DE56308C - Verfahren und Vorrichtungen zum Vortrieb von Stollen und Querschlägen oder Strecken im schwimmenden Gebirge - Google Patents
Verfahren und Vorrichtungen zum Vortrieb von Stollen und Querschlägen oder Strecken im schwimmenden GebirgeInfo
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Classifications
-
- E—FIXED CONSTRUCTIONS
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- E21D—SHAFTS; TUNNELS; GALLERIES; LARGE UNDERGROUND CHAMBERS
- E21D9/00—Tunnels or galleries, with or without linings; Methods or apparatus for making thereof; Layout of tunnels or galleries
- E21D9/04—Driving tunnels or galleries through loose materials; Apparatus therefor not otherwise provided for
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Obiges Verfahren und die dazu nöthigen Vorrichtungen sind in den Fig. 1, 2, 3, 4, 5, 5a,
6 und 7 dargestellt.
Fig. ι stellt den senkrechten Längsschnitt eines Stollenortes dar, welches in der Richtung
von A nach B nach C vorgetrieben werden soll. Auf der Seite A ist der Stollen in
gewöhnlicher Thürstockzimmerung ausgeführt. Bei B beginnt das schwimmende Gebirge
(flüssige Sandmassen etc.) und bei C befindet sich das Ort. _
Die neue Auszimmerung befindet sich zwischen B und C. Sie besteht aus folgenden
Theilen:
a a1 a2 a3 a* aB sind die aus Gufseisen,
Schmiedeisen oder Holz mit Eisenbeschlag gefertigten sechs oder mehr Ortsbekleidungen.
Dieselben haben die Form eines Balkens, welcher nach dem Ort zu vollständig offen und
mit Schneiden versehen ist. Die Oeffnung verengt sich nach rückwärts sargdeckelartig zu
einem Schlitz 1. Der Schlitz Ί dient dazu, um je nach Bedarf das schwimmende Gebirge
von C nach B hereingelangen zu lassen. Feste Erdmassen und Steine, welche sich vor Ort
befinden, können durch den Schlitz entfernt werden. Für schwimmende Erdmassen wird
jedoch der Schlitz durch Vorlagen 2, 2, 2 geschlossen, welche durch eingelegte Bügel 3, 3, 3
gehalten werden.
Die Ortsbekleidungen bedecken die ganze Ortsfläche und werden beim Vortrieb des
Stollens mittelst starker Preisschrauben b b durch Winden . oder hydraulische ,Pressen
einzeln um 10 cm in waagrechter Richtung vorgedrückt. Man beginnt das Vordrücken
mit der obersten Ortsbekleidurig und endigt mit der untersten.
Die oberste Ortsbekleidung α ist mit einer
Lage von eisernen Firstpfählen c c, Fig. 1 und 4,
welche durch Nuth und Feder verbunden sind, bedeckt. Die Firstpfähle haben eine Länge
von ca. ι m und sind vorn angeschärft. In denselben befinden sich paarweise kleine
Löcher 1, 1, 1, Fig. 4, in welche die Hebelzange
(Fig. 6) beim Vortreiben' eingesetzt wird. Sie können auch mit Warzen, :um sie
mittelst anderer Instrumente, oder mit pantoffelartigen Ansätzen (Fig. 5a) versehen w.erden,
um sie mit der obersten Ortsbekleidung zugleich nach vorn bewegen zu können.
In gleicher Weise, wie die Firstpfähle, sind auch auf der Sohle, an der Unterseite der
untersten Ortsbekleidung w" a5, die eisernen
Sohlenpfähle dd, Fig. 1, angebracht, welche
einzeln nach vorn bewegt werden können. Dieselben sind ebenso gebaut wie die Firstpfähle.
Die Seitenpfähle e e1 e2 e3 e4 e5, Fig. 5, sind
von gleicher Länge, wie die First- und Sohlenpfähle; jedoch haben sie vorn eine pantoffelartige,
verstärkte Schnauze (Fig. 5a), mittelst welcher sie beim Vortrieb der entsprechenden
Ortsbekleidung nach vorn gleichsam mitgeschleppt werden.
Innerhalb des durch die First- und Sohlen-, sowie der Seitenpfähle und nach vorn durch
die Ortsbekleidung freigehaltenen Raumes kommt
die Thürstockschrotzimmerung ff, Fig. ι, 4
und 5, zum Einbau. Die Zwischenspalten zwischen den einzelnen Thürstockpaaren lassen so
viel Fugen, um den Wassern den freien Durchgang zu gestatten, oder sie werden durch Verkeilung
oder Filz oder Strohlagen vollständig dicht gemacht.
Fig. 2 stellt die Ansicht des Ortes dar, vom Gebirge aus, also von C aus nach B gesehen.
Die Zahlen haben dieselbe Bedeutung wie in Fig. ι. X- Y ist ein Horizontalschnitt dazu.
Fig. 3 stellt eine Ansicht des Ortes dar, von B nach C gesehen. Die seitlich angebrachten
eisernen Haken 8 dienen zur Führung der Preisschrauben b oder von eisernen Stangen, welche
die Kraft der hydraulischen Pressen auf die Ortsbekleidung, übertragen sollen. Die Schellen 9
dienen zur Hinderung der Rundbewegung der Preisschrauben.
Fig. 4 stellt die Ansicht des Ortes von oben auf die Firstpfähle gesehen dar. Der linke
Firstpfahl erscheint 10 cm bereits vorgetrieben.
