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Verfahren und Vorrichtung zum raschen und klaren Abläutern der Vorderwärze
Die Abläuterzeit der Vorderwürze dauert bei Läuterbottichen zli2 Stunden und noch
länger. Deshalb strebt man schon lange danach, die Läuterzeit derselben abzukürzen.
Die bekannten Einrichtungen zum Herunterziehen der Vorderwürze kann man in drei
Gruppen einteilen a) Vorrichtungen zum Herunterziehen über den Trebern nach der
Sedimentation, b) Vorrichtungen zum Abseihen durch Siebbleche, wobei die Maische
in Bewegung ist., und c) Vorrichtungen zum Einstellen in die Treber.
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Die Vorrichtungen unter a sind entweder Heberrohre oder seitliche
Anstiche am Läuterbottich über der Oberfläche, eventuell mit Siebkasten versehen.
Die Würze läuft mit den trübenden suspendierten Substanzen in den Hopfenkessel.
Das ist für die Qualität und die Klärungsvorgänge nachteilig, und bei Unachtsamkeiten
können sogar sehr große Störungen entstehen. Es wurden auch schon Versuche gemacht,
diese oben abgezogenen Würze zu filtrieren mittels eingespannter Tuchrahmen oder
mit Filtern. Auch diese Filter verlegen sich sehr rasch, und es wären also Filter
von sehr großen Dimensionen erforderlich, welche sehr hohe Ausgaben bedingen.
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Bei der Gruppe b werden Siebe, senkrecht stehend oder liegend, verwendet,
und die bewegte Maische wird darüber oder vorbei geleitet. Dabei treten ganz der
Größe der Seihöffnungen entsprechend trübende Substanzen hindurch. Dieses Verfahren
wirkt noch nachteiliger auf Geschmack und Klärung wie das Verfahren zum Abziehen
der Vorderwiirze von oben.
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Die dritte Gruppe unter c benutzt in die Treber einstellbare Vorrichtun-en
mit verhältnismäßig kleinen Seihflächen. Sie liefern nur einige Hektoliter Würze
und verlegen sich sehr rasch und sind deshalb unwirksam. Sie sind auch sperrig und
sehr schwierig aus den Trebern zu entfernen, weil sie ein ungünstiges Verhältnis
von Inhalt zu Oberfläche haben.
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Das vorliegende Verfahren hat nun den Zweck, nur blanke Würze unter
wesentlicher Zeitverkürzung abzuziehen. Die Verkürzung der Abläuterzeit kann nur
dadurch erreicht werden, daß man sehr große Seihflächen anwendet, deren Höhe aber
geringer ist als diejenige der Treberschicht, meist etwa 3o bis 32 cm, und welche
vertikal eingestellt sind. Das Trebergewicht selbst und die nach unten gerichtete
Flüssigkeitsbewegung haben nämlich die Neigung, Seihflächen rascher zu verlegen.
Bei der Filtration von Würze sind es nicht die Seihplatten, welche die Filtration
bewirken, sondern die Maische selbst bildet das eigentliche Filter, und sie legt
sich derartig fest an die Seihöffnungen an, daß die feinen Filtrationskanälchen
entstehen, welche
die trübenden Substanzen zurückhalten und nur
klare Würze austreten lassen. Auch beim Senkboden spielt sich der ganz gleiche Vorgang
ab. Der Senkboden ist lediglich der Rost und der Träger für die Maische. Das Filtrationsmittel
aber sind die Treber selbst.
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Der Vorrichtung kann eine Form von zentrischen Kreisringen (Abb. i)
oder zweckmäßiger und billiger von glatten radialen Rahmen gegeben werden. Ein.
