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Dubliervorrichtung Den Gegenstand der Erfindung bildet eine Dubliervorrichtung
mit in ihrer gegenseitigen Stellung veränderlichen Schienen zum Längsalten einer
Gewebebahn. Bei den bekannten, mechanisch steuerbaren Vorrichtungen dieser Art ist
es zwar an sich möglich, vor Ingangsetzen der Vorrichtung diese so einzustellen,
daß ein genaues Aufeinanderlegen der gefalteten Gewebebahn bewirkt wird. Die Unregelmäßigkeit
der Gewebe bringt es aber mit sich, daß die beim Ingangsetzen der Vorrichtung vorgenommene
Einstellung immer wieder von neuem geändert werden muß.
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Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, eine solche Regelung vollständig
selbständig auf elektrischem Weg zu bewirken. Doch ist die Bauart solcher :Maschinen
verwickelt.
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Demgegenüber weist die Vorrichtung gemäß der Erfindung eine einfache,
während des Betriebes leicht von Hand verstellbare Vorrichtung auf, welche ein stoßfreies
Regeln der gegenseitigen Stellung der Gewebekanten einer gefalteten Stoffbahn ermöglichen
soll.
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Die Erfindung kennzeichnet sich dadurch, daß drei Faltschienen verwendet
werden, von denen die beiden ersten starr miteinander verbunden sind und einen Winkel
von 135' einschließen, während die dritte Schiene mit der ersten einen Winkel von
45 ° und mit der zweiten Schiene einen solchen von go ° bildet, und daß die beiden
ersten Schienen gegenüber der dritten Schiene während des Dublierens von Hand in
einer Ebene verstellbar sind. Zum Verstellen der beweglichen Schiene dient dabei
ein Handhebel. Erfindungsgemäß soll endlich die eine Schiene des verstellbaren Schienenpaares
mit einem Ansatz durch eine Schlitz- und Stiftführung an einer fest angeordneten
Stützschiene geführt werden.
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Der Gegenstand der Erfindung ist an Hand der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert.
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Es bedeuten Fig. z eine Seitenansicht der Vorrichtung, Fig. 2 eine
Vorderansicht derselben, Fig. 3 einen teilweisen Grundriß der verwendeten Schiene
in vergrößertem Maßstabe, Fig. q. eine schaubildliche Darstellung, um die Faltenbildung
zu zeigen, und Fig. 5 und 6 zwei schematische Darstellungen, um die Regelung der
Faltenbildung zu erläutern.
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Einer Schiene z, die genau waagerecht angeordnet ist, schließt sich
eine zweite Schiene 2 an, die mit der Schiene z einen Winkel von 135 ° einschließt.
Eine dritte Schiene 3 bildet mit den Schienen z und 2 einen Winkel von 45 ° bzw
go °. Die noch vorhandene vierte Schiene q. dient nur zum Abstützen der Schiene
3. Die vier Schienen besitzen eine gemeinsame Spitze. Die Schienen z und 2 sind
fest miteinander verbunden und bilden daher einen Winkelhebel. Sie sind um
Zapfen
5 gegenüber den fest angeordneten Schienen ,3° und 4 äussehwingbar. Die Fig. 3 und
q. zeigen die allgemeine Anordnung. Die Schiene 3 befindet sich dort vor der Schiene
i, und der zwischen diesen Schienen liegende Zwischenraum dient dem Durchgang des
Gewebes.
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Die Schiene i ist mit ihrem freien Ende bei 6 an eine Gelenkstange
7 angeschlossen, die mit einem Doppelhebel 8, 9 gelenkig verbunden ist, der um Achse
io am Träger ii des Gestelles 12 ausschwingen kann.
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Durch Verstellen des Handhebels 9 kann die Winkellage der Schiene
i und 2 mit Bezug auf die feste Schiene 3 leicht verstellt werden.
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Die Schiene q., die auch am Gestell befestigt ist, trägt einen Stift
13, der in einen Schlitz 1q. eines Ansatzes der Schiene 2 eingreift, wodurch die
Schiene 2 eine entsprechende Führung erhält.
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Hinter den Schienen ist in der Nähe des unteren Endes eine Führungswalze
16 vorgesehen, und am vorderen Teil der Vorrichtung ist in der Nähe des unteren
Endes eine zweite Walze 17 angeordnet.
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Die Vorrichtung soll in erster Linie an einer Maschine angebracht
werden, die eine mechanisch angetriebene Aufwickelvorrichtung besitzt. Diese Aufwickelvorrichtung
ist auf der Zeichnung nicht dargestellt. In Fig. i ist nur eine Walze 18 angedeutet,
die mit Führungen i9 versehen ist, über die die Gewebebahn 2o beim Durchgang durch
die Maschine läuft. Das Gewebe bewegt sich von der Walze 18 aus über eine Spannvorrichtung
2i und läuft hierauf unter die Walze 16, um sich senkrecht hinter den Schienen i
und 2 nach aufwärts zu bewegen.
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Der von der Schiene i aafgenommene Teil der Gewebebahn entspricht
möglichst genau der halben Breite des Gewebes und wird in Pfeilrichtung (Fig. 2)
vor der Schiene i senkrecht nach abwärts geführt, bewegt sich jedoch hinter der
Schiene 3 (s. insbesondere Fig. q., wo das Gewebe gestrichelt angedeutet ist).
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Der von der Schiene :z aufgenommene Teil bewegt sich zunächst in waagerechter
Richtung vor der Schiene 2 nach rechts vor den Schienen q. und 3 und umgreift die
letztere, von der aus sie senkrecht nach abwärts geführt wird, um sich genau parallel
zur erstgenannten Hälfte der Gewebebahn mit dieser vereint nach abwärts zu bewegen.
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Die Längsfaltenlegung wird in dieser Weise bewirkt, und die gefaltete
Gewebebahn wird durch die Walze 17 (Fig. i) zu der nicht dargestellten Aufwickelvorrichtung
hingeleitet. Wie bereits erwähnt, kann bei der geringsten Unregelmäßigkeit des Gewebes
eine fehlerhafte Faltenlegung eintreten, wenn der Arbeiter nicht genau aufpaßt.
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Bei der Vorrichtung gemäß der Erfindung ist es nun leicht möglich,
auf mechanischem Weg jeden Fehler schnell zu verbessern, ohne daß der Arbeiter nötig
hat, das Gewebe selbst zu berühren. Hebt man mit Hilfe des Handhebels 9 ein wenig
die Schiene i (Fig. 5), dann bewirkt die Spannung des Gewebes sofort ein Gleiten
desselben in Richtung der Pfeile 2a (Fig. 5). Die Folge davon ist, daß der hintere
Teil der gefalteten Gewebebahn 23 (Fig. 5 und 6) sich in seiner Breite verringert,
während der vordere Teil 24 eine entsprechende Verbreiterung erfährt; senkt man
die Schiene i, dann tritt die umgekehrte Wirkung ein.
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Die Schienen 1, 2 und 3 sind zweckmäßig mit Skalen versehen, um die
Breite des durchlaufenden Gewebes ablesen zu können.
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Zur Schonung des zu faltenden Gewebes verwendet man Schienen mit angerundeten
Ecken. Hierdurch ist es möglich, selbst Seidenvoile ohne Nachteil zu behandeln.
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Man kann auch die Maschine umgekehrt arbeiten lassen, d. h. ein längsgefaltetes
Gewebe wieder in voller Breite auflegen.