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Reinigungs- und Desinfektionsvorrichtung für Müll- und Abfallstoffe
und deren Behälter Die Erfindung betrifft eine Reinigungs-und Desinfektionsvorrichtung
für Abfallstoffe, wie Müll ö. dgl., die nach ihrer Reinigung bzw. Desinfektion wieder
verwertet werden oder aus andern Gründen nicht ohne weiteres auf den Abladeplatz
geworfen werden sollen;. wie Papier; Kleidungsstücke oder sonstige Stoffge-#vebe,
wie Säcke o. dgl., oder auch noch heiße Asche. -Es gibt schon ortsfeste und fahrbare
Müllbehälter und Morastsammler, die mit Entlüftungs- und Wasserspülvorrichtungen,
Desinfektionsvorrichtungen und mit einem Abzugsrohr versehen sind. Auch sind schon
Desinfektionsanlagen für die Reinigung und Behandlung bakteriologisch nicht einwandfreier
Stoffe bekannt. Sie besitzen aber Nachteile, die durch die Einrichtung nach der
Erfindung behoben werden sollen.
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Die Erfindung benutzt für die Reinigungs-und Desinfektionsvorrichtung
einen an sich bekannten Luftstromerzeuger. Dabei soll im besonderen die Entleerung
eines Müllgefäßes erst nach seiner sowie seines Inhalts vorangegangener Behandlung
erfolgen, und zwar so, daß keine gesundheitliche Gefahr für Menschen oder auch Feuersgefahr
zu befürchten ist. Das Abfallgut wird-in der Reinigungs-und Desinfektionsvorrichtung
nach der Erfindung behandelt, wobei sackartige Hüllen, die z: B. als Filter bei
der Vorrichtung verwendet werden können, 'auf hygienische und schnellste Weise gereinigt
werden, wenn ihre vorherige Desinfektion nicht allein genügen sollte.
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Es gibt an sich Flächenreinigungsmaschinen oder -geräte, welche ein
Reinigungswerkzeug in Verbindung mit einem Staubsauger oder einer Vorrichtung zur
Bearbeitung der Böden und Bodenbeläge, so auch von Müllbehältern, besitzen, wie
Schrubbvorrichtun= gen o. dgl.
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Die Erfindung betrifft auch nach dieser Richtung hin eine weitere
Ausbildung solcher Vorrichtungen.
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Ein Hauptmerkmal der Erfindung liegt gegenüber den bekannten Einrichtungen
darin, daß die Vorrichtung mit den Reinigungsvorlagen mittels einer Umschalteinrichtung
mit dem Luftstromerzeuger wahlweise mit einer Unterdruck- oder Überdruckeinrichtung
zu verbinden ist.
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Dadurch wird der Vorteil erreicht, daß in der Vorrichtung zum Reinigen
wahlweise Überdruck oder Unterdruck erzeugt und das Müllgut auf verschiedenste Weise
behandelt werden kann, wobei jeweils die Behandlutig5-art der Art des Müllguts angepaßt
wird. So ist es z. B. möglich, Desinfektionsmittel- oder -stoffe unter Über- oder
Unterdruck im gleichen Behälter auf das Müllgut einwirken zu lassen, auch in Wiederholung
mittels- Umkehrung der Strömungsrichtung der Desinfektionsmittel oder der Luft.
Andererseits kann jeweils die bestgeeignetste Zufuhr von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln
ausgewählt
werden. Dient das Müllgefäß z. B. der Abfuhr von noch
heißer Asche, so wird durch die Vorrichtung die Wärme abgeführt und das Ersticken
noch glimmender Asche durch Anwendung von Unterdruck durch Entziehen der Luft begünstigt,
aber auch bei und nach Feuchtbehandlung z. B. von Säcken und sonstiger sackartiger
Hüllen ist es in Verbindung mit der Reinigungsvorrichtung möglich, wahlweise Druck-
oder Saugluft zur Reinigung und Trocknung des Mülls oder Gefäßes mitzubenutzen.
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Gemäß der Erfindung bildet den eigentlichen Aufnahmebehälter für die
Abfallstoffe ein poröser, filterartiger Beutel, der unter Einfluß von Unterdruck
oder Überdruck innerhalb oder außerhalb des Gefäßes zusammen mit den Abfallstoffen
behandelt wird, wobei der Deckel der Reinigungsvorrichtung bei Überdruckanwendung
in der Vorrichtung abnehmbar ist.
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Dadurch wird der Vorteil erzielt, daß sackartige Hüllen beim Durchzug
der Luft oder der Desinfektionsmittel in der einen oder anderen Richtung selbst
ohne Berührung von Menschenhand umgestülpt werden. Wenn der als. Sack ausgebildete
Aufnahmebehälter für das Müll für bestimmte Behandlungsarten des Mülls als Filter
benutzt wird, kann ein und dasselbe Filter als Überdruck- oder Unterdruckfilter
dienen, während durch Umstülpen durch den Durchzug der Luft in verschiedener Richtung
zugleich die Poren des Sackes bzw. Filters gereinigt werden.
