DE490455C - Verfahren zur Herstellung von Papier oder Pappe zur Anfertigung von Zeichnungen, dieauf nicht photographischem Wege abdruckbar sind - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Papier oder Pappe zur Anfertigung von Zeichnungen, dieauf nicht photographischem Wege abdruckbar sindInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Papier oder Pappe zur Anfertigung von Zeichnungen, die auf nicht photographischem Wege abdruckbar sind Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Papier oder Pappe für die Anfertigung von Zeichnungen, die auf nicht photographischem Wege abdruckbar sind, unter Verwendung einer Unterlage, die mit einer gravierbaren Stoffschicht bedeckt ist, deren Färbung von derjenigen der Unterlage hinreichend abweicht.
- Ein derartiges Verfahren findet bereits Anwendung zur Herstellung von Druckpapier, das aus durchscheinendem Zeichenpapier, z. B. Pauspapier, und einer auf dieses Pauspapier aufgebrachten gravierbaren Stoffschicht besteht. Auf diesem Papier wird die Zeichnung durch Ritzen der undurchsichtigen Stoffschicht mittels eines geeigneten Werkzeuges hergestellt, so daß also die durchscheinende Unterlage bloßgelegt wird. Auf diese Weise wird eine Art Pause hergestellt, von der Abzüge angefertigt werden können. Das mit diesem Verfahren hergestellte Papier muß daher jedesmal verwendet werden, wenn ein Abzug der auf dem Papier eingeritzten Zeichnung angefertigt werden soll. Da dieses Papier notwendigerweise leicht zerstört wird und nur eine beschränkte Lebensdauer hat, kann nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Abzügen hergestellt werden.
- Nach der Erfindung wird dieser Mangel dadurch vermieden, daß zwischen der gravierbaren Schicht und der Unterlage eine Schicht eines schmelzbaren, festhaftenden Stoffes aufgetragen wird, der bei Erwärmung des Ganzen den unmittelbaren Abdruck der auf die gravierbare Schicht eingeritzten Zeichnung auf eine beispielsweise aus Metall bestehende, als Druckstock dienende Platte ermöglicht. Hierdurch ist der Vorteil erzielt, daß ausgehöhlte oder erhabene Druckstöcke durch unmittelbaren Abdruck einer Originalzeichnung herstellbar sind, ohne daß hierbei ein photographisches Verfahren benutzt zu werden braucht. Die auf die Unterlage eingeritzte Zeichnung wird nur ein einziges Mal zum Abdruck benutzt, so daß die Verwendung dieser Zeichnung nur einen Zwischenvorgang für den angestrebten Zweck darstellt, der in der schnellen und genauen Anfertigung eines Druckstockes aus Metall besteht.
- Zweckmäßig besteht die schmelzbare Schicht aus einem festhaftenden, vorzugsweise dunklen" Stoff, z. B. Lithographentinte, Judenpech, Harz, Lack o. dgl., während die gravierbare Schicht in einem gegensätzlichen Farbton gehalten ist und vorzugsweise aus einem weilten Mineral, z. B. schwefelsaurem Baryt, besteht, der mittels Gelatine auf die gravierbare Schicht aufgeklebt wird. Hierdurch ist der besondere Vorteil erzielt, daß sich die eingeritzte Zeichnung infolge des dunklen Untergrundes deutlich von der weißen gravierfähigen Schicht abhebt.
- Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der bei dem Verfahren nach der Erfindung verwendeten Hilfsmittel schaubildlich dargestellt. -Zu Beginn des Verfahrens bringt man, auf ein vorzugsweise geschmeidiges Blatt Papier, Pappe o. dgl. (Abb. z) ein in geeigneter Weise und vorzugsweise- dunkel gefärbtes Blatt Papier 2 auf. Nach dem Trocknen wird das Ganze alsdann leicht gewalzt, so daß die Oberfläche so eben wie möglich ist: - Wenri die reliefartige Druckplatte zur Anfertigung von Druckabzügen mit schwarzen Strichen auf weißem Untergrund hergestellt werden soll, besteht dieses Blatt aus etwas aufsaugefähigem Papier. Auf dieses Blatt wird ein schmelzbarer und derart klebefähiger Überzug 3 aufgetragen, daß er auf der zum Gravieren dienenden Unterlage in geeigneter Weise festhaften kann.
