DE568682C - Einrichtung zur induktiven Beeinflussung zwischen Zug und Strecke - Google Patents
Einrichtung zur induktiven Beeinflussung zwischen Zug und StreckeInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B61—RAILWAYS
- B61L—GUIDING RAILWAY TRAFFIC; ENSURING THE SAFETY OF RAILWAY TRAFFIC
- B61L3/00—Devices along the route for controlling devices on the vehicle or train, e.g. to release brake or to operate a warning signal
- B61L3/02—Devices along the route for controlling devices on the vehicle or train, e.g. to release brake or to operate a warning signal at selected places along the route, e.g. intermittent control simultaneous mechanical and electrical control
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
24. JANUAR 1933
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 2Oi GRUPPE 35«*/y ty
C. Lorenz Akt.-Ges. in Berlin-Tempelhof *)
Einrichtung zur induktiven Beeinflussung zwischen Zug und Strecke
Patentiert im Deutschen Reiche vom 4. März 1931 ab
Die bekannten, nach dem Prinzip der induktiven Beeinflussung arbeitenden Zugsicherungseinrichtungen
bestehen im wesentlichen darin, daß ein auf der Strecke angeordneter Resonanz- bzw. Impulskreis (Sekundärkreis) auf einen auf
dem Fahrzeug vorgesehenen, mit bestimmter Frequenz gespeisten Resonanz- bzw. Impulskreis
(Primärkreis) induktiv einwirkt. Mit derartigen Einrichtungen kann aber immer nur ein und dieselbe Wirkung von der Strecke
auf den Zug oder umgekehrt übertragen werden. In neuerer Zeit macht sich aber die Forderung
nach zwei oder mehr Übertragungsqualitäten geltend. Um diese zu erhalten, können zwei
oder mehr Beeinflussungskreise mit verschiedener Frequenz verwendet werden, so daß beim
Ankoppeln eines Sekundärkreises nur jeweils jener Primärkreis beeinflußt wird, auf dessen
Erregerfrequenz der Sekundärkreis abgestimmt ist. Um nun aber die am Fahrgestell der Lokomotive
zu befestigenden Ausrüstungsteile (Lokomotivmagnete) gegenüber einer Einrichtung
mit nur einer Übertragungswirkung nicht zu vermehren und insbesondere mit Rücksicht auf
den beschränkten Raum, welcher an einer Lokomotive zur Unterbringung der bewickelten
Magnete, der Abstimmittel u. dgl. zur Verfügung steht, ist es erforderlich, die Übertragungsspulen
der Lokomotivbeeinflussungskreise und deren Eisenkerne dicht nebeneinander anzuordnen und in einem gemeinsamen
Gehäuse unterzubringen. Dabei besteht aber die Gefahr, daß zwischen diesen Kreisen eine
magnetische Kopplung stattfindet und dadurch vom einen zum anderen Kreis (Stör-) Spannungen
induziert werden. Dies hätte zur Folge, daß bei einer Stromänderung in dem einen
Kreis sich auch die Stromverhältnisse in dem benachbarten Kreis ändern. Eine derartige
Einrichtung würde dadurch für die Übertragung verschiedener Wirkungen, wobei jeweils nur ein
einzelner Kreis beeinflußt werden soll, unbrauchbar werden. Es ist demnach erforderlich,
Mittel anzuwenden, welche diese gegenseitige Störung der Beeinflussungskreise verhindern.
Es ist bereits eine Einrichtung bekannt, bei der die die Störspannungen induzierenden Kraftflüsse
kompensiert werden, so daß sich die benachbarten Beeinflussungskreise wie unabhängige
Kreise verhalten. Die Kompensation der Kraftflüsse erfolgt bei diesen Einrichtungen
in der Weise, daß zwei Eisenkerne mit je zwei Wicklungen nebeneinander angeordnet und
deren Spulen wechselweise einander entgegengeschaltet sind. Die Spulen des einen Kreises
erzeugen dann die Spulen des anderen Kreises durchsetzende Kraftflüsse, welche entgegengesetzt
gerichtet und bei richtiger Bemessung der Spulen genau so groß sind wie die in diese
eindringenden Störkraftflüsse.
