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Maschine zum Beschneiden und Ritzen von Sohlen Die Erfindung betrifft
eine zum Beschneiden und Ritzen von Schuh- und Stiefelsohlen bestimmte Maschine,
bei welcher das sogenannte Ritzmesser automatisch verstellbar ist, um den Riß in
der Nähe des Ballens gegebenenfalls in einem größeren Abstande von der Sohlenkante
einzuschneiden als an der Spitze der Sohle. Bei derartigen Maschinen wird mit zwei
Messern gearbeitet, mit einem Beschneidemesser, welches den Sohlenrand bearbeitet,
und mit einem Ritzmesser, welches den Riß in bestimmten Abständen von der Sohlenkante
einschneidet. Zur Führung des Schuhes dient ein feststehender, in die Falte zwischen
Rahmen und Oberleder eingreifender Sohlenhalter und eine verstellbare Leistenführung,
mit der die Lage des Schuhes gegenüber den Messern bestimmt wird.
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Der in die Falte zwischen Rahmen und. Oberleder eingreifende Sohlenhalter
dient zur Führung des Schuhes gegenüber dem hin und her gehenden Messer solange
die Sohlenkante parallel dem Schuh zuzuschneiden ist, während die bewegliche bzw.
verstellbare Leistenführung in Tätig'ke.it tritt, sobald der Sohlenrand breiter
geschnitten werden soll.
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Die verstellbare Leistenführung wird mittels eines Hebels o. dgl.
in dem Augenblick eingerückt, wenn der über das Oberleder hinausragende Sohlenrand
in seiner Breite vergrößert werden soll.
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Ist die Leistenführung einmal eingerückt, so wird sie von der Maschine
stetig bewegt, um so genau zu bestimmen, wie die Breite des über den Schuh hinausragenden
Sohlenrandes an gewissen Stellen allmählich sich vergrößern bzw. sich wieder verkleinern
soll.
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Bei einigen schon bekannten Maschinen sind zur Bewegung der Leistenführung
Kurvenscheiben in den verschiedensten Formen auf gemeinsamer Welle so angeordnet,
daß je nach Bedarf eine bestimmte Kurvenscheibe ausgewählt werden muß.
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Bei anderen Maschinen kann die Bewegung der Leistenführung nur mittels
einer einzigen Kurvenscheibe gesteuert werden, jedqch sind dann wieder besondere
Mittel erforderlich, um nach jedesmaligem Hinundhergange des Messers den Betrag
festzulegen, um welchen die betreffende Kurvenscheibe sich drehen soll.
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Bei Maschinen beider Art sind demnach die Einrichtungen, auf Grund
deren die Sohle am Rande verschieden zugeschnitten werden kann, etwas umständlich.
Hier in diesem Punkte eine Vereinfachung der Maschine zu treffen, ist Zweck der
Erfindung.
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Gemäß der Erfindung wird die Maschine
wesentlich vereinfacht,
indem die verstellbare Leistenführung mittels einer Schablone gesteuert wird, die
stetig in einer Richtung quer zur Bewegungsrichtung der Leistenführung hin und her
bewegt wird.
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Die Leistenführung wird nach dem Einrücken von einer Feder gegen den
Schuh gedrückt und, wie eben erwähnt ist, mit ,einer Schablone gesteuert, die in
Form einer dünnen Plätte (aus Metall oder Hartholz) gegeben ist. Die eine Kante
dieser Platte erhält eine jeweils bestimmte Form. . Die -Platte selbst wird so angeordnet,
daß sie mit der erwähnten Kante in der Bewegungsbahn der Leistenführung liegt und
der Bewegung der letzteren gegen den Schuh bestimmte Grenzen setzt. Die Schablone
oder Platte wird auf einem Schlitten befestigt, der in Richtung quer zur Bewegung
der federbelasteten Leistenführung stetig hin und her bewegt wird (im Gegensatz
zu einer schrittweisen Bewegung). Sowie nun die Schablone in der Bahn der Leistenführung
sich hin und her schiebt, bestimmt sie durch ihre profilierte Kante jeweils die
Verstellung der Leistenführung, die nun ihrerseits wieder die Lage des Schuhes ;gegenüber
dem Messter bestimmt, um den Sohlenrand in bestimmter Form, und zwar jeweils abhängig
von der profilierten Kante der Schablone oder Platte, zuzuschneiden.