- Dieser Überzug 3 kann gegebenenfalls gefärbt werden, jedoch wird er vorzugsweise dunkel getönt, damit man sich leicht von dem Zustand der Druckplatte vor dem Ätzen mit der Säure überzeugen kann. Der Überzug weist eine derartige Zusammensetzung auf, daß er bei ver-_. hältnismäßig niedriger Temperatur anfängt zu schmelzen. Der Überzug 3 besteht beispielsweise aus einer chemischen, harten Lithographentinte, Asphalt, Judenpech, Wachs, reinem Kautschuk, Harzlack o. dgl. und weiteren natürlichen oder künstlichen Stoffen oder einem geeigneten Gemisch.
- Auf diesen Überzug wird alsdann eine weiße Schicht 4 geeigneter Beschaffenheit aufgetragen, die so hell wie möglich ist, damit ein kräftiger Gegensatz zu dem farbigen Untergrund entsteht. Diese Schicht, die in einer völlig abdeckenden Lage so dünn wie möglich aufgetragen wird, ist zur Aufnahme der Graviereinschnitte geeignet, ohne daß sie abbröckelt. Als Schicht -wird ein undurchsichtiger, gegebenenfalls pulverförmiger und mit einem geeigneten Bindemittel vermischter Stoff in kaltem oder warmem Zustand verwendet. Gute Resultate sind diesbezüglich durch Verwendung von ungelöster oder aufgelöster Gelatine, Kasein usw. erzielbar, die mit einem weißen Farbstoff, vorzugsweise Mineral, z. B. schwefelsaurem Baryt, vermischt werden. Diese Schicht kann auch aus einem gegebenenfalls gefärbten oder undurchsichtigen Firnis bestehen, hierzu kann ein Zellfaserfirnis o. dgl. in flüssiger oder fester Form verwendet werden.
- Bei Verwendung eines derart vorbereiteten Kartenblattes zur Herstellung einer reliefartigen Druckplatte wird zunächst die Zeichnung in der Weise eingraviert, daß die gravierbare Schicht mittels eines geeigneten Werkzeuges geritzt wird, so daß die Einschnitte 5 die Schicht des gefärbten Überzuges bloßlegen. Nachdem das Gravieren beendet ist, wird das Kartenblatt auf die Gravierungsunterlage (ein Blatt aus Zink, Kupfer o. dgl.) gelegt, und anschließend wird auf das Kartenblatt ein geeigneter Druck unter Erwärmung- auf eine geeignete Temperatur ausgeübt. Unter der Wärmewirkung schmilzt die zwischen dem Kartenblatt = und dem isolierenden Überzugstöff 4 gelagerte Klebstoffschicht 3 und fließt durch die Einschnitte 5 ab, wobei. sie auf der Oberfläche des Umdrucks in einer Menge festhaftet, die um so größer ist, je breiter der Einschnitt 5 gemacht wurde. Auf diese Weise entsteht nach Ätzen mit der Säure eine reliefartige . Druckplatte. Mittels dieses Verfahrens kann daher durch unmittelbares Umdrucken auf eine geeignete Unterlage eine reliefartige Druckplatte hergestellt werden, deren Abzüge schwarze Striche -auf weißem Untergrund aufweisen.
- Wenn weiße Striche auf schwarzem Untergrund erzielt werden sollen, wird die weiße Schicht 4 unmittelbar auf die Unterlage i (Abb. z)- ohne Zwischenschaltung' -des schmelzbaren und klebefähigen Überzuges aufgetragen. In diesem Fall wird die weiße Schicht vorzugs-_-veiseetwas aufsaugefähig gemacht, um die zum Schwärzen dienende Lithographentinte festzuhalten. Dieses Ziel wird beispielsweise dadurch erreicht, daß eine geringe Menge an Gelatine oder Klebstoff verwendet wird.
- In diesem wie in dem zuvor beschriebenen Fall wird die fertiggestellte Gravierung vorzugsweise mit Lithographentinte geschwärzt, worauf der Umdruck in üblicher Weise auf einer Platte aus Zink o. dgl. unter geeignetem Anpressen hergestellt wird. Der erhaltene Umdruck wird mit Harzpulver, Judenpech o. dgl. bedeckt und mittels Anwärmen festhaftend gemacht, Wenn die Platte alsdann der Einwirkung einer geeigneten üblichen Säure ausgesetzt -wird, erhält man eine Druckplatte mit Vertiefungen, die durch die Einwirkung .der Säure auf die den Einschnitten entsprechenden, nicht geschwärzten Teile entstehen.
