-
Federwaage zum messen des Auflagedruckes und der Vorspannung von Kontaktfedern
u. dgl. Die Erfindung betrifft eine Federwaage zum Messen kleinster Drucke bzw.
Zugwirkungen, insbesondere des Auflagedruckes und der Vorspannung von Relaiskontaktfedern,
Klinkenfedern o. dgl., bei welcher in bekannter Weise der eine Arm eines Doppelhebels
als Tastorgan für den zu messenden Druck oder Zug ausgebildet ist, während der andere
Arm sich gegen die Meßfeder legt.
-
Nach der Erfindung wird der nicht als Tastorgan dienende, den Zeiger
tragende Hebelarm kurvenförmig gestaltet, so daß er mit seiner konvexen Seite an
der darauf wirkenden Meßfeder entlangstreicht. Diese Ausbildung des Doppelhebels
bietet für die Messung eine größere Genauigkeit, da durch den Kurvenarm ein längerer
Weg für die Messung gegeben ist.
-
Als Meßfeder kann sowohl eine Schraubenfeder wie auch eine Blattfeder
benutzt werden. Gelangt eine Blattfeder zur Anwendung, so ist Wert darauf zu legen,
daß ihre Länge zwischen ihrem Festpunkt und dem Angriffspunkt einer Verbindungsstrebe
etwa doppelt so groß ist wie die wirksame Länge des Hebelarmes selbst. Wie die praktischen
Erprobungen zeigen, werden die Messungen hierdurch stetiger und gleichmäßiger.
-
Die Federwaage ist in bekannter Weise mit einer Anzeigevorrichtung
versehen, die darin besteht, daß ein Stromkreis für diese Anzeigevorrichtung mit
den zu prüfenden Federn so in Verbindung gebracht wird, daß derselbe nach Überwindung
der Federspannung bzw. des Federdruckes unterbrochen oder eingeschaltet wird und
hierdurch eine Lampe zum Erlöschen oder Aufleuchten bringt. Zweckmäßig dient die
Lampe gleichzeitig zur Beleuchtung der Skala. Statt der Lampe kann auch jede andere
Anzeigevorrichtung, z. B. eine Glocke oder ein Sommer, benutzt werden.
-
Zur Verringerung der Reibung, die bei den in Frage kommenden kleinsten
Drucken soweit wie möglich ausgeschaltet werden muß, ist die Schräubenmeßfeder in
einem Glasrohr gelagert, wobei die Druckübermittlung auf den Kurvenarm durch eine
Kugel erfolgt.
-
Mit der Doppelhebelachse oder dem einen Hebelarm ist ein Zeiger verbunden,
der durch. einen Schlitz des Gehäuses die Messung auf der Skala anzeigt.
-
Für den Fall, daß die jeweilige Zeigerstellung beim Maximum des Druckes
bzw. der Spannung festgehalten werden soll, ist eine bekannte Bremsvorrichtung vorgesehen,
die mit dem Stromkreis der Anzeigevorrichtung verbunden sein kann oder in rein mechanischer,
an sich bekannter Weise den Zeiger oder einen besonderen Schleppzeiger in seiner
jeweiligen Stellung festhält.
-
Für Untersuchungen im Laboratorium der nicht eingebauten Federn wird
zweckmäßig eine Einrichtung benutzt, bei welcher das Untersuchungsobjekt auf einem
Träger angeordnet ist, der senk- und waagerecht, grob und fein verstellbar ist,
während die Federwaage auf einem weiteren, ebenfalls allseitig verstellbaren Träger
drehbar gelagert ist und der Tastarm der Waage mit einer scherenähnlichen Bewegung
mit dem Untersuchungsobjekt in Verbindung gebracht wird.
-
Die Federwaage ist in der Zeichnung in Abb. i im Aufriß,
Abb.
a im Grundriß dargestellt, während Abb. 3 einen senkrechten Schnitt durch die Waage
zeigt.
-
Abb.4 ist ein Schnitt durch die Rohre und zeigt, wie der Hebel in
die Schlitze derselben eintritt.
-
Abb.5 zeigt die Ausführungsform unter Verwendung einer Blattfeder;
der vordere Gehäusedeckel ist in der Darstellung fortgelassen.