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In der einen Richtung wird der Schlitten bewegt, wenn die Sohle eines
linken Schuhes zu beschneiden ist, während eine Bewegung in der entgegengesetzten
Richtung vor sich geht, sofern die Sohle des zugehörigen rechten Schuhes zu beschneiden
ist.
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Die Schablone oder Platte wird, wie schon oben erwähnt ist, nicht
schrittweise, sondern stetig bewegt. Diese Tatsache ist von ganz besonderer Bedeutung,
denn früher erschien es absolut notwendig, die entsprechenden Kurvenscheiben schrittweise
zu bewegen, und zwar jedesmal dann, wenn das Messer sich außer Berührung mit der
Sohle befand. Um eine solche schrittweise Bewegung zu erreichen, mußten Sperrklinkengetriebe
vorgesehen werden, die in überaus präziser, aber auch empfindlicher Ausführung häufig
zu Störungen Anlaß gäben und den Beanspruchungen während des Betriebes nicht auf
die Dauer widerstehen konnten.
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Mit der Erfindung sind derartig empfindliche Zwischengetriebe überflüssig
geworden, da die Schablone einfach stetig bewegt wird.
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Häufig tritt der Fall ein, daß ein. Schuhfabrikant eine nur kleine
Menge, vielleicht ein Dutzend Paar Schuhe, mit Spezialrand liefern soll, aber nicht
liefern kann, weil sich die Kurvenscheiben der Maschine zu solcher Spezialarbeit
nicht eignen. Nur ein gewandter Arbeiter wird in der Lage sein, ein oder vielleicht
auch zwei Paar Schuhe anzufertigen, indem er dabei die Werkstückführung von Hand
so bewegt, daß allen Sohlen die gleiche korrekte Form zuteil wird. Daß auf -diesem
Wege vielleicht ein Dutzend Paar Schuhe hergestellt werden können, derart, daß sämtliche
z¢ Sohlen vollkommen gleichartige Bearbeitung zeigen, dürfte jedesfalls nicht im
Bereich der Möglichkeit liegen. Zumeist können auch viele der Schuhfabriken nicht
über derartig hochwertige Arbeitskräfte verfügen, auf jeden Fall würden sich die
HerstelNngskosten der Schuhe .auf diesem Wege außergewöhnlich hoch stellen.
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Die einzige Möglichkeit ist, eine Kurvenscheibe ganz spezieller Form
zu nehmen und an Stelle irgendeiner der anderen Kurvenscheiben auf die betreffende;
Welle zu setzen. Damit sind aber wiederum Unkosten und nicht zuletzt Zeitverluste
verbunden. Es ist verständlich, daß es ein bedeutender Fortschritt ist, wenn jene
Nachteile beseitigt werden. Der Fortschritt würde sich erstens in eine Minderung
der Herstellungskosten und zweitens in einer Verringerung der zur Herstellung der
Schuhe benötigten Zeit bemerkbar machen.
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Aus all diesen Gründen wird der Gebrauch von Kurvenscheiben vermieden
und an deren Stelle eine Platte bzw. Schiene verwendet, deren eine Kante ein bestimmtes
Kurvenprofil bekommt, dann so montiert und von der Maschine bewegt bzw. verschoben
wird, daß dadurch gleich eine Steuerung der Ixistenführung stattfindet.
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Das jener Kante gegebene Profil wird gleich bzw. ähnlich dem zu fertigenden
Sohlenrande sein. Natürlich wird eine Maschine mit mehreren Kurvenplatten bzw. Schablonen
der verschiedensten Form geliefert. Die Platten oder Schienen sind zweckmäßig aus
Metall zu fertigen. Erhält der Schuhfabrikant den Auftrag, eine kleinere Menge von
Schuhen zu liefern, deren Sohlen eine Spezialform aufweisen müssen, so kann die
der verlangten Sohlenform entsprechende Kurvenscheibe bzw. Schiene behelfsmäßig
aus Holz, zweckmäßig aus Hartholz, von einem geschickten Arbeiter angefertigt werden.
