DE52633C - Zähler der elektrischen Energie - Google Patents
Zähler der elektrischen EnergieInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der nachstehend beschriebene Zähler für elektrische Energie beruht in seiner Wirkungsweise
auf dem durch die folgende Betrachtung klargelegten Grundgedanken.
Bezeichnet man mit i die Stärke eines Stromes und mit E1 den Spannungsunterschied
zweier Punkte der von diesem Strom durchlaufenen Leitung, so wird die Ablenkung eines
Elektrodynamometers, welches in die Leitung eingeschaltet ist, zu jeder Zeit dem entsprechenden
Werth des Productes E1 i proportional
sein. Die. Aufgabe eines Zählers der elektrischen Energie ist es nun, für ein beliebiges
Zeitintervall das Integral f E1 i dt zu messen;
für die Bedürfnisse der Praxis genügt es, die Summe Σ i?1 i 0 = 0 Σ ζ i?1 zu bestimmen, wo
8 ein kurzes Zeitintervall ist.
Man stelle sich vor, dafs eine Person zu wiederholten Malen kurz nach einander folgende
drei Operationen ausführe, und zwar in Zwischenräumen, -welche de'm Werth θ entsprechen.
Diese Person bewirke nämlich
ι. die Einrückung der Achse des Elektrodynamometers
mit derjenigen eines gewöhnlichen Umdrehungszählers, bringe
2. dieselbe mit dem Finger das Elektrodynamometer auf den Nullpunkt zurück und
bewirke
3. die Ausrückung der Achsen von einander, worauf das Elektrodynamometer die durch den
Strom bedingte Ablenkung erfährt. Hierbei rückt der Umdrehungszähler in jedem Zeitintervall
9 um einen Winkel vor, welcher dem Werth des Productes E1 i im Anfang jenes
Zeitintervalls proportional ist. Da aber dieser Werth des Productes El i während jedes Zeitintervalls
nahezu constant ist, so stellt die nach einer beliebigen Zeit bewirkte gesammte Vorrückung des Umdrehungszählers den Zuwachs
des Productes ~Σ E1 i während dieser
Zeit vor. Die Vorrückung des Umdrehungszählers giebt also die gesuchte Summe, welche
mit einem constanten Factor zu multipliciren ist, um das wirkliche Ergebnifs zu erhalten.
Dieser Factor ist durch Versuche unschwer zu bestimmen;- es genügt zu diesem Zweck, durch
die Vorrichtung einen constanten Strom fliefsen zu lassen und andererseits E1 und i mit einem
Volta- bezw. Amperemeter zu messen.
Eine Vorrichtung, welche die eben erwähnten Operationen selbstthätig ausführt, ist auf den
beiliegenden Zeichnungen dargestellt, und zwar in der Fig. 1 in der Seitenansicht mit theilweisem
Schnitt, in der Fig. 2 im Grundrifs, in der Fig. 3 in der Vorderansicht; in der Fig. 4 ist ein Einzeltheil und in der Fig. 5 die
Schaltung besonders dargestellt. Die Fig. 6 und 7 erklären die Bestimmung der Form des
in der Fig. 4 dargestellten Körpers.
Der Zähler besteht im wesentlichen aus einem Elektrodynamometer, der Ein- und
Ausrückvorrichtung, der Vorrichtung, um das Elektrodynamometer periodisch auf den Nullpunkt
zurückzustellen, und aus den elektrischen Leitungen. Diese einzelnen Theile sollen in
folgendem nach einander beschrieben werden.
a) Das Elektrodynamometer. Dasselbe besteht aus einem weiten, hohlen, aus Windungen
von dickem Kupferdraht hergestellten Solenoid A, Fig. 1 und 2, welches derart be^
festigt ist/ dafs die Achse desselben senkrecht steht, sowie aus dem beweglichen Solenoid B,
einem leichten, mit feinem Draht übersponnenen Aluminiumring. Dieses Solenoid B kann sich
um eine liegende Achse, welche einen Durchmesser desselben bildet, innerhalb des festen
Solenoids Ä drehen. Bezeichnet man mit i die Stärke des durch das feste, mit i1 diejenige
des durch das bewegliche Solenoid laufenden Stromes, so ist das Moment des auf dieselben
wirkenden Krä'ftepaares, einen constanten Factor ausgenommen, gleich:
i i ! cos a.