Außerdem ist bereits vorgeschlagen worden, zur Kompensierung der in die benachbarten Be-
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dipl.-Ing. Anton Rehrl in Berlin-Lichtenrade.
einflussungskreise eindringenden Störungen Entkopplungstransformatoren
anzuwenden. Durch einen derartigen Entkopplungstransformator wird dem benachbarten Kreis eine der in
diesem induzierten Störspannung frequenz- und amplitudengleiche, aber um i8o° phasenverschobene
Spannung aufgedrückt. Durch diese Art der Entkoppelung wird man vollkommen unabhängig von der Größe der magnetischen
ίο Kopplung der verschiedenen Beeinflussungskreise und kann deren Spulen auf einem Eisenkern
und unmittelbar nebeneinander oder übereinander anordnen. Gleichzeitig wird dadurch
noch der weitere Vorteil erzielt, daß die den Sekundärkreisen (Gleismagneten) gegenüberstehende
Fläche des Lokomotivmagneten genau so groß gehalten werden kann wie bei einer Einrichtung
mit nur einer Übertragungsqualität. Es können daher die gleichen Eisenkerne verwendet
werden wie bei den Einrichtungen mit nur einer Frequenz; demgemäß wird auch die Kopplung zwischen Lokomotiv- und Gleismagneten
bedeutend günstiger, als wenn in dem gleichen Gehäuse zwei bewickelte Magnetkerne
nebeneinander angeordnet werden müssen, um durch eine Kompensation der störenden Kraftflüsse
eine Entkopplung zu erreichen, weil in diesem Falle der Polquerschnitt und damit die
Kopplung zwischen Lokomotiv- und Gleismagnet zwangsläufig verringert wird.
Gemäß der Erfindung wird die gegenseitige Entkopplung der benachbarten, mit verschiedenen
Frequenzen gespeisten Übertragungskreise dadurch erreicht, daß jeder Kreis die Primärwicklung
eines Transformators enthält, dessen Sekundärwicklung mit den Klemmen des im anderen Kreis liegenden Beeinflussungsrelais
verbunden ist. Die in der Sekundärwicklung induzierte Spannung muß dabei so groß gewählt
werden wie die im Nachbarkreis induzierte Störspannung, und der Anschluß des Relais
muß derart erfolgen, daß diese beiden Spannungen um 180 ° gegeneinander phasenverschoben
sind. Für den Fall, daß diese Phasen-Verschiebung um 180 ° durch die entsprechende
Wahl der Anschlüsse nicht genau erreicht werden kann, können gegebenenfalls Phasenverschiebungsmittel
(Kondensatoren) eingeschaltet werden. Ein genauer Abgleich der Spannungen läßt sich durch Zwischenschaltung von
Widerständen erzielen.
Durch die Erfindung wird es ebenfalls möglich, die Übertragungskreise voneinander vollkommen
unabhängig zu machen und deren Spulen auf einem Eisenkern unmittelbar neben- oder übereinander anzuordnen.
Die Erfindung wird am einfachsten an Hand
der Abbildung noch näher erklärt, ohne jedoch auf diese beschränkt zu sein.
I ist ein durch den Wechselstromgenerator M1
mit der Frequenz ^1 gespeister Lokomotivkreis,
bestehend aus der Übertragungsspule L1, dem Beeinflussungsrelais R1 und dem Kondensator C1.
Der von der Wechselstrommaschine M2 mit einer anderen Frequenz f2 gespeiste Beeinflussungskreis
II enthält ebenfalls ein Beeinflussungsrelais R2, einen Kondensator C2 und
die Übertragungsspule L2. Beide Übertragungsspulen sind auf dem Eisenkern E des Lokomotivmagneten
untergebracht, und es ist ersiehtlieh, daß der von der Spule L1 ausgehende Kraftfluß
die Spule L2 und der von der Spule L2 ausgehende
Kraftfluß die Spule L1 durchsetzt, so daß in beiden Spulen dadurch Störspannungen
induziert werden, welche sich sofort ändern, wenn einer der beiden Kreise I oder II beeinflußt
wird und dadurch eine gegenseitige Störung der beiden Kreise bewirken. Um diese Störspannungen zu kompensieren, sind die
Transformatoren T1 und T2 vorgesehen. Die
Wicklung 1 des Transformators T1 liegt im
Kreise I und erzeugt bei richtiger Bemessung in der Wicklung 2 eine Spannung, welche gleich
ist der im Kreis II induzierten Störspannung. Legt man diese in der Spule L2 erzeugte Spannung
an die Klemmen 3, 4 des Relais R2 und wählt diese Anschlüsse so, daß eine Phasenverschiebung
von 180 ° gegenüber der Störspannung im Kreise II eintritt, so wird die auf
das Relais 2 wirkende Störspannung kompen- go siert. Da die Kompensationsspannung dem
Kreis I entnommen wird, entspricht sie jeweils in ihrer Amplitude der von der Spule L1 aus
in den Kreis II eindringenden Störspannung, gleichgültig, ob der Strom im Kreise I geschwächt
ist oder nicht.