Der Lieferant der Maschine wird unter ziemlich geringen Mehrkosten gleich eine ganze
Reihe solcher Hartholzplatten mitliefern, deren profilierte Kanten je nach Bedarf
vom Schuhfabrikanten nachgefeilt werden, um sie der jeweils verlangten Form anzupassen.
Auf diesem Wege kann wesentlich an Zeit und Geld gespart werden, was natürlich auch
eine Leistung&-erhöhung der Maschine bedeutet.
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Abb. i bringt im verkleinerten Maßstube
eine Vorderansicht
der betriebsfertigen Maschine.
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Abb. 2 und 3 stellen den Maschinenkopf mit allem Zubehör, einmal von
vorn und einmal von der Seite gesehen, dar.
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Abb. 4, 5, 6, 7, 8, 9, i o und i i stellen verschiedene Teile
der Maschine dar, und zwar Abb. 4 einen Schnitt nach Linie C-D der Abb. 3, Abh.
5 einen Schnitt nach Linie E'-F der Abb. 3, Abb. 6 einen Schnitt ungefähr nach Linie
H-H der Abh. 3, Abb, 7 einen Schnitt nach Linie A-B der Abb. 3.
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Abb. 12 stellt das bereits, unter Abb. 8 dargestellte Getriebe im
vergrößerten Maßstabe und teils im Schnitt dar.
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Abb. i 3 stellt einen Teil .aus Abb. 3 im Schnitt und im vergrößerten
Maßstabe dar. Es bezeichnet i den Maschinenkopf und 2 das übliche Untergestell für
den Maschinenkopf. Im Innern des Kopfes i, in Radial- und Axialdrucklagern, ruht
die Hauptantriebswelle ¢, auf deren einem Ende zwei Riemenscheiben (eine feste Scheibe
5 und eine lose Scheibe 6) angeordnet sind. Die Welle 4 ist so gelagert, daß sie
(in horizontaler Ebene) zur Vorschub.richtung der Sohle genau senkrecht steht, d.
h. der Vorschub geht in horizontaler Ebene rechtwinklig zur Welle 4 vor sich. Um
den verschiedensten Teilen der Maschine, auf die noch weiter unten Bezug genommen
wird, die notwendige, zeitlich genau bestimmte Bewegung zu erteilen, ist Welle 4
mit einer Kurventrommel versehen, die mehrere Kurvennuten 8, 9, io und i i (Abb.
13) besitzt.
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Eine zweite Welle dieser Art, wie sie bei anderen Maschinen notwendig
war und die gewöhnlich mit mehreren Kurvenscheiben ausgerüstet werden mußte, um
die Vorderschuhführung automatisch schrittweise zu bewegen, fällt im vorliegenden
Falle ganz weg. Damit fallen natürlich auch all die anderen sonst erforderlichen
Zubehörteile fort. Es wären das die Mittel zur Umsteuerung der Kurvenscheibe, zur
Sicherung der Welle und die Mittel zum unterbrochenen Antriebe.
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Auf einem geeigneten Bett i 2a (Abb. 13)
ruht in waagerechter
Lage ein Rahmen 13, der einen Schieber 14 von zweckmäßig rechteckigem Querschnitt
enthält. Dieser Schieber besitzt am vorderen Ende einen nach unten gerichteten Ansatz
15, an welchem eine Kupfer- oder eine andere als Schneidblock dienende Platte 16
befestigt ist. Dieser Ansatz 15 ist in einem Sohlenhalter 17 gelegen und ragt noch
etwas über diesen hinaus, wobei bemerkt sei, daß der Schieber 14 zu bestimmten Zeiten
in Längsrichtung etwas verschoben. wird - durch die Kurvennut 8, in die eine auf
einem Zapfen i9 des Schiebers 14 befestigte Rolle 18 eingreift -, damit das Werkstück
zum Vorschub freigegeben wird. Da der Schneidblock nicht nachgeben darf, solange
das Beschneidemesser noch arbeitet, müssen Ansatz und Halter hierfür besonders stark
konstruiert werden. Die weiter unten beschriebene Konstruktion der Vorderschuhführung
ermöglicht das bei geringster Rauminanspruchnahme.
