DE489964C - Trockenspinnzelle - Google Patents
TrockenspinnzelleInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01D—MECHANICAL METHODS OR APPARATUS IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS
- D01D5/00—Formation of filaments, threads, or the like
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
23. JANUAR 1930
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 29 a GRUPPE
Trockenspinnzelle Patentiert im Deutschen Reiche vom 3. Mai 1928 ab
Es ist bekannt, beim Spinnen von Kunstseidenfäden nach dem Trockenspinnverfahren,
insbesondere beim Verspinnen von Acetyl- und Nitrocellulose-Lösungen, die in
dampfförmigem Zustand befindlichen flüchtigen Lösungsmittel auf die verschiedenste
Weise zurückzugewinnen. Dabei wird die mit den Dämpfen der Lösungsmittel beladene
Luft oder ein anderes Gas aus der Spinnzelle abgeführt und ganz oder teilweise von
den Lösungsmitteldämpfen befreit. Das Abführen der mit Lösungsmittel beladenen Luft
wird durch Pumpen oder Ventilatoren bewerkstelligt. Jedenfalls wurde bis heute stets
das Gasgemisch, bestehend aus Luft und Lösungsmitteldämpfen, von der Spinnzelle abgeführt,
so daß im Innern der Zelle das Gasgemisch sich in steter strömender Bewegung befand.
Diese Tatsache schließt indirekt die Notwendigkeit ein, den von der Zelle abgeführten
Teil des Gasgemisches in seiner Gesamtheit abzukühlen und nach der Rückgewinnung
der Lösungsmittel wieder zu erwärmen.
Zu diesem Zweck mußten in der Praxis ständig große Mengen Luft oder Gas erhitzt
und abgekühlt werden, während es eigentlich nur notwendig wäre, diejenige Wärmemenge
zu- und abzuführen, die notwendig ist, um die Lösungsmittel zu verdampfen und zu kondensieren.
Die vorliegende Erfindung hat den Zweck, die obenerwähnten Nachteile zu beseitigen
oder wenigstens das Abkühlen und nachträgliche Erhitzen des in der Zelle befindlichen
Gasgemisches auf eine geringe Menge desselben zu beschränken. Die Erfindung, die in
geschlossenen Spinnzellen zu arbeiten gestattet, erübrigt nämlich das Abführen und
Abkühlen des Gasgemisches, das die Spinnzelle füllt, dadurch, daß sich in der Spinnzelle
selbst eine begrenzte, auf eine bestimmte Temperatur abgekühlte Fläche befindet. Diese
Temperatur ist so zu bemessen, daß dieselbe die Temperatur der Spinnzelle (in nächster
Umgebung des Fadens gemessen) nicht übersteigt und jedenfalls unterhalb des Siedepunktes
des Lösungsmittels oder der Lösungsmittel liegt.
Übersteigt die Temperatur des Lösungsmittels in der Spinnzelle die Temperatur des
am tiefsten abgekühlten Punktes der Zelle, so findet an demselben unbedingt Kondensation
statt. In der Zelle, die den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet, befinden sich
folglich außer der aus der Düse austretenden Spinnlösung stetig die gasförmige und flüssige
Phase des Lösungsmittels oder der Lösungsmittel.
Nur das oder die sich im flüssigen Zustand befindlichen Lösungsmittel werden ständig
abgeführt.
Die Vorrichtung gestattet außerdem, die
Dampf dichte der flüchtigen Lösungsmittel in der Spinnzelle nach Belieben durch mehr oder
vveniger starkes Kühlen der Kühlfläche zu regeln.
Die Zeichnung veranschaulicht einige^ Ausführungsbeispiele
des Erfindungsgegenstandes. Nach Abb. ι gestattet die Doppelwand B
das Erwärmen der Spinnzelle A durch heiße to Luft, heißes Wasser oder Dampf. In der Zelle
befinden sich eine oder mehrere Röhren C, in denen zum Kühlen kaltes Wasser oder Kühlsole
umläuft. Das Kühlwasser oder die Kühlsole tritt bei E in das Rohr C ein und bei F
aus. G ist die Spinndüse, H die Aufwickelvorrichtung. Wird nun die Spinnzelle derart
erhitzt, daß eine rasche und vollständige Verdampfung der in der aus der Spinndüse austretenden
Spinnlösung enthaltenen Lösungsmittel stattfindet, so findet eine stetige Kondensation
der Lösungsmittel an der Kühlflasche statt. Das Kondensat kann leicht durch den Trichter D aufgefangen und abgeführt
werden.
Selbstverständlich kann die Vorrichtung verschieden gestaltet werden. So wird der
Kühler in Abb. 2 durch ein Rohr gebildet, worin Wasser oder Kühlsole umläuft. In
diesem Falle sammelt sich das verflüssigte Lösungsmittel im untersten Teil der Spinnzelle
an und wird durch den Heber 5 abgeleitet. Auch in diesem Falle wird die Spinnzelle
durch einen Heizmantel P erhitzt; doch kann das Erhitzen auch auf beliebige andere
Weise geschehen, so z. B. durch Schlangenheizrohre u." dgl.
Abb. 3 zeigt noch eine andere Ausführungsform. Hier ist der Kühler auf den untersten
Teil der Zelle beschränkt. Der obere Teil wird durch die in dem Heizmantel P umlaufende
Flüssigkeit, die bei T" und T ein- und austritt, erhitzt. Der untere Teil wird durch
den Kühlmantel P', in dem Wasser oder Sole von bestimmter Temperatur umläuft, gekühlt.
Letztere Ausführungsform gewährleistet ein gutes Spinnen, da die schwachen Strömungen,
die vom Heruntersinken der Dämpfe' vom heißen1 in den kalten Teil der Zelle herrühren,
das Spinnen selbst begünstigen.
Mit diesen verschiedenen Vorrichtungen gelingt es stets, 90 bis 95 °/0 des in der Spinnlösung
befindlichen Lösungsmittels wieder zu gewinnen. Unter günstigen Umständen werden
noch höhere Werte erreicht. Die in den aufgewickelten Fäden verbleihende Menge des
Lösungsmittels ist gering und überschreitet beim Einhalten richtiger Temperaturen nicht
5°/„ des Fadengewichts.
Die zurückgewonnenen Lösungsmittel sind sehr rein und können ohne vorherige Destillation
wieder verwendet werden.
Claims (2)
1. Trockenspinnzelle zum Spinnen von Kunstseidenfäden, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kühlvorrichtung zum Verflüssigen der Lösungsmitteldämpfe innerhalb,
der Spinnzelle längs des Fadenwegs in Form von mit Kühlmitteln durchflossenen
Kühlflaschen angeordnet ist.
2. Spinnzelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlvorrichtung
nur im unteren Teil der Spinnzelle angeordnet ist und einen Teil des Zellenmantels
bildet.
Hierzu I Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| IT309158X | 1928-04-07 |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE489964C true DE489964C (de) | 1930-01-23 |
Family
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|---|---|---|---|
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|---|---|
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