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Zinkdestillationsretorte Bei vertikalen, aus ebenen, insbesondere
gemauerten Wänden zusammengesetzten Zinkdestillationsretorten stoßen die Wände stumpf
aneinander und sind an der Stoßstelle in geeigneter Weise verkittet. Die bei Temperaturschwankungen
auftretenden Ausdehnungen und Zusammenziehungen bewirken Spannungen, die sich von
einer Wand auf die andere übertragen ünd im Laufe der Zeit zu einer Zerstörung des
Mauerwerks führen.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung werden Zinkdestillationsretarten
dieser Art aus Wänden zusammengesetzt, die miteinander durch Gleitverbindungen verbunden
sind, so daß sie sich unabhängig voneinander ausdehnen und zusammenziehen können.
Es wird dadurch vermieden, daß die besonders schädlichen, zwischen den- verschiedenen
Wänden wirksamen Spannungen auftreten, die sonst namentlich in den Eckpunkten von
Retorten mit rechteckigem Querschnitt wirksam werden, denn die Wände können sich
jetzt in ihren eigenen Ebenen beliebig bewegen.
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Die Gleitverbindungen können dadurch gebildet werden, daß man in je
einer Wand einen Schlitz vorsieht, in den das Ende der anderen Wand hineinpaßt.
An der Stelle, wo die eine Wand in den Schlitz der anderen Wand eintritt, soll dieser
ziemlich eng sein, um einen hinreichend dichten Abschluß zu gewährleisten, doch
soll eine dichte Berührung mit der ganzen Innenfläche des Schlitzes nicht stattfinden.
Außerdem soll der Schlitz genügend tief sein, um der in ihn eingreifenden Wand eine
freie Ausdehnung in horizontaler Richtung zu gestatten. Ein Schlitz dieser Art bildet
demnach eine Art Stopfbüchse, und diese kann mit Hilfe eines pulverförmigen, feuerfesten
Materials abgedichtet werden, das aber nicht sintern oder zusammenbacken und die
Wände dadurch fest aneinanderkitten darf. Geeignete Stoffe für diesen Zweck sind
Siliciumcarbid, Graphdt, gekörnte Tonerde u. dgl.; Mischungen von Flockengraplrit
und gepulvertem Graphit und Mischungen von Siliciumcarbid und Graphit haben sich
ebenfalls als geeignet erwiesen. Vertikale Zinkretorten gemäß der Erfindung, die
mit diesen Dichtungsmitteln gedichtet waren, konnten neun Monate lang in Betrieb
gehalten werden, ohne daß ein Sintern oder Zusammenbacken eingetreten wäre.
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Im einzelnen haben sich folgende Pulvergemische bewährt: 1. 6o Gewichtsprozent
Silicium.carbid, die durch ein Sieb mit z,168 mm Maschenweite, nicht aber durch
ein solches mit o,589 mm Maschenweite hindurchgehen, 2o °/o Flockengraphit, 2o °/o
Graphitpulver.
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2. 75 Gewichtsprozent Siliciumcarbid, die durch ein Sieb mit r,168
mm Maschenweite, nicht aber durch ein solches mit o,589 mm
Maschenweite
hindurchgehen, 25 °/0 Flockeng raphit. = - - _ --3. 3. 75 Gewichtsprozent
Siliciumcarbid, die durch ein Sieb mit 1,168 mm Maschenweite, nicht aber durch ein
solches mit o,589 mm Maschenweite hindurchgehen, 250/, Graphitpulver.
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4. 8o Gewichtsprozent Siliciumcarbid, die durch ein Sieb mit 1,168
mm Maschenweite, nicht aber durch ein solches mit o,589 mm Maschenweite hindurchgehen,
2o0/, Flockeng raphit.
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5. 75 Volumprozent Siliciumcarbid, die durch ein Sieb mit i,168 mm
Maschenweite, nicht aber durch ein solches mit o,589 mm Maschenweite hindurchgehen,
25 0/0 Flockeng raphit.
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70 Volumprozent Siliciuincarbid, die durch ein Sieb mit Maschenweite,
nicht aber durch ein solches mit o,495 mm Maschen"veite hindurchgehen,
30,/' Flockengraphit.
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" Der ver-cvendete Flockengraphit hatte einen Aschengehalt von r,9
0/p und ergab folgende Siebanalyse:
| Rückstand auf einem Sieb mit 1,651 mm Maschenweite o,i'"i'" |
| 1,168 mm - 0,i 0,l" |
| 0,833 mm - 0,2 0/0 |
| 0,589 mm - 9,5 0/0 |
| 0,417 mm - 42,7 0/0 |
| 0,295 mm - 36,60/0 |
| - - - - - 0,208 mm - 10,0() ,10 |
| 0,175 mm - 0,1 6/0 |
Durchgang durch das letzte Sieb: 0,799-Die Verwendung eines solchen pulverförmigen
Dichtungsmittels in den stopfbüchsenartigen Gleitverbindungen ist aber nicht unbedingt
erforderlich. Diese Stopfbüchsen können auch leer gehalten werden. Handelt es sich
um Zinkdestillationsretorten, so verschließen sich diese Verbindungen bald von selbst,
weil die durchtretenden Zinkdämpfe durch die Berührung mit der Außenluft oder finit
der oxydierenden Atmosphäre der die Retorte umgebenden Verbrennungskammer zu Zinkoxyd
oxydieren, das zusammen mit kleinen Schlackenmengen und mit den schlackenartigen
Korrosionsprodukten an der Oberfläche des feuerfesten Materials ein geeignetes Dichtungsmittel
bildet. Es wurde gefunden, daß eine solche, von selbst gebildete Dichtung bald nach
der Inbetriebsetzung der Retorte die Aufrechterhaltung eines inneren Überdruckes
von mehr als 13 mm Wassersäule gestattete, ohne daß Zinkdämpfe in erheblichem Maße
verlorengingen. Dieses Maß von Dichtigkeit gegenüber Zinkdämpfen ruß als ausreichend
betrachtet werden, da vertikale Zinkdestillationsretorten gewöhnlich mit einem inneren
Überdruck von nur 7,5 mm Wassersäule betrieben werden.