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Der Rahmen 13 ist so beweglich, daß der Ansatz, 15 den Vorschub des
Werkstückes veranlaßt und hierbei das Ritzmesser zur Wirkung kommen kann. Zu diesem
Zwecke ist eine Rolle 2o vorgesehen (s. Abb. 3 und 4), die in die Kurvennut io eingreift
und mit einem Zapfen 21 an einer Gleitstange 22 befestigt ist. Die Gleitstange ist
im Maschinenkopf in Führungen 23 verschiebbar und wird am vorderen Ende mit einem
Hebel 24 verbunden, der auf .einem senkrechten zylindrischen Schaft 12 festliegt.
Das obere Ende des Schaftes 12 trägt den Rahmen 13. Das hintere Ende der Gleitstange
22 erhält eine Finne 25, die zwischen die Wangen 26 eines Lagers greift und so eine
Verdrehung der Gleitstange 22 unmöglich macht.
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An bestimmter Stelle ist in. geeigneten Führungen e'me Gleitschiene
27 vorgesehen, auf deren vorderem Ende das Beschneidemesser 28 und ferner ein an
sich bekanntes Werkzeug 29 befestigt ist, das an der beschnittenen Sohle angreifen
und den Schuh mit halten helfen soll, solange das Ritzmesser arbeitet. Die Gleitschiene
27 trägt auf einem Zapfen 3o eine Rolle 31, die in der Kurvennut 9 der Kurventrommel
geführt und durch jene Nut zu bestimmten Zeiten hin und her geschoben wird.
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Unter der das Beschneidemesser tragenden Gleitstange 27 (Abb. 2, 3,
5 und 13) liegt ein waagerecht verschiebbarer Teil 32, der vorn mit senkrechten
Geradführungen 33 für den verstellbaren Ritzmesserhalter 34 versehen ist. Dieser
waagerecht verschiebbare Teil wird zu bestimmten Zeiten derart geschwenkt, daß,
das Ritzmesser den Vorschub des Werkstückes noch unterstützen kann.
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Der eben erwähnte horizontal verschiebbare Teil wird für gewöhnlich
durch zwei längere Federn 36, 37 nach vorn gerückt, so daß. Messerhalter und Ritzmesser
gegen das Werkstück gepreßt werden. Lange Federn werden verwendet, damit ein praktisch
gleicher Druck, ohne Rücksicht auf etwaige Dickenveränderung des bearbeiteten Werkstückes
ausgeübt wird. Der Gebrauch derartig langer Federn macht den bisher üblichen,
zwecks
erhalt gleichmäßiger Drücke verwendeten und ziemlich komplizierten Mechanismus überflüssig.
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Um den Teil 32 (und mit ihm das Ritzmesser) rückwärts zu bewegen,
ist er mit einem Block 38 versehen, in welchem das zylindrische Ende eines ungefähr
senkrecht stehenden Schwinghebels 39 Aufnahme findet. Das untere Ende dieses Hebels
ist durch einen Lenker 40 mit dem einen Arm eines Winkelhebels 41 verbunden. Der
andere Arm dieses Winkelhebels ist illber -eine unter Federdruck stehende Stange
42 mit einem Fußtritt verbunden. Die Gesamtanordnung ist so getroffen, daß beim
'Niederdrücken des Fußtrittes die Stange 42 gehoben und das Messer mit seinem Halter
unter Vermittlung der Teile 41, 40 und 39 zurückgenommen wird, so daß dem Einführen
bzw. Herausnehmen des Werkstückes nichts mehr im Wege steht.
