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Schaltungsanordnung zur elektrischen Integrierung von Meßgrößen an
einem entfernten.. Ort unter Zuhilfenahme eines Wechselstrom-Motorzählers und eines
Widerstandsfernsenders Bei vielen technischen Einrichtungen, insbesondere bei wärmewirtschaftlichen
Überwachungsanlagen, handelt es sich um die Aufgabe, die mit Hilfe mechanischer
Meßgeräte (z. B. Dampf- und Wassermesser) erfaßten Meßgrößen auf elektrischem Wege
zu integrieren. Es .sind Vorrichtungen bekannt, bei denen ein oder mehrere Widerstände
an der Meßstelle durch das mechanische Gebergerät entsprechend der zu integrierenden
Meßgröße verändert werden und bei denen diese Widerstände bzw. ihr Verhältnis an
der Ablesestelle durch einen als Empfangsgerät wirkenden elektrischen Motorzähler
meßtechnisch in der Weise erfaßt werden, daß die jeweilige Drehzahl dieses Zählers
dem jeweiligen Wert der Meßgröße proportional ist. Verwendet man zur Erfassung der
den Augenblickswerten der Meßgröße entsprechenden Widerstandswerte einen sogenannten
spannungsunabhängigen Motorzähler, so ergibt sich gegenüber den mit gewöhnlichen
spannungsabhängigen Zählern arbeitenden Anordnungen der grundsätzliche Vorteil,
daß die Zählung von Spannungsschwan`lcungen der Meßstromquelle unabhängig ist. Um
die Meßanlage, wie es heute mit Recht allgemein angestrebt wird, direkt an das Wechselstromnetz
anschließen zu können, benutzt man zweckmäßig einen Wechselstromzähler, da man sonst
gezwungen ist, Gleichrichter vorzusehen, die stets eine Komplikation der Anläge
bedeuter. und mancherlei Nachteile mit sich bringen.
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Der für derartige Messungen allgemein zur Anwendung kommende, aus
Fernsenderwiderstandswalze und Schleifbürste bestehende Widerstandsfernsender (meistens
kurz Fernsender genannt) wird mit der Zeigerachse des Gebergerätes (z. B. Wassermessers).
mechanisch gekuppelt, so daß jeder Zeigerstellung des Gebergerätes eine bestimmte
Stellung der Schleifbizste und somit ein bestimmtes Widerstandsverhältnis zugeordnet
ist. Durch gleichmäßige Bewicldung der Widerstandswalze läßt sich leicht erreichen,
daß gleichen Winkeln gleiche Widerstandswerte entsprechen (lineare Charakteristik
des Fernsenders). Die vom Gebergerät gesteuerte Schleifbürste überstreicht auf dem
Fernsenderwiderstand einen bestimmten Bereich, dessen Grenzen die Anfangs- und Endstellung
des Gebergerätzeigers (z. B. o und 1000 !q der Wassermenge) darstellen: Werden
also Gebergerätzeiger und Schleifbürste proportional dem Augenblickswert der Meßgröße
aus ihrer gemeinsamen Anfangsstellung (o °ja) abgelenkt; so überstreicht die Schleifbürste
einen bestimmten, dem Augenblickswert der bIeßgröße proportionalen Widerstandsbetrag.
Derartige Anlagen sind an sich bekannt. Es kommt nun darauf an, den Fernsender und
den Zähler in eine Iießschaltung einzufügen, die so beschaffen ist, daß die
jeweilige
Drehzahl des Zählers diesem Widerstandsbetrag genau verhältnisgleich ist.
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Die Meßschaltung gemäß der Erfindungsoll gestatten, die dem N,Tullwert
der Meßgröße (Nullstellung des Gebergerätzeigers) entsprechende Anfangsstellung
der Schleifbürste an beliebige Stellen der Fernsenderwicklung zu legen. Dies ist
deshalb erforderlich, weil es praktisch nur in seltenen Fällen möglich ist, die
Anfangsstellung der Schleifbürste mit dem Anfang der Fernsenderwicklung genau zusammenfallen
ziz lassen. Ferner soll diese Schaltung so beschaffen sein, daß eine einfache und
meßtechnisch exakte Integrierung der Summe mehrerer Meßgrößen leicht durchführbar
ist. Endlich soll die Meßschaltung die Anwendung eines spannungsunabhängigen Induktionszählers
ermöglichen, um direkt mit Wechselstrom arbeiten zu können.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine. Anordnung zur elektrischen
Integrierung von Meßgrößen, bei der alle diese Bedingungen erfüllt werden und die
sich durch besondere Einfachheit, Genauigkeit und Betriebssicherheit auszeichnet.
