch diese Abschlußplatte 40 ragt
eine Verlängerung des Ventilzapfens 35 nach außen hindurch. Von.hier aus soll die in
nachstehendem beschriebene Steuerung des Auslaßventils 32 erfolgen.
Zur Betätigung des Zufuhrventils 18 und
des Auslaßventils 32 ist eine hebelartige Vorrichtung vorgesehen, bestehend aus den beiden
um einen Achszapfen 42 drehbaren Hebeln 41. Der Zapfen 42 ist Bestandteil
eines Kolbens 43, dessen eines Ende in einer Bohrung 44 des Gehäuseteils 2 gleiten kann.
Die beiden Hebel 41 haben an ihren unteren Schenkeln eine Zapfenverbindung 45, und
zwischen den Hebelenden sitzt auf einem Verbindungszapfen eine Rolle 46. Diese Rolle ist
dazu bestimmt, auf das verlängerte Ende des Auslaßventils 32 einzuwirken. Die oberen
Schenkel der Hebel 41 haben eine Zapfenverbindung 47. An diesen Zapfen greift gelenkig
die Stange 48 an, deren Ende in eine Vertiefung oder Aussparung 49 des Zufuhrventils 18
hineinragt.
Zur Regelung der Wirkung des plungerartigen Kolbens 43 ist eine Kurvenscheibe
50 mit den besonders gestalteten Außenflächen 51, 52 und 53 vorgesehen. Mit diesen Außenflächen
kommt das Ende" des Kolbens 43 in Berührung. Die Kurvenscheibe ist auf dem
Zapfen 54 befestigt, der in den Gehäuseteilen ι und 3 drehbar gelagert ist. Dieser Zapfen
54 kann unmittelbar durch den üblichen Handgriff 55 gedreht werden.
Der Kolben 43 hat runden Querschnitt und
könnte sich also um seine Achse in dem zu seiner Führung dienenden Gehäuseteil drehen.
Um eine solche Drehung zu verhindern, greift eine Verlängerung des Zapfens 42 in einen
5 offenen Schlitz 56 des Gehäuseteils 2 ein, woselbst eine Führung 57 vorgesehen ist (Fig. 1
unds).
In Fig. 2 und 3 ist mit W die Lösestellung des Ventilhandgriffes bezeichnet, die auch in
Fig. ι dargestellt ist. Die durch den Handgriff betätigte Kurvenscheibe 50 nimmt die in
Fig. 4 dargestellte Lösestellung ein. In dieser Stellung liegt die Fläche 51 der Kurvenscheibe
entweder unmittelbar gegen das linke äußere Ende des Kolbens 431 an oder befindet
sich in unmittelbarer Nähe dieses Kolbens. Jedenfalls übt die Fläche 51 der Kurvenscheibe 50 bei dieser Stellung keinen Druck
auf den Kolben 43 aus. Die Feder 20 hält das Zufuhrventil 18 geschlossen auf seinem
Sitz, während das Auslaßventil 32 unter dem Einfluß, der Feder 38 geöffnet ist.
Ist das Auslaßventil von seinem Sitz abgehoben, so befindet sich der Bremszylinder 12
in Verbindung mit der Außenluft, und zwar durch Rohr und Kanal 13, Druckkammer 11
im Führerbremsventil, Kanari im Kolben
25, Ventilkammer 30, über das geöffnete Ventil 32, die Kanäle 34, die Federkammer 27 und
die Auslaßöffnung 28.
Es sei darauf hingewiesen, daß die Wirkung der Feder 20 auf - das Zufuhrventil 18
größer ist als diejenige der Feder 38, die das Auslaßventil 32 beeinflußt. Ferner ist die
Einwirkung der Feder 29 auf den Kolben 25 erheblich größer als die vereinigten Drücke
der Federn 20 und 38.