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Bei Schuhen bestimmter Art wird der Riß mitunter rings der ganzen
Sohle parallel zum Sohlenrand eingesohnitten. Gewöhnlich wird ,aber verlangt, den
Riß im Bereich des Sohlengelenkes so einzuschneiden, daß hier der Abstand vom Sohlenrande
ein größerer ist als im Vorderteil der Sohle. Die Differenz der auf den Sohlenrand
bezogenen Abstände des Risses im Sohlengelenk und an der Sohlenspitze kann selbstverständlich
bei Schuhen der einen Ausführung größer bzw. kleiner sein, als bei Schuhen einer
anderen Ausführung.
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Die hier dargestellte verbesserte Einrichtung gestattet, das Ritzmesser
leicht und schnell. auf den gewöhnlich an der Sohlenspitze meßbaren Mindestabstand
des Risses einzustellen. Ebenso sind keinerlei Schwierigkeiten mit jener Einstellung
verknüpft, auf Grund welcher die Differenz der verschieden großen Randabstände des
Risses (Abstand an der Spitze und Abstand am Gelenk der Sohle) bestimmt wird. Auch
diesle Einstellung kann, wenn. sie überhaupt erforderlich werden sollte, leicht
und schnell vorgenommen werden. _ Zu diesem Zwecke ist dem senkrecht verschiebbaren
Ritzmesserhalter 34 ein Lenker 43 angeschlossen, der am unteren Ende mit einem Arm
eines Winkelhebels 44 verbolzt wird. Der andere Arm des Winkelhebels ist einem waagerecht
verschiebbaren Kolben 46, und zwar einem Fortsatze 45 desselben, angeschlossen.
Hinter diesem Kolben und in einer Richtung mit demselben ist noch ein zweiter ,ähnlicher
Kolben 47 verschiebbar gelagert.
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Dieser zweite Kolben 47 hält in einem Lager 49 die Drehzapfen eines
Schwinghebels 48, dessen vorderes Ende einem in einem Gleitsitz 5o geführten Gleitblock
aasgelenkt ist. Der Gleitsitz 5o ist mit seinem unteren Ende auf dem Kolben 46 versc'hwenkbar.
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Mit einer Klemmschraube 147, die durch einen im Kolben 46 vorgesehenen
segmentförmigen Schlitz 146 gezogen ist, kann der Gleitsitz, soweit es die Länge
jenes Schlitzes zuläßt, unter beliebigen Winkeln zur Vertikalen festgestellt werden.
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Das andere Ende des Schwinghebels; 48 ist mit einem Gleitstück 52
in Eingriff gebracht. Dasselbe sitzt verschiebbar auf der einem zweiten Fußtritt
zugehörigen Stangge 53. Das Lager 49 für den Schwinghebel 48 ist verstellbar, und
zwar mittels einer Schraube 55, auf der ein Drehknopf 54 angeordnet ist.
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Durch Drehung des Knopfes 54 in der einen oder der anderen. Richtung
wird das Ritzmesser entweder hoch oder tief gestellt, je nachdem es der Randabstand
des Risses im Vorderteil der Sohle verlangt. Die Bewe-: gong erfolgt über 48, 49,
51, 50, 45, 44, 43. Die Leistenfübrung 56, die in der Zeichnung in ihrer
tiefsten Stellung gezeigt ist, wird gewöhnlich hoch, d. h. außer Wirkung, gehalten,
da sie nur dann benötigt wird, wenn ein breiter werdender Rand zu erzen, gen ist.
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Während des Betriebes wird die Verstellung des Ritzmessers 35 automatisch
vor sich gehen, sofern der Gleitsitz 5o zur Vertikalen, winklig gestellt ist. Die
Größe der Verstellung des Ritzmessers ist von der Winkelstellung des Gleitsitzes
5o abhängig. Steht letzterer genau senkrecht, so wird das Ritzmesser immer in gleicher
Stellung gehalten, also nicht verstellt. Demnach kann das Messer auch so eingestellt
werden, daß es in einem gegebenen Abstande vom Soblenrande gleichmäßig ringsum schneidet
(das kommt allerdings nur für einige Schuharten in Frage). Andererseits kann das
Ritzmesser aber auch so gesteuert werden, daß es den Riß im Sohlengelenk in einem
größeren. Abstande vom Sohlenrande einschneidet als am Vorderteil der Sohle.