Die systematische Entwicklung dieser den Erfindungsgegenstand darAellenden Meßanordnungen
ging von dein Bestreben aus, die bei spannungsunabhängigen Fernmessungen mit Widerstandsfernsendern
und Ringeisenquotientenmessern gebräuchlichen normalen Wechselstromschaltungen,
bei denen zu jedem Fernsender drei Fernleitungen führen, ohne weiteres auch in Verbindung
mit ebenfalls spannungsunabhängigen Induktionszählern anwenden zu können. Es ergibt
sich hierdurch ein einheitlicher und übersichtlicher Aufbau der Gesamtschaltung,
ein Vorteil, der z. B: bei großen wärrnetechnisclien Überwachungsanlagen von besonderer
Bedeatung ist.
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Bei sämtlichen im folgenden beschriebenen Schaltungen wird in an sich
bekannter Weise ein Wechselstrom-Motorzähler in Verbindung mit einem Widerstandsfernsender
benutzt, dessen Gleitkontakt auf einem Widerstand schleift und einen Strom über
zwei Parallelzweige, deren Widerstandssumme unveränderlich ist, verteilt. Das charakteristische
Merkmal der Erfindung besteht nun darin, daß jedem der -beiden Parallelzweige eine
Spule zugeordnet ist, und daß diese beiden Spulen zur Erzeugung eines der im Motorzähler
wirksamen Triebflüsse (z. B. des Stromtriebflusses) benutzt und dabei derart geschaltet
werden, daß dieser Tr'iebfluß der Differenz der Amperewindungen ` dieser beiden
Spulen proportional ist; d. h. die Einrichtung besitzt zwei auf einem der Triebeisen
(z. B. dem Stromeisen) des Motor7ählers angebrachte, gegeneinandergeschaltete Spulen,
die in die beiden Parallelzweige der Fernsenderstromverzweigung eingefügt sind.
Diese Einrichtung gemäß der Erfindung kann aber auch derart ausgebildet sein, daß
eines der Triebeisen des Motorzählers (z. B. das Stromeisen) eine einzige Spule
besitzt, welche an die. Sekundärspule eines Transformators mit zwei Primärspulen
angeschlossen ist, wobei diese beiden Primärspulen gegeneinandergeschaltet und in
die beiden Parallelzweige der Fernsenderstromverzweigung eingefügt sind. Dabei werden
erfindungsgemäß die Windungszahlen der beiden Spulen und die beiden in den Parallelzweigen
jeweils fließenden Zweigströme derart bemessen, daß der Triebfluß dann gleich Null
ist, wenn der Gleitkontakt sich an derjenigen Stelle des Fernsenderwiderstandes
befindet, welcher dem Nullwert der zu integrierenden Meßgröße entspricht.
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Handelt es sich um die elektrische Integrierung der Summe mehrerer
Meßgrößen unter Zuhilfenahme eines Wechselstrom-Motorzählers und mehrerer-diegen
Meßgrößen zugeordneter Widerstandsfernsender, so wird gemäß der Erfindung so verfahren,
daß bei sämtlichen Fernsendern jedem der beiden Parallelzweige eine zur. Erzeugung
eines Triebflusses dienende Spule zugeordnet ist, und daß die den einzelnen Meßgrößen
- entsprechenden, je einen W iderstandsfernsender und die beiden dazugehörigen Spulen
enthaltenden Meßkreise hintereinandergeschaltet und an eine gemeinsame Wechselstromquelle
angeschlossen sind.