Die Ablenkung des Solenoids B wird dem Product i i1 proportional gemacht durch ein
auf der Achse des Solenoids B befestigtes Excenter D (s. auch Fig. 4), um welches eine
Schnur geschlungen ist, die durch ein Gewicht E gespannt wird. Die Form dieses Excenters
D bestimmt man auf folgende Weise: Es sei ab, Fig. 6, die Lage des Excenters,
wenn die Achse des Solenoids B sich um einen Winkel α gedreht hat, und oc die dann
von der ursprünglich waagrechten, durch den Punkt ο gelegten Geraden angenommene Lage.
Das elektromagnetische Kräftepaar ist gleich ■ i i1 cos α und wird durch die am Ende des
Hebelarmes od wirkende Kraft ρ im Gleichgewicht gehalten; man hat also die Gleichung:
i iλ cos λ= ρ χ od,
woraus
od
llL = ρ X
nun soll Ct =
COS Ά
werden, wo λ eine Con-
stante ist; da also i i1 = a · —-, so erhält man
a = ρ x-
λ od
cos α
cos α
Da aber
od — , , . „, ,
= 0 e, erhalten wir endlich
cos a
a = Hx oe,
wo H wieder eine constante Gröfse ist.
wo H wieder eine constante Gröfse ist.
Die genaue Form der Curve ab kann man also, da der Winkel α direct proportional den
Werthen der Geraden oe ist, in folgender Weise ermitteln. Man ziehe zwei rechtwinklige
Geraden oc, oy, Fig. 7; auf oc trage man beliebige Längen oe, oe', oe" . . . ab, durch
die in dieser Weise erhaltenen Schnittpunkte e e'e" . . . ziehe man je eine Gerade, welche
mit oy einen dem Abstand des betreffenden Punktes von ο proportionalen Winkel bildet.
Jede so gezogene Gerade ist eine Tangente der gesuchten krummen Linie, welche man
also erhält, wenn man die zu diesen Tangenten gehörige einhüllende Bogenlinie zeichnet.
Um die Empfindlichkeit der Vorrichtung beliebig abzuändern, genügt es, das Gewicht zuverändern,
so dafs, wenn man gleichzeitig die Schaltungsweise des Drahtes des festen Solenoids
ändert, es möglich wird, den Zähler auf Ströme sehr ungleicher Gröfsen anzuwenden.
b) Die Ein- und Ausrückung. Die'Einrückung
wird mittelst eines Elektromagneten F, Fig. i, bewirkt; der Kern G desselben, welcher
mit der Achse des Umdrehungszähler fest verbunden ist, kann einen an der Achse des Elektrodynamometers
mittelst einer flachen Feder H (Fig. 2) befestigten Anker J anziehen. Dieser
Anker besteht aus zwei cylindrischen eisernen Stäben, welche parallel der Achse laufen und
an der Feder H an zwei diametral einander gegenüber gelegenen Punkten befestigt sind'.
