DE508342C - Gewinnung von Zinn aus Erzen oder zinnhaltigem Material durch Reduktion des Zinns zuMetall - Google Patents

Gewinnung von Zinn aus Erzen oder zinnhaltigem Material durch Reduktion des Zinns zuMetall

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DE508342C
DE508342C DEA54184D DEA0054184D DE508342C DE 508342 C DE508342 C DE 508342C DE A54184 D DEA54184 D DE A54184D DE A0054184 D DEA0054184 D DE A0054184D DE 508342 C DE508342 C DE 508342C
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Description

  • Gewinnung von Zinn aus Erzen oder zinnhaltigem material durch Reduktion des Zinns zu Metall Die Erfindung betrifft die Gewinnung der wertvollen Bestandteile aus zinnhaltigen Erzen oder Materialien auf zweckdienlicherem Weg und mit geringeren Kosten als bisher. Die Erfindung ist brauchbar für die Behandlung von Erzen, Konzentraten, Schlacken, Legierungen, Rückständen oder fast allen sonstigen zinnhaltigen Materialien, insbesondere für solche Erze oder Konzentrate, die das Zinn in Form von Cassiterit enthalten, wie die überall vorkommenden, bekannten, in Gängen anstehenden Zinnerze oder älluvialen Erze oder deren Konzentrate.
  • Die Erfindung wird dadurch gekennzeichnet, daß das zinnhaltige Material, wie Cassiterit oder Zinnschlacke, mit einem Reduktionstnittel, einem Salz, das fähig ist, mit dem Zinn flüchtige Verbindungen zu bilden (beispielsweise Chlorid), und einem Sammelmetall gemeinsam auf Temperaturen, die unter dem Schmelzpunkt der Gangart und des Sammelmetalls liegen, erhitzt wird.
  • Das verwendete Salz bildet in den Zwischenräumen der in Behandlung befindlichen Beschickung ein Dampfbad, welches die Metalle ganz oder teilweise trägt; daher wird dieses Salz im folgenden als Trägersalz bezeichnet. Als Sammelmetall wird vorzugsweise Nickel benutzt. In das Sammelmetall dringt unter den angegebenen Verhältnissen das Zinn ein und legiert sich damit, so daß die Erz- oder Gangmasse beinahe oder ganz von Zinn frei wird. Die Gewinnung des Zinns aus der Legierung mit dem Sammelmetall kann in irgendwelcher geeigneten Form oder Verbindung und auf irgendeine der zahlreichen im folgenden beschriebenen Methoden erfolgen.
  • Als Trägersalz kann man irgendeine von vielen Verbindungen verwenden, welche fähig sind, in der beschriebenen Weise zu wirken, insbesondere Ferrochlorid, Zinkchlorid oder Ammoniumchlorid.
  • Das betreffende Salz kann in verhältnismäßig geringen Mengen verwendet werden, beispielsweise o,5 bis 5 Gewichtsprozent des in Behandlung stehenden Materials. Von dem Sammelmetall wird so viel angewendet, als für die Bildung einer Legierung von gewünschter Zusammensetzung mit dem in der Beschikkung vorhandenen Zinn erforderlich ist. Die günstigsten und wirksamsten Mengenverhältnisse können für jedes zu behandelnde Material leicht durch Rechnung und durch wenige Vorversuche festgestellt werden.