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Bei der elektrischen Integrierung der Summe mehrerer Meßgrößen ist
die Einrichtung so ausgestaltet, daß eines der Triebeisen (z. B. das Stromeisen)
des Motorzählers ebenso viele Paare von gegeneinandergeschalteten Spulen besitzt,
als Meßgrößen vorhanden sind. Diese Einrichtung kann jedoch auch so beschaffen sein,
daß das Triebeisen eine einzige Spule besitzt, welche an die Sekundärspule eines
Transformators angeschlossen ist, der ebenso viele Paare von gegeneinandergeschalteten
Primärspulen besitzt, als Meßgrößen vorhanden sind. Bezüglich des beim Erfindungsgegenstand
zur Anwendung kommenden Wechselstromzählers sei bemerkt, daß ein an sich bekannter
spannungsabhängiger Induktionszähler in Verbindung mit einer an sich bekannten Anordnung
(z. B. Eisendrahtlampe) benutzt werden kann, die den in der Fernsenderstromverzweigung
bzw. in den Fernsenderstromverzweigungen fließenden Gesamtstrom konstant hält. Eine
bedeutend elegantere Lösung besteht jedoch darin, als Motorzähler einen spannungsunabhängig
.arbeitenden Induktionszähler von an sich bekannter Art zu benutzen, und ,zwar
in
einer solchen Schaltung, daß die Zählung von den Schwankungen des in der Fernsenderstromverzweigung
bzw. in den Fernsenderstromverzweigungen fließenden Gesamtstromes, d. h. auch von
den Spannungsschwankungen des Netzes, unabhängig ist. Eine besonders einfache und
vorteilhafte Sonderschaltung ergibt sich, wenn ein an sich bekannter spannungsunabhängiger
Induktionszähler mit wechselstromgespeistem Bremsmagneten vorgesehen ist, und zwar
in einer solchen Schaltung, daß sowohl der die Spannungsspule des Zählers durchfließende
Strom als auch der die Spule des Bremsmagneten durchfließende Strom dem in der Fernsenderstromv
erzweigtrng bzw. in den Fernsenderstromverzweigungen fließenden Gesamtstrom proportional
sind.
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Es sollen nun im folgenden an Hand einiger Beispiele das Wesen und
die Wirkungsweise des Erfindungsgegenstandes auf theoretischer Grundlage exakt behandelt
werden.
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Für den.nächstliegenden Fall, daß eine einzige MeBgröße integriert
werden soll, kann die in Abb. r dargestellte Einzelschaltung angewendet werden,'
welche die Grundanordnung der im folgenden behandelten Differentialschaltungen bildet.
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Die auf der Achse A befestigte und mit dem Zählwerk Z gekuppelte Aluminiumscheibe
S eines Einphaseninduktionszählers wird durch die beiden Elektromagnete (Antriebsmagnete)
17 und N angetrieben und von dem Elektromagneten (Bremsmagneten) B gebremst. Auf
dem Eisenkern von M (Stromeisen) sind zwei Spulen S, und S2 angeordnet, welche in
die in Abb. r veranschaulichte normale Fernsenderstromverzweigung eingefügt. und
als Differentialspulen geschaltet sind, so daß die in ihnen fließenden Ströme das
Stromeisen in entgegengesetztem Sinne magnetisieren. Die auf dem Eisenkern von X
(Spannungseisen) sitzende Spule #5'3 liegt parallel zu dem induktions- und kapazitätsfreien
Widerstand W; welcher mit der Fernsenderstromverzweigung und mit der auf dem Eisenkern
von B (Bremseisen) angeordneten Spule S4 in Reihe geschaltet und unter Zwischenschaltung
des Schutztransformators T an -das Wechselstromnetz angeschlossen ist.
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Die beiden Enden der Fernsenderwicklung F und die auf dieser Wicklung
schleifende, vorn Gebergerät (z. B. Wassermesser) gesteuerte Schleifbürste sind
über drei Fernleitungen und zwei Abgleichwiderstände TV,
und khz mit den übrigen
Teilen der Meß-Schaltun- verbunden. Die Schleifbürste teilt den von ihr überstrichenen
Bereich des Fernsenderwiderstandes nach Abb. r in zwei Teilwiderstände r, und r;,,
deren veränderliches Verhältnis von den Spulen S1 und S:. erfaßt wird, Die Veränderung
von r, und r, geschieht dabei derart, daß der Ohmsche Widerz.tand des einen Zweiges
der Fernsenderstromverzweigung jeweils um ebensoviel zunimmt, wie der des anderen
Zweiges abnimmt. Es handelt sich hier um eine Stromverzweigung, deren Zweige miteinander
magnetisch gekuppelt-sind.
