DE57951C - Verfahren zur Herstellung von Särgen, welche die Verwesung befördern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Särgen, welche die Verwesung befördern

Info

Publication number
DE57951C
DE57951C DENDAT57951D DE57951DA DE57951C DE 57951 C DE57951 C DE 57951C DE NDAT57951 D DENDAT57951 D DE NDAT57951D DE 57951D A DE57951D A DE 57951DA DE 57951 C DE57951 C DE 57951C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
coffin
coffins
manufacture
air
mass
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DENDAT57951D
Other languages
English (en)
Original Assignee
O. VÖLKER in München
Publication date
Application granted granted Critical
Publication of DE57951C publication Critical patent/DE57951C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61GTRANSPORT, PERSONAL CONVEYANCES, OR ACCOMMODATION SPECIALLY ADAPTED FOR PATIENTS OR DISABLED PERSONS; OPERATING TABLES OR CHAIRS; CHAIRS FOR DENTISTRY; FUNERAL DEVICES
    • A61G17/00Coffins; Funeral wrappings; Funeral urns
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61GTRANSPORT, PERSONAL CONVEYANCES, OR ACCOMMODATION SPECIALLY ADAPTED FOR PATIENTS OR DISABLED PERSONS; OPERATING TABLES OR CHAIRS; CHAIRS FOR DENTISTRY; FUNERAL DEVICES
    • A61G17/00Coffins; Funeral wrappings; Funeral urns
    • A61G17/007Coffins; Funeral wrappings; Funeral urns characterised by the construction material used, e.g. biodegradable material; Use of several materials
    • A61G17/0106Wood

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Hauptaufgabe der Hygiene bei Beerdigung von Todten ist, eine möglichst rasche Zersetzung der Leiche in ihre einfachsten unschädlichen Bestandtheile anzustreben. Dies erreicht man durch Begünstigung der Verwesung und möglichster Hintanhaltung der Fäulnifs der Leichen, weil bei letzterer complicirte chemische Verbindungen entstehen, welche für die Gesundheit nicht gleichgültig sind. An Stelle der Spaltpilze sollen die Schimmelpilze, an Stelle der Fäulnifs soll die Verwesung Platz greifen. Nach Nägeli läfst sich dies herbeiführen durch reichlichen Zutritt von Luft bezw. dem Sauerstoff der Luft bei beschränkter Feuchtigkeit. Von den Schimmelpilzen haben wir nach Nägeli's Ansicht nichts für unsere Gesundheit zu befürchten.
Zum Zweck einer rationellen Beerdigung haben sich nun, wie auch Petri bei dem zehnten internationalen medicinischen Congrefs in Berlin in diesem Jahre hervorhob, die hygienischen Mafsnahmen aufser auf die Bodenbeschaffenheit auch auf den Sarg bezw. eine Verbesserung des Sargmaterials zu richten.
Die jetzt übliche Construction der Särge bedingt dadurch manche Nachtheile, dafs der Zutritt von Luft bezw. Sauerstoff erschwert ist. Je dicker die Wände des Sarges, je härter das Holz, um so langsamer geht in ihm die Verwesung vor sich. Sind die Fugen des Sarges verpicht, oder ist derselbe mit Tuch ausgeschlagen, oder besteht er aus Stein oder Metall, so häufen sich die bei der Fäulnifs entstehenden Gase in ihm in grofser Menge an und verhindern den Fortgang des Processes.
Um dies zu vermeiden, müssen folgende Bedingungen an einen vollständig entsprechenden Sarg gestellt werden:
Behufs schneller Verwesung müssen Luft und Feuchtigkeit in Wechselwirkung mit einander treten. Ein zu starker Luftzutritt darf nicht stattfinden, weil dadurch ein Eintrocknen veranlafst würde. Eine Ueberhandnahme der Feuchtigkeit ist zu vermeiden, weil sie eine Fäulnifs im Gefolge hätte.
Vorliegendes Verfahren entspricht den geforderten Bedingungen in denkbar günstigstem Mafse.
Bekannt ist die Herstellung von Särgen dadurch, dafs man Holzrahmen mit Drahtgespinnstbespannung und Metallgerüst mit Gyps oder Cement umgiefst. Bei vorliegendem Verfahren wird wohl ein Holzstabnetz angewendet, doch ist das weitere Verfahren bezw. die zum Umgiefsen erforderliche Masse und die damit erzielte Wirkung vollständig von allem bisher Bekannten verschieden.
Gyps wird, unter eventuellem Zusatz von etwas pulverisirter Kreide, mit Silicat (Wasserglas) und Dextrin oder sonst einem in Wasser löslichen Klebstoff mit Wasser gufsfähig angerührt und die Sargform, welche das Holzstabnetz enthält, ausgegossen. Die beschriebene Masse ist wie gewöhnlicher Gyps gufsfähig, erhärtet aber zu bedeutend dichterem und feslerem Material.
Das der Masse eingeführte Holzstabnetz schützt den Sarg vor dem Zerbrechen. Es kann vor dem Einführen, um einerseits der zu schnellen Vermoderung besser Trotz zu bieten und zur Erreichung einer innigeren Verbindung mit der Gufsmasse, mit Wasser oder besser
allsalzlösungen (wie z. B. Kupfersulfat, .oxydammoniak u. s. w.) getränkt werden, -■ Von besonderer Wichtigkeit ist der Zusatz von Dextrin oder eines anderen wasserlöslichen Stoffes, der ähnlich diesem gummiartige Eigenschaften hat, da dieser den Gyps härtet und aufserordentlich dicht, d. h. undurchdringlich gegen Luft macht.
Hierdurch ist die Möglichkeit gegeben, eine Leiche längere Zeit unbeerdigt liegen zu lassen, da nach festem Aufsetzen des Sargdeckels und Verschliefsen der Spalte ein Durchgang von übelriechenden und gesundheitsschädlichen Leichengasen nicht zu befürchten ist.
Schädliche Einflüsse der Luftfeuchtigkeit sind ebenfalls nicht zu befürchten wegen der Widerstandsfähigkeit der Masse.
Wesentlich anders gestalten sich indessen die Verhältnisse, sobald der Sarg der Erde übergeben ist.
Jetzt wirkt die Bodenfeuchtigkeit auf ihn ein und das Wasser kann seine lösende Wirkung auf ihn ausüben. Zunächst wird sich jetzt das Dextrin herauslösen, und ist das Wasser erst tiefer in die Sargwand eingedrungen, so vermag es bei der stets erneuten Einwirkung allmalig chemische Umlagerungen hervorzubringen derart, dafs neben einer fast völlig unlöslichen Substanz ein verhältnifsmäfsig leicht lösliches Salz entsteht. Aus Calciumsulfat und Natriumsilicat wird: Calciumsilicat und Natriumsulfat.
Auch dieses Salz wird sich herauslösen und eine Masse resultiren, welche vermöge ihrer Porosität Wasser und Luft ungehinderten Durchgang gestattet.
Was die Zunahme der Porosität betrifft, so ist derselben allerdings, der Menge des zugesetzten Dextrins und Silicats entsprechend, eine Grenze gesetzt, kann indessen durch einen Zusatz von Natrium- oder auch Kaliumcarbonat oder eines anderen in dieser Weise einwirkenden Stoffes oder Salzes noch beträchtlich erhöht werden und einen solchen Grad erlangen, dafs sich z. B. völlig ausgelaugte Proben des Materials auf dem Bruch förmlich von kleinen Kanälchen durchzogen zeigen.
In der Erde wird die Porosität langsam zunehmen und somit Hand in Hand gehen mit der Verwesung des Leichnams. Hat aber letztere ihr Ende erreicht, so wird auch das Sargmaterial jene Porosität erlangt haben, damit aber gleichzeitig so viel von seiner früheren Festigkeit eingebüfst haben, dafs dieselbe nicht mehr dem Druck des auf ihm lastenden Erdreiches Widerstand zu leisten vermag und zerbröckelnd zerfällt.
Das Verfahren für die zur Sargherstellung verwendete Masse und deren Wirkung sind also vollständig eigenartig; es werden damit alle Bedingungen erfüllt, welche zur schnellen Verwesung und Hemmung der Fäulnifs erforderlich sind.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Särgen, welche die Verwesung befördern, gekennzeichnet dadurch, dafs die event, mit Holzstabnetz oder Holzrahmen versehene Sargform mit einer Masse um- bezw. ausgegossen wird, bestehend aus Gyps, Silicat und einem in Wasser löslichen Klebmittel (Dextrin u. dergl.) mit event. Zusatz von Natrium- oder Kaliumcarbonat oder einem ähnlich wirkenden Stoffe oder Salze, welche Masse an der Luft sehr stark erhärtet und dicht wird, jedoch im Boden durch die einwirkende Feuchtigkeit ausgelaugt wird, so dafs die Sargwandungen nach und nach stark porös werden, Luft- und Feuchtigkeitswechsel gestatten und nach längerer Zeit vollständig zerbröckeln.
DENDAT57951D Verfahren zur Herstellung von Särgen, welche die Verwesung befördern Expired DE57951C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE57951C true DE57951C (de) 1900-01-01