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Die Leistenführung 56 (Abb. 13) besteht aus einer bogenförmigen,
an einem schwingbaren Halter 57 befestigten Metallplatte. Der Halter 57 ist mit
Zapfen 58 in besonderen Lagern untergebracht. Die Platte kann relativ zum Halter
verstellt werden, abhängig von der jeweils verlangten Breite des Sohlenrandes. Zur
Feststellung der Platte dienen besonders geeignete Mittel. Hier kann die Einstellung
der Platte durch eine Schnecke 59 erfolgen, die in eine entsprechende Verzahnung
6o der Platte bzw. Leistenführung 56 eingreift.
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Um der Leistenführung bei Erzeugung eines breiter werdenden Randes
,eine automansche
Bewegung zu erteilen, sieht die Erfindung eine
Schablone 61 vor (Abb. i i ), deren eine Kante entsprechend profiliert ist. Diese
Schablone wird auf einem zur Maschine quer verschiebbaren Schlitten 6z montiert.
Auf einem Zapfen 63 des Halters 57 ist eine Rolle 64 angebracht, die sich gegen
die profilierte Kante der Schablone 61 legt. Wird die Schablone hin und her bewegt,
so muß der Halter 57, und mit ihm auch die Vorderschuhführung, auf und ab schwingen,
solange die Rolle überhaupt mit der Schablone in Berührung steht. Die Verschiebung-
der Schablone nach der einen Richtung wird die Leistenführung-so bewegen, wie es
der Sohlenrand des einen Schuhes verlangt, während die Verschiebung der Schablone
in einer entgegengesetzten Richtung eine Bewegung der Leistenführung mit sich bringt,
so wie es der zweite Schuh eines zusammengehörigen Paares verlangt.
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Die Form des Randes ist natürlich von der Form der jeweils eingespannten
Schablone abhängig. Es wird deshalb vorgeschlagen, jede Maschine gleich mit einem
ganzen Satz solcher Schablonen auszustatten, damit zur Herstellung der verschiedensten
Sohlenränder entsprechende Schablonen je nach Bedarf eingespannt werden können.
Die Schablonen werden entweder aus Metall oder aus hartem Holz gefertigt. Ihre Herstellung
ist verhältnismäßig billig. Der Schuhfabrikant selbst ist sogar in der Lage, die
für die jeweiligen Verhältnisse passende Schablone sich selbst anzufertigen.
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Verlangt wird, da.ß die Schablonen sich schnell auf- und abmontieren
lassen. Sie werden deshalb an den Enden durchbohrt und auf passende Zapfen 65 gesteckt.
Solche Zapfen werden die Schablone mit hinreichender Sicherheit halten und sie stets
zwingen, an den zur Maschine quer gerichteten Bewegungen des Lagers teilzunehmen.
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Der Halter 57, an welchem die Vorderschuhführung montiert ist, steht
unter Einfluß einer Feder 66, die das Bestreben hat, den Halter für gewöhnlich in
solche Stellung zu bringen, daß die Leistenführung und deren Haltevorrichtung die
Beobachtung der arbeitenden Werkzeuge nicht beeinträchtigen, d. h
die Feder
66 sucht die Leistenführung immer hochzuhalten.
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Um die Leistenführung einzurücken, ist der Fußhebel niederzudrücken.
Die dem Fußhebel angeschlossene Stange 53 ist mit dem einen Arm eines Winkelhebels
67 verbunden, dessen anderer Arm der Stange 68 eines Gleitblockes 69 angeschlossen
ist. Am Gleitblock 69 sitzt eine Antifriktionsrolle 7o, die, sobald der Fußtritt
niedergedrückt wird, gegen eine Kurvenfläche 71 des Hialters 57 drückt und so den
Halter 57 zum Ausschwingen bringt. Im Bedarfsfalle könnte die Verbindung zwischen
Winkelhebel und Kurvenstück nachgiebig ausgeführt werden;.
