DE50435A - Elektrostatisches Voltmeter - Google Patents
Elektrostatisches VoltmeterInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Elektrostatisches Voltmeter.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein elektrostatisches Instrument zum
Messen von elektrischen Potentialen (elektrostatisches Voltmeter), welche 40 Volts überschreiten
und bei welchem innerhalb eines mit dem Punkte des tieferen Potentials zu verbindenden
Gehäuses leitend unter sich und mit dem Punkte des höheren Potentials verbundene,
fixirte Metallplatten abwechseln mit flachen, horizontal über einander an einer vertical
mittelst Torsionsdrahtes· aufgehängten Spindel befestigten Metallflügeln, und wobei die von
den festen Platten auf letztere ausgeübte Anziehung noch unterstützt werden kann durch
die abstofsende Wirkung von mit dem Gehäuse fest verbundenen, nahe an den Flügeln
angeordneten Metallplatten.
Das Instrument ist in Fig. 1 im Verticalschnitt und in Fig. 2 im Grundrifs wiedergegeben.
Fig. 3 und 4 sind Details des beweglichen Körpers, Fig. 5, 6 und 7 Details der Hemmung für den Zeiger beim Transport
des Instrumentes.
Von der das Messinggehäuse ι oben abschliefsenden Messingplatte hängt, durch isolirende
Stücke α gehalten, der unbewegliche Körper P herab. Derselbe ist in zwei metallisch
wieder mit einander verbundene Längshälften getheilt, welche jede aus einer Anzahl, z. B.
zehn, wie c gestalteter und über einander liegender Platten zusammengesetzt und, wie
aus Fig. 2 zu ersehen, zu einander angeordnet sind. Die Platten jeder Hälfte bilden über
einander liegende viereckige Räume mit der Höhendimension d, Fig. 1.
Der bewegliche Körper P1 besteht aus. einer Spindel e, welche in der Mitte zwischen den
beiden Hälften des unbeweglichen Körpers P mittelst eines Torsionsdrahtes f vertical aufgehängt
und mit, im vorliegenden Falle beispielsweise zehn, horizontalen (d.i. senkrecht
zur Spindelachse stehenden) Metallflügelpaarengx
bis g 10 besetzt . ist, welche unter sich den
gleichen Abstand d wie die festen Platten c lassen. Die Spindel, ist so aufgehängt, dafs,
wenn ihr Drehung um ihre Achse mitgetheilt wird, die Flügel g1 bis g10 in der horizontalen
Mittelebene zwischen den Platten c c sich bewegen. Dicht vor den Flügeln hängen von
der Messingplatte b zwei Abstofsungsplatten h h, wie in Fig. 1 und 2 angeordnet, herab. Am
oberen, durch ein rundes Loch in der Deckplatte b heraustretenden Ende der Spindel e
sitzt ein horizontaler Zeiger j fest, der mit seiner Spitze an einer kreisförmigen, 90° umfassenden
Scala k spielt. Die Theilung der letzteren erfolgt entweder nach einem gewünschten
Vielfachen von Volts oder nach Bruchtheilen von Volts. Die Deckplatte des Gehäuses i schützt den Zeiger gegen elektrische
Beeinflussung und die den Zeigerkasten / abdeckende Glasplatte m hält Luftströmungen ab.
Der Aufhängedraht/ ist von einer mittelst des Steges 0 gehaltenen Messingröhre η umgeben,
welche auf dem oberen Ende eine geeignete Vorrichtung (Knopf/1) zum Befestigen und
azimuthalen Justiren des Drahtes f trägt. Um
Beschädigung des- beweglichen TheilesP1 beim
Transport des Instrumentes zu verhüten, fafst .vom unteren Ende der Spindel e senkrecht
.durch den von den Abstofsungsplatten h gehaltenen horizontalen Steg q ein Stift ρ nach
unten, gegen dessen verbreitertes Köpfchen p1
eine durch die Bodenplatte des Gehäuses gehende Schraube ν angeschraubt werden kann,
wodurch p1 an q angeprefst und also der bewegliche
Körper P1 fixirt wird; da alsdann auch der Torsionsdraht f vom Gewicht dieses
Körpers entlastet ist, erfährt er keine schädliche Beanspruchung durch den Transport.