  • Bei Ausführung der Erfindung kann für die Reduktion des Zinns im wesentlichen Metallstaub angewendet werden, oder man verwendet kohlenstoffhaltige oder gasförmige Reduktionsmittel an Stelle von Metallstaub in bekannter Weise, oder man verwendet das eine Reduktionsverfahren in zweckmäßiger Verbindung mit dem anderen. Man kann beliebige geeignete Vorrichtungen verwenden und die betreffenden Materialien, nämlich das zinnhaltige Material, das Reduktionsmittel, das Trägersalz und (las Sammelmetall, in beliebiger geeigneter Weise zusammenstellen und diese Maßnahmen abändern, ohne den Erfindungsgedanken zu verlassen. Man kann beispielsweise Nickelbehälter, Nickelplatten oder .Nickelschrot anwenden oder auch mit der zu behandelnden Beschickung gemischte kleine Kugeln oder Staub und dann die so hergestellte Zinnickellegierung durch einen beliebigen Gewinnungsprozeß, beispielsweise durch magnetische oder durch Schwerekonzentration, abtrennen. Ein geeignetes Verfahren besteht in der Anwendung von Nickelstaub oder kleinen Kugeln,' die so groß sind, daß sie durch ein Sieb mit 5o bis ioo Maschen (auf den linearen englischen Zoll - 25,4 mm) nicht hindurchfallen. Nach der Behandlung kann die Legierung von der Gangmasse einfach durch Sieben abgetrennt werden, vorausgesetzt, daß alles übrige Material feiner als der Nickelstaub und vor der Behandlung durch das gewählte Sieb, beispielsweise durch ein Sieb von ioo Maschen (auf den linearen englischen Zoll == 25,4 mm), hindurchgefallen ist.
  • Zur Klarlegung der Erfindungsgrundlagen werden im folgenden einige frühere Versuche beschrieben, bei welchen Zinkchlorid als Trägersalz, ein Behälter aus Nickel und Eisenstaub als Reduktionsmittel verwendet wurden. Doch wird die Erfindung nicht auf die Anwendung dieser Materialien und der betreffenden :Mengenverteilungen und Verfahrenseinzelheiten beschränkt. Versuch i Es wurde ein von einer Grube aus Cornwall stammendes, in Gängen anstehendes Zinnerz ausgewählt, welches 1,2 "j" Sn als Cassiterit in einer Granitmatrix und einige wenige Vrozent Pyrit enthielt. Um die Ergebnisse klarer hervortreten zu lassen und genauere Schlüsse ziehen zu können, wurde dieses Erz dadurch auf 6,93 "l" Zinn angereichert, daß ein Zinnkonzentrat aus Nigeria hinzugefügt wurde, welches 58,5 % Sn als Cassiterit enthielt, und zwar wurde i Teil Konzentrat auf 9 Teile Cornwall-Erz verwendet. Die Beschickung bestand aus einem innigen Gemisch von 45 g Cornwall-Erz und 5 g Cassiterit mit 5 g Eisenstaub, welches zum Durchgang durch ein Hundertmaschensieb (auf den linearen englischen Zoll #:25,4 mm) gemahlen war.
  • Mit dieser Beschickung wurden noch 2 g Zinkchloridanhydrid gemischt. In diesem Falle war sowohl von Eisen wie von Zinkchlorid ein erheblicher überschuß über die theoretisch erforderliche Menge vorhanden.
  • Das Ganze wurde in einen mit Deckel versehenen Nickeltiegel von 70,35 g gesetzt, 2o Minuten lang auf eine Temperatur von 7oo° bis Soo° C erhitzt und dann ohne Luftzutritt abgekühlt, Das Ganze hatte an Gewicht etwa 2 g verloren. Beim Öffnen des Tiegels zeigte es sich, daß der Rückstand gleichmäßig zusammengeschrumpft und zu einem weichen, aber zusammenhängenden Sinter zusammengebacken war, in einem Stück aus dem Tiegel einfach durch Auskippen entfernt werden konnte und sich nachher leicht pulverisieren ließ.