Family

ID=332287

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT57951D Expired DE57951C (de) Verfahren zur Herstellung von Särgen, welche die Verwesung befördern

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE57951C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2812697C3 (de) Verfahren zum Behandeln von Holz mit einem flüssigen Konservierungsmittel
DE1471025A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Baukoerpern auf der Basis von Plaster
DE19831295A1 (de) Leichtbeton für Fertighauselemente und Verfahren zu seiner Herstellung
DE57951C (de) Verfahren zur Herstellung von Särgen, welche die Verwesung befördern
DE2155339A1 (de) Verfahren zur Herstellung einer kastenförmigen Einheit
DE2650552B2 (de) Verfahren zur Fixierung eines Befestigungselementes in einem Bohrloch in einer Gesteinsmasse
AT68190B (de) Wand für Krankenhäuser und dgl.
DE204161C (de)
DE809169C (de) Herstellung von Bauelementen
DE1222839B (de) Verfahren zum Reinigen von Steinflaechen
DE2231850A1 (de) Herstellung von metall und beton aufweisenden bauteilen
DE848622C (de) Verfahren zur Herstellung von mit Poren durchsetzten Gipsmassen
DE2200590C3 (de) Mittel zur Beschleunigung der Betonerhärtung, sowie Verfahren zur Herstellung und Verwendung desselben
DE556974C (de) Futtersilo
DE824551C (de) Herstellung von Bauwerkswaenden
DE291526C (de)
EP1344757A2 (de) Biologischer Baustoff
DE60723C (de) Verfahren, ein rascheres Erstarren von Vergolder-Gufsmasse zu bewirken
DE252260C (de)
AT150514B (de) Deckenfüllkörper für Beton- und Eisenbetondecken.
DE104989C (de)
DE647662C (de) Verfahren zur Herstellung von Pressbetonpfaehlen
DE114427C (de)
DE691221C (de) Erhaertender Werkstoff
CH110439A (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen, wie Kunstholz, Kunststein usw.