Um beim Nichtgebrauch des Instrumentes Schwingungen des Zeigers j zu verhindern, ist
ein starres oder nachgiebiges Stück so angeordnet, dafs es augenblicklich in hemmende
Berührung mit dem Zeiger selbst oder mit einem anderen beweglichen Theil des Instrumentes
gebracht werden kann. Um alle anderen Bewegungen dieses Stückes aufser der zur Zeigerhemmung auszuschliefsen, wird dasselbe
mit einem geometrischen Schieber verbunden (vergl. Thomson's and TaWs Treatise
on Natural Philosophy, 2. Ausgabe, 9. Band, I. Theil, S. 198), d. h. der bewegende Theil
der Hemmung bewegt sich auf fünf Punkten von solcher Anordnung, dafs Bewegung nur
auf der gewollten geraden Linie möglich ist. Nach den Fig. 5, 6 und 7 besteht die Zeigerhemmung
aus einem aus Messing oder anderem geeigneten Metall hergestellten Ring s, der mit
seinem Centrum in der Drehachse des Zeigers liegt und unterhalb des letzteren in einer zu
dessen Bewegungsebene parallelen Horizontalebene mittelst geometrischen Schiebers wie
folgt festgehalten wird. Eine am Ring s feste, runde und senkrecht herabhängende Stange t
fafst durch V-förmige Oeffnungen u u des Bügels tv und wird durch ihr Eigengewicht,
sowie das Gewicht des Ringes in die Löcher u hineingeprefst gehalten; gleichzeitig zieht eine
kleine Spiralfeder^, Fig. 2, den Ring s beständig gegen einen kleinen an der Platte b
festen Stift x. Der Ring s kann sich also nur in genau verticaler Richtung bewegen. Diese
Bewegung wird bewirkt vermittelst der durch Griff b1 gegen das an 5 feste Plättchen al zu
drehenden kleinen Hubscheibe ^. Es ist leicht zu erkennen, dafs dieser Hemmmechanismus
auch ■ dazu benutzt werden kann, um den ganzen beweglichen Theil des Instrumentes anzuheben
und gegen einen festen Theil anzuklemmen, und so den Aufhängedraht gegen
Beschädigung beim Transport des Instrumentes zu sichern.
Das Instrument functionirt wie folgt: "Von den beiden Punkten, deren Potentialdifferenz
zu messen ist, wird derjenige, dessen Potential sich von dem der Erde am weitesten entfernt,
mit dem unbeweglichen Körper P, und der andere Punkt mit dem Messinggehäuse i verbunden.
Aus der so zwischen den Platten c c von P und den Flügeln g1 bis g10 von P1
erzeugten Potentialdifferenz wird zwischen beiden Anziehungskraft erweckt, infolge dessen die
Spindel e Drehungsantrieb empfängt. Gleicher Antrieb wird auf die Spindel e auch durch
die zwischen den Platten h h und den Flügeln g1
bis g10 infolge Potentialgleichheit wachgerufene
Abstofsungskraft ausgeübt. Dem so auf die Spindel e ausgeübten Drehungsmoment wirkt
die Torsion des Drahtes f entgegen und wird infolge dessen der Zeiger j auf die Theilung
der Scala eingestellt, welche der vorhandenen Potentialdifferenz entspricht.
Claims (2)
1. Bei elektrostatischen Potential -Mefsinstrumenten
mit feststehenden Metallplatten c und dazwischen befindlichen, an der Spindel e
befestigten drehbaren Metallflügeln [gl . . .) die Anordnung von Abstofsungsplatten h
(s. Fig. ι und 2) zur Verstärkung des Drehungsmomentes der Spindel.
2. In Verbindung mit der unter 1. gekennzeichneten Anordnung eine Hemmung für
den Zeiger (Fig. 1, 2 und 5 bis 7), bestehend aus dem in konisch gebohrten
Löchern u u mittelst runder Stange t senkrecht geführten und von einer Feder y
gegen einen senkrechten festen Stift χ herangezogen gehaltenen Ring s, so dafs demselben
(wie mittelst Hubscheibe \) nur senkrechte Bewegung mitgetheilt werden kann.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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