Um das Anziehen der Bremsen zu veranlassen, wird der Bremshandgriff 55 entgegengesetzt
zur Uhrzeigerbewegung aus der Lösestellung gedreht. Zapfen 54 und die
Kurvenscheibe 50 drehen sich also inj der gleichen
Richtung. Es wirkt nunmehr die Fläche 52 auf das Ende des Kolbens 43 ein, und der
Hebelzapfen 42 wird gegen den Gehäuseteil 2 hin bewegt. Da die auf die eine Seite des Zufuhrventils
18 einwirkende Feder 20 dieser von der Kurvenscheibe veranlaßten Bewegung
größeren Widerstand entgegensetzt als die auf das Auslaßventil 32 wirkende Feder 38,
so bleiben zunächst das Zufuhrventil 18 und die Stange 48 während der Anfangsbewegung
des Handgriffes 45 stehen. Die Hebel 41 stützen sich also gegen den Zapfen 47 ab und
schwingen zunächst um diesen. Die Hebel 41 schwingen also entgegengesetzt zur Uhrzeigerbewegung
aus, und die Rolle 46 wird nach rechts gegen das Ventil 32 hin bewegt, drückt
also dieses unter Überwindung der Feder 38 auf seinen Sitz. Hierdurch wird die Verbindung
der Gehäusekammer 11 und damit auch des Bremszylinders mit der Außenluft abgeschlossen.
Das Auslaßventil 32 ist geschlossen kurz, bevor der Handgriff 55 in die Stellung
gelangt, wo das abgestufte Anziehen und Lösen beginnt (Zone X in Fig. 2 und 3).
Wenn das Auslaßventil 32 sich auf seinem Sitz befindet, so ist der Wert des auf den Kolben
25 wirkenden Druckes der Feder 29 größer als die vereinigten Druckwerte der Federn
38 und 20; der Kolben 25 des Auslaßventils bleibt in Ruhe, so daß der Zapfen 45 an den
unteren Enden der Hebel 41 nunmehr den Drehzapfen abgibt. Wenn also der Handgriff
45 in die mit X bezeichnete Zone für abgestuftes Anziehen und Lösen bewegt wird, so
schwingen die Hebel 41 in der Uhrzeigerrichtung aus, und durch Vermittlung der Stange
48 wird das Zufuhrventil 18 von seinem Sitz abgehoben. Dabei wird der Druck der Feder
20 überwunden. Druckluft aus .der Ventilkammer 14, die aus dem Hauptbehälter 15
durch Rohr und Kanal 16 zuströmt, gelangt durch die Druckkammer 11 im Ventilgehäuse
und Kanal und Rohr 13 zum Bremszylinder 12; es findet dadurch ein Anziehen der Bremsen
statt.
Wenn nun der in der Kammer 11 auf die eine Seite des Kolbens 25 wirkende Druck
wenig höher ist als der auf der entgegengesetzten Kolbenseite wirkende Druck der
Feder 29, so wird der Kolben nach rechts bewegt (Fig. 1).
Bei dieser Bewegung des Kolbens 25 veranlaßt die Feder 20 eine Bewegung des Zufuhrventils
18 gegen seinen Sitz 19 hin durch Vermittlung der Stange 48. Ebenfalls durch
Vermittlung der Stange48 wird ein Ausschlag der Hebel 41 entgegengesetzt zur Richtung
des Uhrzeigers bewirkt, wobei das Auslaßventil 32 geschlossen gehalten wird. Wenn
nun das Zufuhrventil 18 auf seinem Sitz 19 ruht, ist der weitere Zustrom von Druckluft
aus dem Hauptbehälter nach der Gehäusekammer 11 "abgeschlossen, und die nach ^rechts gerichtete
Bewegung des Kolbens hört unter der Gegenwirkung der Feder 29 auf. Da der Kolben 25 nun im wesentlichen zu gleicher
Zeit zur Ruhe gekommen ist, wie das Zufuhrventil 18 auf seinen Sitz gelangt ist, so wird
die Feder 20 das Auslaßventil 32 geschlossen halten, da diese Feder ihre Kraft mittels der
Stange 48, des Gelenkzapfens 47, der Hebel 41, des Zapfens 45 und der Rolle 46 im
Schließsinne auf das Auslaßventil überträgt. Auf diese Weise findet ein selbsttätiger Abschluß
des Bremsventils statt.
Wenn es bei dieser Stellung der Teile der Ventileinrichtung in der vorbeschriebenen
Abschlußstellung erwünscht ist, den Brems- tao zylinderdruck zu vermindern, so wird der
Handgriff 55 in Richtung der Uhrzeigerbewe-
gung in eine andere Stellung der Zone X gedreht. Bei dieser Weiterdrehung tritt die
Fläche 52 der Kurvenscheibe 50 allmählich von dem Ende des Kolbens 43 zurück. Dadurch
kommt die Ventilfeder 38 im Sinne eines Öffnens des Ventils 32 zur Wirkung.
