DE538865C - Elektrolysiereinrichtung zum Faellen von Metallen aus Halogensalzloesungen ohne Diaphragma - Google Patents
Elektrolysiereinrichtung zum Faellen von Metallen aus Halogensalzloesungen ohne DiaphragmaInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25C—PROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
- C25C7/00—Constructional parts, or assemblies thereof, of cells; Servicing or operating of cells
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Description
Die Erfindung betrifft einen neuen Apparat, der die elektrolytische Gewinnung sämtlicher
Metalle aus chloridhaltigen bzw. halogenhaltigen Lösungen ohne Diaphragma gestattet.
Das elektrolytische Niederschlagen von Metallen aus Chloridlösungen bzw. Halogenlösungen
geschah bekanntlich früher in besonderen Behältern mit Diaphragmen. Sa
wurden einige Verfahren bekannt, nach denen, insbesondere durch die Fällung des Zinks aus
Chloridlaugen, diese mittels Diaphragma elektrolysiert wurden. Die maßgebenste Elektrolyse
war bekanntlich die von Höpfner. Es bestand dabei z. B. das Bad für die Elektrolyse
von Chlorzinklaugen aus einer Anzahl gesonderter Räume, die mittels Diaphragmen
getrennt waren. Durch diese Anordnung wurden Anodenräume geschaffen, die behufs gasdichten
Abschlusses von oben mit Teerpech usw. vergossen werden mußten. Durch die Kathodenräume, die von zwei Anodenzellen
umgeben waren, wurde nun eine runde Kathode (aus Zink- oder Aluminiumblech usw.),
die mit einem reichlichen Drittel ihrer Gesamtoberfläche in der Kathodenflüssigkeit
tauchte, auf einer Welle in rotierende Bewegung gesetzt.
Auch die Elektrolyse des Nickels aus ChIoridlösungen
erfolgte nach Höpfner und
vielen anderen in- und ausländischen Patenten ausnahmslos mittels Diaphragmen. Vorschläge,
Metallchloridlösungen ohne Diaphragmen technisch zu elektrolysieren, sind nicht gemacht worden. Dasselbe ist über die
Elektrolyse von Co, Cd, Bi, Cu, Sn usw. aus Chloridlösungen usw. gesagt. Nur ein Vorschlag
befaßt sich damit, Zinkchloridlösungen ohne Anwendung eines Diaphragmas zu elektrolysieren,
ohne jedoch die Apparatur so zu gestalten, daß man großtechnisch darnach arbeiten könnte.
Alle Vorschläge, Metallchloridlösungen des Ni, Co, Zn, Cu usw. zu elektrolysieren, befassen
sich ausnahmslos mit der Anwendung eines Diaphragmas. Abgesehen von den dadurch bedingten hohen Stromverlusten ist
aber eine derartige Anordnung infolge der komplizierten Bauart der Bäder und der damit
zwangsläufig vermehrten Aufwartung sehr kostspielig. Dann trat auch häufig ein starker Chlorgeruch auf, dessen Beseitigung
nie gelang. Alle diese Nachteile verdrängten die erwähnten Verfahren in neuerer Zeit
wegen der größeren Einfachheit des Betriebes zugunsten der Sulfatelektrolyse.
Die neue Elektrolysiereinrichtung betrifft nun wieder, wie oben schon gesagt, eine Chloridelektrolyse,
jedoch unter Vermeidung der angeführten Nachteile.
Zunächst wird zwecks Vermeidung jeglichen Chlorgasaustrittes usw. der Badbottich
oben mit einer herumlaufenden Flüssigkeitsrinne versehen, in die sich der Deckel des
Bades mit dem Rande einsetzt, wobei aber insbesondere der innere Ansatz etwas niedri-
ger gehalten ist als der äußere. Hierdurch wird eine eventuelle Anreicherung der in der
Rinne befindlichen Lösung mit'Chlorgas usw. und eine damit verbundene unliebsame Betriebsstörung
vermieden, weil man dauernd von außen nach .innen frische Lösung, und
zwar eine solche, die gerade elektrolysiert werden soll, hindurch zirkulieren lassen kann.
