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Vorrichtung zur Volksbelustigung Die Erfindung bezieht sich auf eine
Volksbelustigungsv orrichtung mit Wagen o. dgl. zur Beförderung von Personen, wobei
diese Fahrzeuge zuerst bis zur Spitze der Vorrichtung gehoben und dann abgelassen
werden, so daß sie unter Wirkung der Schwerkraft nach unten laufen.
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Die Erfindung besteht nun darin, daß die Wagen in der Form von Schlitten
ausgebildet und nur auf einer Seite mit Rädern o. dgl. versehen sind, während die
Kufen so dicht Laie möglich an die imitierte Schlittenbahn herangerückt sind. Die
Einrichtung und Anordnung ist so getroffen, daß die Tragräder der Schlitten möglichst
verdeckt sind und die Fahrgäste den Eindruck erhalten, daß die Schlitten nicht auf
Rädern laufen, sondern mit ihren Kufen in tatsächlicher Berührung mit der Schlittenbahn
stehen.
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Die Schlittenbahn, auf welcher die Schlitten nach abwärts fahren,
kann in der Form einer Alpenlandschaft oder eines Eisberges ausgeführt sein. Die
Schlittenkufen sind so angeordnet, daß es aussieht, als ob sie in Berührung mit
der Eisbahn oder der schneebedeckten Schlittenbahn stehen; aber tatsächlich werden
die Kufen zweckmäßig so angeordnet, daß sie ein wenig oberhalb der Bahn liegen und
nicht in Berührung mit derselben sind. Der Schlitten selbst wird von Rädern, Rollen
o. dgl. getragen, welche innerhalb des Schlittens verborgen sind. Die den Schlitten
tragenden Teile sind vorteilhaft als Kragträger ausgebildet und erstrecken sich
durch die Gestellkonstruktion hindurch.
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Zwischen den Kufen des Schlittens wird zweckmäßig ein offener Raum
belassen, welcher zum Schutze mit einem Netz oder Gitter bedeckt ist. Die Maschen
des Netzes oder die Zwischenräume des Gitters sind so ausgebildet, daß die Fahrgäste
die Schlittenbahn unter sich hindurchlaufen sehen können.
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Ein Schlitz ist zweckmäßig in der Szenerie vorgesehen, durch welchen
hindurch die Räder und deren Fahrbahn, welche innen liegt, verbunden werden mit
dem Schlitten, welcher außen angeordnet ist.
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Da der Schlitten keine tatsächliche Verbindung mit der Fahrbahn besitzt,
auf welcher er zu gleiten scheint, kann die Fahrbahn vorteilhaft so ausgebildet
werden, daß sie einer Kurve folgt, welche verschieden ist von der Kurve, «-elche
die Schlitten durchlaufen, Der Schlitten wird zweckmäßig im Innern der Volksbelustigungsvorrichtung
in bekannter Weise bis zum höchsten Punkte der Fahrbahn befördert. Alsdann wird
der Schlitten auf der ab4värts führenden Bahn gestartet, und die Fahrgäste haben
die Sensation, die Schlittenbahn schnell unter sichhindurchlaufen
zu
sehen. Wenn der Schlitten sich mitgenügender Geschwindigkeit bewegt, wird die Bahn,
auf welcher der Schlitten zu laufen scheint, plötzlich oder allmählich weggeschnitten.
Sie kann auch in einiger Entfernung unterhalb der von dem Schlitten durchlaufenen
Strecke liegen, so daß durch geeignete Anordnung der wirklichen und der scheinbaren
Schlittenbahn der Eindruck des Fliegens durch die Luft geweckt werden kann. Dieser
Flugsprung kann erst in kleinem Ausmaß ausgebildet sein und sich dann in gewissen
Zeiträumen wiederholen, wobei jeder Sprung größer ist als der vorhergehende.