derartiger Rahmen wird nicht breit, sondern hat höchstens 5 bis 8 mm lichte innere
Weite. Die Bespannung der Siebfläche ist entweder geflochtenes Drahtsieb oder sehr
fein perforiertes Blech, welches mit Spannleisten o. dgl. befestigt wird. Ist der
Bottichradius etwas über 2 m, so haben z. B. diese Streifen etwa die Länge von 2
m, so daß die wirksame Seihfläche einer solchen Platte bei 30 cm Höhe 1,2
qm ist, beiderseitig filtrierend. Diese Platten werden in geeigneter Weise verbunden,
um die erforderliche Festigkeit zti haben. In der Mitte dient ein kupfernes Verbindungsrohr
2 zu gleicher Zeit als Verstärkung und als Sammelrohr. Die Entnahme der Würze aus
diesem Sammler 3 richtet sich nach der üffnung des jeweiligen Läuterbottichs wegen
der Bedienung. Nach dem Abmaischen wird also dieser Apparat nach _1bb. i in die
Treber abgelassen, und nach ganz kurzer Ruhe kann aus dem Sammelrohr, welches an
geeigneter Stelle eine Erweiterung hat, die Vorderwürze abgezogen werden. Bei alten
Läuterbottichen kann man dann ein Heberohr einsetzen, oder man kann eine feste Leitung
so anschließen, daß die Trübwürzpumpe zunächst aus dem Sammelrohr anzieht und, sobald
es blanker ist, durch Umschaltung gleichzeitig durch die gleiche Leitung abgesaugt
wird. Bei neuen Bottichen wird am Bottichboden ein zylindrischer Einsatz vorgesehen
werden, welcher unten ein Ventil tragt (Abb.2), welches von außen geöffnet werden
kann. Die gesamte Vorderwürze läuft dann in sehr rascher Zeit ab, ohne den Senkboden
zu passieren. Auch die hochprozentigen Nachgüsse laufen rascher ab, weil der Senkboden
nicht so stark verlegt ist, als wenn die gesamte Vorderwürze durch die Treber läuft.
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Da die Rahmen sehr eng gebaut sind, so beansprucht die Konstruktion
keinen wesentlichen Rauire innerhalb der Treber, so daß eine Erhöhung der Treberschicht
nicht in Frage kommt.
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Außerdem erhält die Seilfläche eine viel größere freie Fläche wie
z. B. die Senkbodenoberfläche, weil sie von den Trebern nicht belastet wird. Die
Senkbodenfläche kann, da sie eine bestimmte Festigkeit besitzen muß, kaum eine größere
freie Fläche als 5";" erhalten. Die vertikale Seihfläche aber kann bei entsprechendem
Gewebe oder entsprechender Lochung eine um das Fünffache größere freie Fläche und
noch mehr erhalten. Die freie Fläche allein aber ist nur maßgebend für die Abläutergeschwindigkeit.
Die vertikalen Platten geben also schon fast eine doppelt so große freie L äuterfläche.
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Die Neuheit der Erfindung liegt in der Anwendung dieser sehr großen,
vertikal angeordneten Seilifl<ichen, welche größer sind als die der darunterliegenden
Quellgebiete, so daß die Leistung derselben ebenfalls größer ist als die zugehörigen
Senkbodenabschnitte.
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Denkt man sich z. B. ein Vertikalläuterelement nach Abb. 2 als glatten,
geraden Rahmen mit 5 bis 8 mm lichter Weite durch den ganzen Bottich von q. m Durchmesser
hindurchlaufend, beiderseits mit gelochten Wandungen versehen, so ist die Oberfläche
beider Seiten bei 30 cm Höhe 2.4.0,3-2,4.m2. Dieses Element überquert oder
schneidet zwei, höchstens drei darunterliegende Quellgebiete, deren jedes eine Senkbodenfläche
von etwa i m2, zusammen also 3 m=, hat.
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Die Senkbodenfläche hat kaum mehr als 5""" oft nur 2 bis 3",10, freien
Durchgangsquerschnitt, d. i. auf 1 qm 5oo qcm, auf 3 clin also i ;oo qcm - o,15
in=.
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Das darüberliegende Läuterelement kann laut Beschreibung Seihplatten
mit bis 25"i" freier Fläche erhalten. Bei 2o"/" freier Fläche und :2,4m" Oberflüche
ist die freie Fläche o,.18 m=, also etwas über das Dreifache der freien Senkbodenfläche
der überquerten Quellgebiete.
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In Wirklichkeit ist aber der freie wirksame Filtrationsquerschnitt
noch wesentlich größer. Beim Senkboden liegt die Treberschicht mit ihrem vollen
Gewicht auf den Seihöffnungen, und die Flüssigkeit muß also den gesamten Treberwiderstand
zuerst überwinden, bis sie an die Seihöffntmg kommt. Bei den vertikalen Seiliflächen
vermindert sich dieser Treberwiderstand mit der Treberhöhe von unten nach oben iininer
mehr und mehr: oben ist er fast Null; in der Gesamtheit ist er also gleich dein
arithmetischen Mittel von oben und unten, das ist also die Hälfte. Die wirkliche
freie Filtrationsfläche eines Elementes ist also etwa die doppelte ==:2 # 0,.18
- o,96 m2 gegen 0,15 m2. Das eine Element dürfte also noch die doppelte Anzahl Ouellgebiete
schneiden und hätte immer noch eine mehrfache freie Filtrationsoberflüche als diese.
