DE535928C - Verfahren und Einrichtung zum mittelbaren Anwaermen von Zuckersaeften - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum mittelbaren Anwaermen von ZuckersaeftenInfo
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Description
- Verfahren und Einrichtung zum mittelbaren Anwärmen von Zuckersäften Es ist bekannt, die dünnen Säfte der Zukkerfabrikation in Rauchgaswärmern durch die Kesselabgase anzuwärmen. Praktische Anwendung hat diese Anwärmung aber nicht gefunden, da die Güte der Säfte unter den hohen Temperaturen der Abgase litten.
- Diesem Übelstand soll das nachstehend beschriebene Verfahren abhelfen. Bei diesem wird die Wärme der Abgase nicht unmittelbar auf die Zuckersäfte übertragen, sondern zunächst auf eine geeignete Flüssigkeit, wie Wasser oder Lösungen, und erst von dieser auf den Zuckersaft.
- Es ist zwar ebenfalls bekannt, Wasser im steten Umlauf durch einen Rauchgaswärmer zu erwärmen, um daraus in einem Entspannungsbehälter Dampf zu erzeugen, der zum Anwärmen oder Verdampfen benutzt wird. Hierbei muß aber die Entspannung des Dampfes ungefähr unter Atmosphärendruck stattfinden, wenn man die Leistung des Rauchgaswärmers genügend ausnutzen will, so daß infolge der niedrigen Temperatur des Dampfes. die Anwärmung für Zuckersäfte meistens nicht genügend ist. Wird dagegen das im Rauchgaswärmer auf 13o bis 14o° erwärmte Wasser zum Anwärmen der Säfte im Gegenstromwärmer benutzt, so können sie bis auf ioo° und darüber angewärmt werden. Außerdem ist die Einrichtung und der Betrieb für das Anwärmen mit dem heißen Wasser einfacher als die mit entspanntem Dampf.
- Zur zweckmäßigen . Ausführung dieser mittelbaren Anwärmung ist eine besondere Einrichtung erforderlich, die aus einem geschlossenen System von zwei miteinander durch Rohre verbundenen Wärmern besteht, die mit Wasser oder einer anderen Flüssigkeit gefüllt sind. Der eine Wärmer dient zur Übertragung der Abgaswärme auf das Wasser und der andere zur Übertragung der Wärme vom Wasser auf den Saft. Das Wasser wird durch eine in die Verbindungsleitung eingeschaltete Pumpe dauernd im Umlauf gehalten, und zwar derart, daß die Pumpe das Wasser im Gegenstrom zu den Abgasen durch den Abgaswärmer drückt, von wo es, ebenfalls im Gegenstrom zum Saftstrom, durch den Saftwärmer wieder zur Pumpe zurückfließt. DieUmlaufgeschwindigkeit wird nach den Temperaturen gewählt, die man anwenden will. Zweckmäßig wird das Wasser im Abgaswärmer auf i2o bis 14o° erwärmt und die darin aufgespeicherte Wärme im Saftwärmer so weit ausgenutzt, daß die Temperatur des aus dem letzteren austretenden Wassers ungefähr io bis 2o° höher ist als die Temperatur des in den Wärmer eintretenden Saftes. Die Größe der Heizflächen ist diesen Temperaturen entsprechend zu wählen. Die Wärmeübertragungszahl von der Heizwand. auf das Wasser bleibt stets die gleiche, weil sich aus dem umlaufenden Wasser kein Steinansatz auf den Heizrohren bilden kann, die Rohre auf der Wasserseite also blank bleiben.
- Als Wärme übertragendes Mittel ist Wasser das empfehlenswerteste. Entsprechend der Höchsttemperatur, die das Wasser im Abgaswärmer erreicht, herrscht im ganzen Anwärmesystem der dieser Höchsttemperatur entsprechende Druck. Ist diese z. B. i4o°, so ist der Druck des Wassers an allen Stellen ungefähr 3 atü. Aus Sicherheitsgründen sind Vorkehrungen zu treffen, daß dieser Druck und die entsprechende Temperatur nicht überschritten wird. Zu diesem Zweck wird an dem Ausgangsstutzen des Abgaswärmers, also an der Stelle, wo das Wasser die höchste Temperatur hat, ein Behälter angeschlossen, der etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt und oben mit einem Sicherheitsventil versehen ist, das sich bei dem Höchstdruck öffnet. Das umlaufende Wasser tritt durch einen unteren Stutzen in den Behälter ein und fließt durch einen zweiten, ebenfalls am Boden befindlichen Stutzen ab. Ist das eintretende Wasser über die Höchsttemperatur erwärmt, fängt das Wasser im Behälter an zu sieden, das Sicherheitsventil öffnet sich und läßt so viel Dampf entweichen, daß der Druck im Behälter wieder auf den der Höchsttemperatur entsprechenden sinkt. Sollte das Abblasen von Dampf häufiger vorkommen, was nur bei ungeregeltem Betrieb eintritt, so muß natürlich das verdampfte Wasser ersetzt werden, um das Umlaufsystem stets ganz mit Wasser gefüllt zu halten.
- Dieser Sicherheitsbehälter könnte weggelassen werden, wenn man an Stelle von Wasser hochsiedende Lösungen von Chlorkalzium usw. nähme. Diese haben aber den Nachteil, daß sie selbst bei den kleinsten Undichtigkeiten die Säfte verunreinigen und zerstörend, auf die Heizrohre wirken; auch ist ihre spezifische Wärme niedriger als die des Wassers.
- In Zuckerfabriken hat das mittelbare Anwärmen der Säfte durch Abgase außer dem Vorteil'der Verwertung der sonst ungenutzt verlorengehenden Abgaswärme noch den Vorteil, daß die Verdampfanlage, aus der die Brüdendämpfe zum Anwärmen entnommen werden, erheblich entlastet wird. Infolgedessen können die zum Verkochen und den restlichen Anwärmezwecken der Verdampfanlage zu entnehmenden Brüdendämpfe günstiger verteilt werden; es kann also eine weitere Dampfersparnis erreicht werden.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Vorwärmen von Zuckersäften durch Kesselgase, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärme der Abgase vermittels eines Wasserkreislaufes auf den Saft übertragen wird.
- 2. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein geschlossenes System, bestehend aus zwei Wärmern, die durch Rohrleitungen mit eingebauter Umwälzpumpe verbunden sind, benutzt wird, das mit Wasser gefüllt ist und in dem das im Abgaswärmer erwärmte Wasser nach -dem' Saftwärmer - fließt, hier abgekühlt wird und durch die Pumpe wieder in den Abgaswärmer gedrückt wird.
- 3, Einrichtung zum Verhüten einer unzweckmäßigen Drucksteigerung in dem Anwärmesystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem oberen Wasseraustrittsstutzen des Abgaswärmers ein` ungefähr bis zur Hälfte mit Wasser gefüllter Behälter angeschlossen wird, aus dem die die Drucksteigerung hervorrufende überschüssig übertragene Wärme in Form von Dampf. entweicht.
Applications Claiming Priority (1)
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