DE487560C - Reduktion von Erzen - Google Patents

Reduktion von Erzen

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DE487560C
DE487560C DEW73222D DEW0073222D DE487560C DE 487560 C DE487560 C DE 487560C DE W73222 D DEW73222 D DE W73222D DE W0073222 D DEW0073222 D DE W0073222D DE 487560 C DE487560 C DE 487560C
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carbide
ores
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heated
calcium cyanamide
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    • C22B5/00General methods of reducing to metals
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Description

  • Reduktion von Erzen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Reduktion von Erzen und besteht darin, daß die Erze mit Hilfe der bei der Kalkstickstoffherstellung aus Carbid und Stickstoff frei «erdenden Stoffe reduziert werden. Weil sich hierbei auf das Erz Azotierungsprodukte in äußerst feiner Verteilung absetzen, wird bei solchen Erzen, deren metallische Bestandteile man mit Hilfe von Cvaniden isolieren kann, die Gewinnung des :Metalls ganz wesentlich erleichtert. Es ist für das Verfahren besonders bedeutungsvoll, daß die Gase, die bei der Azotierung von Carbiden frei werden, eine beträchtliche Menge- äußerst fein verteilten und für die Reduktionszwecke sehr aktiven Kohlenstoffes mitführen, der sich im Reduktionsofen an der Oberfläche der Erzkörnchen abscheidet und hier im erhöhten Maße eine Reduktion durchführt. Außerdem entsteht als äußerst reduktionsfähiges Gas, insbesondere in der Anheizperiode des Carbides, Acetylen, welches sich bei den Temperaturen des Reduktionsofens in festem, äußerst aktiven Kohlenstoff von rußartigem Charakter und Wasserstoff spaltet.
  • Ferner sind während des ganzen Prozesses mehr oder minder große Mengen von Kohlenoxyd festzustellen, welches gleichfalls reduzierend wirkt. Dadurch, daß die Erze mit Hilfe der bei der Kalkstickstoffherstellung aus Carbid und Stickstoff frei werdenden Stoffe reduziert werden, wird für die Kalkstickstoffherstellung der wesentliche Vorteil erreicht, daß starke Überhitzungs- und Zersetzungserscheinungen des bereits gebildeten Kalkstickstoffes vermieden werden; denn die bei der Darstellung von Kalkstickstoff aus Carbid und Stickstoff frei werdenden Wärmemengen, die bei den bisher üblichen Verfahren, z. B. zur Erhitzung weiterer Carbidmassen, auf die Reaktionstemperatur nur z. T. Verwendung finden, können in sehr einfacher Weise für die Reduktion der Erze ausgenutzt werden und können somit nicht mehr bei der Kalkstickstöffbildung schädlich wirken.
  • Man kann die Erze mit Carbid gemischt oder geschichtet im Ofen gleichzeitig während der Azotierung reduzieren. Auf diese Weise vermeidet man bei der Azotierung sonst auftretende unangenehme Überhitzungserscheinungen, weil die frei werdende Wärme sofort für die Reduktion der Erze ausgenutzt wird. Ferner wirkt der frei werdende Kohlenstoff sowie die Gase stark reduzierend, wobei diese Wirkungen durch das Restcarbid, dessen Azotierung bisher große Schwierigkeiten machte, noch unterstützt wird.
  • Zur Reduktion können alle Erze Anwendung finden, sofern sie nicht den Azotierungsvorgang unmöglich machen. Besonders geeignet für diesen Prozeß sind Erze, deren Metall bei den in Frage kommenden Temperaturen abdestilliert werden, z. B. Zinkerze, insbesondere Galmei.
  • Einen besonderen Vorteil bringt dieses Verfahren bei der Aufarbeitung von minderwertigen Erzen und Schlacken, deren Aufbereitung sich bisher nicht gelohnt hat. Wird ein Gemisch von Gahnei und Carbid verwendet, so geht mit der Kalkstickstoffbildung im Ofen die Reduktion des Zinkerzes vor sich, wobei das Zink abdestilliert und in einer Kondensationsanlage gewonnen wird. Werden schwefelhaltige Erze verwendet, so bildet sich im Ofen u. a. Schwefelkohlenstoff, der aus den Reaktionsgasen in bekannter Weise isoliert werden kann.
  • Der erhaltene Kalkstickstoff hat gegenüber dem nach bisherigen Verfahren gewonnenen Kalkstickstoff den Vorteil, daß er praktisch frei von Carbid ist. Seine Zerkleinerung ist leichter möglich und braucht, um ein wirkungsfähiges Produkt zu geben, nicht bis zur bisher üblichen Staubform vorgenommen zu werden, was bei dem bisher bekannten Kalkstickstoff notwendig war, um als brauchbares Düngemittel wirken zu können.