Durch diese Öffnungsbewegung werden die Hebel 41 in Richtung des Uhrzeigers zum
Ausschlag gebracht, indem sie um den Zapfen 47 schwingen, der infolge des Widerstandes
der Feder 20 des Zufuhrventils 18 mittels der Stange 48 in seiner Lage festgehalten wird.
Ist das Auslaßventil 32 auf diese Weise geöffnet,
so wird Druckluft' aus dem Bremszylinder 12 ins Freie strömen, und zwar durch
Rohr und Kanal 13, Gehäusekammer 11, Kanal 31, Kolbenkammer 30, über das geöffnete
Ventil 32, die Durchgänge 34, die Federkammer 27 zum Auslaßkanal 28. Da sich der
Luftdruck # in der Kammer 11 vermindert,
treibt die Feder 29 den Kolben 25 nach links; wird die Kurvenscheibe in der gewünschten
Anzugsstellung festgehalten und der Kolben 43 verhindert, sich nach auswärts zu bewegen,
so bleibt auch das Auslaßventil 32 in seiner S'tellung, und der Kolben bewegt sich mit seinem
Sitz 33 gegen den Ventilkörper 32, wodurch der weitere Auslaß von Druckluft aus der Kammer und aus dem Bremszylinder
unterbrochen wird. Diese Bewegung des Kolbens 25 gegen den Ventilkörper 32 hin veranlaßt
ein Zusammendrücken der Feder 38.
Ist auf diese Weise ein Schließen des Ventils 32 und ein Unterbrechen des Druckluftauslasses
aus dem Bremszylinder 12 und der Druckkammer 11 erreicht, so kommt infolgedessen
der Kolben 25 zur Ruhe, ohne einen Ausschlag der Hebel 41 und ein Abheben des
Zufuhrventils 18 zu veranlassen. Auf diese Weise wird also ein selbsttätiger Abschluß
des Ventils nach einer Verminderung des Bremszylinderdruckes bewirkt.
Um ein vollständiges Lösen der Bremsen zu veranlassen, wird der Handgriff 55 in die
Lösestellung gedreht und mit ihm die Kurvenscheibe 50. Ein Anschlag 58 an dem Körper
59 begrenzt diese Bewegung. Der Anschlagkörper 59 ist starr mit dem Gehäuse
verbunden. Steht die Kurvenscheibe 50 in dieser Stellung, so bewirkt die Feder 38 das
Öffnen des Auslaßventils 32, so daß in der vorbeschriebenen Weise Druckluft aus der
Kammern und dem Bremszylinder 12 ins
Freie strömen kann. Vermindert sich der Druck in der Kammer 11, so wird der Kolben
25 unter der Einwirkung der Feder 29 nach links bewegt. Der von seinem Sitz abgehobene
Ventilkörper 32 bewegt sich mit dem Kolben vorwärts und bringt die Hebel 41 zum
Ausschlag; sie schwingen in Richtung des Uhrzeigers um den Zapfen 47. Mittels des
Zapfens 22 wird durch diese Bewegung der Hebel ein Verschieben des Kolbens 43 gegen
die Kurvenscheibe 50 hin veranlaßt, und zwar in eine Stellung, die etwa der in Fig. 4 gezeigten
entspricht.
Da das Zufuhrventil 18 geschlossen gehalten, das Auslaßventil dagegen von seinem Sitz
abgehoben wird, so hat der Bremszylinder 12 Verbindung mit der Außenluft, und infolgedessen
wird ein vollkommenes Lösen der Bremsen bewirkt.
