DE567348C - Verfahren zur Herstellung von Bariumsulfat von bestimmter Korngroesse - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Bariumsulfat von bestimmter KorngroesseInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- C09C—TREATMENT OF INORGANIC MATERIALS, OTHER THAN FIBROUS FILLERS, TO ENHANCE THEIR PIGMENTING OR FILLING PROPERTIES ; PREPARATION OF CARBON BLACK ; PREPARATION OF INORGANIC MATERIALS WHICH ARE NO SINGLE CHEMICAL COMPOUNDS AND WHICH ARE MAINLY USED AS PIGMENTS OR FILLERS
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- C09C1/027—Barium sulfates
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Bariumsulfat von bestimmter Korngröße Die Erfindung betrifft die Herstellung von Bariumsulfat, dessen Korngröße willkürlich bestimmbar ist und von der Größenordnung des feinsten bis zu derjenigen eines dem grobkristallinen gemahlenen natürlichen Schwerspat gleichen Kornes gewählt werden kann.
- Für manche Zwecke, wie in der Industrie der Pigmentfarben, wird ein gröberes Korn verlangt, als man es bei dem nach bekannten Verfahren gefällten Bariumsulfat, dem sogenannten Barytweiß oder Blancfixe, erhält. Es sind zwar Verfahren bekannt geworden, das Korn bei der Fällung zu vergrößern, z. B. für die im Handel sogenannte matte Ware, jedoch ist dieses Material für viele Zwecke noch zu feinkörnig. Beispielsweise kann es in der Industrie der Pigmentfarben nicht an Stelle des natürlichen gemahlenen Schwerspates verwendet werden.
- Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist es, das auf bekannte Weise aus Bariumsalzen gefällte Barytweiß in seiner Struktur so zu verändern, daß es in einen grobkristallinen Körper übergeht und damit auch die physikalischen Eigenschaften eines solchen annimmt. Das geschieht erfindungsgemäß durch Glühen des gefällten Bariumsulfates in Gegenwart eines Schmelzmittels. Es ist bekannt, daß Bariumsulfat aus seiner Lösung in, geschmolzenem Bariumchlorid oder Natriumsulfat in der Form von sehr großen Kristallen gewonnen und daher auf diese Weise umkristallisiert werden kann. Dieses Verfahren hat aber für die Praxis keine Bedeutung, da es umständlich und teuer ist und auch keine Regelung der Korngröße gestattet. Es wurde ferner bereits vorgeschlagen, die farbtechnischen Eigenschaften von gefälltem Bariumsulfat dadurch zu verbessern, daß der Niederschlag ohne weiteren Zusatz geglüht und abgeschreckt wird. Hierdurch sollte die Oberfläche der Kristalle durch die Bildung von Rissen weniger lichtbrechend gemacht und daher die Deckkraft erhöht, nicht aber die Korngröße beeinflußt werden.
- Es wurde nun gefunden, daß auf beliebige Weise hergestelltes Blanefixe in ein grobkristallines Produkt umgewandelt werden kann, wenn man dem feinkörnigen Präparat einen geringen Gehalt an Schmelzmittel in Form von Verbindungen der Alkalien und Erdalkalien, wie deren Oxyde, Hydroxyde, Carbonate, Chloride, Sulfide, Sulfate u. a., einverleibt und dann das getrocknete Blancfixe bei Temperaturen von 300°C bis iooo° C und mehr glüht, je nachdem man die Struktur des Blancfixe feiner oder gröber kristallin erhalten will. Die Menge des Schmelzmittels soll so gering sein, daß sie zur Lösung des Bariumsulfates nicht ausreicht. Es genügt bereits ein Gehalt von etwa o, i % des Schmelzmittels; es können jedoch davon auch größere Mengen zur Anwendung kommen. Man kann auch vorteilhaft die wasserlöslichen Reaktionsprodukte, die bei der Ausfällung des Blancfixe entstehen, als Schmelzmittel benutzen, indem man diese Salze nur unvollkommen auswäscht und dann den Niederschlag glüht. Hierbei verbleiben bis etwa 3 % der Salze im Niederschlag. je höher die angewandte Glühtemperatur ist, desto gröber kristallin wird das Glühprodukt. Während die Teilchengröße des gewöhnlichen Blancfixe im Durchschnitt o,ooi mm beträgt, gelangt man bei diesem Verfahren zu Kristallen von der Größenordnung von etwa 0,04 mm.
