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Einrichtung zur Entlastung der Laschenbolzen durch mit den Schienen
in der Nachbarschaft der Stoßlücken verbundene Wanderschutzklammern Bei der Verwendung
von Langschienen im Eisenhahnhau entspricht die Stoßlücke nicht mehr der vollen
Ausdehnung der Schienen innerhalb des durch das Klima gegebenen Temperaturspielraumes.
Infolgedessen schließen sich die Stoßlücken bereits vor Erreichung der Höchsttemperatur
und öffnen sich bis zum Anliegen der Laschenbolzen ebenfalls bereits vor Erreichung
der Tiefsttemperatur. Es müssen also die Schienen einerseits bei hohen Temperaturen
und vollständig geschlossener Lücke Druckkräfte im Schienenstoß übermitteln, wie
auch müssen dort bei tiefen Temperaturen, wenn die Laschenbolzen zum Anliegen gekommen
sind, Zugkräfte von der einen Schiene auf die andere übertragen werden.
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Es hat sich nun herausgestellt, daß die zu übertragenden Zugkräfte
zu groß sind, um durch die übliche Laschenkonstruktion aufgenommen zu werden, und
es sind Abscherungen und Verbiegungen der Laschenbolzen eingetreten.
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Man hat schon vorgeschlagen, Wanderschutzklammern, deren Größtabstand
durch Anschläge begrenzt ist, in der Nähe der Stoßstellen anzuordnen, um dadurch
die Laschenbolzen zu entlasten, doch wurden die Klammern hierbei so angebracht,
daß sie <las Schließen der Stoßlücken bei höherer Temperatur verhinderten.
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Das Wesen der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, daß der Größtabstand
der Anschläge derjenigen Stoßlückenweite entsprechend bemessen ist, bei welcher
die Laschenbolzen die dem Stoß benachbarten Schienenlöcher berühren.
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Die Wanderschutzklammern können an sich beliebig ausgebildet werden,
ihr Größtabstand kann z. B. dadurch begrenzt sein, daß sich bei öffnungsweite eines
Stoßes, wo die Laschenbolzen zum Anliegen kommen, diese Wanderschutzklammern gegen
die Schwellen legen, oder auch dadurch, daß die Wanderschutzklammern untereinander
durch einen mit Anschlägen oder Köpfen versehenen Anker verbunden sind, wobei der
Abstand der Anschläge oder Köpfe der höchstzulässigen Größe der Stoßlücke entsprechend
bemessen ist. Setzt man beispielsweise, von der Stoßfuge aus gesehen, vor die beiden
Stoßschwellen oder auch vor noch einige weiter folgende Schwellen Wanderschutzklammern
derart an, daß sie bei etwa o° zum Anliegen an die Schwellen kommen, so würden bei
weiterem Zusammenziehen der Schienen die Wanderschutzklammern bestrebt sein, die
Schwellen mit sich von der Stoßfuge weg fortzuziehen. Da bei Temperaturen unter
o° die Bettung sehr schnell einfriert und dann den Schwellen einen außerordentlich
großen Widerstand gegen Verschiebung bietet, so kann eine derartige Anbringung von
Wanderschutzklammern als eine Verankerung der Schienen angesehen werden, welche
ein weiteres Zusammenziehen der Schienen nach
Erreichung der Temperatur
von o° verhindert. Ein öffnen der Fuge über die Weite, welche sie bei o° hat, wird
daher durch eine derartige Verankerung der Schienenenden gegen die Schwellen verhindert
und damit eine wesentliche Entlastung der Laschenbolzen herbeigeführt. Da die Verankerung
der Schienenenden nur in einer Richtung erfolgt, hindern die Wanderschutzklammern
die Ausdehnung der Schienen bei eintretender Wärme nicht und treten immer nur in
Wirkung, wenn die tiefere Temperatur sich einstellt. Sollte die Verankerung der
Wanderschutzklammern an den Schwellen nicht genügen, was insbesondere in südlichem
Klima, wo mit stärkeren Frosttemperaturen nicht zu rechnen ist, eintreten wird,
so kann man die Stoßschwellen untereinander derart verbinden, däß ein Auseinanderziehen
derselben verhindert wird.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in zwei beispielsweisen
Ausführungsformen veranschaulicht, und zwar zeigt Abb. i eine Ausführungsform, bei
welcher die zusätzlichen Mittel zur Entlastung der Laschenbolzen mit der Bettung
(den Schwellen) zusammenwirken, Abb. 2 eine Ausführungsform, bei welcher die zusätzlichen
Mittel in ihrem gegenseitigen Abstand durch ein sie verbindendes Glied begrenzt
sind.
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Gemäß Abb. i sind a die Schienen, die in üblicher Weise mit Laschen
b versehen sind. c und d sind Schwellen, e Wanderschutzklammern in solcher Lage
in der Nachbarschaft der Stoßlücke und mit den Schienen verbunden, daß sie sich
bei -bestimmter öffnungsstellung der Stoßlücke gegen die Schwellen d stemmen. Die
Einregulierung der Stoßlücke und die Befestigung der Wanderschutzklammern kann dabei
so erfolgen, daß bei etwa o° Temperatur die Wanderschutzklammern sich gegen die
Schwellen geradelegen. Auch können zweckmäßig die Schwellen d mechanisch,
z. B. durch Anker f, miteinander verbunden sein, um den Bettungswiderstand
zur Aufnahme der Zugkräfte bei Unterschreitung einer' gewissen Grenztemperatur,
im Beispielsfalle von o°, wirksam zu erhöhen.
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Im Ausführungsbeispiel der Abb. 2 ist ein schwebender Stoß gezeigt,
bei dem Wanderschutzklammern e in unmittelbarer Nachbarschaft der Schienenenden
-angeordnet sind und unmittelbar miteinander durch einen Ringanker f verbunden sind;
der eine Annäherung bei Temperaturerhöhung zuläßt, den Größtabstand aber, der bei
Erreichung einer gewissen unteren Grenze der Temperatur eintritt, begrenzt.