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Sobald der Schlitten die Nähe des Endes seines Laufes erreicht hat,
kann ein Gitterzaun oder ähnliches Hindernis so angeordnet sein, däß es sich scheinbar
mitten in die Schlittenbahn hinein erstreckt, mit einem künstlichen Schneefall vor
dein Gitter. Dem Publikum, welches die Schlittenfahrt gerade beendet hat, kann gestattet
werden, hinter diesem Gitter zu stehen, um die Fahrgäste zu beobachten, welche mit
dem nächsten Schlitten Heruntergefahren kommen. Die letzteren erhalten dann den
Eindruck, als ob sie mitten in das Tor hineinfahren, während die Räderbahn, welche
in der Verkleidung verborgen ist, so ausgebildet ist, daß der Schlitten und die
Fahrgäste sich gerade über die Köpfe der Zuschauer hinwegbewegen und wiederum anscheinend
in Berührung mit der Fahrbahn kommen. Letztere ist zweckmäßig so ausgebildet, daß
der Schlitten eine sanfte und allmähliche Landung zu machen scheint.
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An den Schlitten können eine oder mehrere besondere Rollen oder Räder
befestigt sein, welche aus Sicherheitsgründen mit der Fahrbahn in Berührung stehen
oder auch anderen Zwecken dienen können. Die Szenerie kann Schluchten oder andere
Schauvorrichtungen beliebiger Art besitzen, um den Eindruck des Fliegens durch die
Luft zu verstärken. Die Innenkonstruktion der Vorrichtung kann aus Rahmen bestehen,
die so miteinander verbunden sind, daß man sie zerlegen und transportieren kann.
Über gewisse Teile kann man Wasser laufen lassen oder Spiegel anordnen, welche Wasserfälle
darstellen. Es kann ferner ein irgendwie gerichteter Luftstrom vorgesehen werden,
um die Sensation zu erhöhen, und der Schlitten kann durch Tunnel oder dunkle Gänge
hindurchgeführt werden, auf deren Wänden groteske Szenen oder Figuren, wie z. B.
Polarbären oder eine Eislandschaft, aufgemalt sind. Letztere kann gegebenenfalls
durch Blitzlichter beleuchtet werden.
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In der Zeichnung ist eine zweckmäßige Ausführungsform der neuen Volksbelustigungsvorrichtung
dargestellt. Fig, i zeigt eine schaubildliche Darstellung der Vorrichtung.
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Fig. 2 ist ein Schnitt quer durch die Fahrbahn.
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Fig. 3 ist eine Seitenansicht der Fahrbahn mit dem Schlitten.
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Fig. 4. ist eine Draufsicht auf die in Fig. 3 dargestellte Anordnung.
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Fig. 3 ist eine Teilansicht der Fahrbahn an einer Stelle, wo diese
durch ein Loch unterbrochen zu sein scheint.
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Die Vorrichtung besteht aus einem Gerüst, welches aus mehreren Rahmen
mit Ständern i zusammengebaut ist. Von der Spitze des Gerüstes bis zu seinem Boden
läuft in einer Schraubenlinie eine ununterbrochene Radbahn, bestehend aus der oberen
Führung z und der unteren Führung 3. Die beiden Führungen sind an den Ständern i
befestigt und in bestimmtem Abstand voneinander angeordnet. Zu der Vorrichtung gehören
ferner eine Reihe von Schlittenträgern, je bestehend aus zwei Rädern q. und 5, «-elche
auf Achsen 6 und 7 drehbar angeordnet sind und in bzw, zwischen den Führungen 2,
3 laufen. Jeder Schlitten besteht aus zwei Kufen 8 und 9, welche unten an der Unterseite
der Achsen befestigt sind, während der Körper io des Schlittens oberhalb der Achsen
angeordnet ist. Der Mittelteil des Schlittenkörpers ist offen und mit einer Anzahl
von Schienen i i versehen, die rostartig angeordnet sind.