  • Der Rückstand enthielt nur noch Spuren von Zinn, der Tiegel hatte an Gewicht 3,7 g zugenommen, und die Probe zeigte, daß er praktisch das gesamte ursprünglich im Erz und im Konzentrat enthaltene Zinn enthielt, nämlich 3,47 g. Der Tiegel war rein und besaß metallischen Glanz an den Innenflächen, welche jedoch vollständig krispelig waren. Die innere, krispelige Fläche enthielt 28°1" Zinn, der übrige Tiegel in fortschreitend größeren Tiefen entsprechend geringere Beträge. Versuche Das Verfahren des Versuchs i wurde wiederholt, jedoch ohne die Anreicherung des Cornwall-Erzes mit nigerischem Cassiterit. Es wurden verwendet 75 g -Cornwall-Erz, 5 g Eisenstaub,. 2 g Zinkchlorid, welches diesmal in einem Stück in die Mitte der Beschickung gebracht wurde, und ein 67,8 g schwerer Tiegel mit Deckel. Die Beschickung wurde wie in Versuch i behandelt, nach dem Abkühlen enthielt das Erz kein Zinn, und der ganz reine Tiegel mit metallischer Oberfläche hatte an Gewicht etwa r,3 g zugenommen. Es zeigte sich, daß die Zunahme aus dem gesamten ursprünglich in dem Erz enthaltenen und nunmehr aus diesem entfernten Zinn, nämlich o,9 g, und aus etwas Eisen, Arsen und Schwefel bestand. Der Versuch wurde einige Male mit frischen Erzbeschickungen und dem gleichen Tiegel wiederholt; es ergab sich eine fortgesetzte Gewichtszunahme des Tiegels durch nahezu quantitative Absorption des gesamten, in jeder der verschiedenen frischen Beschickungen enthaltenen Zinns so lange, bis der Tiegel eine recht reiche Legierung geworden war.
  • Diese Versuche wurden unter Einhaltung der gleichen Bedingungen, jedoch ohne das Trägersalz wiederholt. Unter diesen Verhältnissen wurde zwar etw=as Zinn aus der Beschickung in den Nickeltiegel überführt, jedoch in unvergleichlich geringeren Mengen. Die Beschickungen enthielten nach der Behandlung für gewöhnlich noch etwa % bis % des ursprünglichen Zinngehaltes.
  • Die Versuche wurden unter Benutzung von Fer rochlorid und dann von Ammoniumchlorid als Trägersalz wiederholt und ergaben in beiden Fällen gleich gute Resultate. Sie wurden auch mit Knochenkohle und dann mit Anthrazit als Reduktionsmittel, dann mit Eisenbehältern und unter Anwendung von Nickelsaminelnietall in Form von kleinen Kugeln und in Form von Staub wiederholt, jedesmal mit vollem Erfolg.
  • Es zeigte sich, daß sowohl Schwefel wie Arsen in die Legierungen übertreten, wenn sie in dem zu behandelnden Erz vorhanden sind, und daß die Oualität der gewonnenen Zinnickellegierungen verbessert und die Menge der für das geschilderte Verfahren erforderlichen Reagenzien herabgesetzt wird, wenn im Falle des Vorhandenseins von. erheblichen Mengen dieser Verunreinigungen Arsen und Schwefel durch eine Vorröstung nach bekanntem Verfahren entfernt werden. Für gewöhnlich tritt in die Legierungen zusammen mit dem Zinn auch etwas Eisen über; die Menge hängt von der Erhitzüngstemperatur und -datier und von der Menge des vorhandenen Eisens ab. Etwas Eisen ist gewöhnlich in derartigen Legierungen nicht schädlich, manchmal sogar vorteilhaft.