Zweitens wird ein innerer geringer Uberdruck .dadurch ausgeglichen, daß der Flüssigkeitsspiegel
an dem äußeren Rande der Flüssigkeitsrinne steigt, während er am inneren Rande fällt. Dasselbe wird natürlich erreicht,
wenn man den inneren Rand durch Rohre niedriger hält. Die Lösung fließt dann ohne
Anreicherung mit Chlorgas usw. nach innen in das Bad ab. Selbstverständlich kann die
Flüssigkeitsrinne auch mit Wasser oder einer sonstigen Flüssigkeit gefüllt werden, das
eventuell auf der einen Seite zufließen und auf der anderen Seite der Flüssigkeitsrinne abfließen
kann, ohne in den Bottich selbst hineinzufließen.
Die Verwendung eines Flüssigkeitsver-Schlusses ist an und für sich eine bekannte
Maßnahme, nicht jedoch hierbei die Anordnung eines inneren niedrigeren Randes.
Die Kathoden werden bei dieser Deckelabdichtung nach einem weiteren Erfindungsgedanften
mit besonderen Ansatzarmen, die einen nicht leitenden und säurefesten Überzug haben, durch die Flüssigkeitsrinne-hindurchgeführt,
wobei sich die Arme mit ihren Enden auf Stromzuführungsschienen aufsetzen, die außerhalb des Bades, d. h. ohne mit der Lauge
irgendwie in Berührung zu kommen, vorgesehen sind. Diese Art der Kathodenanordnung
ermöglicht ein ebenso leichtes Ausheben der Kathodenplatten wie bei der Sulfatelektrolyse.
Ähnlich vorteilhaft sind nach dem Erfindungsgedanken auch die Graphitanodenplatten in das Bad leicht herausnehmbar eingehängt.
Diese Platten sind nämlich an den Seitenrändern mit Nasen versehen, mit denen sie sich auf Graphitstäbe aufsetzen, die beiderseits
seitlich durch den Bottich gelegt und mit den Enden aus dessen Wandung herausstehen,
um erst außerhalb des Bottichs mit der Stromzuführung in Verbindung gebracht zu werden. Es sind also bei den Anodenplatten
ebenfalls jegliche Metallstromzuleitungen in das Bad selbst vermieden. Außerdem wird
durch das Aufhängen der Anodenplatten mit den Nasen auf die Graphitstäbe eine äußerst
gleichmäßige Stromverteilung und damit eine vorzügliche Stromausnutzung erreicht. Natürlich
kann auch die Stromzuleitung zu den Anoden durch den Boden des Bottichs oder wie bei der Kathode oder in einer anderen
gleichwertigen Weise ohne Veränderung des Erfindungsgedankens erfolgen.
Neu ist dann ferner noch bei der Elektrolysiereinrichtung der Gedanke, den Boden des
Bades mit porösen Filtersteinen auszulegen, um durch diesen Belag während und eventuell
auch nach der Elektrolyse erwärmte oder gegebenenfalls kalte Luft durch das Bad zu
blasen, wobei dann das frei ,werdende Chlor usw. durch die in den Wänden des Bades angebrachten
Rohre ausgetrieben und ein gutes Niederschlagen des Metalles erzielt wird. Selbstverständlich kann auch hier anstatt Filterstein
ein gleichartiges Material, z. B. Filtergummi (poröser Gummi) ohne Veränderung des Erfindungsgedankens verwendet
werden.
Die Austreibung des Chlors aus Zinkchloridlösungen während der Elektrolyse durch
Einblasen von Luft ist zwar schon vorgeschlagen worden, jedoch ist die Anordnung
hiernach zum Austreiben des Chlors derart untauglich, daß von einer wirklichen Entchlorung
der Lauge überhaupt keine Rede sein kann.
Die vorliegende Einrichtung kann nun nicht nur für Zink, sondern auch für die Elektrolyse
von Co, Ni, Bi, Pb, Cu, Cd, Hg, As, Sb, Sn, Fe, Mn der Edelmetalle Pt, Ag und
Au, sowie für alle weiteren Metalle, die sich aus wässerigen Lösungen durch die Elektrolyse
als Metalle niederschlagen lassen, mit bestem Erfolge Anwendung finden. Insbesondere
scheiden sich Kobalt und Nickel in sehr glatter Form ab. Auch die Edelmetalle, wie
Silber, wenn das Chlorsilber z. B. in einem entsprechenden Lösungsmittel wie Chlornatrium
gelöst wird, lassen sich nach der vorliegenden Erfindung in glatter Form erhalten.
