DE582999C - Verfahren zur Herstellung von Kunstseide - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von KunstseideInfo
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
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- D01H—SPINNING OR TWISTING
- D01H7/00—Spinning or twisting arrangements
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-
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von Kunstseide jeder beliebigen Art, wie z. B. Viscose-, Kupfer-, Nitrat- oder Acetatseide.
Bisher hatte man bei der Herstellung von
Kunstseide durch Verspinnen einer Spinnflüssigkeit mit Spinndüsen stets das Hauptaugenmerk
darauf gelegt, Fäden absolut gleichmäßiger Stärke zu erhalten. Die bekannten Pumpen
mußten daher so beschaffen sein, daß stets bei möglichst gleichbleibendem Druck eine gleichmäßige
Menge Spinnflüssigkeit zu den Spinndüsen gefördert wurde. Um dies zu erreichen, verwendete man hauptsächlich Kolbenpumpen
rnitmehrerenKolben,derenHubbewegungensich gegenseitig überdecken und ordnete einen die
Gleichmäßigkeit der Förderung erhöhenden Windkessel an. Auch Hilfspumpen wurden vorgesehen,
welche währendder Periode der kleinsten Drücke in Tätigkeit treten und somit Druckschwankungen
der Hauptpumpe ausglichen. Eine Leistungsregelung erfolgte dabei unter anderem
z. B. bei den sogenannten BorlettiJPümpen
durch eine von Hand vorzunehmende Änderung der Scheibenschräglage, wobei dann jeweils bei
der neuen Einstellung das Fördervolumen wiederum ständig gleichblieb.
Um eine Zerlegung der Kunstseidefäden in einzelne
kleine Abschnitte zu erleichtern mit dem Endzweck, ein den Wollfasern ähnliches Produkt
zu erzielen, wurden auch in bestimmten Intervallen die Spinnfäden· mit Stellen von geringer
Haltbarkeit versehen. Die einzelnen dünnen Stellen müßten dabei verhältnismäßig kurz und die Übergänge sehr scharf sein, da
ja an diesen Stellen der Faden zu zerteilen ist. Weiterhin sind Einrichtungen bekanntgeworden
zur beliebigenÄnderung der bereits gesponnenen Kunstseidefäden, um innerhalb eines Stranges
Fäden verschiedener Stärke und Qualität bzw. mit mehr oder weniger mattem oder glänzendem
Aussehen zu erhalten, wobei es völlig freiblieb, in welcher Länge die einzelnen Fadenstärken
geändert wurden. Neben diesen verschiedenartigen Herstellungsverfahren wurde auch bereits
vorgeschlagen, durch Wellen, Kräuselungen oder sehr eng aufeinanderfolgende abwechselnd
dünne und dicke Stellen, die man durch stoßweisen Fluß der Spinnmasse erzeugte, ein Faserprodukt
zu erzielen, das durch die ungleichförmige Beschaffenheit, den Naturfasern, insbesondere
der Wollfaser, ähnh"chet werden soll. Bei der Verarbeitung von aus derartigen Fasern
hergestellten Garnen ergab sich ebenso wie
bei den nach den sonstigen bisher bekanntgewordenen Verfahren hergestellten Garnen stets
ein Gewebe oder ein sonstiges Fabrikat von absolut gleichmäßiger Beschaffenheit, d. h. es
zeigte sich dabei keine Musterung.
Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Herstellung von Kunstseide, das darin besteht,
daß die Spinnflüssigkeit den Spinndüsen durch mit konstanter Geschwindigkeit, aber mit
ίο periodischen Druckschwankungen arbeitende Pumpen zugeführt wird, so daß Fäden mit abwechselnd dünnen und dicken Stellen entstehen.
Man kann dies am besten mit Pumpen erreichen, welche mehrere Kolben aufweisen, deren Hubbewegungen sich überdecken und
derart bemessen sind, daß verschiedene Flüssigkeitsmengen befördert werden. So ist z. B. eine
Verzögerung der Förderung der Flüssigkeit durch einen oder mehrere Kolben beim Hubbeginn
oder Hubende oder bei beiden Kolbenstellungen möglich. Auch kann in Förderung der_ Flüssigkeit
durch. die Kolben z. B. durch Leerlauf verzögert werden.