- Das beschriebene Verfahren liefert Zeichnungen, die eine weit größere Klarheit aufweisen, als es im allgemeinen bei mit der Feder hergestellten Zeichnungen möglich ist, da die Gravierung oder Stichelung eine scharfe und klare Einkerbung der Überzugsschicht hervorruft, und infolge der gegensätzlichen Färbung des Untergrundes und der Überzugsschicht tritt die Zeichnung vollständig hervor. Die in der angegebenen Weise hergestellten Kartenblätter sind also für die Anfertigung von beliebigen Zeichnungen oder Abbildungen verwendbar, die auf photographischem-Wege vervielfältigt werden müssen, wobei der Vorteil entsteht, daß die photographischen Vervielfältigungen in demselben Maßstabe der Zeichnung mit viel größerer Klarheit hergestellt werden können.
- Die Stoffe, aus denen die Gravierungsschicht gebildet sein muß, sollen vorzugsweise eine geeignete Geschmeidigkeit und sogar eine gewisse Nachgiebigkeit aufweisen, damit sie den Beanspruchungen beim Bearbeiten der Gravierungskartenblätter widerstehen können. Die Art des Bindemittels, das der Mischung der Gravierungsschicht hinzugesetzt wird, kann sich jedem besonderen Fall in beliebiger Weise anpassen. Die hierzu bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel verwendete Gelatine kann vorzugsweise unlöslich sein, damit eine Lagerung des Gravierungspapiers oder der Gravierungspappe möglich ist; man kann jedoch selbstverständlich auch gelöste Gelatine bei sofortiger Verwendung des Gravierungspapiers benutzen.
- Die einzelnen Bestandteile der gravierbaren Karte können derart beliebig gefärbt sein, daß ein geeigneter Gegensatz zwischen der Oberfläche und dem Untergrund besteht. Die gravierbare Oberfläche kann mit einer von Vierecken gebildeten Millimetereinteilung o. dgl. versehen oder in beliebiger Weise gekennzeichnet sein, um Vervielfältigungen mit oder ohne Maßstabänderungen von den verschiedenartigsten Plänen oder Zeichnungen herstellen zu können.
- Die Erfindung ist zur Anfertigung von Druckplatten für- alle Anwendungsgebiete geeignet; in verschiedenen Fällen ist es sogar möglich, das gravierte Kartenblatt unmittelbar ohne irgendeinen Umdruck zu verwenden; hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, daß der hierdurch erhaltene Abdruck eine umgekehrte, mit der gravierten Zeichnung genau übereinstimmende Wiedergabe ist.
Claims (3)
- PATRNTANSPRÜCI3R: i. Verfahren zur Herstellung von Papier oder Pappe zur Anfertigung von Zeichnungen, die auf nicht photographischem Wege abdruckbar sind, unter Verwendung einer Unterlage, die mit einer gravierbaren Stoffschicht bedeckt ist, deren Färbung von derjenigen der Unterlage hinreichend abweicht, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der gravierbaren Schicht (q.) und der Unterlage (i) eine Schicht (3) eines schmelzbaren, festhaftenden Stoffes aufgetragen wird, der bei Erwärmung des Ganzen den unmittelbaren Abdruck der auf die gravierbare Schicht eingeritzten Zeichnung auf eine beispielsweise aus Metall bestehende, als Druckstock dienende Platte ermöglicht.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung von erhabenen Druckstöcken ein Stück Pappe (i), ein Blatt Papier o. dgl. zunächst mit einem aufsaugefähigen Stoff, z. B. mit geleimtem Papier (2), bedeckt wird, auf das nach dem Trocknen und Glätten eine Schicht (3) des schmelzbaren, festhaftenden, vorzugsweise dunkel gefärbten Stoffes, z. B. Lithographentinte, -Asphalt, Judenpech, Wachs, Gummi, Harz, Lack o. dgl., und auf diesen Stoff die gravierbare Schicht (q.) aufgetragen wird, die aus weißem Mineral, z. B. mittels Gelatine aufgeklebtem schwefelsaurem Baryt, besteht.
- 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung von ausgehöhlten Druckstöcken auf die aus einem Stück Pappe (i) oder einem Blatt Papier bestehende und mit gefärbtem Papier (2) bedeckte Unterlage eine gravierbare Schicht (q.) eines undurchsichtigen Stoffes, z. B. schwefelsaures Baryt, aufgetragen wird, die mit einer geringen Menge eines Klebstoffes, z. B. Gelatine, vermengt wird, um die Schicht zur Aufnahme der die Druckschicht bildenden Lithographentinte aufsaugefähig zu machen.
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