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Bedeuten R1 und R.. die gesamten Ohmschen Widerstände der Zweige r
und 2, L, und L= die Induktiv itäten der Spulen S i und S21 ,l-T die gegenseitige
Induktivität dieser Spulen, (o die Kreisfrequenz, e die Spannung (Augenblickswert)
zwischen den Verzweigungspunkten, .il und iw die beiden Zweigströme (Augenblickswerte),
so ergeben sich, da die beiden Zweige in entgegengesetztem Sinne aufeinander induzierend
wirken, die Spannungsgleichungen
Daraus folgt als Bedingungsgleichung für die Stromverzweigung in jedem Augenblick
-Nun kann man bei @nxvendung der syrrrbolischen Rechnungsweise, wenn 7l und 7z die
in den Zweigen r und a fließenden Ströme und
die imaginäre Einheit bedeuten, schreiben Jl l Rl -f- 9 (L, --i- IM) J z= Js1Rz+loJ(L2M)j
-f- . @Id) worin cal R, -i--
i co (L, -;-
M)
und ccz - Rz -f- j co
(L. --E- M) die Widerstandsoperatoren der Zweige r und 2. darstellen. fiezeiclrnet
in symbolischer Schreibweise J == 7l + J. den in der Fernsenderstromverzweigi.lng
fließenden Gesamtstrom, so gilt
und, wenn man für a, und a2 die entsprechenden obengenannten Werte einsetzt, l
Das magnetische Feld e,@r des Stromeisens M
(Stromfeld) ist verhältnisgleich
der Differenz der jeweilig wirksamen Amperewindungen von S1 und S2. Bezeichnen z,
und z2 die
| Om = const - (J2 - x2 - J, - z,) = const - z" #
(Ja - n -_Ti) (4a) |
| oder |
Da die auf dem Stromeisen dicht übereinanderliegenden oder aus zwei gleichzeitig
miteinander aufge"vickelten Drähten bestehenden
Setzt man nun in Gleichung (4b) für L2 und M die in den Gleichungen (5) und (6)
dargestellten Werte ein, so sieht man, daß (L,
+M) - st
- (L2 -f-
M) - o (7)
wird. Es wird dann
Bezeichnen Lgl -= R1 - r1 und
2, - R2 - r2 die von der Schleifbürste nicht
überstrichenen Teile von R1 und RQ und stellt r = r, -E- r2
| Wählt man die Ohmschen Widerstände der Fernsenderstromverzweigung
derart, daß |
| CQi # 2t = 22 -i- r- (9) |
| ist, so gilt |
| und |
| @ (0,v, J) = const. (zob) |
Das magnetische Feld ON des Spannungsei:er..s N (Spannungsfeld) ist verhältnisgleich
de;n die Fernsenderstromverzweigung durchfließenden Strom l: (P-,.- --_ const #
J, Ii(O,v, J) = const. (zz) Fenlcr ist auch das magnetische Feld 0,9 des Bremseisens
B (Bremsfeld) diesem Strome
I
verhältnisgleich> OB -= const - J,
Z (OB, J) = const. : (=a) Für das von den beiden Antriebsmagneten M und M
erzeugte Drehmoment und für die Windungszahlen von Sa, und S. und stellt
n = z21'21 das Verhältnis dieser Windungszahlen dar, so ist Spulen S1 und
S2 eine praktisch streuungsfreie magnetische Kupplung aufweisen, so gilt den konstanten,
zwischen den beiden Grenzstellungen der Schleifbürste liegenden Widerstand dar,
so kann man schreiben vom Bremsmagneten B hervorgerufene Bremswirkung gilt: Drehmoment
- const - 45m - 01v = const - J2
- r1
, (I3) Bremswirkung = const
# ,»B const # J'=. (14) Hieraus geht hervor, daß die jeweilige Drehzahl der mit
dem Zählwerk Z gekuppelten Aluminiumscheibe S streng verhältnisgleich ist zu dem
Widerstand r1 und somit zu dem Augenblickswert der Meßgröße. Diese Drehzahl ist
jedoch praktisch unabhängig von den betriebsmäßig "auftretenden Schwankungen
des
hleßstromes J, die i. durch die Änderungen des von der Schleifbürstenstelhing abhängigen
Kombinationswiderstandes der Fernsenderstroniv erzweigung, 2, durch Änderungen des
an der Schleifbürste auftretenden Übergangswiderstandes und 3. durch die betriebsmäßigen
Spannungsschwankungen des Wechselstromnetzes hervorgerufen werden. Auch von den
betriebsmäßig auftretenden Frequenzschwankungen des Netzes ist . die Drehzahl praktisch
unabhängig, da Drehmoment und Bremswirkung bei Frequenzänderungen angenähert in
gleicher Weise zu-bzw. abnehmen.
