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Kettenbackofen mit durch eine waagerechte Wand voneinander getrenntem
Gär- und Backraum und diese Räume durchwandernden Backkästen oder flachen Schaukeln
Die Erfindung bezieht sich auf Kettenbacköfen mit durch. eine waagerechte Wand voneinander
getrenntem Gär- und Backraum und diese Räume durchwandernden Backkästen oder flachen
Schaukeln.
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Bei dem den Gegenstand der Erfindung bildenden Backofen werden die
chic Backkästen tragenden Förderketten derart in dem Gär- und Backraum geführt,
daß die aus dem Backofen hocherhitzt austretenden, entleerten Backkästen zunächst
zur Abgabe ihres Wärmeüberschusses eine ZVegstrecke den Gärraum durchlaufen, bevor
sie mit Teig beladen werden und nach Fortsetzung ihres Laufes wieder mit dem gegorenen
Backgut in den Backraum eintreten. Bei waagerecht hin- und zurückgeführten Förderketten
ist es zweckmäßig, die Beschickungsstelle für die entleerten Backbehälter und die
Eintrittsstelle für die das gegorene Backgut enthaltenden Backbehälter an dem einen
Ofenende, die Entnahmestelle für das fertiggebackene Gut dagegen am anderen Ofenende
anzuordnen. Zum Abkühlen der -heißen, aus dem Backraum austretenden, entleerten
Backkästen kann zwischen dem Backraum und Gärraum eine Kühlkammer vorgesehen sein.
Dadurch, daß die heißen, aus dem Backraum kommenden Backkästen zunächst ahne Teig,
also leer, den Gärraum durchwandern, können sie ihre Wärme an den Gärraum abgeben.
Würden sie vor dem Eintritt in den Gärraum mit frischem Teig beschickt werden, so
müßben sie irgendwie abgekühlt werden, da es nicht angängig ist, den frischen Teig
in die aus dem Backraum austretenden heißen Backkästen zu legen. Andererseits aber
würde der frische Teig den heißen Kästen die Wärme entziehen, so daß eine Abgabe
von Wärme an den Gärraum nicht mehr möglich wäre.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in zwei Ausführungsformen
dargestellt. Abb. i zeigt einen Längsschnitt durch die erste Ausführungsform des
neuen Backofens. Abb. z und 3 veranschaulichen einen Längsschnitt und einen Querschnitt
durch die zweite Ausführungsform.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. i ist der Ofen i durch eine waagerechte
Wand a in die Kammern 3 und ¢ unterteilt. Die Kammer 3 bildet den Backraum, der
in irgendeiner bekannten Weise geheizt wird. Die Kammer 4 bildet den Gärraum.
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Die Backkästen 5 werden mittels endloser Förderketten 6 durch den
Gärraum 4 und den Backraum 3 geleitet. Die Förderketten 6
werden
durch Leitrollen 7 und Gleise 8 oder erforderlichenfalls noch durch Leiträder geführt,
welche innerhalb des Gärraums 4 und des Backraums 3 gelagert sind. Die Bahn der
Backkästen durch den Gärraum 4 und den Backraum 3 ist durch Pfeile angedeutet. Die
Backkästen 5 werden von Hand oder mechanisch an der Stelle 9 beschickt und dann
durch den Gärraum 4 in der durch Pfeile angezeigten Richtung bewegt, worauf sie
durch die öffnung io in den Backraum gelangen. Wie aus der Zeichnung ersichtlich
ist, wandern die Backkästen in der ganzen Länge des Gärraums mehrere Male hin und
zurück und vollführen dieselbe Bewegung auch im Backraum, bevor sie aus dem Kanal
r z austreten. Die Backkästen werden nunmehr bei 12 entleert. Die leieren, aber
noch heißen Backkästen kehren in den Gärraum entlang der durch Pfeile angedeuteten
Bahn zurück, um ihm ihre Wärme mitzuteilen und das eingeführte Backgut in Gärung
zu bringen. Nachdem die leeren Backkästen den Gärraum durchwandert haben, erreichen
sie in abgekühltem Zustande wieder die Beschickungsstelle 9, in welcher sie gefüllt
werden.