Die Elektrolyse zeichnet sich besonders durch den äußerst niedrigen Kraftverbrauch und
durch die glatte Abscheidung der Metalle aus. Die Zeichnung veranschaulicht eine Ausführungsform
der neuen Elektrolysiereinrichtung, und zwar zeigt
Abb. ι einen Vertikal schnitt durch den Badbottich, während
Abb. 2 einen Horizontalschnitt durch denselben gemäß Schnittlinie A-B nach Abb. 2
erkennen läßt.
Der Bottich α zeigt zunächst oben die Flüssigkeitsrinne
b, die einen höheren Außen- als Innenrand hat. In diese Rinne setzt sich der
Deckel d mit seinem Rand dicht ein. Die Kathode e greift mit ihren Armen / durch die
Rinne b unter dem Deckelrand her, ohne den Boden der Flüssigkeitsrinne b zu berühren,
wobei sich dann die Arme durch ihr Eigengewicht auf die Stromzuleitungsschiene aufstützen.
Die Graphitanode h zeigt an den beiden Seiten die Nasen i, mit denen sich die
Anode auf die Graphitstäbe / aufstützt, die, wie in der Einleitung schon gesagt, an ihren
aus dem Bottich herauskommenden Enden mit der Stromzuführung verbunden sind.
LTnten in dem Bottich ist der aus porösen
Filtersteinen bestehende Belag k eingesetzt, durch den die erwärmte oder gegebenenfalls
kalte Luft in das Bad geblasen wird, wobei diese Luft durch einen Anschluß m in den
Raum unterhalb des Belages k eintritt. Soweit die Laugenzufuhr nicht durch die Flüssigkeitsrinne
b erfolgt, können die Ein- und Auslaßöffnungen für die Lauge in den Wänden
des Bottichs vorgesehen sein. In der Zeichnung sind für diesen Zweck zwei Öffnungen
η und ο vorgesehen, während die öffnung«!
für den Chlorgasaustritt bestimmt sein soll.
Claims (4)
- Patentansprüche:ι. Elektrolysiereinrichtung zum Fällen von Metallen aus -Halogensalzlösungen ohne Diaphragma, dadurch gekennzeichnet, daß die Kathodenplatten (e) und die Anodenplatten [Ji) Aufhängearme (/) haben, die durch die Flüssigkeitsrinne (b) unterhalb des Deckelrandes hindurchgeführt sind, und zwar in einer Weise, daß sie den Boden der Flüssigkeitsrinne (b) nicht berühren, damit sie frei schwebend sich mit ihren Enden auf Stromzuführungsschienen durch ihr Eigengewicht aufsetzen lassen.
- 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeitsrinne (b) derart gestaltet ist, daß der äußere Rand höher liegt als der innere.
- 3. Abänderung der Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Anodenplatten (h), zu dem Zweck, sie außerhalb· des Bades an die Stromleitung anzuschließen, seitlich mit Nasen (i) versehen sind, mit denen sich die Platten auf Graphitstäbe (/) aufstützen, die an der Innenwand des Bottichs entlang und außerdem durch die Wand des Bottichs nach außen geführt sind.
- 4. Einrichtung nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden des Gefäßes (α) mit einem Belag (k) aus porösen Filtersteinen versehen ist, um eine feine Verteilung des zum Austreiben des Chlors in bekannter Weise verwendeten kalten oder erwärmten Luftstromes zu erzielen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DER75032D DE538865C (de) | 1928-06-29 | 1928-06-29 | Elektrolysiereinrichtung zum Faellen von Metallen aus Halogensalzloesungen ohne Diaphragma |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DER75032D DE538865C (de) | 1928-06-29 | 1928-06-29 | Elektrolysiereinrichtung zum Faellen von Metallen aus Halogensalzloesungen ohne Diaphragma |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE538865C true DE538865C (de) | 1931-11-17 |
Family
ID=7414974
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DER75032D Expired DE538865C (de) | 1928-06-29 | 1928-06-29 | Elektrolysiereinrichtung zum Faellen von Metallen aus Halogensalzloesungen ohne Diaphragma |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE538865C (de) |
-
1928
- 1928-06-29 DE DER75032D patent/DE538865C/de not_active Expired
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