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Gleichung (ioa) läßt erkennen, in welchem Maße der die Fernsenderstromverzweigung
durchfließende Gesamtstrom l zur Drehmomenterzeugung ausgenutzt wird. Wir bezeichnen
mit z = z, -j- z2 die gesamte Windungszahl der auf dem Stromeisen angeordneten Spulen
S, und S2 und mit AWAs die tatsächlich zur Erzeugung des Drehmomentes beitragenden,
auf das Stromeisen einwirkenden Amperew indungen. Dann ist x=zr'(I+n) (I5) und nach
den- Gleichungen (q.a) und (ioa)
Da bei den praktisch vorliegenden Widerstandsverhältnissen
gegenüber (R, -f- R9)2 vernachlässigt werden darf, so gilt sehr angenähert
In Wirklichkeit werden ungefähr folgende Widerstandswerte benutzt: Qi = 40Q, 2,=70P.,
r = r" -(- r3 = 16o0 . Befindet sich die Schleifbürste in ihrer Endstellung
(r1 = 16o d2), d. 1i. hat die Meßgröße ihren Höchstwert, so wird
Es werden also 6o°jo der Amperewindungen z # J zur Drehmomenterzeugung
ausgenutzt. Die Energieausnutzung ist bei der beschriebenen Differentialschaltung
bedeutend günstiger als bei den vielfach üblichen Brücken- oder Spannungsteilerschaltungen,
die niit einem sehr niedrigen Wirkungsgrad arbeiten, wenn man die Widerstandsverhältnisse
in der Brücke bzw. am Spannungsteiler so wählt, daß die unbedingt erforderliche
Proportionalität zwischen Zählerstrom und Meßgröße -in praktisch ausreichendem Maße
vorhanden ist. Während sich durch Brücken- oder Spannungsteilerschaltungen nur eine
Annäherung an eine verhältnisgleiche Darstellung zwischen Zählerstrom und *Meßgröße
erreichen läßt, ist bei der oben behandelten Differentialschaltung - und auch bei
den im folgenden beschriebenen Schaltungen - die erzielte Proportionalität über
den ganzen Meßbereich theoretisch streng begründet.
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Wenn eine einzige Meßgröße integriert werden soll, kann auch die'
in Abb. 2 Bargestellte Differentialschaltung angewendet weiden. Diese Schaltung
unterscheidet sich von der in Abb. i dargestellten lediglich dadurch, daß die auf
dem Stromeisen AI des Induktionszählers befindliche Spule S4, (die hier keine Anzapfung
zu haben braucht) unter Zwischenschaltung des Differentialtransformators TD mit
der Fernsenderstromverzweigung verbunden ist, wobei die beiden Primärspulen S1 und
S2 dieses Transformators in die Zweige i und 2 eingefugt sind. Im allgemeinen gelten
hier die gleichen Betrachtungen wie für die Grundschaltung, nach Abb. i.
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Bei der Betriebsüberwachung wärmetechnischer Einrichtungen ist es
oft notwendig, die Summe mehrerer betriebswichtiger Meßgrößen, von denen jede nur
einzeln durch unmittelbare Messung erfaßt werden .kann, auf elektrischem Wege zu
integrieren. Die Verwendung der oben behandelten Meßanordnungen in Verbindung mit
mehreren den einzelnen Summanden zugeordneten Widerstandsfernsendern bietet bei
Anwendung der im folgenden kurz beschriebenen Sitminenschaltungen die Möglichkeit,
derartige Mes= sungen mit großer Genauigkeit auszuführen.
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Bei der in Abb. 3 dargestellten Summenschaltung werden die beiden
auf den Stromeisen ,W des Induktiönszählers vorgesehenen Spulen S, und S2 in ebenso
viele Teilspulen unterteilt werden, als Summanden vorhanden sind, wobei die einzelnen
Teilwicklungen räumlich so angeordnet werden, daß sie gleiche magnetische Verkettung
mit dem Stromeisen besitzen. Dies läßt sich praktisch leicht erreichen. indem man
z. I3. ebenso viele isolierte Drähte, als Summanden vorhanden sind, gleichzeitig
nebeneinander aufwickelt und die so entstehenden, elektrisch und magnetisch völlig
gleichartigen Teilwicklungen den einzelnen Summanden zuordnet. Die einander entsprechenden
Teilwicklungen der Spulen S', und S2 bilden ebenso wie bei der in Abb. i wiedergegebenen
Einzelschaltung mit einem Fernsender F je eine Stromverzweigutig. Die so gebildeten
Verzweigungen sind in der aus Abb.3 ersichtlichen Weise miteinander in Reihe geschaltet
und in die
gemeinsame 'Meßschaltung des Induktionszählers eingefügt.