Um eine unmittelbare Notbremsung zu bewirken, kann der Handgriff 55 aus der Lösestellung
oder irgendeiner Betriebsstellung in die Notbremsstellung Z (Fig. 2 und 3) gebracht
werden. Für diese Stellung ist ein Anschlag 60 in dem Körper 59 vorgesehen. Durch diese Bewegung des Handgriffes wird
die Kurvenscheibe 50 entgegengesetzt zur Uhrzeigerbewegung gedreht. Gerade, wenn
der Handgriff über die Stellung für volle Betriebsbremsung geht, kommt eine Stelle der
Kurvenscheibe 50 am Ende der Fläche 52 mit
dem Kolben 43 in Berührung. Der Kolben wird nach rechts bewegt und in dieser Lage
so lange gehalten, als die Fläche 53 der Kurvenscheibe 50 auf ihn einwirkt. Wenn die
Kurvenscheibenfläche 53 mit. dem Kolben in
Berührung ist, so ist dieser über die Stellung hinausbewegt, bei der eine volle Betriebsbremsung stattfindet. Diese zusätzliche Bewegung
hat zur Wirkung, daß das Zufuhrventil 18 weiter von seinem Sitz abgehoben
wird als bei Betriebsbremsungen.
Wenn sich nun der Druck in der Kammer 11 erhöht, so wird der Kolben 25 nach rechts
bewegt, bis die Kolbenstange 26 gegen die als Anschlag dienende Schraube 24 stößt. Bei
dieser Bewegung des Kolbens bleibt das Auslaßventil 32 unter dem Druck der Feder 20
geschlossen. Diese Feder des Zufuhrventils wirkt im Schließsinne auf das Auslaßventil
durch Vermittlung der Stange 48, des Zapfens 47, der Hebel 41, des Zapfens 45 und der
Rolle 46 ein. Ist der Kolben in seiner äußersten begrenzten Rechtsstellung angekommen
und befindet sich das Auslaßventil 32 auf seinem Sitz, so ist keine weitere Bewegung
der Hebel 41 um den Zapfen 42 mehr möglich, rind das Zufuhrventil 18 bleibt also infolgedessen
von seinem Sitz abgehoben. Es kann sich also der Druck im Hauptbehälter 15 nach
dem Bremszylinder 12 hin ausgleichen, so daß ein hoher Bremszylinderdruck für wirksame
Notbremsung gesichert ist.
Sollen die Bremsen nach einer solchen vollen Notbremsung gelöst werden, so wird
die Kurvenscheibe 15 mittels des Handgriffes 55 in Richtung der Uhrzeigerbewegung
gedreht. Wenn dabei die Stelle 61 der Fläche mit dem äußeren Ende des Kolbens 43 in
Berührung tritt, so kommt die Feder 20 des Zufuhrventils 18 durch die bereits genannten
\?erbindungsmittel derart zur Wirkung, daß der Kolben 43 nach rechts bewegt wird. Infolgedessen
kann sich das Zufuhrventil 18 schließen; die Verbindung zwischen Hauptbehälter
und Gehäusekammer 11 wird abgeschlossen. Wenn nun der Handgriff 55 in die
Lösestellung bewegt wird, so kommen die Teile des Bremsventils in der gleichen Weise,
wie oben beschrieben, im Sinne eines vollständigen Lösens der Bremsen zur Wirkung.
Soll eine volle Betriebsbremsung veranlaßt werden, so wird der Handgriff 55 in die in
Fig. 2 und 3 mit Ybezeichnete Stellung bewegt.
Das Maximum des Bremsleitungsdruckes, das erreicht werden kann, um eine volle Betriebsbremsung·
zu bewirken, wird bestimmt durch den Druck der Feder 29, die auf die eine Seite des Kolbens 25 einwirkt. Damit man diesen
Gegendruck der Feder 29 regeln kann, ist der einstellbare Schraubkörper 22 vorgesehen.
Will man die Regelfeder 29 entsprechend dem gewünschten Bremszylinderdruck einstellen,
so bringt man den Handgriff 55 in die Stellung für volle Betriebsbremeung, bei der
Druckluft aus dem Hauptbehälter 15 der Druckkammer 11 und dem Bremszylinder 12
zugeführt wird. Wird der Druck in der Kammer wenig höher als der Druck der Feder 29,
so bewegen sich die Ventilteile selbsttätig in die Abschlußstellung, wie oben beschrieben.