Fig. 5 stellt die Ansicht der Seitenpfähle von aufserhalb gesehen dar; die beiden unteren
Pfähle sind bereits je 10 cm vorgetrieben, entsprechend dem Vortrieb der zugehörigen beiden Ortsbekleidungen α α1 in Fig. 1.
Fig. 5 a giebt den Längsquerschnift eines Seitenpfahles mit der pantoffelarstigen Schnauze.
Fig. 6 ist eine schmiedeiserne Zange mit zwei Zapfen, welche, als Hebel benutzt wird, um
einzelne First- oder Sohlenpfähle vorzutreiben.
Fig. 7 stellt ein Widerlager für die Druckschraube, dar.
Das Verfahren wird wie folgt ausgeführt:
Zunächst werden die Sohlenpfähle d waagrecht gelegt, darauf die unterste Ortsbekleidung
α 5 mit den beiden zugehörigen Seitenpfählen
e5 eingebaut. Auf diese folgt die zweitunterste Ortsbekleidung ai mit den zugehörigen
Seitenpfählen e4, und wird damit bis zur obersten Ortsbekleidung fortgefahren und
werden zuletzt die Firstpfähle c c durch die Pfändung des letzten Thürstockpaares aufgesteckt.
■
Die Vorrichtung ist nun für den Vortrieb im schwimmenden Gebirge fertig aufgestellt, und
es werden die Preisschrauben oder hydraulischen Winden einfach paarweise oder vielfach
zwischen die Ortsbekleidungen und die Widerlager (Fig. 7) angesetzt.
Alsdann werden ' die Firstpfä'hle cc mit der
obersten Ortsbekleiduhg α und weiter nach unten die folgenden Ortsbekleidungen al mit
zugehörigen Seitenpfählen e1 und zuletzt die Sohlenpfähle d um je 10 cm vorgeschoben.
Zur Erleichterung des Vordringens der Ortsbekleidung werden während des Vordrückens
derselben die Verschlufsvorlagen 2 mittelst Lösung der Keile gelüftet, um das schwimmende
Gebirge je nach Bedarf hereingelangen zu lassen.
Ist der Gesammtquerschnitt des Ortes um ,10 cm vorgedrungen, so ist damit der Raum
zur Aufstellung eines Thürstockpaares geschaffen. Nun wird die Ortsfläche in der Mitte abgefangen,
und es kann ohne Weiteres das Thürstockpaar/ eingebaut werden, welches eine Breite von
ca. 10 cm hat. Man wiederholt nun den Vortrieb der Ortsbekleidungen und Pfähle in
gleicher Reihenfolge um weitere 10 cm, die Ortsfläche wird wieder abgefangen und neben
Thürstockpaar f1 das Thürstockpaar f 2 eingebaut.
Dieses Verfahren wird so lange fortgesetzt, bis man wieder feste. Gebirgsschichten
trifft.
Selbstverständlich werden die rückwärtigen Thürstockpaare f 1fi während des Vorrückens
der Ortsbekleidung von der letzteren her durch Bolzen gehalten bezw. dienen die Thürstöcke
als Widerlager für die Ortsbekleidung.
Eigentümlich ist, dafs Pfähle und Ortsbekleidung gleichzeitig mit vorgehen, und auch
dafs die Pfähle für sich noch vorwärts bewegt werden können.
Claims (1)
- Patent-Ansprüch:Ein Verfahren zum Vortrieb von Stollen und Strecken im schwimmenden Gebirge nebst den dazu nöthigen Vorrichtungen, bestehend aus Ortsbekleidungen α in Form parallelepipedischer Hohlbalken aus Holz, Eisen oder anderem festen Material, welche an ihrer dem Gebirge zugekehrten Vorderseite mit Kantenschneiden und sargdeckelartiger Oeffnung, an der Hinterseite mit Verschlufsvorlagen 2 und 3 und Haltebügeln zum Hereinlassen des Gebirges versehen sind und, senkrecht über einander gestellt und dadurch das Ort sichernd, der Reihe nach von oben an durch eine oder mehrere Schrauben oder hydraulische Pressen in das schwimmende Gebirge ca. 10 bis 20 cm vorgetrieben '. werden, und dabei gleichzeitig die vorn auf, an und unter sie (die Ortsbekleidungen), hinten auf, an und unter das vorletzte Thürstockpaar gelegten First-, Seiten- und Sohlenpfähle mittelst pantoffelartiger Schnauzen widerhakenartig mitschleppen, so dafs durch den Vortrieb der Ortsbekleidungen Und den gleichzeitigen Vortrieb der Pfähle'um 10 bis 20 cm ein ebenso grofser Ortsraum geschaffen wird, in welchen das neue Thürstockpaar in unmittelbarer Folge an das vorletzte Thürstockpaar (also in voller Schrotzimmerung), eingebaut wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE56308C true DE56308C (de) |
Family
ID=330779
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT56308D Expired - Lifetime DE56308C (de) | Verfahren und Vorrichtungen zum Vortrieb von Stollen und Querschlägen oder Strecken im schwimmenden Gebirge |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE56308C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2317475A1 (fr) * | 1975-07-05 | 1977-02-04 | Gewerk Eisenhuette Westfalia | Dispositif de soutenement du front de taille pour le percement de tunnels, galeries et cavites analogues |
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- DE DENDAT56308D patent/DE56308C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2317475A1 (fr) * | 1975-07-05 | 1977-02-04 | Gewerk Eisenhuette Westfalia | Dispositif de soutenement du front de taille pour le percement de tunnels, galeries et cavites analogues |
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