DE577971C - Einrichtung zur Entlastung schwerer, beweglicher Bauglieder grosser astronomischer Instrumente - Google Patents

Einrichtung zur Entlastung schwerer, beweglicher Bauglieder grosser astronomischer Instrumente

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DE577971C
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CARL BAMBERG FRIEDENAU
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    • G02OPTICS
    • G02BOPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
    • G02B23/00Telescopes, e.g. binoculars; Periscopes; Instruments for viewing the inside of hollow bodies; Viewfinders; Optical aiming or sighting devices
    • G02B23/16Housings; Caps; Mountings; Supports, e.g. with counterweight

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Description

  • Einrichtung zur Entlastung schwerer, beweglicher Bauglieder großer astronomischer Instrumente Bei größeren astronomischen Instrumenten strebt man eine Entlastung der beweglichen Teile auf zweierleiWeise an, und zwar einerseits durch Entlastung der Führungslager, um eine leichtere Bewegung zu ermöglichen, und zweitens durch Aufnahme der durch die Gewichte entstehenden Kräfte tunlichst am Orte ihrer Entstehung, um Durchbiegungen der führenden Achsen und Bauteile zu vermeiden. Während die Entlastung der Führungslager durch die fortschreitende Entwicklung der Wälzlager von untergeordneter. Bedeutung geworden ist und man sogar in der Lage ist, Gleitlager für diesen Zweck überhaupt zu entbehren, ist bei großen und größten Instrumenten die Aufnahme der Gewichtskräfte zur Vermeidung der Durchbiegungen von um so größerer Bedeutung. Die bekannten Entlastungssysteme gleichen nun das Gewicht der in Betracht kommenden Instrumententeile durch besondere Hebelanordnungen und zusätzliche Gewichte aus, wodurch das Gesamtgewicht des Instruments, der Platzbedarf und auch der Preis erheblich erhöht werden.
  • Dem abzuhelfen, ist Zweck der Erfindung, welche sich im wesentlichen durch eine Kompensationsentlastung kennzeichnet, bei der die schweren Bauglieder durch beispielsweise elektrisch oder hydraulisch betätigte Kraftgetriebe abgestützt werden nach Maßgabe ihrer Entfernung vom gewollten Ort. Grundlegendes Element für die Kompensationsentlastung ist eine hydraulisch oder elektrisch wirkende Einrichtung beliebiger bekannter Bauart, im folgenden Kompensationsdose genannt.
  • Diese wirkt folgendermaßen: Durch eine geringe Verschiebung des Dosenkörpers gegenüber dem lagebestimmenden Punkt wirkt die hydraulische oder elektrische Kraft nachstellend auf ein Bauglied, welches die eigentliche Last aufnimmt und so lange verschiebt, bis sie die richtige Lage gegenüber dem lagebestimmenden- Punkt hat. Diese Steuerung kann hydraulisch durch eine Prallplatte oder ein Strahlrohr oder durch einen Kolbenschieber oder durch eine Verbindung von beiden öder auch durch elektrische Kontakte bewirkt werden.
  • Der Hub dieser Kompensationsdose kann in Größenordnungen von i bis 2 hundertstel Millimetern gehalten werden, eine Größe, die i bis 2 Zehnerpotenzen niedriger liegt als die Durchbiegungen der tragenden Bauteile eines großen Refraktors und Reflektors.
