-
Aus mehreren Verbundinjektoren zusammengebaute Kesselspeisevorrichtung,
insbesondere für Lokomotiven Bei Lokomotiven ist die Anwendung von zwei voneinander
unabhängigen Speisevorrichtungen, von denen die eine regelmäßig benutzt wird, während
die zweite als Ersatz dient, wenn die erste versagt, behördliche Vorschrift. jede
dieser Speisevorrichtungen muß für sich allein die nötige Speisewassermenge liefern
können. Die zweite Speisevorrichtung wird auch in dem Falle, wenn die erste für
Abdampfverwertung ausgebildet ist, ausschließlich mit Frischdampf betätigt, ist
also unwirtschaftlich und friert, da sie nur ausnahmsweise benutzt wird, im strengen
Winter sehr leicht ein.
-
Die Erfindung vermeidet diese Nachteile dadurch, daß mindestens zwei
mit Abdampfverwertung arbeitende Injektoren derart zusammengebaut sind, daß sie
wahlweise einzeln oder in beliebiger Zahl benutzt werden können. Zusammengebaute,
parallel geschaltete Frischdampfinjektoren sind bereits bekannt, jedoch arbeiten
diese In j ektoren ausschließlich mit Frischdampf, also ohne Abdampfverwertung.
-
Im Falle des Zusammenbaues von drei Frisch- und Abdampfinjektoren
verschiedener Lieferleistung, wie z. B. a, b, c kg pro Stunde, hat man sieben
verschiedene LeistungsmÖglichkeiten bzw. Regelungsmöglichkeiten, und zwar wie folgt:
r. a, a. b, 3. c, 4. a+ b, 5. a + c,
6. b -+-
c, 7. ca -f- b .+ c kg pro Stunde entsprechend der jeweiligen Kesselleistung.
Infolge des Zusammenbaues dieser Mehrzahl Frisch-und Abdampfinjektoren, welche kurz
als Verbundinjektoren bezeichnet werden (ein Frisch-und ein Abdampfinjektor sei
zusammen ein Verbundinjektor), ist es auch in einfacher Weise möglich, sämtliche
Injektorelemente mit Abdampfverwertung, also wirtschaftlich arbeiten zu lassen.
Gleichzeitig wird dadurch auch die Betriebssicherheit gesteigert, da alle Injektoren
in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht sind und durch die abwechselnde Benutzung
der einzelnen Elemente diese stets betriebssicher bleiben und nicht einfrieren,
weil eben das ganze Gehäuse infolge des Arbeitens von mindestens einem Injektorelement
warm bleibt und das Wasser ständig in Bewegung ist. Zweckmäßig werden drei Verbundinjektoren
von derart verschiedener Leistung zusammengebaut, daß zwei beliebige zusammenarbeitend,
entsprechend den Kesselvorschriften, dem größten Wasserverbrauch entsprechen, da
im Falle
des Versagens eines Injektorelementes die anderen beiden
noch immer den größten Wasserverbrauch des Kessels liefern können.
-
Auf der Zeichnung ist beispielsweise eine Ausführungsform= der Erfindung
mit drei Verbundinjektoren dargestellt.
-
Abb. i ist eine Seitenansicht, Abb. 2 eine Ansicht von oben, Abb.
3 ein Längsschnitt, Abb. 4 ein Querschnitt nach Linie A-A der Abb. i nach Herausnahme
der Düsen, Abb.5 ein Längsschnitt durch eine Einzelheit, Abb.6 eine Seitenansicht
der Speisevorrichtung an einer Lokomotive und Abb. 7 eine Teilansicht von Abb. 6.
-
In einem Gehäuse i sind nebeneinander und unabhängig voneinander drei
Frischdampfinjektoren z (Abb.3) in Kammern 3 bis 5 (Abb.4) und darunter drei Abdampfinjektoren
6, 22 in Kammern 7 bis g angeordnet. Der Frischdampf strömt aus dem Kessel durch
drei voneinander unabhängige Frischdampfventile io bis 12 (Abb. 6 und 7) und Rohrleitungen
13 bis 15 in die Frischdampfinjektoren 2, während das Speisewasser den Abdampfinjektoren
6, 22 aus dem Tender durch ein Verbindungsrohr 16 und Knierohr 17 zugeleitet wird.
In letzterem befindet sich ein Hahn 18, welcher durch einen Arm ig, Stange 2o und
Handrad 2i verstellt werden kann, so daß hierdurch die zu liefernde Speisewassermenge
geregelt werden kann.
-
In den Abdampfdüsen 22 ist je eine mit Schraubengang versehene Spindel
23 angebracht, welche auf der Düsenseite eine kegelförmige Ausbildung 24 (Birne)
hat, so daß durch Verdrehen der Spindel 23 der freie Querschnitt der Abdampfdüse
22 verändert und dadurch die Menge des zuströmenden Abdampfes geregelt werden kann.
-
Die von der Dampfmaschine der Lokomotive zu der Speisevorrichtung
führende Abdampfleitung 25, 26 ist vor dem Injektorgehäuse i erweitert, und- in
diesem erweiterten Teil sind nebeneinander drei selbsttätige Abdampfeinlasser angeordnet.
jeder derselben besteht aus einem Dampfzylinder 27 mit Dampfkolben 28, dem Ventil
29 mit Druckfeder 30 und Federteller 31 und dem Dampfzuleitungsstutzen 32.