  • Irn folgenden werden zwei typische Beispiele für die Herstellung solcher Legierungen unter Verwendung von Eisenchlorid und kohlenstoffhaltigen Reduktionsmitteln in Gegenwart von Eisenoxyd gegeben, doch soll die Erfindung nicht auf diese Beispiele oder auf die genaue Form der Reaktionen, die verwendeten Materialien oder deren Mengenverhältnisse beschränkt werden. Die Beispiele beruhen auf Versuchen. Beispiel i Es sei verlangt, das Zinnoxyd aus hochwertigem Erz oder aus niederwertigem Cassiteritkonzentrat zu reduzieren und das Zinn mit Nickel und Eisen zu legieren, um eine Legierung herzustellen, welche von der Gangmasse magnetisch abgetrennt werden kann und verhältnismäßig geringe Mengen Nickel auf Zinn bezogen enthalten soll, was aus wirtschaftlichen Gründen mit Rücksicht auf die nachfolgende Gewinnung beider Metalle wünschenswert ist; eine geeignete Mischung ist etwa die folgende:
    Erz (oder Konzentrat)
    mitZinngehaltvon6°/0200lbs(etwa 9o,7kg)
    FeC1,2H,0 (oder ent-
    sprechende Menge An-
    hydrid) ... . ..... 2 - ( - 0
    Fe, (H0), (oder ent-
    sprechende Menge An-
    hydrid) . # . . . . i i - ( - 5,0 - )
    Kohle (oder Knochen-
    kohle) 6 - ( - 2,7 - )
    Nickel (alsMetallkugeln
    oder Metallstaub oder
    als Oxyd oder Oxyd-
    hydrat) als Metall . . 2o - ( - 9,i - )
    Gesamtbeschickung: 2381bs (etwa i o8,okg).
    Man kann jedoch auch Mischungen verwenden, die reicher an Zinn oder an Eisen und ärmer an Nickel sind oder umgekehrt, wenn das aus irgendwelchen Gründen wünschenswert ist.
  • Das Nickel ist hier als Metall in zerteiltem Zustande angeführt. Es kann jedoch als Oxyd oder Hydroxyd in der Form angewendet werden, in der es aus seinen Lösungen niedergeschlagen wird oder nachdem es calciniert oder zu Metallstaub reduziert ist, in welchem Falle Zusatzkohie oder ein anderes Mittel zur Reduktion des Oxydes zu Metall verwendet werden kann.
  • Nach einstündigem oder kürzerem Erhitzen auf etwa 7oo bis goo° C, während welcher Zeit kleine Mengen von H,0 und C02 und etwas HCl abdestillieren, ist alles Zinn und Nickel zusammen mit dein meisten vorhandenen Eisen zu einer hochmagnetischen Legierung von etwa folgenderZusammensetzung verbunden:
    Ni 51,75 °,% 0
    Fe 16,95 °/o
    Sn 3r,3
    I oo,o.
    Das Gewicht der Legierung beträgt etwa 38 lbs (etwa 17 kg).
  • Die Legierung kann leicht und vollständig mittels magnetischer Vorrichtungen von der Gangmasse abgetrennt werden. War das verwendete Nickel aus seinem Oxydhydrat reduziert (wie beispielsweise bei der weiteren Behandlung der Legierung zur Gewinnung des Zinns) und war es in kleine Kügelchen entsprechend einer Größenordnung von So bis ioo Siebmaschen (auf den linearen englischen Zoll - 25,4 nim), beispielsweise durch die bekannte Mond-Nickel-Carbonyl-Reaktion oder auf andere Weise, überführt worden, so absorbieren diese Kugeln das Eisen und das Zinn, und die so gebildete Legierung kann von der Gangmasse einfach durch Sieben abgetrennt werden, vorausgesetzt, daß die gesamte ursprüngliche Beschickung von Erz, Kohle, Eisenchlorid und Oxyd vorher fein genug gemahlen worden war, um durch die gewählte Siebgröße hindurchzufallen. Wird das Nickel als Staub von unbestimmter Größe verwendet (von seinem Oxyd in situ reduziert oder anders hergestellt und zu der Beschickung hinzugefügt), so kann die von der Gangmasse nicht absiebbare, fein verteilte Legierung magnetisch leicht abgetrennt werden. ' Will man weniger Eisen in der Legierung haben, so kann das Gemisch folgendermaßen abgeändert werden:
    Erz oder Konzentrat
    (mit 6"j" Zinngehalt) 200,0lbs (etwa go,7kg)
    FeC1.,2H,0 oder die
    Anhydride, in diesem
    Falle nur als Kata-
    lysator wirkend ... i,o - ( - 0,5 - )
    Fe.(HO),,oder dieAn-
    hydride, - in diesem
    Falle nur als Kata-
    lysator wirkend.... 0,5 - ( - 0,2 -)
    Kohle , «**'*'"*' 3,0 - ( - 1,4 - )
    Nickel (als Kügelchen,
    Staub, Oxyd oder
    - )
    Hydroxyd), Metall. . 20,o - ( - 9,1
    Gesamtbeschickunz : 224,5 lbs (etwa i o i, c) kg ).