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Der quer verschiebbare Schlitten 62, an welchem die Schablone
61 montiert ist, wird durch Niederdrücken eines Knopfes 72 in Betrieb gesetzt
(Abb. i, 9 und 1o). Der Knopf 72 wird so angeordnet, daß er mit dem Knie
bequem erreichbar ist und zum Halten des Schuhes beide Hände zur Verfügung bleiben.
Beim Niederdrücken des Knopfes wird ein Getriebe, bestehend aus einer Zahnstange
73, Zahnrad 74 und einer zweiten Zahnstange 75 beeinflußt. Durch das Getriebe wird
eine Weiche 76 verstellt, die veranlaßt, daß eine Schnecke 77 entweder von einem
Kegelrad 78 oder von einem: Kegelrad 79 in Umlauf gesetzt wird. Die beiden Kegelräder
78, 79 drehen sich gegenläufig. Die eben erwähnte Schnecke wirkt entweder direkt
oder im anderen Falle über Zahnräder 8o, 81, 82 auf den Schlitten
62.
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An Klauenbüchsen 83, 84, die in Lagern untergebracht sind, sitzen
Kegelräder 85, 86, die mit den Kegelrädern 78, 79 gegenläufig in Umlauf gesetzt
werden. -Die Kegelräder 78, 79 werden von der konstant umlaufenden Welle 87 über
die Räder 88, 89, go angetrieben. Soll der Umlauf der Kegelräder unterbrochen werden,
so ist das Rad 89 der Spindeln 87 axial zu verschieben, damit es mit den beiden
Rädern 88, go außer Eingriff kommt. Das Ausrücken kann automatisch geschehen, sobald
die Leistenführung außer Betrieb gebracht wird.
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Die Büchsen 84, 83 sind mit Klauen oder Kupplungszähnen 91, 92 versehen,
wobei durch die Mitte der Büchsen eine Spindel 93 geführt ist, an deren Enden Kupplungskörper
94 vorgesehen sind. Wird die Spindel axial verschoben, so wird der eine oder der
andere Kupplungsteil 94, je nachdem in welcher Richtung die Verschiebung vor sich
gehen sollte, mit den ihm zugehörigen Kupplungszähnen g.1. 92 der Büchsen 84, 83
in Eingriff gebracht. In Mitte der Spindel 9 3, zwischen den schon einmal erwähnten
Kegelrädern, ist die Schnecke 77 montiert, die sich mit der Spindel drehen muß,
ohne von der Verschiebung der Spindel beeinflußt zu werden. Die Anordnung ist derart,
da.,, wenn die Spindel axial nach der einen Kzchtung verschoben wird, die Schnecke
dann über die Kupplung 9z, 94 im Uhrzeigersinne umläuft und entgegengesetzt dem
Uhrzeigersinne umläuft, sobald die Kupplung über die Teile 91, 94 hergestellt ist,
wenn die Spindel nach der entgegengesetzten Seite axial verschoben wird.
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Um die-- Spindel 93 axial verschieben zu
kpmien, wird
eine Gleitstange -95 mit Armen, 96, 97 versehen, die sich gegen die Enden der Spindel
93 legen. Die Stange 95 trägt ferner noch einen Block 98 mit V-förmiger Einkerbung
99 (Abb. 7). In dieser Einkerbung 99 findet eine mit ioo bezeichnete Rolle Aufnahme.
Sie wird durch eine Feder ioi 1n die Kerbe hineingedrückt, um die Stange 95 jeweils
in der Mittellage festzuhalten. Zugleich drückt eine federbelastet Stange zog gegen
den eben erwähnten Block 98, um mit einer besonderen Knagge io3 entweder in den
einen oder den anderen, mit i94 bzw. io5 bezeichneten Ausschnitt des Blockes einzugreifen
und diesen sowie die zugehörige Stange in der einen oder der anderen Endlage zu
halten (die Kupplungen 92, 94 oder 91, 94 werden dadurch natürlich auch im Eingriff.
festgehalten). Wenn die unter Federdruck stehende Stange log zurückgezogen wird
und ihre Knagge 103 den Auss'c'hnitt 104 oder io5 freigibt, so wird die unter Federdruck
stehende Rolle sofort dahin wirken, daß die Gleitstange 95 m ihre Mittelstellung
gelangt und in dieser Stellung die Kupplung außer Eingriff hält.