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Um der Vorrichtung das Aussehen eines Eisberges zu geben, sind eine
Anzahl von nicht dargestellten vorspringenden Spreizen angeordnet, welche an den
Rahmenteilen i befestigt sind. Über diese Spreizen ist Leinwand, geteertes Segeltuch
o. dgl. 12 gespannt, welches weiß bemalt ist, um Eis und Schnee darzustellen. Die
Spreizen besitzen verschiedene Länge, so daß in der Bespannung Unebenheiten entstehen,
welche Felsspitzen 13 und Felsspalten 14 gleichen.
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Wie in Fig. z dargestellt, sind die Enden 15 der Leinwand o. dgl.
so dicht wie möglich bis an die Achsen 6 und 7 des Schlittenträgers herangeführt,
um die oberen Hälften der Räder .4 so vollkommen wie möglich zu verdecken. Außerdem
ist die Nachbildung einer Schlittenbahn 16, welche auf der Außenseite der Vorrichtung
angeordnet ist und parallel zu der Radbahn 2 und 3 verläuft, so ausgebildet, daß
sie so dicht wie möglich an die Schlittenkufen 8 und 9 herankommt. Hierdurch wird
die untere Hälfte der Räder fast volkommen verdeckt. Von außen gesehen scheinen
daher die Schlittenkufen tatsächlich in Berührung mit der Schlittenbahn zu sein.
Der durchlaufende Schlitz 17, welcher in der Bespannung des Gerüstes vorhanden ist
und in welchen die Achsen hineinragen,
ist dagegen vom Zuschauer
fast nicht zu erkennen.
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Um die Sensation bei der Schlittenfahrt zu steigern, können die Schlitten
durch Tunnels hindurchgeführt werden, von denen in Fig. i zwei, nämlich 18 und ig,
dargestellt sind. Zu diesem Zweck werden Hilfsrahmen 20 an den Stellen vorgesehen,
wo die Tunnels gewünscht werden. Diese Rahmen bilden einen Winkel mit dem Hauptrahmen
i, und die Radführungen 2 und 3 werden von dem Hauptrahmen i auf die Hilfsrahmen
2o am Eingange des Tunnels verlegt. Beim Ausgange des Tunnels werden die Führungen
wieder an die Rahmen i zurückverlegt. In Fig. i ist dargestellt, daß die Hilfsrahmen
auf der Außenseite der Rahmen i angeordnet sind. Man kann sie aber auch auf der
Innenseite anbringen, so daß der Tunnel innerhalb des Gerüstes liegt.
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Man kann auch die Schlittenbahn unterbrechen, wie dies bei 21 und
22 in Fig. i veranschaulicht und in einem größeren Maßstab in Fig.5 dargestellt
ist. Da die Schlittenkufen 8 und 9 sich dicht oberhalb der Schlittenbahn 16 bewegen
und die Fahrgäste die Fahrbahn durch den Boden des Schlittens hindurch sehen können,
vermittelt das Loch in der Schlittenbahn den Fahrgästen vollkommen den Eindruck,
daß der Schlitten von einem Felsvorsprung 21 zu dem anderen Vorsprunge 22 sich durch
die Luft bewegt.
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Man kann auch die obere Schlittenbahn i6 an einer Stelle, wie bei
23 veranschaulicht, der Barunterliegenden Schlittenbahn so weit nähern, daß beim
Begegnen zweier Schlitten der Eindruck erweckt wird, als ob beide Schlitten aufeinanderstehen.
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Am Ende der Bahn kann ein imitierter Schneefall 24 innerhalb des Gerüstes
vorgesehen werden. Zunächst verläuft die Schlittenbahn 16 unmittelbar auf die Stelle
zu, wo der Schneefall erfolgt, biegt dann aber scharf nach oben ab, so daß die Fahrgäste
zuerst den Eindruck erhalten, als ob der Schlitten in den Schnee hineinfährt.
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Die Schlitten werden vom Boden aus zur höchsten Stelle in. irgendeiner
geeigneten Weise befördert. Am Ende der Fahrbahn sind Bremsen vorgesehen, um den
Lauf der Schlitten aufzuhalten.