  • Die Entlastung. nach der - Erfindung geschieht nach dem in der Abbildung dargestellten Schema. i bezeichnet die abzustützende Achse eines Fernrohres z, . welche in. einer durch den lagebestimmenden Teil 3 gegebenen Richtung gehalten werden soll. Die Achse r wird auf der einen Seite irgendwie, z. B. durch ein festes Widerlager ¢, unterstützt, während sie auf der anderen Seite durch die Kolbenstange 5 eines in einem Zylinder 6 arbeitenden Kolbens 7 etwa, durch Wälzlager 8 abgestützt wird. Die Lage der Achse i gegenüber dem lagebestimmenden Teil 3 wird durch den Druckstift 9 mittels des bei io drehbar gelagerten Hebels i i gemessen. Der Hebel i i greift mit dem Lenker i-- an einem bei 13 drehbar gelagerten Rohr 14 an, welchem von einer nicht dargestellten Ölpumpe ständig Drucköl zugeführt wird. Die Mündung des Rohres 14 spielt vor den Düsen 15, 16, von welchen Druckleitungen 17, i 8 nach den beiden Seiten des Zylinders 6 ausgehen. Die Strömungsenergie des aus dem Röhr 14 austretenden Strahles wird beim Auftreffen auf die Düsen 15, 16 voll in statischen Druck umgesetzt. Steht die Mündung des Rohres 14 genau in der Mitte zwischen den beiden Düsen, so daß jede von der gleichen Menge des Ölstrahles getroffen wird, so herrscht in den beiden durch den Kolben 7 abgeteilten Kammern des Zylinders 6 der gleiche Druck, während bei einer Auslenkung des Rohres 1 ¢ die eine Düse mehr, die andere weniger von dem ülstrahl getroffen wird.
  • Bei einer Senkung der Achse i erfolgt eine Auslenkung des Hebels i i und des Strahlrohres 14 gegen den Uhrzeigersinn. Hierbei wird die Düse 16 stärker von dem .aus dem Rohr 1 4. austretenden Ölstrahl beaufschlagt als die Düse 15. Infolgedessen steigt der Druck unterhalb des Kolbens 7, während sich der Druck oberhalb des Kolbens senkt. Dadurch wird die Achse i angehoben. Mit dem Anheben der Achse i gibt aber das Widerlager für den Druckstift 9 nach, so daß sich der Hebel i i beispielsweise unter dem Einfluß eines Gegengewichtes i9 im Uhrzeigersinn dreht. Dies hat ein Drehen des Strahlrohres 14 ebenfalls im Uhrzeigersinn zur Folge. Dadurch wandert der Ölstrahl von der Düse 16 nach der Düse 15 zu, bis das Strahlrohr 14 eine derartige Lage eingenommen hat, in der das Verhältnis der Beaufschlagung der Düse 16 zu dem der Düse 15 ein derartiges ist, daß der überdruck, der unter dem Kolben 7 herrscht, dem auf das Lager 8 übertragenen Gewicht das Gleichgewicht hält. Da auf jede Lagenänderung der Achse i ein Ausschlag des Hebels i i in dem einen oder anderen Sinne erfolgen muß, so wird durch das dargestellte Getriebe 6, 7 mit dem Meßsystem 9, 11 das abzustützende Bauglied, also die Achse i, in einer ganz bestimmten Lage in bezug auf den lagebestimmenden Teil 3 gehalten. Wie bereits erwähnt, können als Kraftgetriebe auch andere Hilfsmittel, z. B. ein mit Drucköl arbeitender, an Stelle des Strahlrohres durch einen Kolbenschieber oder eine sogenannte Prallplatte einzustellender hydraulischer Hilfsmotor oder auch ein über geeignete Relais einzustellender elektrischer Hilfsmotor verwandt werden. Der zur Betätigung des Kraftgetriebes nötige Weg kann durch entsprechende Wahl der C'bertragungsglieder auf solche Größenordnungen heruntergedrückt werden, daß die daraus entstehenden Fehler für den zu erreichenden Zweck verschwindend klein sind.
  • Unter Anwendung dieses Schemas ergibt sich für große paralläktisch aufgestellte astronomische Instrumente folgender allgemeiner Aufbau: Die Führungsteile, und zwar die Stundenachse, die-Deklinationsachse, das Fernrohr, sind jeweils gewissermaßen zweifach vorhanden, und zwar eine starke Ausführung, welche die Kräfte aufnimmt, und eine nur durch das eigene Gewicht belastete, von der ersten" unabhängige Ausführung, welche lagebestimmend wirkt. Letztere, lagebestimmende Führung wird so weit durchgeführt, als man die Entlastung treiben will, beispielsweise bei einem großen Reflektor bis zu dem Haupt-und Gegenspiegel, bei kleineren Instrumenten vielleicht nur bis an die Deklinationsachse.