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Das Ganze ist so eingerichtet, daß man den Knopf 72 nicht niederzuhalten
braucht, ein momentanes Drücken des Knopfes wird schon genügen, um die zeitweilige
Sperrung der eben beschriebenen Teile zu veranlassen.
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Befindet sich die Schnecke 77 in Umlauf, so wird sie den die
Schablone tragenden Schlitten. 62 in der einen Richtung so lange verschieben, bis
der eigne oder der andierei, mit io6 bzw. 107 bezeichnete Anschlag mit einem
mittleren, keilförmigen, an Stange io2 sitzenden Block io8 in Berührung kommt und
durch diesen Block die Verriegelung aufhebt.
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Beim nächsten Niederdrücken des Knopfes wird das Getriebe so eingestellt
und verriegelt, daß die Schnecke eine Verschiebung des Schlittens in entgegengesetzter
Richtung bewirkt.
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Die Mittel, welche bei wiederholtem Drükken des Knopfes eine Umsteuerung
des Schneckentriebes veranlassen, derart, daß die Schablone einmal in der einen,
im zweiten Falle aber in der entgegengesetzten Richtung verschoben wird, sind folgende:
Die Stange 95 ist einem Kipphebel" io9 (Abt. 9 und io) ,angeschlossen. Der Kipphebel
bzw. seine beiden zu je :einer Seite vorgesehenen Ansätze stehen mit einer soge=
nannten Weiche 76, die ebenfalls seitlich mit Ansätzen; i i 4, 115 versehen ist,
über Gleitbolzen i i r, 11 o in Verbindung. Wird die Weiche 76 nach der einen oder
anderen Richtung ausgeschwungen, so wird sich die Bewegung über den einen oder anderen
Bolzen auf den Kipphebel übertragen und eine Umstellung der Gleitstange 95 herbeiführen.
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Auf die sogenannte Weiche 7.6 wirkt ein kleiner - federbelasteter;
vorn mit Schrägflächen versehener. Schnappstift 112. Letzterer soll, je nach Stellung
der Weiche, mit einer von zwei an dieser Weiche vorgesehenen. Flächen in Eingriff
kommen und so gewissermaßen als Anschlag dienen. Die Weiche 76 wird beim Niederdrücken
des Knopfes 72 durch einen federnden Finger 113 umgesteuert. Derselbe verschiebt
sich längs einer der beiden V-förmig zueinander stehenden Seiten der Weiche, bis
er mit dem einen oder anderen Ansatz i 14, 115 in Berührung kommt und dann die Weiche
endgültig umsteuert. Nachdem der federnde Finger 113 in seine Ausgangsstellung zurückgebracht
und dann erneut wieder angehoben wird, ist er gezwungen, sich längs der anderen
Schrägseite der Weiche 76 fortzuschieben und dieselbe nach der entgegengesetzten
Seite auszuschwingen. Wird die Weiche 76 nach der einen oder der anderen Richtung
umgestellt; so wird der federbelastete Kolben iio nachgeben müssen, so daß also
die Gleitbolzen i i o, i i i auf den Kipphebel einwirken, danach aber wieder etwas
zurückgehen werden und der Rückbewegung der Stange 95 in die normale Mittelstellung
niemals irgendein Hindernis entgegenstellen werden.
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Damit ohne weiteres zu erkennen ist, ob die Maschine zur Bearbeitung
eines linken oder eines rechten Schuhes eingestellt ist, wird eine die Buchstaben
L und R tragende Drehscheibe i 5o vorgesehen (Abt. i) und durch eine Stange bzw.
,einen Hebel mit dem Kipphebel verbunden.