-
Abb.6 ist ein Grundriß der Anordnung nach Abb.5.
-
Abb.7 und 8 veranschaulichen die Einrichtung bzw. das Gerät, wie es
zur Prüfung von nicht eingebauten Federn und Kontakte in Verbindung mit der Federwaage
benutzt wird.
-
In den Abb. i bis 4 ist das Gehäuse mit i bezeichnet und der Doppelhebel
mit 2; von dem letzteren ist 3 der Tastarm, der mit dem zu untersuchenden Objekt
in Verbindung gebracht wird, während 4 eine Kurve darstellt, welche gegen die Kugel
5 drückt und die ihrerseits den Druck auf die Feder 6 weitergibt. Die Feder 6 ist
in einem Glasrohr 7 gelagert, welches von einem Metallrohr 8 umkleidet ist. An dem
einen Ende ist das Rohr 8 zur Aufnahme der Korrekturschraube 9 eingerichtet, deren
eine Stirnfläche das Gegenlager für die Feder 6 bildet. Beide Rohre sind mit gegenüberliegenden
Schlitzen io versehen, in welche die Kurve 4 einzutreten vermag. Mit der Drehachse
i i des Hebels 2 bzw. mit der Kurve 4 ist ein Zeiger 12 verbunden, welcher eine
am Gehäuse befindliche Skala bestreicht. Mit dem Gehäuse, aber isoliert von demselben,
ist der Anschluß für die elektrische Anzeigevorrichtung verbunden und mit 13 bezeichnet.
-
Bei der beispielsweisen Ausführung der Erfindung gemäß der Zeichnung
ist eine Glühlampe 14 vorgesehen, welche gleichzeitig die Skala beleuchtet.
-
Soll der Federdruck festgestellt werden, so wird der Arm 3 des Hebels
2 mit der zu untersuchenden Feder in Verbindung gebracht und gegen die Feder so
lange ein Druck ausgeübt, bis die Lampe aufleuchtet bzw. erlischt. In diesem Moment
zeigt die Skala den Höchstwert des Druckes bzw. der Spannung an und muß dann die
Ablesung erfolgen.
-
Das Prinzip der Federwaage mit Blattfeder zeigen Abb.5 im Aufriß und
Abb.6 im Grundriß. Der Doppelhebel 15 ist bei 16 drehbar gelagert; 17 ist
der Tastarm, während der Hebelarm mit dem Zwischenhebel 19 durch die gelenkige Verbindung
2o gekuppelt ist, Der Zwischenhebel i 9 ist mit einem Federkloben 21 ebenfalls gelenkig
verbunden durch das scharnierartige Gelenk 22. Der Federkloben 21 bildet die Begrenzung
der Blattfeder 23, welche an dem Haltestück 24 befestigt ist. Um eine Einstell-
bzw. Justiermöglichkeit zu haben, ist an dem Haltestück ein Federgegenlager 25 vorgesehen,
von welchem aus bei Gebrauch die Beanspruchung der Feder erfolgt. Die Federspannung
wird durch die Korrekturschraube 26 eingestellt. Die übrige Einrichtung und Wirkungsweise
dieser Blattfederwaage ist die gleiche wie die der Schraubenfederwaage.
-
Die Waage kann unter Berücksichtigung der an ihrem Mechanismus etwa
auftretenden Reibung usw. geeicht werden, und empfiehlt es sich, die Skala nach
den Werten der Eichung herzustellen. Für die Untersuchung einzelner nicht eingebauter
Relaiskontaktfedern, Klinkenfedern u. dgl. dient ein Apparat, wie in Abb.7 und 8
dargestellt. Das Untersuchungsobjekt ist auf einem Träger 27 ;angeordnet, der senk-
und waagerecht, grob und fein verstellbar ist, während die Federwaage auf einem
zu dem ersteren Träger verstellbaren Winke128 montiert ist. In diesem Falle wird
der Tastarm der Waage. mit einer scherenähnlichen Bewegung in Richtung des Pfeiles
mit dem Untersuchungsobjekt in Verbindung gebracht, und läßt sich hierdurch der
Federdruck bzw. -spannung in präziser Weise ermitteln.