    Die Zusammensetzung der daraus gewonnenen Legierung wird etwa die folgende sein:
    Ni 62,o %
    Sn 37,0 %
    Fg# 1,0 N
    1 Oo,o.
    Das Gewicht der Legierung beträgt 'et«#a 33 lbs (etwa 15 kg).
  • Wenn die Beschickung nicht überhitzt worden ist, so kann auch diese Legierung leicht durch Absieben oder magnetisch abgetrennt werden.
  • Legierungen von geringem Eisen- und geringem Nickelgehalt sind weniger, immerhin jedoch noch ziemlich magnetisch bis zu etwa C5"1" bis 75"/" Zinngehalt.
  • Beispiel e Eine im Falle eines reichen Erzes oder Konzentrates geeignete Mischung ist die folgende:
    Konzentrat (60° J" Sn) . . Zoo lbs (etwa 90,71;g)
    Fe,.(HO)" oder An-
    hydrid ... .. .. 5 - ( - 2,3 -)
    FeC1.,2H.,0 oder An-
    hydrid - . . . . . . . . . . . i o - ( - 4,5 - )
    - )
    Kohle . . . . . . . . . . . . 30 - ( - 13,6
    - )
    Nickel . . . . . . . . . . 200 - ( - 90,7
    445 lbs (etwa 2o 1,8 kg).
    Die gewonnene Legierung wird folgende Gewichte und Zusammensetzungen zeigen:
    Zinn ...... i 2o lbs (etwa 54,51,9)== 36,6°/"
    Nickel .... 20o - ( - 90,7 - )- 61,0"j"
    Eisen (etwa) 8 - ( - 3,6 - 2,4°'"
    Summa: 3281bs (etwa i48,8kg)-ioo,o";".
    Die Reduktionstemperatur soll in keinem Falle Soo° bis 90o° C überschreiten. Die Erhitzung der Beschickungen soll unter Luftabschluß erfolgen.
  • Wenn das Zinn sich in dem Sammehnetall gesammelt hat, kann es daraus auf irgendeine bekannte oder geeignete Weise gewonnen Eierden, etwa nach einem der neueren Chlorationsverfahren des Erfinders Ashcroft.
  • Man kann auch die Legierungen schmelzen oder daraus Anoden gießen und diese Anoden in einem elektrolytischen Bade von geeigneter Zusammensetzung verwenden, wodurch man in bekannter oder geeigneter-Weise Zinn und Nickel getrennt an metallischen Plattenkathoden abscheiden kann, während die Anoden gelöst werden und eine Depolarisation der Bäder hervorrufen, so daß ein Minimum von elektrischer Energie benötigt wird und die Bäder durch die Lösung der Metalle an den Anoden regeneriert werden.
  • Eine Reaktion, bei welcher .das Zinn durch eine Beschickung von erheblicher Dicke hindurch in ein Sammelmetall ohne Berührung mit diesem übertritt und das Metall sich in fester Phase befindet, ist bisher nicht bekannt gewesen.
  • Eine endgültige Erklärung des genauen Mechanismus der Reaktionen kann noch nicht gegeben werden; allgemein kann man annehmen, daß das Zinn in Form von Zinnchlorid in geringen Mengen verdampft, und daß das Trägersalz, ebenfalls in Form eines Dampfbades von sehr großer Beweglichkeit, den Zinnchloriddampf schnell in Kontakt mit den Oberflächen des Sammelmetalls bringt, welches ihn bei den angewendeten Temperaturen zersetzt und das Zinn schwammartig aufsaugt, während das Chlor freigesetzt wird und sich mit weiterem Metall in der Beschickung verbindet. Es ist wahrscheinlich, daß bei der angewendeten Temperatur ein von der erheblichen Bildungsenergie der Nickellegierung herrührender, ausreichender überschuß an freier Energie vorhanden ist, der diese Reaktionen ermöglicht.