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Die Unterdruck- oder Überdruckkammer der Vorrichtung ist ein zylindrischer
Hohlkörper, der aus einer asbestartigen Masse besteht, die mit einer Dichtungspolsterung
versehen ist, um den verschiedenen Desinfektionsmitteln gegenüber standzuhalten,
die Druckunterschiede auszuhalten und die Wärme bei Benutzung der Vorrichtung zur
Förderung von noch heißer Asche nicht weiterzuleiten und brandsicher zu sein. Von
ähnlicher Beschaffenheit ist auch das als Filter zugleich benutzbare sackartige
Gebilde, nur daß es zur Erfüllung seines besonderen Zweckes porös ist.
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Die mit einem Antriebe versehene Reinigungs- und Desinfektionseinrichtung
ist gemäß der Erfindung mehrteilig, wobei der eine Teil den Luftstromerzeuger samt
Antrieb, der andere Teil die inneren und äußeren Reinigungsbeläge in sich aufnimmt.
Der die Reinigungsbeläge aufnehmende Behälterteil ist drehbar auf bzw. an dem anderen
Behälterteil gelagert und wahlweise antreibbar eingerichtet. Die gepolsterten Gefäßwandungen
dienen als Dichtungsmittel zwischen den Gefäßteilen.
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Der filterartige Sack, der zur Aufnahme des Mülls dient, hat einen
größeren Durchmesser als der Hohlraum des mit den Reinigungsbelägen versehenen Behälters,
so daß er in Falten zwecks Oberflächenvergrößerung zum Durchzug der Luft usw. in
das Gefäß einlegbar oder über das Gefäß umstülpbar ist.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel dargestellt,
es zeigen Abb. r die Vorrichtung im Schnitt in der Ebene A-B, Abb. 2 die Vorrichtung
im Schnitt in der Ebene C-D, Abb. 3 die Umschalteinrichtung in Ansicht. Der Aufbau
der Reinigungs- und Desinfektionsvorrichtung ist dabei folgender: In den aufeinander
angeordneten Behälterteilen a, ä , die auch für eine liegende Bauweise in
Nebeneinanderanordnung ausgebildet bzw. für gewisse Behandlungsmaßnahmen des Müllguts
ohne weiteres zur Fläche kippbar sind, ist über dem Boden des Teiles a ein Luftstromerzeuger,
z. B. ein Ventilator c, angeordnet, der Unterdruckkammern d, e aufweist. Der Ventilator
c erhält seinen Antrieb über die Triebwelle p, wenn nicht von Hand, vorteilhaft
mittels eines Elektromotors 11i1 o. dgl., der etwa in der Mitte des Behälters a
eingebaut ist und dessen freies Wellenende andererseits zu einem Getriebe q führt,
das den Antrieb des oberen Behälterteiles a', der Borstenbeläge 3a, eines Deckels
na für den Behälterteil ä und eines Sackes b besorgt. Dieser Sack b nimmt die zu
sammelnden und zu behandelnden Abfälle o. dgl. auf und ist mit einem Bord -ia als
Dichtungsauflage versehen, auf -welche der Deckel in preßbar ist. Die Luftkammern
d, e des Luftstromerzeugers c sind durch den Boden des Behälterteiles a nach
unten abgeschlossen und besitzen seitlich einen durch die Behälterwandung nach außen
mündenden Anschluß, z. B. einen Stutzen f.