All diese Druckänderungen sind regelbar, vollziehen sich in bestimmten Zeitabständen und
lassen sich ständig überwachen.
Es entsteht dabei eine fortlaufende Serie scharf abgegrenzter Maxima und Minima, .scl
daß die Spinnfäden in einer regelmäßigen und kontrollierbaren Weise innerhalb selbsttätig gesteuerter
Grenzen abwechselnd dünne und dicke Stellen größerer Länge aufweisen, wobei
die einzelnen Übergänge langsam erfolgen.
Der Faden hat dieselbe Festigkeit wie ein normaler Faden aufzuweisen. Die dünnen und
dicken Stellen sind mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar, jedoch wirken derartige Fäden
bei der späteren Verarbeitung als Effektfäden, was der eigentliche .Zweck der Erfindung ist.
Verarbeitet -man nämlich derartiges Kunstseidengarn, so - erhalten die Fertigfabrikate
zwangsläufig eine von den abwechselnd dünnen und dicken Stellen verursachte Musterung, die
je nach der Länge der dünnen und dicken Stellen Änderungen unterworfen werden kann.
Da die Umänderung bekannter Pumpen nur an sich geringfügiger Natur sind und an bestehenden
Anlagen bequem vorgenommen werden kann,-sowie der .Spinnprozeß an sich gleichbleibt,
ergeben sich dieselben Herstellungskosten wie bei normalem Garn, während nun ein enormer wirtschaftlicher Vorteil darin beruht,
daß mit diesem Garn allein ohne jegliche Veränderung der Art der Verarbeitung und
unter Wegfall besonderer Vorrichtungen bei der Warenherstellung eine auf das Auge einwirkende
Musterung der betreffenden Wirk-, Weboder Strickware erzielt wird.' Als Ausführungsbeispiel wird dem vorliegenden
ßo Herstellungsverfahren eine hauptsächlich zum
Spinnen von Viscoseseide verwendete Pumpe zugrunde gelegt, welche mit drei um eine
Längsachse in einem Zylindergehäuse rotierenden Kolben ausgestattet ist, deren Enden sich auf
Stoßscheiben auflegen.
Wird bei diesen Pumpen bei einem oder mehreren Kolben ein Druckausgleicher zwischen
dem Kolbenende und der Stoßscheibe vorgesehen, so ergibt sich jeweils ein Leerlauf am
Anfang und Ende des Kolbenhubes. In der Folge werden bei der Förderung regelmäßig
periodisch erscheinende Druckminima erzeugt, die eine entsprechende regelmäßige und periodisch
auftretende Veränderung der Gewichtseinheit der von den Düsen gesponnenen Seidenfäden
bewirken. Durch geeignete Kurvenabschnitte auf der Stoßscheibe kann auch die Kolbenbewegung beim Hubanfang oder Hubende
zur Erzielung eines Druckminimums vergrößert werden. In diesem Falle greifen samtliehe
Pumpenkolben gleichmäßig an.
Sämtliche in dieser oder ähnlicher Weise durchgeführten Druckveränderungen erfolgen
jeweils ohne Änderung der Geschwindigkeit der Pumpe, was einen unschätzbaren Vorteil bedeutet.
