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Uhrwerk mit umlaufender Minutenscheibe und springender Stundenscheibe
Die Erfindung bezieht sich auf ein Uhrwerk mit umlaufender Minutenscheibe und springender
Stundenscheibe, die durch einen starren Anker weitergeschaltet wird. Die Erfindung
besteht darin, daß zur Weiterschaltung des Zahnrades um eine Teilung der Anker langsam
nach der einen Richtung und unterFederwirkung schnell nach der anderen Richtung
bewegt wird, und zwar durch eine an der Minutenwelle lose angekuppelte Daumenschraube,
deren Spitze auf eine Nase des einen Ankerschenkels einwirkt. Hierdurch ist erreicht,
daß nicht allein die technische Einrichtung zum Bewegen des Ankers einfacher ist
als bei den bekannten Uhrwerken mit umlaufender Minutenscheibe und springender Stundenscheibe,
sondern daß die Ankerklinke vermöge ihrer geeigneten Ausbildung eine Sperrung des
Schaltrades bewirken kann.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
schematisch dargestellt.
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Das runde Werk i ist in ein rechteckiges Gehäuse .2 eingebaut. Die
Stundenscheibe 26 und die Minutenscheibe 22 ragen aus dem Werk i in den Zwischenraum
zwischen Werk und Gehäuse. Eine Sekundenscheibe kamt ebenfalls vorgesehen sein.
Auf der Minutenweile 3 ist ein Zahnrad .# zum Eingriff in ein gleich großes Zahnrad
23 der Minutenscheibe 22 befestigt. Hinter dem Rad q. ist frei drehbar ein Daumen
5 mit Spitze i2 auf der Welle 3 gelagert, der von dem Rad d durch einen Stift 2o
in einen Loch 21 des Rades mit Spiel mitgenommen wird. Der Daumen 5 läuft beim Gang
des Werks in der Pfeilrichtung 6 um, beim Stellen, beispielsweise von der Aufzugwelle
aus, kann er beliebig gedreht werden, während die Stundenscheibe 2.6 stets
und ohne Rücksicht auf die Drehrichtung des Daumens die ihr vom Uhrwerk gegebene
Drehrichtung beibehält.
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Die Übertragung vom Daumen 5 auf die Stundenscheibe 26 erfolgt durch
einen U-förmigen Anker $, der um einen Stift i i schwenkbar ist und unter der Wirkung
einer an der Platine 2,4 befestigten Feder 17 steht. Die beiden Enden 7 und 14 des
Ankers arbeiten auf ein Schaltrad g mit Dämpfungsfeder 25, das auf der Welle der
Stundenscheibe 26 sitzt. Der Anker hat an seinem Joch einen Absatz ig, der mit einer
scharfen Kante 13 von der Innenfläche des Ankers ausgeht. Der Ansatz ig ist nach
einem Kreisbogen gekrümmt, dessen Mittelpunkt zwischen dem Stift i i und der Minutenwelle
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liegt. Diese Anordnung des Ansatzesf ist nötig, um das Drehen der Aufzugwelle gegen
den normalen Gang beim Stellen der Uhr zu ermöglichen.
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Die Feder 17 sucht das Ende 7 des Ankers 8 in die Zähne des Schaltrads
9 zu drücken. Es ist angenommen, daß das Ende 7 zuletzt mit dem Zahn io in Eingriff
gewesen ist. Die Minutenwelle 3 bringt durch den Daumen 5 das Ende 7 allmählich
außer@Eingriff mit dem Schaltrad. Wenn die Spitze des Daumens fast mit der Kante
13 des Absatzes i9 abschneidet, legt sich das andere Ende 14 des Ankers 8 gegen
das Sperrad 9 und dreht es ein Stück in der Pfeilrichtung 16. Hierdurch wird der
dem Ende 7 jeweils gegenüberstehende Zahn 18 des Schaltrades 9 in die richtige Stellung
für den Angriff des Endes 17 gebracht. Sobald der Daumen 5 die Kante 13 freigibt,
wird der Anker 8 durch die Feder 17 scharf gegen das Schaltrad 9 geworfen, sein
Ende 7 trifft den Zahn 18 und rückt das Schaltrad plötzlich um eine Zahnteilung
in der Pfeilrichtung 16 weiter. Die Stundenscheibe 26 springt jetzt auf die nächste
Stunde.
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Wie erwähnt, ist der Ansatz i9 nicht nach einem Kreisbogen um den
Stift i i, sondern um einen Kreisbogen gekrümmt, dessen Mittelpunkt zwischen dem
Stift und der Minutenwelle 3 liegt. Wenn der Daumen 5 starr mit dem Minutenrad 4
verbunden wäre, so könnte offenbar der Anker 8 seine Schwenkbewegung um den Stift
i i nicht ausführen, weil die Bedingung dafür eine konzentrische Anordnung des Ansatzes
19 zum Stift i i ist. Der Spielraum zwischen dem Stift 2o auf dem Daumen 5 und dem
Loch 2i im Minutenrad q. ermöglicht aber dem Daumen, der zum Stift i i exzentrischen
Krümmung des Ansatzes i9 zu folgen.
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Beim Stellen des Uhrwerks vollzieht sich der gleiche Vorgang, wenn
der Daumen 5 in der Pfeilrichtung 6 gedreht wird. Wird der Daumen in der umgekehrten
Richtung, also gegen den Pfeil 6 gedreht, wenn seine Spitze 12 sich am Boden des
Ansatzes i9 befindet, so arbeitet seine Spitze 12 gegen den Ansatz i9 und schwenkt
den Anker 8 gegen den Druck der Feder 17, so daß sein Ende 7 aus dem Schaltrad 9
ausfällt, während gleichzeitig das Ende 14 das Schaltrad in der beschriebenen Weise
vorrückt, um den nächsten Zahn dem Ende 7 richtig gegenüberzustellen. Die Krümmung
des Ansatzes i9 nach einem Halbmesser, dessen Mittelpunkt zwischen dem Stift i i
und der Minutenwelle 3 liegt, ermöglicht den Angriff zwischen der Spitze 12 und
dem Ansatz 19 in dieser Richtung.
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An der Kante 13 geht die Spitze 12 auf die Innenkante des Ankers über,
und der Daumen 5 wälzt sich unter dem Druck der Feder 17 an dem Anker ab. Da der
wirksame Halbmesser des Daumens stets kleiner wird, so fällt schließlich das Ende
7 wieder in das Schaltrad 9 ein, aber nicht plötzlich, sondern allmählich, entsprechend
der allmählichen Abwälzung des Daumens. Auch bei dieser Drehrichtung des Daumens
wird aber das Schaltrad 9 und damit die Stundenscheibe 26 in der Pfeilrichtung 16
gedreht. Man kann also zum Stellen der Uhr den Daumen 5 in beiden Richtungen drehen,
erhält aber stets eine Drehung der Stundenscheibe 26 in derselben Richtung.