Wenn nun der Bremszylinderdruck höher als erwünscht ist, so dreht man die Einstellschraube
22 zurück, um dadurch den Druck der Feder 29 zu vermindern. Ist der Federdruck auf diese Weise vermindert, so wirkt
der Luftdruck in der Kammer 11 auf die Verschiebung des Kolbens 25 nach rechts ein; infolgedessen
entfernt sich der Sitz 33 von dem Ventilkörper 32; der Ventilkörper 32 wird in
seiner Lage durch die Feder 38 gehalten. Ist auf diese Weise der Ventilsitz; von dem Ventilkörper
32 wegbewegt, so strömt Druckluft aus der Kammer 11 ins Freie. Ist der gewünschte
Druck erreicht, so wird die Einstelldrehung des Schraubkörpers 22 unterbrochen. Die Feder 29 wirkt hiernach im Sinne einer
Vorwärtsbewegung des Kolbens, so daß also der Ventilsitz 33 mit dem Ventilkörper 32 in
Berührung kommt. Bei dieser Schlußstellung des Auslaßventils ist die Verbindung der
Kammer 11 mit der Außenluft unterbrochen. Die Feder 29 ist auf diese Weise eingestellt,
um das gewünschte Maximum des Bremszylinderdruckes bei allen folgenden Betriebsbremsungen zur Verfugung zu haben.
Wenn andererseits der Bremszylinderdruck niedriger als erwünscht sein sollte, so dreht
man den Einstellschraubkörper 22 in das Gehäuse hinein und spannt dadurch die Feder
29 stärker ah. Durch den verstärkten Druck der'Feder wird der Kolben 25 unter Überwindung
des Luftdruckes in der Kammer 11 nach
links verschoben. Der Kolben nimmt das auf seinem Sitz ruhende Auslaßventil 32 mit, das
bei dieser Bewegung die Hebel 41 um den Zapfen 42 zum Ausschlag bringt. Dieser
Hebelausschlag überträgt sich mittels der Druckstange 48 auf das Zufuhrventil 18, das
entgegen der Wirkung seiner Feder 20 von seinem Sitz abgehoben wird. Es strömt also
jetzt Druckluft aus dem Hauptbehälter 15 in die Kammer 11. Ist der gewünschte Bremszylinderdruck
erreicht, so hört man mit der Einstelldrehung des Schraubkörpers 22 auf. Der Druck in der Gehäusekammer 11 veranlaßt
nun den Kolben 25 zu einer Verschiebung nach rechts. Die Feder 20 bewirkt das Schließen
des Zufuhrventils 18, ferner hält sie auch das Auslaßventil 32 entgegen der Wirkung
der Ventilfeder 38 auf seinem Sitz. Die Feder 29 ist nun für den gewünschten Maximal-Bremszylinderdruck
für alle folgenden vollen Betriebsbremsungen eingestellt.
Sollte ein Bruch der Regelfeder 29 eintreten, so kann der Führer, falls die Feder ganz
ohne Druckwirkung sein sollte, den Handgriff 55 in die Notbremsstellung bringen. Hierbei
wird das Auslaßventil 32 sicher auf seinem Sitz gehalten, während das Zufuhrventil 18
geöffnet ist. Es erfolgt also ein Anziehen der Bremsen in der gleichen Weise, wie oben im
Falle der Notbremsung beschrieben.
Für gewöhnlich wird die Feder 29, wenn sie gebrochen sein sollte, immer noch befähigt
sein, der Bewegung des Kolbens 25 nach rechts einen gewissen Widerstand entgegenzusetzen.
Steht also die Gehäusekammer 11 unter. Druck bei irgendeiner Bremsstellung des 1Q0
Handgriffs 55, so wirkt diesem Druck immer noch der Widerstand der gebrochenen Feder
entgegen. Eine Bremswirkung ist also auf alle Fälle selbst bei gebrochener Feder möglich.
Der Maximal-Bremszylinderdruck entsprechend der Stellung des Handgriffes auf
volle Betriebsbremsung bestimmt sich nach dem Druck, den die gebrochene Feder auf den
Kolben 25 ausübt.
Das über dem Handgriff 55 angeordnete "»
Deckstück 4 läßt eine Abnahme des Handgriffes nur zu, wenn dieser sich in Notbremsstellung
befindet. Es wird dadurch das Anziehen der Bremsen gesichert, falls der Handgriff
abgenommen wird.
In Fig. 6 ist eine abgeänderte Ausführungsform dargestellt, bei der die Kurvenscheibe 50
nicht unmittelbar auf den Kolben 43 einwirkt, sondern durch Vermittelung eines um den
Zapfen 66 schwingenden Gliedes 65. Der Zapfen 66 ist im Gehäuse gelagert. Durch diese
Zwischenschaltung des Gliedes 25 zwischen
Kurvenscheibe und Ende des Kolbens wird eine günstigere Übertragung vermittelt, insbesondere
vermieden, daß der Kolben seitlichen Drücken ausgesetzt wird, die seine freie Bewegung in der Führung verhindern könnten.