  • Wenn auf die Ausnutzung der freienReaktionswärme kein Wert gelegt wird, so kann auch so vorgegangen werden, daß die Erze, mit Carbid gemischt oder geschichtet, durch die bei der Erhitzung des Carbides auf die Reaktionstemperatur frei werdenden Stoffe, insbesondere Gase, reduziert werden und anschließend das zurückbleibende erhitzte Carbid azotiert wird. Hierbei wird der Vorteil erreicht, daß die sich bei der Erhitzung des Carbides bildenden reduktionsfähigen Gase, die sonst beim Kalkstickstoffprozeß nutzlos verlorengehen, für die Reduktion von Erzen ausgenutzt werden.
  • Man kann die bei der Erhitzung des Carbides frei werdenden Gase zur Reduktion der Erze auch in einem besonderen Ofen verwenden. Wenn man nur darauf Wert legt, den Kallcstickstoff carbidfrei zu erhalten, so kann man die Reduktion der Erze dazu ausnutzen, um aus Rohkalkstickstoff einen carbidfreien Kalkstickstoff zu machen, indem man den zerkleinerten, noch freies Carbid enthaltenden Rohkalkstickstoff mit den zu reduzierenden Erzen zur Reaktion bringt.
  • An Stelle von Carbid kann man natürlich für den Azotierungsvorgang auch Carbidbildungsgemische anwenden, ohne daß das Verfahren dadurch geändert wird.
  • Dem Carbid sowie den Carbidbildungsgemischen kann man auch die bekannten, die Reaktionstemperatur herabsetzenden oder die Reaktion beschleunigenden Zusätze, wie z. B. Calciumchlorid, Calciumfluorid, Kochsalz o. dgl., zusetzen.
  • Beispiele a) Ein Gemisch von =7o Teilen Carbid mit i2 Gewichtsteilen Pyrit wird im Stickstoffgas auf i ioo ° erhitzt und wie üblich azotiert. Der Rückstand enthält einen Kalkstickstoff von etwa 2o0/0 Stickstoff und außerdem das Eisen in metallischer Form und feiner Verteilung. Letzteres kann nach Zerkleinern des Reaktionsproduktes durch Abschwemmen oder mittels eines Elektromagneten vom Kalkstickstoff getrennt werden.
  • b) Ein Gemisch von =7o Gewichtsteilen Calciumcarbid mit 13,5 Gewichtsteilen gerösteter Blende wird auf iooo bis i ioo ° angeheizt und mit Stickstoff behandelt. Sobald die Azotierung beendet ist, wird unter Iknrchspülung mit Stickstoff die Masse erkalten gelassen. Man erhält einen Kalkstickstoff von 20°/o Stickstoff. Er enthält nur Spuren von Zinkstaub (etwa o,= bis o,2°/0). In der Anlage werden 8o bis 9o0/0 des Zinks in fester Form gefaßt. Der Rest wird durch eine Entstaubungsanlage aus den Abgasen gewonnen.
  • c) Das zur Azotierung gelangende Carbid wird mit einer Mantelschicht, bestehend aus ioo Teilen Zinnober und ioo Teilen Koks, umschichtet. Durch direktes Erhitzen des zentralen Kernes wird zuerst das Carbid im Stickstoffstrom auf die Reaktionstemperatur gebracht. Die hierbei entweichenden Gase dringen in die Mantelschicht und reduzieren hier schon einen Teil des Quecksilbererzes, das durch die Carbidsäule allmählich auf die Reduktionstemperatur gebracht wird. Sobald die Azotierungsreaktion einsetzt, wird durch die hierbei frei werdende Wärme und auch mit Hilfe der dabei entstehenden, reduzierend wirkenden Fremdgase die restliche Hauptmenge des Quecksilbererzes reduziert und infolge des Gasstromes das Quecksilber praktisch restlos aus dem Erzkoksgemisch ausgetrieben. Das flüchtige Quecksilber wird, wie üblich, durch ein mit Luft und Wasser gekühltes Kondensationsrohrsystem teils als zusammengeflossene Masse, teils als sogenannter Stupp gewonnen.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Reduktion von Erzen, dadurch gekennzeichnet, daß die Erze gegebenenfalls unter Ausnutzung der bei der Kalkstickstoffherstellung aus Carbid und Stickstoff frei werdenden Wärme mit Hilfe der dabei frei werdenden Stoffe oder mit Hilfe des Restcarbides. reduziert werden.
  2. 2. Verfahren zur Reduktion von Erzen nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Erze mit Carbid gemischt oder geschichtet im Ofen gleichzeitig mit der Azotierung von Carbid reduziert werden.
  3. 3. Verfahren zur Reduktion von Erzen nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Erze mit Carbid gemischt oder geschichtet durch die bei der Erhitzung des Carbides auf die Reaktionstemperatur frei werdenden Stoffe; insbesondere Gase, reduziert werden und anschließend das zurückbleibende erhitzte Carbid azotiert wird. q..
  4. Verfahren zur Reduktion von Erzen nach Anspruch Z, dadurch gekennzeichnet, daß die bei der Erhitzung des Carbides frei werdenden Gase zur Reduktion der Erze in einem besonderen Ofen verwendet werden.
  5. 5. Verfahren zur Reduktion von Erzen nach Anspruch z bis q., dadurch gekennzeichnet, daß an Stelle von Carbid Carbidbildungsgemische verwendet werden.
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