DE5137C - Verfahren zur Herstellung eines Holzüberzuges auf Papier, Pappe, Leinen, Baumwolle etc - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Holzüberzuges auf Papier, Pappe, Leinen, Baumwolle etc

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DE5137C
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R. SEIFERT in Berlin, Schönhauser Allee ifk)
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21JFIBREBOARD; MANUFACTURE OF ARTICLES FROM CELLULOSIC FIBROUS SUSPENSIONS OR FROM PAPIER-MACHE
    • D21J1/00Fibreboard

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Claims (1)

1878.
Klasse 89.
ROBERT SEIFERT in BERLIN. Verfahren zur Herstellung eines Holzüberzuges auf Papier, Pappe, Leinen, Baumwolle etc.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. Juli 1878 ab.
Um nach der vorliegenden Erfindung Papier und Pappe zu verholzen, zum Zweck der Pressung mit Matrize für Reliefs in beliebigen Mustern bei Fabrikation von Photographic-, Spiegel- und Bilderrahmen, Galanterieartikeln, Buchdeckeln, Ornamenten zur Zimmerverzierung etc., sowie auch zur Pressung ohne Matrize für feine Reliefverzierungen, als Fournituren, Borden zum Aufkleben auf Möbel, Pappgalanterie etc., wird:
I. Zur Papierverholzung für feine Reliefs zum Aufkleben gutes haltbares Packpapier verwendet.
II. Zur Pappverholzung für gröfsere Gegenstände, wo-es auf Haltbarkeit ankommt, besonders bei Auspressung von Hautreliefs, ungewalzte Pappe verwendet, weil dieselbe ergiebiger und weniger spröde als gewalzte ist. Bei Anfertigung kleinerer Gegenstände genügt Pappe von o,r mm, während bei gröfseren Ausführungen die Pappe entsprechend dicker genommen wird. Dasselbe Verfahren wird bei Leinen-, Baumwollen- und anderen Stoffunterlagen angewendet.
III. Das unter I und II erwähnte Papier, Pappe, Baumwolle, Leinen oder Stoff wird zunächst mittelst Pinsels mit gerührtem Pferdeoder Rinderblut auf einer Seite bestrichen, jedoch recht satt, weil dies nach dem Eintrocknen die Grundlage für die spätere Verbindung giebt. Diese mit Blut gesättigten Bogen werden nach dem Trocknen in Stücke geschnitten, wie sie eben gebraucht werden; je nach der Form müssen sie so geschnitten werden, dafs sie nach dem Pressen 1 cm über die Conturen hinausragen, um das Ausheben aus der Form zu erleichtern.
IV. Feine Sägespäne werden sodann allmälig mit gerührtem Blut angegossen und lose mit den Händen durchgerieben, um das Blut gleichmäfsig zu vertheilen. Dies wird so lange fortgesetzt, bis die Masse das Aussehen von feuchtem Sand oder Kleie erhält nnd durch ein grofslöcheriges Sieb gesiebt werden kann. Diese Masse bleibt nun vierundzwanzig Stunden stehen, wodurch das Blut fester und klebriger wird und beim leichten Druck schon einigermafsen bindet.
V. Nun werden die nach III vorbereiteten Theile je zu 10 bis 12 Stücke noch einmal satt Wt Blut bestrichen, neben einander gelegt, mit den nach IV präparirten Spänen gleichmäfsig übersiebt und mittelst Holz- oder Metallspatels angedrückt. Darauf wird die Masse beliebig gefärbt mittelst Ochsenblut, Farbe, oder beides combinirt. Nachdem nun diese so verholzten Theile so lange gelagert, bis die Oberfläche trocken erscheint, kann das Pressen derj selben vollzogen werden.
VI. Das Pressen wird mit heizbarer Hebelpresse ansgeführt. Form und Matrize sind durch Scharnier verbunden, damit die Matrize beim Einlegen sicher in die Form pafst. Wenn Form und Matrize bis ioo° C. erhitzt sind, so wird die Form mit dem Pinsel ganz dünn mit OeI bestrichen, um das Kleben an derselben zu verhindern. Hierauf wird das zu pressende Stück auf die Matrize gelegt und zwar mit der präparirten Seite nach oben, die Form darauf geklappt und ein kräftiger Druck mit der Presse gegeben.
Indem nun etwa zwanzig Secunden die Form unter Druck steht, wird durch die entwickelten Dämpfe das bereits geronnene Blut wieder erweicht und die Holzfaser sowohl unter sich, als auch mit der Grundlage, dem Papier bezw. Pappe innig zu einer Masse verbunden und gleichzeitig getrocknet. Sofort nach dem Pressen wird der Gegenstand, dessen Masse sich fest im Holz gebildet hat, aus der Form genommen, der überstehende Rand abgestanzt, glatt polirt, lackirt oder im Naturzustande gelassen. Dasselbe Verfahren findet statt bei der Flachreliefpressung ohne Matrize.
VII. Die Vortheile dieses Verfahrens bestehen darin, dafs man statt wie bisher in künstlicher Holzpressung nur massiv geprefste Gegenstände, dieselben in Hohlpressung herstellen kann, wodurch sie einmal bedeutend billiger, dann aber, was die Hauptsache ist, leichter, eleganter und geschmackvoller hergestellt werden können, wodurch man in den Stand gesetzt ist, die mannichfachsten Gegenstände des Gebrauchs und Luxus zu imitiren, als: Wandbekleidung, Tapete, Reliefmedaillons, glatte Platten etc.
Paten τ-Anspruch:
Das vorliegende Verfahren der Verholzung von Papier und Pappe, Leinen-, Baumwollenoder anderen Stoffunterlagen zur Hohlpressung mit Matrize oder Flachreliefpressung ohne Matrize.
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