  • Diese Bauart ergibt die Möglichkeit, durch Ausführung der lagebestimmenden Teile in Invarstahl auch die durch einseitige Erwär-Inung entstehenden- Fehler auf ein Mindestmaß zurückzuführen. Bei einer nur bis zur Deklinationsachse einschließlich durchgeführten Entlastung kann auch auf die Steuerung der hydraulischen Entlastungsdosen durch das Kompensationssystem und die lagebestimmenden Führungsteile verzichtet werden. Es genügt, die entlastenden Kräfte beispielsweise durch Kurvenscheiben auf der Stundenachse selbst für jede Entlastungseinrichtung zu steuern, denn dann sind die Entlastungsverhältnisse bzw. die Verteilung der Entlastungskräfte auf die einzelnen Dosen ja ausschließlich von der Stellung der Stundenachse abhängig.
  • Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß sie ermöglicht,. das astronomische Uhrwerk ausschließlich den lagebestimmenden, verhältnismäßig leichten Führungsteil bewegen zu lassen und die Nachführung des Kraftteiles einem ähnlichen Kompensationssystem zu übertragen, dessen Kraftorgan drehend an der Kraftstundenachse wirkt, während der Fühler beispielsweise an der Deklinationsachse oder noch weiter zu der optischen Achse vorverlegt liegt.
  • Auch die Feinbewegung durch den Beobachter kann auf ähnliche Weise verbessert werden, indem man diese nicht den tragenden Teil, sondern nur den lagebestimmenden Teil verstellen läßt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Einrichtung zur Entlastung schwerer, beweglicher Bauglieder großer astronomischer Instrumente, insbesondere ihrer Achsensysteme und der die optischen Elemente enthaltenden Teile, dadurch gekennzeichnet, dar die Abstützung der Bauglieder durch Kompensationsdosen erfolgt, welche mit nachstellenden, z. B. hydraulischen oder elektrischen Getrieben zusammenwirken und die Last der Bauglieder aufnehmen. Entlastungseinrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daP' 1Ießsysteme, z. B. Fühlhebel, vorgesehen sind, die die Abweichungen der abzustützenden Teile von lagebestimmenden Punkten messen und die Kompensationsdosen durch die erwähnten elektrischen oder livdraulischen Getriebe steuern. 3. Großes parallaktisch aufgestelltes Spiegel- oder Linsenfernrohr mit Entlastung nach einem der Ansprüche i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die lagebestimmenden Führungsteile ganz oder teilweise aus Invarstahl oder anderem Werkstoff geringer Wärmeausdehnung hergestellt sind. q.. Großes parallaktisch aufgestelltes Spiegel- oder Linsenfernrohr mit Entlastung nach einem der Ansprüche i bis ,; mit Uhrwerksbewegung, dadurch gekennzeichnet, daß das Uhrwerk nur mit dem lagebestimmenden Teil verbunden ist, währ end der das optische System tragende Teil dem lagebestimmenden Teil durch Kraftgetriebe nachgeführt wird, welche durch auf Lageabweichungen beider Teile ansprechende Meßsysteme, z. B. Fühlhebel, geschaltet werden. 5. Großes parallaktisch aufgestelltes Spiegel- oder Linsenfernrohr mit Entlastung nach einem der Ansprüche i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die üblichen Feinbewegungstriebe zur Handverstellung nur mit dem lagebestimmendem Teil verbunden sind, während der das optische System tragende Teil dem lagebestimmenden Teil durch Kraftgetriebe nachgeführt wird, welche durch auf Lageabweichungen beider Teile ansprechende Meßsysteme, z. B. Fühlhebel, geschaltet werden.
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