Ist ein Druckausgleich o. dgl. zwischen Kolben und Stoßscheibe vorgesehen, so müssen
hohe Drücke der der Pumpe zugeführten Flüssigkeit verhindert werden, da diese den Kolben
an die Stoßscheibe drücken und somit die erzeugte Leerlaufbewegung aufheben würden. Es
ist deshalb erforderlich, die Spinnflüssigkeit der Pumpe unter Verwendung kleiner Querschnittsflächen
durch das Schwergewicht allein zuzuführen. Die Zeitdauer der eintretenden Druckveränderung ist in beliebigen Grenzen
regelbar. Es ist dabei jedoch erforderlich, die gesamte Pumpenserie dem zu verarbeitenden
Material anzupassen, da sich sonst nie die erforderliche unregelmäßige Arbeitsweise der
Pumpe ergibt und die Endprodukte schlecht ausfallen. " ■ ■
Nach diesem Verfahren kann man z. B. Spinnfäden erzielen, die dünne Abschnitte von je
25 cm Länge und 75 bis 130 denier und dicke Abschnitte von etwa 75 cm Länge und annähernd
150 denier aufweisen. In jeder beliebigen Länge lassen sich die abwechselnd dünnen und
dicken Garnabschnitte ändern. Die Spanne zwischen den Maxima wird jedoch im Mindestfalle
etwa 15 bis 25 cm betragen müssen.
Zwischen den Pumpen .und Spinndüsen darf nichts eingeschaltet sein, was eine dämpfende
Wirkung ausüben könnte; -auch müssen die Filterkerzen und Verbindungsrohre so unelastisch
wie nur möglich sein, desgleichen sind Lufträume zu vermeiden.
Die Zeichnung veranschaulicht beispielsweise Ausführungsformen zur Durchführung des Verfahrens
gemäß der Erfindung, und zwar zeigen:
Fig. ι eine Ansicht mit teilweisem Schnitt einer Spinnvorrichtung für Viscoseseide,
. Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine Förderpumpe,
Fig. 3 einen Längsschnitt durch eine Pumpe anderer Ausführungsform,
Fig. 4 bis 13 Einzelheiten, und zwar
Fig. 4 bis 13 Einzelheiten, und zwar
Fig. 4 bis 7 Ansichten und Schnitte durch Stoßscheiben der Pumpe nach Fig. 3,
Fig. 8 bis 11 ein weiteres Paar Stoßscheiben
der Pumpe nach Fig. 3 und Fig. 12 und 13 schematische Darstellungen
der Pumpenkolben.
Nach Fig. 1 wird die Förderpumpe 1 von der
Welle 2 aus angetrieben und drückt die Spinnflüssigkeit durch ein Rohr 3 zu einer Filtervorrichtung
4 und von hier zu den Düsen 5 im Fällbad 6.
Die Förderpumpe 1 ist gemäß der Erfindung derart ausgebildet, daß in bestimmten Abständen
gleichmäßige periodische Druckschwankungen der Spinnflüssigkeit erzeugt werden. Die Pumpe
kann nach den Fig. 2 und 3 an sich bekannter Konstruktion sein, wobei dann die nachstehend
beschriebenen Anordnungen den gewünschten Effekt erzielen.
Die Pumpe besteht aus dem festen Gehäuse 7, in dem ein an der Welle 9 befestigter Zylinderkörper
8 rotiert. Der Antrieb der Welle 9 erfolgt durch ein in geeigneter Weise mit einer
Antriebsquelle gekuppeltes Treibrad 10. In dem Drehkörper 8 sind drei Kolben 11 in einem
Winkel von jeweils 1200 zueinander versetzt angeordnet. Die Kolben bewegen sich in der
Längsrichtung des Drehkörpers und werden durch schräg gestellte Stoßscheiben 12 betätigt.
Diese Scheiben 12 sind an beiden Gehäuseseiten in beliebiger Weise in der Sehrägstellung festgelegt,
z. B. durch an einer Spindel 14 eingearbeitete Schraubengewinde 13. Stangen 15
sind gleitbar in dem Drehkörper 8 jeweils gegenüber einem Kolben 11 zur Ausgleichung
der Kolbenbewegung eingelassen. Bei der Pumpe nach Fig. 2 sind Stoßscheiben 16 innerhalb der
Scheiben 12 vorgesehen, an welche sich die Kolbenenden anlegen. Die Kolben 11 besitzen
zwei Hälften ungleichen Durchmessers, so daß die Spinnflüssigkeit in einer zentralen Kammer
i6j durch eine Gehäuserinne (nicht dargestellt)
eingesaugt und in eine andere Gehäuserinne auf der anderen Seite befördert werden kann.