Weiter ist bei dieser abgeänderten Ausführungsform im Kolben 43 eine Längsnut 68
vorgesehen, in die der Endzapfen einer in das Gehäuse eingesetzten Schraube 67 eingreift.
Der Kolben kann seine Abwärtsbewegungen ungehindert ausführen, bleibt aber mit dem
Gehäuse verbunden und kann nicht herausfallen, wenn etwa der Gehäuseteil 2 abgenommen
wird.
Aus der vorhergehenden Beschreibung ist erkennbar, daß es sich beim Erfindungsgegenstand
um ein verbessertes Bremsventil mit Selbstabschluß handelt, bei dem die Betätigung
des Handgriffes (oder Stellhebels) leicht vonstatten geht. Denn der Einstellung des
Handhebels steht nicht der Druck der verhältnismäßig starken Regelfeder 29 entgegen; ferner
wird die Handgriffsbewegung auch nicht durch den Druck in der Kammer 11 und im
Bremszylinder beeinträchtigt. Es ist nur der Widerstand der verhältnismäßig schwachen
Feder 20 bzw. 38 und der kaum in Betracht kommende Reibungswiderstand der Übertragungsmittel
zu überwinden. Wird der Handgriff 55 in irgendeine Bremsstellung gebracht, so bleibt er entsprechend dem Verlauf der
wirksamen Kurvenscheibenfläche in dieser Stellung stehen und kann je nach Bedarf in
irgendeine Stellung zwecks Vermehrung oder Verminderung des Bremszylinderdruckes verschoben
werden.
Die Erfindung ist nicht auf die hier beschriebene und dargestellte Ausführungsform
beschränkt; sie kann auch in abweichenden Ausführungsformen, insbesondere unter Anwendung
gleichwertiger Mittel, ohne xA.bweichung vom Erfindungsgedanken verkörpert
werden.
Claims (3)
- Patentansprüche:i. Führerbremsventil für Druckluftbremsen mit einem Handhebel 0. dgl., der auf einen Punkt eines Schwinghebels einwirkt, während an zwei anderen Punkten dieses Schwinghebels das Ziifuhrvenfil und das Auslaßventil angeschlossen sind, und mit Druckregelvorrichtungen, die den Schwinghebel selbsttätig in seine Absperrstellung bringen, in der beide Ventile geschlossen sind, wobei die Druckregelvorrichtungen einen Kolben haben, der einerseits einem Federdruck, andererseits dem Luftdruck einer Kammer, die den Auslaß von Druckluft aus dem Bremszylinder steuert, unterworfen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Auslaßventil (32) von dem Kolben (25) der Druckregelvorrichtung getragen wird und daß die Federn (38 bzw. 20), die das Auslaßventil (32) für gewöhnlich offen, das Einlaßventil (18) jedoch geschlossen halten, weicher sind als die Druckregelfeder (29), die auf den Kolben (25) wirkt, wodurch das Bremsventil von Hand betätigt werden kann, ohne daß die starke Druckregelfeder (29) dabei hinderlich ist.
- 2. Führerbremsventil nach Anspruch 1 mit einer Kurvenscheibe, die mittels des Handgriffes betätigt wird, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl das Einlaßventil als auch das Auslaßventil (18 bzw. 32) durch die Kurvenscheibe (50) betätigt werden und daß diese Kurvenscheibe auf einen Kolben (43) einwirkt,, der init den Umstellhebeln (41) durch einen Bolzen (42) verbunden ist.
- 3. Führerbremsventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Begrenzung der Bewegung des Kolbens (25) ein Anschlagkörper (24) vorgesehen ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US595196XA | 1931-10-16 | 1931-10-16 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE595196C true DE595196C (de) | 1934-04-06 |
Family
ID=22023485
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEW89232D Expired DE595196C (de) | 1931-10-16 | 1932-06-16 | Fuehrerbremsventil fuer Druckluftbremsen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE595196C (de) |
-
1932
- 1932-06-16 DE DEW89232D patent/DE595196C/de not_active Expired
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