-
Kontinuierliche Walzenstraße Es sind kontinuierliche Walzenstraßen
geschützt, die bei ähnlicher Anordnung wie die bekannten Rohrreduzierwalzwerke mit
fliegend gelagerten Walzen zum Auswalzen massiver, harter Werkstoffe geeignet sind.
Wenn besondere Vorkehrungen für die Art des Antriebs solcher Walzenstraßen getroffen
werden sowie besondere Sorgfalt auf die Ausbildung der Führungen und die Schrnierunr;
der Walzenstraße verwendet wird, sind diese Walzenstraßen geeignet zum Auswalzen
von Knüppeln von etwa 6o bis i2o mm -O" als Ausgangsmaß auf Stangen von etwa 3o
bis 12 mm als Fertigmaterial. Es hat sich ergeben, daß eine ähnliche Anordnung der
Walzwerke auch mit großem Vorteil verwendet werden kann für das weitere Auswalzen
der Stangen zu Drähten bis herab zu Drähten von etwa i mm -0". Ferner hat sich gezeigt,
daß Walzwerke derartigen Aufbaus sich nicht nur zum Heißwalzen, sondern ebenso auch
zum Kaltwalzen eignen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn die einzelnen Walzgerüste
in an sich bekannter Weise durch elektrische Einzelmotoren angetrieben werden, weil
es dann möglich ist, die einzelnen Gerüste der Straße so fein aufeinander abzustimmen,
daß auch beliebig große, fortlaufende Längen fehlerfrei verarbeitet werden können,
und daß auch bei dünnen Drähten alle Spannungen und Schleifenbildungen sowie Stauchungen
zwischen den einzelnen Gerüsten finit Sicherheit vermieden «erden können. Es lag
zunächst nahe, in Anlehnung an die bekannten Rohrreduzierwalzwerke die einzelnen
Gerüste einer zum Auswalzen massiven, harten Walzgutes bestimmten Straße abwechselnd
um 45° nach rechts und links gegen die Horizontalebene geneigt anzuordnen, d. h.
sämtliche Gerüste auf einer horizontalen Grundplatte symmetrisch zu einer vertikalen
Mittelebene des Walzwerkes anzuordnen. Der Arbeitsvorgang findet dabei gewissermaßen
über der Walzenstraße statt. Solche Walzenstraßen, deren Gerüste in der geschilderten
Weise gegen die Horizontalebene geneigt sind, bedingen, daß die die Walzenstraße
bedienenden Leute beispielsweise in den Zwischenraum zwischen- zwei linksgeneigten
Gerüsten sich stellen, um den Walzvorgang vor Kopf des dazwischenliegenden rechtsgeneigten
Gerüstes beaufsichtigen oder beeinflussen zu können. Es ist infolgedessen erforderlich,
daß auf jeder der beiden Seiten der Walzenstraße je eine Person die Aufsicht bzw.
die Bedienung führt.
-
Die Anordnung einer Walzenstraße gemäß der Erfindung geht aus der
eben beschriebenen dadurch hervor, daß gewissermaßen die gesamte Walzenstraße um
go° gegen die Horizontale gedreht wird, so daß gewissermaßen als Basis der gesamten
Straße nicht mehr eine horizontale, sondern eine vertikale Ebene dient, so daß -sich
also jedes Gerüst in einer anderen Höhe befindet als die beiden benachbarten Gerüste,
die eigentlichen Arbeitsstellen aber gefluchtet sind. Die einzelnen
Gerüste
sind gewissermaßen angebaut an eine vertikale Wand und die Achsen der einzelnen
Gerüste abwechselnd um 45° aufwärts und um 45° abwärts gegen eine vertikale Ebene
geneigt angeordnet. Die Anordnung ist in Abb. i schematisch dargestellt. Auf diese
Weise wird erreicht, daß sämtliche Arbeitsstellen der gesamten Straße von ein und
derselben Seite her zugänglich sind, so daß bei einer Anordnung gemäß Abb. i beispiels"veise
auf der rechten Seite sich die Arbeitsseite befindet und ein dort befindlicher bedienender
Mann für sämtliche einzelnen Walzstellen der ganzen Straße vor Kopf steht.