Diese hier beschriebenen Teile der Pumpe sind bekannt und bilden nicht den Erfindungsgegenstand. Dieser besteht vielmehr aus den
nun folgenden Anordnungen.
Bei den bekannten Pumpen legt sich der Kolben an beiden Enden ständig an die Stoßscheiben
16 an. Die eine in Fig. 2 dargestellte Ausführungsform besteht darin, daß die Kolben
verkürzt sind, so daß an dem einen Hubende oder an beiden Hubenden durch den Leerraum
ein Druckausgleich der Masse eintritt und in der Folge die Beförderung der Flüssigkeit von
der zentralen Kammer τ6α aus aufgehalten bzw.
verzögert ■ wird. Bei der Pumpe nach Fig. 3 sind die Stoßscheiben 16 mit den Scheiben 12
verbunden und weisen auf ihren Oberflächen Kurven zum Antrieb der Kolben 11 auf. Diese
Kurvenscheiben können die in den Fig. 4 bis 7 dargestellten Formen haben. Die Ausführungsform nach Fig. 4 und 5 weist zwei einander
gegenüberliegende konvexe Kurventeile 17 auf, und die Ergänzungsscheibe nach Fig. 6 und 7
besitzt zwei entsprechend angeordnete konkave Kurventeile 18. Die beiden übrigen zusammengehörenden
Scheiben nach den Fig. 8 bis 11 besitzen dagegen nur einen konvexen Kurven- '75
teil 17 und einen konkaven Kurventeil 18. Diese derart mit Kurven ausgestatteten Stoßscheiben
bewirken, daß die Beförderung der Masse an einem oder beiden Hubenden verzögert wird.
Die ungleichmäße Förderung der SpinnfLüssigkeit durch die Pumpe kann auch durch ungleichmäßige
Ausbildung einzelner Kolben erreicht werden. . Dies kann z. B. dadurch geschehen, daß man einen Teil des breiten
Endes der Kolben wegläßt und somit das Fassungsvermögen der Zentralkammer x6a bzw.
das Fördervolumen eines Kolbens vergrößert. Nach Fig. 13 läßt sich auch der Durchmesser
eines Kolbens und somit das Fassungsvermögen des betreffenden Kolbens vermindern, so daß
dann hierbei gleichmäßige periodische Druckschwankungen der Fördermenge eintreten. In
Fig. 12 besitzen sämtliche Kolben gleichen Durchmesser.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von Kunstseide, dadurch gekennzeichnet, daß die Spinnflüssigkeit
den Spinndüsen durch mit konstanter Geschwindigkeit, aber mit periodischen
Druckschwankungen arbeitende Pumpen zugeführt wird, so daß Fäden mit abwechselnd dünnen und dicken Stellen
entstehen.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Pumpen mehrere Kolben aufweisen, deren Hubbewegungen sich überdecken und derart bemessen sind,
daß verschiedene Flüssigkeitsmengen befördert werden.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Förderung der Flüssig-
■ keit durch eine oder mehrere Kolben beim Hubbeginn oder bei beiden Kolbenstellungen
verzögert wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Kolben einen von den übrigen Kolben abweichenden Durchmesser aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Hubende
eines oder mehrerer Kolben ein Leerlauf durch Anordnung eines Druckausgleichers bzw. eines Zwischenraumes zwischen dem
Kolben und der Stoßscheibe vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoßscheiben
zur Verzögerung der Kolbenbewegungen bei Hubbeginn oder bei Hubende oder bei beiden
Stellungen mit Kurvenabschnitten ausgestattet sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
BERLIN GEDRUCKT IN DER ftElCHSDRÜCfcEREl
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1930
- 1930-11-19 FR FR706079D patent/FR706079A/fr not_active Expired
- 1930-11-21 DE DE1930582999D patent/DE582999C/de not_active Expired
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