Die" ovalförmig gekrümmte Feder H ist so biegsam, dafs der Anker sich an den Kern G
des Elektromagneten F anlegen kann, sobald der letztere durch einen Strom magnetisirt
wird. Alsdann sind beide Achsen mit einander gekuppelt. Die Ausrückung geschieht augenblicklich,
sobald der Strom aufhört, den Draht des Elektromagneten zu durchlaufen.
c) Einrichtung, um das Elektrodynamometer periodisch auf den Nullpunkt
wieder zurückzubringen. Das Excenter D trägt einen Pflock K (Fig. 1, 2 und 4), welcher
parallel der Achse des Instrumentes angeordnet ist. Ein Hebel M, Fig. 2 und 3, welcher um
zwei Zapfen O drehbar ist, ruht auf einem zweiten Hebel M1, welcher sich um zwei
Zapfen O1 drehen kann und von einer Spiralfeder R stets nach oben gezogen wird; an
dem Hebel M1 ist ein Eisenblock T befestigt, welcher als Anker eines Elektromagneten L
dient. Die Windungen dieses letzteren Elektromagneten L sind in dieselbe Leitung eingeschaltet
wie diejenigen des Elektromagneten F, welcher die Einrückung bewirkt. Wenn diese
Leitung von einem Strom durchlaufen wird, findet Folgendes statt. Die Einrückung der
Achsen des Elektrodynamometers und des Umdrehungszählers geschieht augenblicklich durch
das Anschmiegen der Stäbe an den Kern G; zu gleicher Zeit wird der Zug der Spiralfeder -R
von der Anziehungskraft des Elektromagneten L auf den Anker T überwunden und daher der
Hebel M1 niedergedrückt. Der Hebel M wird
durch sein eigenes Gewicht, abwärts gedrängt und dreht mittelst des Pflockes K das Excenter
so weit herum, bis dasselbe gegen einen in der Zeichnung nicht dargestellten, dem
Nullpunkt entsprechenden Anschlag sich legt.
Durch eine derartige Einrichtung soll erstens infolge der Beharrung des Hebels M die' Rückkehr
des Elektrodynamometers zum Nullpunkt einen kleinen Aufschub erleiden und die Einrückung
beider Achsen, welche augenblicklich vor sich geht, unter allen Umständen vor der
Rückkehr zum Nullpunkt stattfinden, und zweitens jeder heftige nachtheilige Stofs vermieden
werden.
d) Elektrische Leitungen. Dieselben sind in der Fig. 5 dargestellt. Die voll ausgezogenen
Linien stellen die Hauptleitung dar, in welche
Claims (1)
- irgend welche Uebertragungsvorrichtungen N N1 ΛΓ2 . . . eingeschaltet sind; in diese Leitung ist ebenfalls das feste Solenoid A und das bewegliche Solenoid B des Elektrodynamometers eingeschaltet. Die strichpunktirten Linien zeigen eine dritte Leitung, in welche die Einrückspule F sammt der Spule des Elektromagneten L, welcher dasElektrodynamometer auf den Nullpunkt zurückbringt, eingeschaltet sind. Diese letztere Leitung kann in regelmäfsigen Zeitintervallen θ mittelst einer Uhr geschlossen und unterbrochen werden.Pat en τ-Anspruch:Unter Benutzung der durch das Patent No. 43779 geschützten Einrichtung zur Erzielung einer dem elektrodynamischen Moment direct proportionalen Ablenkung der beweglichen Spule eines Elektrodynamometers die Vorrichtung zur zeitweisen Kuppelung der Achse dieser Spule mit der Achse eines Zählwerkes, bestehend aus dem Elektromagneten F mit Anker J und der ovalförmig gebogenen Feder H in Verbindung mit. der Vorrichtung zur Zurückführung des Elektrodynamometers in die Nullstellung, bestehend aus einem Solenoid L, dessen den Elektromagnet F enthaltender Stromkreis durch ein Uhrwerk in regelmäfsigen Zeitabschnitten geschlossen und unterbrochen wird, und dessen Kern T an einem durch eine Feder R hochgehaltenen, drehbaren Hebel M1 sitzt, welcher als Stütze für einen auf dem gekrümmten Hebel D ruhenden Hebel M dient.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE52633C true DE52633C (de) |
Family
ID=327335
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT52633D Expired - Lifetime DE52633C (de) | Zähler der elektrischen Energie |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE52633C (de) |
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- DE DENDAT52633D patent/DE52633C/de not_active Expired - Lifetime
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