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Einrichtung zur ununterbrochenen, gleichförmigen Erzeugung von Zinnoxyd
Zinnoxyd wird bisher fast allgemein in Öfen hergestellt, bei denen das Entfernen
des Oxyds von der Oberfläche des Bades von geschmolzenem Zinn durch einen Arbeiter
von Hand erfolgt. Der Arbeiter zieht dabei durch eine über der Oxvdierwanne in dem
Ofen befindliche Öffnung mittels eines Kratzers das Oxyd aus dem Ofen heraus. Bei
diesem Verfahren ist zur dauernden Beobachtung und Bedienung des Ofens mindestens
ein Arbeiter notwendig, von dessen Übung und Aufmerksamkeit der Erfolg abhängig
ist. Die Beschaffenheit und die Reinheit des gewonnenen Oxyds sind naturgemäß bei
dieser Handgewinnung sehr unregelmäßig. Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens
liegt in dem recht erheblichen Staubverlust durch die dauernd offene Austragöffnung,
insbesondere beim Ausbringen des Oxyds und durch den Abzug der Abgase.
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Es wurde in der Literatur bereits vorgeschlagen, das Oxyd in einem
geschlossenen Ofen zu erzeugen und von der Oberfläche des Bades fortzublasen in
einen Nebenraum, in dem dann durch Trennung des Oxyds vom Luftstrom das Oxyd gewonnen
wird. Man hat auch bereits vorgeschlagen, in das hocherhitzte Zinnbad nach Abstellung
der Heizung Sauerstoff einzublasen, die sich dann bildenden Dämpfe abzuleiten und
in einem Nebenraum durch Kondensation dieser Dämpfe das Zinnoxyd zu gewinnen. Diese
Vorschläge zeigen jedoch keine ohne weiteres ausführbare praktische Lösung der Aufgabe,
die Entfernung des Oxyds von Hand aus dem Zinnbad zu vermeiden. -Diese Lösung ist
Gegenstand der Erfindung. Bei der Einrichtung nach der Erfindung erfolgt die Gewinnung
des Zinnoxyds nicht auf eine von dem Handverfahren grundsätzlich abweichende, praktisch
nur mit großen Schwierigkeiten ausführbare Weise, sondern die Einrichtung beruht
nur auf dem Gedanken, unter Beibehaltung des der Handgewinnung zugrunde liegenden
Prinzips die Handarbeit durch selbsttätig arbeitende Einrichtungen zu ersetzen.
-Erfindungsgemäß sind in einem geschlossenen Ofen dicht-über der ständig auf gleicher
Höhe gehaltenen Zinnoberfläche Einrichtungen zur fortlaufenden Entfernung des entstandenen
Oxyds aus der Oxydierwanne angeordnet. Die Oberfläche des Zinnbades in der Oxydierwanne
wird selbsttätig dauernd auf gleicher Hölle gehalten, so daß die Einrichtungen-zum
Abnehmen des Oxyds von der Oberfläche stets den gleichen Abstand von der Oberfläche
behalten und daher stets in gleicher Weise wirken. Dadurch wird die ununterbrochene,
gleichförmige Gewinnung von Zinnoxyd stets gleichmäßiger Beschaffenheit ermöglicht.
Die
über der Zinnoberfläche, angebrachten Einrichtungen können nun den sich auf der
Zinnoberfläche ansetzenden Oxydierstaub ent-_weder mechanisch von der Oberfläche
abstreichen, wie dies auch bei dem Handverfahren geschah, oder aber pneumatisch
von der Oberfläche absaugen.
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In der Zeichnung sind mehrere .Ausführungsbeispiele der Einrichtung
-nach der Erfindung schematisch dargestellt.
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Fig. z zeigt im Längsschnitt eine Einrichtung finit mechanischer Entfernung
des Zinnoxyds durch sich drehende Abstreicherarme und mit Gasbeheizung. Fig.2 ist
ein Querschnitt nach der Linie A-B der Fig. i. Fig. 3 ist ein Schnitt nach der Linie
C-D der Fig. 2.
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Die Fig.4 und 5 zeigen im Quer- und Längsschnitt eine etwas abgeänderte,
im übrigen jedoch auf dem gleichen Prinzip beruhende Ausführungsform: In Fig.6 ist
eine Ausführung mit teils mechanischer und teils pneumatischer Entfernung des Zinnoxyds
dargestellt.
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Fig. 7 zeigt schematisch eine andere Ausführungsform mit elektrischer
Beheizüng und pneumatischer Entfernung des Zinnoxyds.
