DE57593C - Verfahren zur Veränderung der Eigenschaften der zur Papierfabrikation angewendeten Faserstoffe - Google Patents
Verfahren zur Veränderung der Eigenschaften der zur Papierfabrikation angewendeten FaserstoffeInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE SS: Papierfabrikation.
KARL KELLNER in WIEN.
Faserstoffe.
Das nachstehend zu beschreibende Verfahren beruht darauf, dafs die die Umwandlung der
Fasern bewirkenden Stoffe aus geeigneten Verbindungen, mit deren Lösungen die Fasern
umgeben sind, durch Elektrolyse abgespalten werden. Die Fasern werden hierdurch der
heftigen Wirkung, welche die Jonen im Augenblicke des Freiwerdens (status nascendi) ausüben,
ausgesetzt.
Dies wird dadurch bewirkt, dafs man die Fasern feucht mit einer Lösung von Nitraten,
Acetaten oder Sulfaten oderverdünnter Schwefel-, Salpeter- oder Essigsäure versetzt und zwischen
zwei Walzen hindurchführt, welche mit den beiden Polen einer Elektricitätsquelle in Verbindung
stehen.
Bei Durchführung des Verfahrens empfiehlt es sich, einen Filz mitlaufen zu lassen und die
untere Walze zu derjenigen Elektrode zu machen, mit deren freigesetzter Jone die Faserstoffe
nicht behandelt werden sollen.
Will man leinenartigen Fasern die Eigenschaften von Baumwolle verleihen, so mufs
die untere Walze die Anode, die obere die Kathode sein, damit die Faserstoffe mit den in
statu nascendi abgeschiedenen bezw. durch Nebenvorgä'nge in und zwischen der Faser gebildeten
Alkalien und Wasserstoff in Berührung kommen. Soll dagegen baumwollenartige Faser
so umgewandelt werden, dafs sie die Eigenschaften von Leinenfaser besitzt, zu welchem
Zwecke sie mit den freigesetzten Säuren und dem Sauerstoff in Berührung kommen mufs,
so wird die untere Walze zur Kathode und die obere zur Anode gemacht.
Beiliegende Zeichnung stellt einen zu diesem Verfahren dienenden Apparat dar, und zwar ist
Fig. ι eine Seitenansicht und Fig. 2 eine Draufsicht desselben.
Der Apparat besteht aus einem oder mehreren Paaren von Walzen, welche auch kalanderartig
über einander angeordnet sein können; in der Zeichnung sind zwei solcher Walzen A
und B dargestellt, von denen die Walze A durch eine Bürste a, ähnlich dem Commutator
einer Dynamomaschine, mit dem einen Pole einer Elektricitätsquelle (Dynamomaschine etc.)
und die Walze B durch eine Bürste b mit dem anderen Pole in Verbindung steht. Die
zu verändernden Faserstoffe werden entweder im breiigen Zustand oder in Form von Deckeln
zwischen die Walzen A und B hindurchgeführt, und zwar am besten in doppelter
Schicht, so dafs jede einzelne Schicht nur mit derjenigen der aus dem Elektrolyt abgespaltenen
Jonen in Berührung bleibt, welche der gewünschten Reaction entspricht.
Wenn der zu verwandelnde Papierstoff nicht schon vorher mit der Lösung des betreffenden
obengenannten Elektrolyts getränkt war, so strömt durch das Spritzrohr C oder eine andere
geeignete Vorrichtung die Lösung desselben auf die Papierstoffbahn D. Angenommen, die
obere Walze wäre mit der Kathode und die untere Walze mit der Anode der Elektricitätsquelle
in Verbindung, so mufs die obere Walze aus einem säurebeständigen Material,
wie Kohle, rait dünnem Platinblech überzogene:-
Porcellan, Eisen oder anderem Metall hergestellt sein, während die Walze B blos
aus Eisen zu bestehen braucht.
Werden nicht zwei, sondern nur eine Papierbahn durch die Walzen geführt, so läuft zur
Aufnahme des Anions oder je nach Art der zu verwandelnden Stoffe, des Kathions, also
zur Entfernung der nicht verwendeten Jonen, ein Filz E mit, der zwischen den Walzen F
und G fortwährend ausgepreist und in dem Behälter H wieder mit neuer Lösung des betreffenden
Elektrolyts befeuchtet wird. Bei der zwischen den Walzen erfolgenden Zersetzung spielt der nascirende Sauerstoff bezw. Wasserstoff
eine bedeutende Rolle und ist durch die Nähe der Elektroden auch der innere Widerstand
ein sehr geringer, so dafs bei entsprechender Stromstärke eine Erwärmung der Fasern eintritt und diese, zugleich von den
betreffenden chemischen Stoffen getränkt, auf Rollen / laufen, von welchen sie abgenommen
und einige Stunden der Einwirkung der darin enthaltenen Stoffe überlassen werden. Diese
Rollen vverden dann in Holländern aufgeschlagen, gewaschen und wie bekannt zu Papier verarbeitet.
Durch die Eimvirkung der betreffenden Jonen sowie der nascirenden Gase ist aber die Cellulose
nach der oben beschriebenen Art in ihrem Wesen verändert. Selbstverständlich können auch mehrere solcher Walzen hinter
einander angeordnet werden, und hängt die Anzahl derselben von der angewendeten Stromstärke,
von der Dicke der Stoffschichten, sowie von der Schnelligkeit ab, mit welcher die
Papierstoffbahn läuft.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Verfahren zur Veränderung der Eigenheiten der zur Papierfabrikation angewendeten Faserstoffe, gekennzeichnet durch das Hindurchleiten der mit einer Acetat-, Nitrat- oder Sulfatlösung oder mit verdünnter Essig-, Salpeter- oder Schwefelsäure befeuchteten Faserstoffe zwischen Walzen, welche mit den Polen einer Elektricitätsquelle verbunden sind.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE57593C true DE57593C (de) |
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ID=331953
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT57593D Expired - Lifetime DE57593C (de) | Verfahren zur Veränderung der Eigenschaften der zur Papierfabrikation angewendeten Faserstoffe |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE57593C (de) |
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