Die in den verschiedenen Meßkreisen liegenden Hilfswiderstände U-,) dienen zur Berücksichtigung
des Größenverhältnisses der Höchstwerte der Summanden.
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Abb. 4 zeigt eine andere Summenschaltung, in der ein Summierungstransformator
angewendet ist. Bei dieser Schaltung ist die auf dem Stromeisen .1I des Induktionszählers
angeordnete Spule SM an die Sekundärspule eines Spezialstromwandlers TF angeschlossen,
dessen Primärspulen S'1 und S2 ebenso viele Teilwicklungen haben, als Summanden
vorhanden sind. Die einander entsprechenden Teilspulen von S1 und S_ bilden finit
einem Fernsender F je eine Stromverzweigung. Auch hier sind die verschiedenen Meßkreise
in Reihe geschaltet und in die gemeinsame Meßschaltung des Zählers eingefügt. Die
Berücksichtigung des Größenverhältnisses der Summandenhöchstwerte erfolgt bei dieser
Schaltang entweder durch die Hilfswiderstände WH oder aber -durch geeignete Wahl
der Wicklungsverhältnisse des Summierungstransformators, und-zwar ist das Verhältnis
der Windungszahlen der einzelnen Primärspuleripaare gleich dem Verhältnis der denselben
zugeordneten' Summandenhöchstwerte.
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Die in den Abb. 3 und .I beispielsweise veranschaulichten- Summenschaltungen
beruhen darauf, daß die auf das Stromei§en 31 einwirkenden Amperewindungen der Spulen
S1 und S, den Summen der Zweigströme J1' und J17' bzw. J,' und J.' entsprechen.
Die Summen J i' -f - Ji ` = Jl und J@ -j- J2 ?/
= J2 werden durch die kombinierten Teil-,vicklungen der Spulen des Stromeisens
(Abb.3) bzw. durch den Summierungstransformators (Abb..I) meßtechnisch exakt erfaßt.-Diese
Summenschaltungen haben den großen Vorzug, daß die Meßgenauigkeit eines jeden Summanden.
prozentual die gleiche ist, und zwar auch dann, wenn es sich darum handelt, die
Meßwerte ganz verschieden großer Meßbereiche zu addieren. Dies wird hier grundsätzlich
dadurch erreicht, daß das Größenverhältnis der einzelnen Summanden nicht durch eine
Veränderung der Walzenwiderstände, sondern durch entsprechend bemessene Hilfswiderstände
(WH in Abb.3 und 4.) bzw. durch entsprechend gewählte Wicklungsverhältnisse des
Summierungstransformators (Abb: 4) berücksichtigt wird. Infolgedessen können die
normalen F ernsenderformen ohne irgendwelche Abänderungen benutzt werden.
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Diese Ausführungen zeigen, daß der Erfindungsgegenstand gegenüber
den bekannten mit Widerstandsfernsendern und Wechselstromzählern arbeitenden Integriermethoden
ganz erhebliche Vorzüge bietet. Von besonderer praktischer Bedeutung ist die Tatsache,
daß es bei dem I?rfi ndungsgerenstand bei Verwendung der normalen Fernsenderschaltung
mit drei Fernleitungen ohne irgendwelche Schwierigkeiten möglich ist, die dem Nullwert
der leßgröße (Nullstellung des Gebergerätzeigers) entsprechende Anfangsstellung,der
Schleifbürste an beliebige Stellen der Fernsenderivicklung zu legen. -Dies ist,
wie bereits anfangs erwähnt, deshalb erforderlich, weil es praktisch nur in seltenen
Fällen möglich ist, die Anfängsstellung der Schleifbürste finit dem Anfang der Fernsenderwicklung
genau zusammenfallen zu lassen. Die oben erläuterten und theoretisch begründeten
vorteilhaften Eigenschaften der Erfindung werden, wie eingehende Versuche gezeigt
haben, e:=perinientell restlos bestätigt.