-
Diese Anordnung bietet namentlich für Kaltwalzwerke, und zwar besonders
für Kaltwalzwerke für feinere Drähte, erhebliche Vorteile. Es ist ohne weiteres
möglich, eine derartige Straße von einem einzigen Arbeiter in dauernd fehlerfreiem
Betrieb halten zu lassen, so daß ein einziger Arbeiter eine Straße von ao oder auch
mehr Gerüsten fehlerfrei zu bedienen in der Lage ist. Daß infolgedessen durch eine
solche Straße ein ganz besonders vorteilhaftes Arbeiten ermöglicht wird, ist ohne
weiteres klar.
-
Eine derartige Straße bietet den weiteren Vorteil, daß ihre Anordnung
außerordentlich gedrängt ausgeführt werden kann, so daß ihr Grundflächenbedarf sehr
gering wird. Straßen zum Walzen von Drähten von. i bis 5 mm lassen sich beispielsweise
mit Abständen von nur etwa 25 cm von Arbeitskaliber zu Arbeitskaliber ausführen;
Straßen zum Auswalzen von Drähten zwischen io und 5 mm können mit Gerüstabständen
von 35 cm ausgeführt werden, während man bei Knüppelstraßen für Kaliber von ioo
bis 15 mm Gerüstabstände von etwa 1,2 bis i m erhält. Diese sehr gedrängte
Bauart bietet den weiteren Vorteil, daß man auf Straßen solcher Anordnung auch noch
dünne Drähte vorteilhaft heiß auswalzen kann. Die Abkühlungsstrecke zwischen den
einzelnen Gerüsten ist so kurz, daß ein Draht, der beispielsweise vor dem Einlaufen
in das erste Gerüst der Straße einen Glühofen passiert und somit heiß in das erste
Gerüst einläuft, zwischen den einzelnen Gerüsten keine Zeit zur Abkühlung findet
und infolgedessen auch bei ganz geringen Drahtstärken noch heiß in die weiteren
Gerüste gelangt und auch noch heiß aus dem letzten Gerüst austritt.
-
Zweckmäßig ist es, wenn die Gerüste einer Walzenstraße, wie sie vorstehend
geschildert ist, mit einer besonders ausgebildeten Keileinstellung versehen sind,
wie sie in Abb. 2 dargestellt ist. Bei dem den Walzen zunächst gelegenen Lager d
ist die Keileinstellung b über der Oberwalze, bei dem Lager c des entgegengesetzten
Ständers die Keileinstellung d zwischen den beiden Walzen angeordnet. Die beiden
Keileinstellungen b und d werden zweckmäßig miteinander gekuppelt,
beispielsweise durch einen Zahnradantrieb e. Zweckmäßig werden die Lagerschalen
der oberen Walze in ein gemeinsames Tragstück eingebaut, das derartig an einem einzigen
im Gerüst geführten Keil aufgehängt ist und diesen teilweise umschließt, daß das
am Arbeitskaliber liegende Lager durch den Keil gedrückt, das auf der. entgegengesetzten
Seite liegende Lager gezogen wird.
-
Es kann ferner zweckmäßig sein, bei Walzwerken der beschriebenen Art
zwischen den einzelnen Gerüsten geschlossene Führungen oder Schabevorrichtungen
anzubringen. Der Antrieb der Walzenstraßen erfolgt zweckmäßig durch Einzelmotoren
mit geeignet compoundierter Wicklung, wobei die Einzelmotoren vorzugsweise von einem
gemeinsamen Leonardumformer angetrieben werden.
-
Abb. 3 zeigt einen Grundriß der ganzen Anlage.