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Zwecks Änderung der Temperatur kann der Gärraum durch Brenner erhitzt
oder mit Heiz- oder Kühlröhren versehen sein, oder es kann heiße oder kalte Luft
in ihn eingeführt werden. Auch kann die Wärme der heißen Gase im Backraum zum Heizen
des Gärraums benutzt werden. Die heißen Gase werden hierbei durch geeignete Saug-
oder Druckvorrichtungen dem Backraum entzogen und durch den Gärraum hindurchgeleitet.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. 2 und 3 ist der Ofen durch Wände
in drei Kammern geteilt, von welchen die eine den Backraum 25, die zweite den Gärraum
26 und die dritte den Kühlraum 27 bildet, welcher zwischen den ersten beiden Räumen
angeordnet ist. Durch die Anordnung des Kühlraums 27 zwischen dem Backraum 25 und
dem Gärraum 26 wird eine Übertragung der Wärme vom Backraum 25 auf den Gärraum 26
durch Strahlung und Berührung verhindert. Hierbei kann die durch den Backraum oder
.die durch den Gärraum gehende Förderkette oder auch eine besondere Förderkette
durch den Kühl. raum geführt werden, um die leeren, aber heißen Backkästen durch
ihn hindürchzuführen. Falls besondere Förderketten benutzt werden, so ist eine geeignete
Umladevorrichtung vorgesehen, um die Backkästen von einer Förderkette auf die andere
zu bringen.
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Wie aus Abb.2 zu ersehen ist, geht eine endlose Förderkette 28 vom
Beschickungsende 29 nach rückwärts und vorwärts durch die Gärkammer 26, dann entlang
des Bodens der Kühlkammer 27 und weiter entlang des Bodens der Gärkammer 26 zurück
zum Bescliokungsende 29. Eine zweite endlose Förderkette 30 durchläuft die Kühlkammer
27, hierauf geht sie entlang des Bodens der Backkammer 25, sodann vorwärts und rückwärts
in dieser Kammer zur Entnahmestelle 3 i und schließlich zurück in die Kühlkammer
27. Eine geeignete Umladevorrichtung ist an der Stelle 32 vorgesehen, um die Backkästen
von der Förderkette 28 ,auf die Kette 30 zu bringen..
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In der Kühlkammer können zur Regelung der Temperatur Kühlvorrichtungen
oder Rohre vorgesehen sein. Auch kann die Kühlung durch Einblasen eines Luftstroms
erfolgen. Das Kühlen kann in den Sommermonaten erforderlich werden, um ein überhitzen
des Gärraums zu verhindern.
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Sollte in den Wintermonaten der Gärraum nicht genügend warm sein,
um das durchgeführte Backgut in befriedigender Weise zur Gärung zu bringen, so kann
man den Kühlraum und den Gärraum oder nur einen von beiden durch geeignete Mittel
erwärmen und die Temperatur im Gärraum auf eine genügende Höhe steigern. Meist erhält
man genügend Wärme von den heiß aus dem Backraum austretenden leeren Backkästen,
welche durch die Kühlkammer und den Gärraum wandern. Ist die Wärme in der Kühlkammer
unzureichend, so kann die Kühlkammer durch Heizrohre, Gasbrenner oder dadurch erwärmt
werden, daß sie durch einstellbare Kanäle oder Leitungen mit dem Backraum verbunden
wird. Einstellbare Kanäle oder Leitungen können auch zwischen den anderen Räumen
angeordnet sein, so daß abgekühlte Luft aus dem Kühlraum in den Gärraum oder erwärmte
Luft aus dem Gärraum in den Kühlraum geleitet werden ,kann.