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Im Behälter selbst herrscht zunächst nur atmosphärischer Druck, solange
der Anschlußstutzen f nach außen mündet. Über oder neben ihm mündet aus dem Luftstromerzeuger
c eine Druckleitung g durch die Wandung des Behälterteils d auf der gleichen Seite
wie die Leitung f. Für die Herstellung des Über- oder Unterdruckes in der Vorrichtung
ist eine Umschalteinrichtung 1a vorgesehen, die aus einem etwa U-förmigen Rohrstück
besteht, dessen eines Ende i an dem Behälterteil a beweglich bzw. drehbar oder abnehmbar
angeordnet ist. Das andere Ende des Rohrstückes steht mit dem Innern des Behälters
über den Luftstromerzeuger c in Luftverbindung, wobei der Rohrkanal durch Verschwenken
wahlweise mit den Anschlüssen f oder g und damit mit dem Unterdruck
oder
Überdruck erzeugenden Teil des Luftstromerzeugers c verbindbar ist (Abb. 2). Die
aus dem Behälterteil a von den Luftkammern, Unterdruckkammer d und Überdruckkammer
g' des Luftstromerzeugers c nach außen mündenden Anschlüsse f, g sind entsprechend
ihrer Mündungslage bzw. der Lage der einzelnen Luftstromerzeugerkammern zueinander
gemäß der Zeichnung in der Höhe versetzt. Diese Anordnung hat zur Folge, daß im
Innern des Behälters a, d wahlweise bei Inbetriebnahme Unterdruck oder Überdruck
erzeugt wird. Zum Verschwenken des Rohrstückes .h dient ein Halter o, der auch entbehrlich
ist. Das Rohrstück h kann auch durch einen biegsamen Schlauch ersetzt werden, der
mit seinen Enden in die entsprechenden Anschlüsse zu den Unterdruck oder Überdruck
führenden Kammern bzw. zu dem Innern des Behälters-a, a' gesteckt wird. An dem als
Drehzapfen ausbildbaren Halter o kann ein besonderes Haltestück bzw. eine Öse s
angeordnet sein für eine schlauchförmige Saug- und Druckleitung, die um den Behälter
a, d bei Außerbetriebsetzung der Vorrichtung wickelbar ist. Die Umschaltleitung
kann schließlich auch als Handgriff für den Behälter ausgebildet sein.
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Wird der Behälter als Unterdruckraum benutzt, so wird das Rohrstück
h oder werden die Schlauchenden mit den Behälteröffnungen i, f verbunden,
und der Deckel m, der als Tellerscheibe mit Borsten- o. dgl. Belägen ausgebildet
ist, wird als Verschluß auf den Behälterteil ä aufgesetzt. An dem Deckel
m
wird mittels des Anszhlusses t, der im übrigen verschließbar ist, ein Schlauch
r ansetzbar, um die Desinfektionsmittel in das Innere der Vorrichtung a, d oder
den Sack bzw. den Beutel b und durch deren Poren zu leiten. Darauf wird der Schlauch
r wieder abgenommen und die Schlauchanschlußvorrichtung t abgedeckt. Nunmehr erfolgt
die Unterdrucksetzung des Behälterinnern durch den Luftstromerzeuger c, durch Inbetriebnahme
des Elektromotors 111 und unter Schaltung der Anschlüsse der Verbindungsrohr- oder
Schlauchstücke h, r zur Luftübertragung in dem jeweils bestgeeignetsten Sinne.
Die Desinfektionsmittel dringen in alle Poren des Müllgutes bei Unterdruck- als
auch Überdruckerzeugung in dem Behälterinnern ein, wobei die Umschaltvorrichtung
h in Verbindung mit der Öffnung g oder f des Behälters a, d bzw. der Unterdruckkammer
d oder Überdruckkammer g' des Strömungserzeugers c die Auswahl der Druckverhältnisse
und Strömungsrichtung sehr bequem gestattet.
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Man kann -an Stelle eines Gewebebeutels oder Sackes b in den.
Behälter a, d auch ein feuerfestes Filter einhängen, z. B. wenn Asche in der Vorrichtung
behandelt werden soll. Dabei wird der Behälter oben dicht verschlossen, dann Wärme
und Gase aus ihm abgesaugt, so daß jede Glut erlischt.
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Wird der Deckel m wieder abgenommen und ist das Bord n an dem Behälteroberteil
festgehalten, kann die Umfüllung des Müllgutes in ein anderes Gefäß z. B. in an
sich bekannter Weise mittels Überdruckes staubfrei oder von Hand durch Umstülpen
des Gefäßes erfolgen.
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Die Reinigung des leeren Beutels b erfolgt durch Umstülpen über die
äußeren Borstenbeläge h des Behälters a' und des Deckels m. Dabei werden die Saumteilen
des Beutels oder Sackes oder feuerfesten Filters an Haltern s o,. dgl. befestigt.
Die Reinigung selbst erfolgt mittels Saug- oder- Druckluft und Desinfektionsmitteln.
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Schließlich kann der Behälter a' auch an den Innenwandungen Borstenbeläge
erhalten, während der Behälter a äußerlich mit einer lederartigen Masse überzogen
sein kann.
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Bei der Außenanordnung des Luftstromerzeugers, z. B. einer Pumpe,
eines Ventilators c mit oder ohne Motorantrieb, muß dann an Stelle des Behälterbodens
ein Deckel als Zusatzteil vorhanden. sein, während die Anordnung der Umschalteinrichtung
h an sich unverändert bleibt. Die entsprechenden Schlauchanschlüsse sind dabei ebenfalls
vorhanden wie bei dem voranbeschriebenen Beispiel.
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Mit der Erfindung ist für die Reinigung und Desinfektion von Postsäcken
im besonderen eine wichtige B,dürfnisfrage auf einfachste und daher billigste Weise
gelöst, um Gesundheitsschädigungen im allgemeinen zu vermeiden.