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In Fig. 8 ist eine Ausführung mit mechanischer Entfernung des Zinnoxyds
durch eine fortlaufende Abstreicherkette veranschaulicht.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. i bis 3 ist iri dem zylindrischen
Ofen i die feuerfeste Oxy dierwanne 2 eingehängt. Das in dieser Wanne befindliche
Zinn wird durch die Gasbrenner 3, durch welche gleichzeitig die Oxydationsluft eingeführt
wird, auf Oxydationstemperatur erhitzt. Den Brennern wird durch die Ringleitung
q. Gas zugeführt. Außen ist an dem Ofen ein Vorratsgefäß 5 angebracht, welches in
dem Hohlraum 6 seines Doppelmantels durch den Gasbrenner 7 heizbar und durch die
Leitung 8 mit der Wanne :2 verbunden ist. In dieser Leitung befindet sich das Absperrorgan
9, welches so eingestellt wird, daß der Zinnzufluß zur Wanne dem Zinnverbrauch entspricht.
Zur selbsttätigen Einstellung des Regelorganes 9 ist in der Wanne ein elektrischer
Kontakt io vorgesehen, welcher bei steigender Oberfläche im schließenden, bei sinkender
Oberfläche im öffnenden Sinne auf das Organ 9 einwirkt. Über der Zinnoberfläche
drehen sich in der Wanne die Abstreicher i i, _ welche an der Welle 12 sitzen, die
von außen durch die Welle 13 über den Kegeltrieb 14 langsam gedreht wird. Die Abstreicher
i i sind so an der Welle angebracht, daß sie das entstandene Zinnoxyd auf der Zinnoberfläche
zum Rande der Wanne hin streichen. An einer oder mehreren Stellen 15 ist der Rand
der Wanne niedrig gehalten und abgeflacht. An diesen Stellen wird das Zinnoxyd von
den Abstreichern über den schrägen Wannenrand gedrückt, so daß es herunterfällt
und durch die Rinne 16 in den Sammelbehälter 17 im unteren Teil des Ofens gelangt.
An den Stellen 15 könnte das gesammelte Zinnoxyd auch pneumatisch abgesaugt werden.
Eine derartige Saugleitung ist bei i8 angedeutet.
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Bei der Ausführungsform nach Fig.q. und 5 ist durch Zwischenwände
i9 aus der Wanne 2 ein nach unten offenes Stück 2o herausgeschnitten. Die Abstreicher
i i bestehen aus :einem oberen, an der Welle befestigten Teil 21 und einem unteren,
mit dem Teil 21
gelenkig und federnd verbundenen Teil 22. Bei der Drehung
der Abstreicher streichen die unteren Teile 22 über die Zinnoberfläche und nehmen
dabei das Zinnoxyd mit. Wenn die Abstreicher die Zwischenwände i9 erreichen. schieben
sie das Zinnoxyd die abgeschrägte Oberkante der Wand hinauf, so daß es durch die
Öffnung 2o nach unten in den Sammelbehälter 17 fällt. Infolge der federnden gelenkigen
Verbindung der Teile 21 und 22 können die Abstreicher über die Zwischenwände i9
hinweggehen.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. 6 wird das Zinnoxyd durch die Abstreicher
und ihre Welle hindurch abgesaugt. Die Abstreicher i i sind deshalb hohl ausgebildet
und unten finit Sauglöchern 23 versehen.
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" Bei der Ausführung nach Fig. 7 sind bewegte Teile nicht vorhanden.
Die Erhitzung des Zinns in der Wanne 2 . erfolgt elektrisch durch die Stromspulen
24. Durch die Leitung 25 wird in dem vollkommen geschlossenen Ofen Druckluft eingedrückt,
die teilweise zur Oxydation verbraucht wird und teilweise wieder ausgelassen wird,
wobei sie als Träger des entstandenen Zinnoxyds dient. Das Ablassen der Druckluft
mit dem Zinnoxyd erfolgt durch Saugrohre 26, die sich zu einem gemeinsamen Rohr
27 vereinigen, welches zum Sammelbehälter 17 führt, wo das Zinnoxyd von der Luft
getrennt wird. Durch Regelung des Luftaustritts ist es bei dieser Ausführungsform
möglich, in dem Ofen einen Überdruck zu erhalten, der die Oxydation begünstigt.
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Bei der Ausführungsform nach Fig.8 ist der Ofen im Querschnitt rechteckig.
Das Abstreichen des Zinnoxyds von der Oberfläche erfolgt durch ein endloses, mit
Abstreicheril besetztes Band 28, welches über Wellen 29 geführt wird, von denen
eine von außen angetrieben wird.
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Die Erfindung ist auf die dargestellten Ausführungsformen nicht beschränkt.
Insbesondere könnten alle Einzelheiten der Behei7ung, der Luftzuführung, des mechanischen
Antriebes usNv. in an sich bekannter Weise auch anders ausgeführt sein. Ebeaso
wie
für den Zufluß des Zinns zur Oxydierwanne könnte auch für die Regelung der Temperatur
Lind der Luftzufuhr in an sich bekannter Weise eine elektrische Kontrolle vorgesehen
sein.