Die Verbindung zwischen Ventil 29 und Federteller 31 ist kugelförmig, so daß das
Ventil immer überall gleichmäßig auf dem Ventilsitz aufliegt. Alle drei Dampfzuleitungsstutzen
32 sind mit den Frischdampfleitungen 13 bis 15 durch drei Rohrleitungen 33 verbunden
(Abb. 6), so daB, wenn einem der Frischdampfinjektoren 2 durch eine der Rohrleitungen
13 bis 15 Frischdampf zugeführt wird, sich der betreffende Abdampfeinlasser öffnet
und jetzt der Abdampf in den entsprechenden Abdampfinjektor 6, 22 treten kann, wodurch
in diesem das Speisewasser vorgewärmt und sogar schon unter erheblichen Druck zu
dem oberen Frischdampfinjektor 2 gelangt. Die Zuleitungsrohre 33 könnten aber auch
direkt die Zylinder 27 mit den einzelnen Druckräumen 49 der Frischdampfinjektoren
in Verbindung bringen.
-
jeder Frischdampfinjektor besitzt in üblicher Weise ein Rückschlagventil
34, das nach einem gemeinsamen Sammelraum 35 für das Speisewasser öffnet, von dem
aus es durch den Rohrstutzen 36 und Speiseleitung 37 in den Kessel gedrückt wird.
Ferner besitzt jeder Frischdampfinjektor in üblicher Weise ein Schlabberventil 38,
durch welches das Schlabberwasser in einen gemeinsamen Schlabberraum 39 und
von hier durch den Rohrstutzen 40 und die durch den Wasserraum des Tenders geführte
Schlabberwasserrückleitung 41 zweckmäßig in den Tender, oberhalb des Wasserspiegels
mündend, zurücktritt.
-
In der Abdampfleitung 25 befindet sich der selbsttätige Abdampfdurchlasser
42 (s. Abb. 5 und 6), welcher aus einem Dampfzylinder 43 mit Kolben 44, einem Durchlaßventil
45 mit Druckfeder 5o und Federteller 5i und einem Dampfzuführungsstutzen 46 besteht.
Dieser ist durch ein Rohr 47 (Abb. 6) mit dem Einströmrohr bzw. Einströmraum des
Schieberkastens verbunden, so daß, wenn äie Maschine mit Dampf arbeitet, das Abdampfdurchlaßventil
45 geöffnet wird und der Abdampf zu der Speisevorrichtung strömen kann. Neben dem
Abdampf durchlasser ist vorteilhaft noch ein Rückschlagventil 48 angewendet, welches
bewirkt, daß der Abdampf nicht zurückströmen kann, wodurch in der Abdampfleitung
26 ein gleichmäßiger Druck herrscht, unabhängig von der ständigen Veränderung des
Druckes in dem Blasrohr. Selbstverständlich muß das Rückschlagventil 48 vorteilhaft
«reit von der Speisevorrichtung angewendet sein, damit der Raum zwischen Rückschlagventil
48 und Injektorgehäuse i möglichst vergrößert wird, um den gleichmäßigen Abdampfdruck
erreichen zu können.
-
Der Abdampf strömt, wenn die Maschine arbeitet, infolge der Anwendung
des Abdampfdurchlassers 42 ständig bis zu der Speisevorrichtung, und man läßt, entsprechend
der Leistung der Lokomotive, durch die Handventile io bis 12 den Frischdampf durch
eine, zwei oder drei Frischdampfleitungen 13 bis 15 den Frischdampfinjektoren 2
zuströmen. Entsprechend der Anzahl der jeweils geöffneten Frischdampfleitungen 13
bis
15 öffnen sich auch die entsprechenden Abdampfeinlaßventile 2g und lassen
den Abdampf zu den jeweils arbeitenden Injektorelementen, wodurch das Speisewasser
in den gewünschten Mengen in den Kessel gedrückt wird.
-
Bei der beschriebenen Ausführung sind die einzelnen Injektorelemente
aus je einem Abdampf- und Frischdampfinjektorteil derart zusammengebaut, daß je
ein Abdampf- und Frischdampfinjektor nacheinander, also in Reihe geschaltet ist.
Das Wesen der Erfindung wird aber auch dann nicht berührt, wenn solche Verbundinjektore
angewendet werden, bei welchen erst der Frischdampf mit Abdampf vermischt wird und
dann dieses Dampfgemisch mit dem Speisewasser in Berührung kommt. Bei solchen Verbundinjektoren
hat man gewissermaßen Parallelschaltung, da Abdampf und Frischdampf gleichzeitig
zusammen in die Mischdüse der Speisevorrichtung eintreten.
-
Die Drosselung des Abdampfes in der Abdampfdüse 22 kann auch selbsttätig
in der Weise erfolgen, daß z. B. die Spindel 23 in der Längsrichtung durch einen
Thermostaten betätigt wird. Die vorgenommenen Versuche haben aber bewiesen, daß
die Handregelung vollkommen ausreicht.