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Werden die erfindungsgemäß vorgesehenen Gleitverbindungen mit einem
pulverförmigen Dichtungsmittel gefüllt, so empfiehlt es sich, sie außen leicht mit
Lehm zu verschmieren, so daß das Dichtungsmittel nicht auslaufen kann. Es darf aber
nicht so viel Lehm verwendet werden, daß eine starre Verbindung zwischen den Wänden
geschaffen wird: Ausführungsformen der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt.
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Fig. i zeigt einen Querschnitt durch eine rechteckige vertikale Zinkdestillationsretorte
mit vier stopfbüch.senartigen Gleitverbindungen; Fig.2 ist eine schaubildliche Ansicht
des oberen Teiles der Retorte nach Fig. r ; Fig. 3, 4., 5 und 6 zeigen Querschnitte
durch verschiedenartige Ausführungsformen rechteckiger Retorten mit stopfbüchsenartigen
Gleitverbindungen.
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In den Figuren bezeichnet die Zahl 4o die Endwandungen der Vertikalretorten.
Diese Endwandungen, die zugleich auch die Endwandungen der zur Beheizung der Retorten
vorgesehenen Verbrennungskammern darstellen können, sind durch Seitenwände 4z miteinander
.verbunden, die aus Mauerwerk bestehen oder auch von feuerfesten Platten gebildet
werden können. Die Enden der Seitenwände 41 greifen in Schlitze 42 der Endwandungen
40, wobei die Eintrittsstellen der Schlitze 42 nur wenig weiter sind, als der Dicke
der Seitenwände entspricht. In einiger Entfernung hinter dieser Eintrittsstelle
erweitern sich die Schlitze und bilden Zwischenräume 43 und 44. Wie man, aus der
Zeichnung erkennt, sind die Schlitze außerdem so tief, daß zwischen dem Ende der
Seitenwand und der hinteren Wand des Schlitzes noch ein genügender Spielraum 49
bleibt. Die offenen Zwischenräume, insbesondere die Z`@#ischenr äume 43 und 44,
sind mit einem pulverfärmigen Dichtungsmaterial ausgefiillt, :%v ie es weiter oben
bereits beschrieben
wurde, können aber auch leer gelassen werden,
indem man die Abdichtung der Retorten dem Zinkoxyd überläßt, das sich durch die
Oxydation von austretenden Zinkdämpfen bildet, sowie den Schlackenmengen, die sich
an den Retortenwandungen ansetzen. Im übrigen ist die Art der Mauerführung der Retorte
beliebig, sie braucht also nicht in der dargestellten Art vorgenommen zu werden.
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Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch eine vertikale Zinkdestillationsretosrte,
bei der die Gleitverbindungen nicht zwei, sondern nur einen leeren Zwischenraum
44 aufweisen, der mit einem pulverförmigen Dichtungsmittel ausgefüllt ist. Zwischen
der Stirnfläche der Seitenwand 41 und der hinteren Fläche des Schlitzes 42 muß natürlich
ebenso wie bei den Ausführungen nach Fig. i und 2 ein Zwischenraum 49 vorgesehen
werden. Fig. 4 zeigt einen Querschnitt durch zwei aneinandergereihte Retorten mit
einer Zwischenwand 45, in der Schlitze 46 zur Aufnahme der Enden der Seitenwände
41 vorgesehen sind, ähnlich den entsprechenden Schlitzen der Endwände 40. In der
dargestellten Ausführungsform weisen die Schlitze 46 keine freien Zwischenräume
auf, mit Ausnahme des Zwischenraums zwischen der Stirnfläche der Seitenwandung 41
und der hinteren Wand des Schlitzes. Im übrigen zeigt die linke und die rechte Seite
der Fig.4 zwei verschiedene Arten der Ausführung der Schlitze 46.
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Fig.5 zeigt eine Ausführungsform einer Retorte; bei der die Seitenwände
aus je zwei Teilen b:s:elien, die .durch Säule!-' 47 mit Gleitverbindungen 46 miteinander
verbunden sind.
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Fig. 6 zeigt eine Retorte mit Seitenwandteilen, von denen je einer
in einen Gleitschlitz des anderen eingreift. Dieser Gleitschlitz 46 ist in einem
verdickten Teil 48 des betreffenden Wandteils vorgesehen. Das Stirnende der eingreifenden
Wand ist verengt, um die Gesamtdicke des Teiles 48 nicht allzu groß machen zu müssen.
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Die dargestellten Zinkretorten sind nur Ausführungsbeispiele der Erfindung.