- Die Glühdauer beträgt ungefähr i bis 2 Stunden; je höher die Glühtemperatur ist, um so kürzer ist die Zeit zu bemessen. Als Maß ist anzunehmen, daß das Glühen fortzusetzen ist, bis das Material gesintert ist.
- Man kann das geglühte Produkt erkalten lassen und dann mahlen; vorteilhaft kann man es in Wasser abschrecken. Hierbei zerfallen die glühenden harten Stücke größtenteils sogleich zu Pulver, das nach dem Auswaschen weiterverarbeitet wird. ' Das so behandelte Bäriumsulfat wird in bekannter Weise gemahlen und getrocknet. Nach diesem Verfahren ist es auch möglich, ein sehr- feinkörniges Blancfixe, das z. B. den Ansprüchen der Papierindustrie nicht genügt und oft einen lästigen Abfallstoff darstellt, für andere Industrien, beispielsweise die Industrie der Pigmentfarben, an Stelle des Verschnittspates zu verwerten. Ausführungsbeispiele i. iooo 1 Schwefelbariumlauge mit 135 g BaS im Liter werden mit Glaubersalzlösung mit Zoo g Na2S04 im Liter bei 5ö° C so lange. unter Umrühren versetzt, bis alles Schwefelbarium gefällt ist und -sich in der Lösung ein geringer CTberschuß an Glaubersalz befindet. Man gibt zu der Fällung noch -2o kg Kochsalz und trennt, nachdem das Kochsalz in Lösung gegangen ist, den Niederschlag von der Natriumsulfid und Natriumchlorid enthaltenden Lauge. Ohne das erhaltene Bariumsulfat weiter auszuwaschen, trocknet und glüht man bei einer Temperatur von 650°C.
- 2. 1000 1 Chlorbariumlauge mit 220 g BaC12 im Liter werden mit iooo 1 einer Glaubersalzlösung mit i 5o g Nag S O4 im Liter bei 5o' C gefällt, wobei man 246 kg Bariumsulfat erhält. Man trennt den Niederschlag von der chlornatriumhaltigen Lauge und, ohne weiter auszuwaschen, trocknet und glüht man bei 700°C 2 Stunden lang.
- Man kann das unter i und 2 erhaltene noch glühende Bariumsulfat in Wasser abschrecken. was ein sofortiges Herauslösen des Schmelzmittels 'bewirkt und hierdurch die in bekannter Weise erfolgende Mahlung erleichtert.
- Man kann selbstverständlich aus jeder beliebigen wasserlöslichen Bariumverbindung mit Schwefelsäure oder einem wasserlöslichen Sulfat das Bariumsulfat ausfällen und es dann, wie beschrieben, weiterbehandeln.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Bariumsulfat bestimmter Korngröße, dadurch gekennzeichnet, daß man das in bekannter Weise gefällte Bariumsulfat mit geringen, zur Lösung des Bariumsulfats nicht ausreichenden Mengen eines Schmelzmittels versetzt und bei Temperaturen von 30o bis i ooo° C und höher glüht, 'je nach dem gewünschten Feinheitsgrad der Kristalle.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Verwendung von Verbindungen der Alkalien und Erdalkalien als Schmelzmittel.
- 3. Verfahren nach Anspruch i und ä, dadurch gekennzeichnet, daß man die bei der Fällung des Blancfixe entstehenden wasserlöslichen Salze als Schmelzmittel verwendet. q.. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man das geglühte Bariumsulfat in an sich bekannter Weise in Wasser abschreckt:
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