Aus dieser Dimensionierung mit kleinen Wandabständen der Seihplatten geht aber noch
eine weitere Eigenart der Läuterelemente hervor.
Betrachtet sei
nur ein Element, bei mehreren besteht ja dasselbe Verhältnis, so ist die Oberfläche
bei 4. in Länge und 30 cin Höhe beiderseits 2.4. ni=.
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Der Inhalt ist hei 5 111111 Plattenabstand (i 1. i 1 Inhalt - 0,4
n1= Oberfläche. Dieses Verhältnis von Oberfläche zu Inhalt bleibt gleich, wenn wir
auch zehn Elemente mit zusammen Co 1 Inhalt anwenden, und deshalb verdrängt, wie
vorgehohen, die Vorrichtung ein nur sehr geringe, Volumen, das sich 11i einer Erhöhung
der Treberschicht praktisch nicht auswirkt. Es ist bisher noch nicht gelungen, ein
so günstiges Verhältnis von Oberfläche zu Inhalt zu erzielen. Infolge des geringen
Eigenvolumens kürzt sich die Zeit der aufeinanderfolgenden Entleerungen sehr ab,
und es findet dadurch ein sehr rasches Blanklaufen statt. Man muß also verhältnismäßig
viel weniger Triibwürze zurückpumpen wie beim Senkboden: Das ist ein wesentlicher
Vorteil.
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Es sind wohl Vorrichtungen bekannt, welche senkrechte Seiliflächen,
die innerhalb der Treber liegen, haben. Diese Vorrichtungen haben aber eine verhältnismäßig
geringe Oberfläche, mit der Senkhodenfläche der darunter befindlichen Quellgebiete
verglichen. Sie haben auch ein sehr ungünstiges Verhältnis von Oberfläche. zum Inhalt
und verdrängen viel Volumen. Hierin unterscheidet sich die vorliegende Erfindung
im wesentlichen; gerade dadurch begründet sich aber vor allem die Leistungserhöhung
an blankfiltrierter Würze. Andere bekannte Vorrichtungen mit vertikalen Seiliflächen,
welche nur trübe Würze gewinnen lassen, wo sich also die Seihfläche nicht als dichtes
Filter ausbildet, lassen sich zur Gewinnung blanker Würze im Sinne dieser Erfindung
nichf verwenden.
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Da die Vorrichtung nach Gebrauch in die Bottichliaube hochgezogen
werden kann. so stört sie später nicht mehr und verbleibt dort bis zur Reinigung.
Die Seihfläche ist aufklappbar. also zugängig.
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Die Ableitung der Würze kann von oben oder unten aus dem Element erfolgen.
Geschieht der Ablauf am Bottichboden, so ist ein Zwischeneinsatz finit Ventil, das
von außen her bedient werden kann, erforderlich (Abb.2 ).
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Dieser Ablauf ist gegen den Raum unter dein Senkboden abgeschlossen,
er saugt also nicht gleichzeitig auch aus dem Raum unter dein Senkboden, sondern
nur aus den Elementen. Die Würze passiert also den Senkboden nicht, dadurch werden
die Treber für den Nachguß lockerer gehalten.
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Die Ahb. 2 zeigt eine solche Ausführungsart. Dort sind zwei am Bottichboden
befindliche Anstiche vorgesehen, an welchen je ein Ventil 2 befestigt ist. Das Ventil
i wird vom L äutergrant aus durch die Handräder und-Ventilstangen 3 betätigt, die
Würze läuft durch das Rohr .I in den Läutergrant.
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Es sind in der Abb. 2 je drei Vertikaleleinente 5 durch ein Verbindungsstück
C zusammengeschaltet und haben niir einen Auslauf am Konus 7.
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Die ebenfalls von außen zu bedienende Hochziehvorrichtung ist im Beispiel
niit Handrad, Schnecke und Schneckenrad 8 zur Welle 9 niit Rollen io ausgestattet.