  • Das beschriebene Verfahren besitzt großen technischen Wert für die Gewinnung und Metallurgie desZinns, da es dieKonzentration des Zinngehalts aus fast allen hoch- oder niederwertigen, zinnhaltigen Materialien und dessen Reduktion zu Metall auf einfache Weise und mit geringen Kosten ermöglicht. In dem Sonderfalle von niedrig- oder mittelwertigen Erzen oder Produkten und im Falle von zinnhaltiger Schlacke oder von zusammengesetzten zinnhaltigen Erzen, die andere Metalle und Schwefel enthalten, kann das Zinn unter Aufwendung nur eines Bruchteils der nach den bekannten Verfahren erforderlichen Kosten gewonnen werden, und viele Materialien, die gegenwärtig keinerlei wirtschaftlichen Wert haben, können durch Anwendung des neuen Verfahrens mit Vorteil für die Zinngewinnung verwendet werden.
  • In der Beschreibung sollen die Ausdrücke »Erz« oder »Material«, sofern es dem Zusammenhang nach möglich ist, jedes Erz, Konzentrat, Produkt, Schlacke, Rückstand oder anderes :Material umfassen, aus welchem Zinn gewonnen werden kann. Die Ausdrücke »Ofen« oder »Retorte« sollen waagerechte, schräge oder senkrechte Retorten, Muffel-oder offene Ofen mit oder ohne Rührvorrichtung, Drehöfen, Schachtöfen, Tunnelöfen, Dreh-Kettenöfen von Spezialtyp (Dwight Llovds Sintertcp) oder irgendwelche anderen Erhitzungsvorrichtungen umfassen; die Hitze kann durch festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoff oder durch Elektrizität erzeugt werden.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung von Zinn aus zinnhaltigem Material durch Reduktion des Zinns zu Metall, dadurch gekennzeichnet, daß das Material mit einem Reduktionsmittel, einem Salz, das fähig ist, mit dem Zinn flüchtige Verbindungen zu bilden (beispielsweise Chlorid), und einem Sammelmetall gemeinsam auf Temperaturen, die unter dem Schmelzpunkt der Gangart und Sammelmetalle liegen, erhitzt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Verwendung von Nickel als Sammelmetall.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i oder 2, gekennzeichnet durch die Verwendung von Zinkchlorid, Eisenchlorid oder Ammoniumchlorid als Salzzuschlag. q..
  4. Verfahren nach Anspruch i bis 3, gekennzeichnet durch die Verwendung von Metallstaub als Reduktionsmittel.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch q., gekennzeichnet durch die Verwendung von gasförmigen oder festen, kohlenstoffhaltigen Reduktionsmitteln in Verbindung mit Metallstaub. <.
  6. Verfahren nach Anspruch i bis 5, gekennzeichnet durch die Zugabe von Nickel als Nickeloxyd oder -hydroxyd unter Beifügung von ausreichenden Mengen kohlenstoffhaltiger oder anderer Reduktionsmittel zur Reduktion des Nickels zu Metall in situ.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch i bis 5, gekennzeichnet durch die Durchführung der Reaktion in einem Nickelbehälter, welcher als Sammelmetall wirkt. B. Verfahren nach Anspruch i bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung von Nickel und Eisen als Sammelmetall die Legierung magnetisch von der Gangart abgetrennt wird. g. Verfahren nach Anspruch i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Sammelmetall, insbesondere Nickel in Form von Kügelchen, in gröberer Zerteilung als die übrigen Bestandteile angewendet und die gewonnene Zinnlegierung von der Gangart durch Sieben abgetrennt wird.
DEA54184D 1927-07-07 1928-05-17 Gewinnung von Zinn aus Erzen oder zinnhaltigem Material durch Reduktion des Zinns zuMetall Expired DE508342C (de)

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