Die Kompensation der von der Spule L2 in
den Kreis I eindringenden Störspannung erfolgt auf analoge Weise durch den Transformator
T0, dessen Primärwicklung 6 im Kreis II liegt, und dessen Sekundärwicklung 5 mit den
Klemmen 7, 8 des Relais R1 verbunden ist. Um die richtige Phasenverschiebung oder die
erforderlichen Spannungen in den Kompensationskreisen einstellen zu können, können in
die Zuleitungen zu den beiden Relais .R1 und R2
Kondensatoren und Ohmsche Widerstände eingeschaltet werden.
Bei dieser Einrichtung kann gleichzeitig noch die Sicherheit des Ansprechens der beiden Re- no
lais R1 und R2 dadurch erhöht werden, daß das
Verhältnis der vor und während der Beeinflussung auf diese Relais wirkenden Ströme unendlich
oder fast unendlich groß gemacht wird, denn bekanntlich spricht ein Relais um so
sicherer an, je größer dieses Verhältnis wird. Dem Relais wird zu diesem Zweck eine Spannung
aufgedrückt, welche frequenz- und amplitudengleich mit der während der Beeinflussung
am Relais liegenden Restspannung, jedoch 180 ° phasenverschoben ist. Diese Kompensationsspannung kann dadurch erhalten werden, daß
die Maschinenwicklung der den betreffenden Beeinflussungskreis speisenden Wechselstromdynamo
angezapft wird oder daß parallel zu diesem Wechselstromerzeuger ein weiterer Transformator gelegt und unter Vertauschung
der Leitungen an das Relais angeschlossen wird. Gegebenenfalls können auch hier zur Einstellung
der Phase und der Spannungshöhe ein Abgleichwiderstand und ein Kondensator verwendet
ic werden. Durch diese Maßnahme wird außer der Kompensation der in den Kreisen I und II
induzierten Störspannungen auch der während der Beeinflussung im Kreis noch fließende Reststrom
kompensiert und auf den Anker des Reis lais überhaupt keine Wirkung ausgeübt. Bei
einer Beeinflussung durch Überfahren eines abgestimmten Gleismagneten sinkt demnach beispielsweise
der auf das Relais R1 wirkende Strom von 2 Amp. auf 0 Amp., während ohne
die Kompensation des Reststromes nur eine Stromsenkung von beispielsweise 3 Amp. auf
ι Amp. eintreten würde. Das Relais R1 spricht
also bedeutend sicherer an. Das gleiche ist natürlich auch beim Relais R„ der Fall.
Claims (2)
- Patentansprüche:ι. Einrichtung zur induktiven Beeinflussung zwischen Zug und Strecke unter Verwendung mehrerer mit verschiedenen Frequenzen gespeister Beeinflussungskreise, wobei die durch die magnetische Kopplung in den beiden Kreisen induzierten Spannungen durch frequenz- und amplitudengleiche, um 180 ° phasenverschobene Spannungen kompensiert werden, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Kreis die Primärwicklung eines Transformators enthält, dessen Sekundärwicklung gegebenenfalls unter Zwischenschaltung von Phasenverschiebungsmitteln und Abgleichwiderständen mit den Klemmen des im anderen Kreis liegenden Beeinflussungsrelais verbunden ist.
- 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß gleichzeitig mit der Kompensation der Störströme eine Kornpensation der während der Beeinflussung auf die Beeinflussungsrelais noch wirkenden Restströme stattfindet.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL77741D DE568682C (de) | 1931-03-04 | 1931-03-04 | Einrichtung zur induktiven Beeinflussung zwischen Zug und Strecke |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL77741D DE568682C (de) | 1931-03-04 | 1931-03-04 | Einrichtung zur induktiven Beeinflussung zwischen Zug und Strecke |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE568682C true DE568682C (de) | 1933-01-24 |
Family
ID=7284260
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL77741D Expired DE568682C (de) | 1931-03-04 | 1931-03-04 | Einrichtung zur induktiven Beeinflussung zwischen Zug und Strecke |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE568682C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE932194C (de) * | 1943-09-01 | 1955-08-25 | Brown Ag | Strahlentransformator |
-
1931
- 1931-03-04 DE DEL77741D patent/DE568682C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE932194C (de) * | 1943-09-01 | 1955-08-25 | Brown Ag | Strahlentransformator |
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