-
Verfahren zur Herstellung von Bremstrommeln aus Stahl Die Erfindung
bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Bremstrommeln, bei welchem zunächst
eine Scheibe schüsselförmig mit ausgehöhltem Boden gepreßt wird, worauf der ausgehöhlte
Boden durch einen Druck auf die Konvexseite abgeflacht wird.
-
Es ist bekannt, daß infolge der beim Pressen in dem Material auftretenden
Spannungen der Boden der Bremstrommel nach auswärts gebogen ist, wenn sie nach dem
ersten Arbeitsgang die Presse verläßt. Dieses ist auch dann der Fall, wenn die Stirnfläche
des Preßstempels vollkommen eben ausgeführt ist. Um den Boden nun flach zu machen,
wird die Bremstrommel bei den bekannten Verfahren in ein anderes -Gesenke eingebracht,
welches sehr oft mehrere Male zur Einwirkung gebracht werden muß, bevor der Boden
seine nach auswärts gerichtete Wölbung verloren hat.
-
Bei dieser Bearbeitung hat sich nun der Nachteil herausgestellt, daß
der Umfangsflansch häufig unrund wird, und daß der Boden trotz seiner wiederholten
Beaxbleitung Erhöhungen und Vertiefungen aufweist. Da jedoch der Boden der Bremstrommel
bei der Anbringung an ein Rad fest gegen die Nabe oder Speichen des Rades angezogen
wird, so. wird infolge dieser Unregelmäßigkeiten in dem Boden der Flansch verzerrt,
und die Bremsschuhe können nicht gleichmäßig mit dem Flansch in Eingriff geraten.
Man hat diesen Nachteil. dadurch zu beheben versucht, indem man den unrunden Flansch
und den Boden durch Nachhämmern ausrichtet, was eine' sehr kostspielige und sehr
häufig erfolglose Arbeit ist, weil dadurch die Spannungen im Material nur noch erhöht
werden.
-
Gemäß dem Verfahren der Erfindung werden Bremstrommeln mit genau kreisrunden
Flanschen und vollständig gleichförmigen Böden hergestellt. Dies wird dadurch erreicht,
daß beim Abflachen des gewölbten Bodens der Bremstrommel Rippen in den Boden eingepreßt
werden, wobei das durch die Abflachung verdrängte Material in die Rippen hineingedrückt
wird, so daß der Flansch genau konzentrisch bleibt. Die Rippen nehmen in Tiefe von
dem einen Ende nach dem anderen zu, und ihre Herstellung findet durch einen einzigen
Arbeitsgang in einem Gesenke statt.
-
Die Zeichnung stellt eine Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens
sowie das Arbeitsstück selbst dar.
-
Abb. i ist ein- Schnitt durch ein Gesenk zur Ausübung des ersten Arbeitsschrittes.
Abb. z zeigt die Bremstrommel nach ihrem Durchgang durch das Gesenk der Abb. i.
Abb. 3 zeigt im Schnitt das Gesenk, durch
welches Rippen in den
Boden der Bremstrommel eingepreßt werden.
-
Abb. ¢ ist eine Draufsicht auf einen Teil des in Abb.3 gezeigten Gesenkes
nach q.-¢ der Abb.,3.
-
Abb. 5 und 6 zeigen im Schnitt bzw. Draufsicht eine fertige Bremstrommel,
und Abb.7 stellt eine etwas abgeänderte Ausführungsform einer Bremstrommel dar.
-
Eine Stahlplatte io wird zunächst durch ein passendes Gesenk, welches
beispielsweise nach Abb. i aus dem Preßstempel 12 und dem Haltering i r besteht,
auf Schüsselform gepreßt, wie es in gestrichelten Linien bei io' in Abb. i dargestellt
ist. Das Gesenk ist mit Abstreifern i i' versehen, welche die Schüssel von dem Stempel
12 entfernen, wenn derselbe nach aufwärts bewegt wird.
-
In Abb.2 ist die -auf diese Weise hergestellte Schüssel gezeigt, die
einen Boden 13'
hat, der in dieser Abbildung übertrieben gewölbt dargestellt
ist. Beim nächsten Verfahrensschritt wird das Loch 6 (Abt. 7) ausgestanzt, und die
mit dem Loch versehene Trommel wird auf die Matrize i 3 eines anderen Gesenkes (Abb.3)
in umgekehrter Lage aufgebracht. Der Stempel i q. ist hier in seiner tiefsten Lage
dargestellt. Die Matrize 13 besteht aus einem Klotz r3", der auf einer Grundplatte
15 ruht, und aus einer Gesenkpla.tte 16, die durch Schrauben 17 auf der Oberseite
des Klotzes ig" befestigt ist. Diese Gesenkplatte 16 hat radial verlaufende Nuten
r8 (Abt. q.), in welchen gehärtete Stahlstücke 2o durch die Schrauben i9 befestigt
sind. Diese Einsatzstücke 20 sind mit schmalen Nuten 21 versehen, welche zur Bildung
der Rippen dienen.
-
Der Stempel i q. des Gesenkes besteht aus dem Zylinder 1q.' und der
Gesenkplatte 25, die mittels Schrauben. 26 an dem Zylinder 141 befestigt ist. Die
Stirnfläche der Platte 25 hat Nuten 27, in welche Leisten 28 aus gehärtetem Stahl
eingesetzt sind, die auf ihrer Außenfläche die Rippen 29 in Eindeckung mit den Nuten
21 aufweisen. Die Presse ist nun so ausgebildet, daß der Stempel eine sehr kurze,
rasche und kräftige Bewegung nach abwärts macht, damit auf den Boden der Bremstrommel
ein heftiger Schlag ausgeübt wird. Dabei drängen die Rippen 29 das Metall, das sich
unter ihnen befindet, in die Nuten 2 i hinein, so daß 'der Boden der fertiggestellten
Trommel radial nach außen gehende Rippen 30 (Abt. 5 und 6) aufweist. Nach Abb. 3
ist die Stirnfläche der Gesenkplatte -25 des Stempels etwas konvex geformt, und
die Oberfläche der Gesenkplatte 16 ist entsprechend ausgehöhlt, so daß der Boden
der Bremstrommel .etwas nach einwärts durchgebogen wird. Die Rippen 29 verjüngen
sich nach dem Umfang der Trommel, wodurch auch die am Boden der Trommel hergestellten
Rippen 3o ähnlich verjüngt verlaufen und am tiefsten in der Nähe der Mittelöffnung
6 sind. Nach Abb.7 sind die hergestellteni Rippen nicht geradlinig, sondern verlaufen
an ihren Enden in einem Bogen zu dem Mittelteil. Die Befestigungslöcher 7 können
gleichzeitig mit der Mittelöffnung 6 durch Ausstanzen hergestellt werden.
-
Die Rippen 3o ragen vorzugsweise in das Innere der Trommel hinein
und beeinträchtigen also nicht die Befestigung der Trommel an dem Nabenflansch oder
an den Speichen.
-
Die auf diese Weise hergestellte Bremstrommel zeichnet sich dadurch
aus, daß. die inneren Spannungen entweder alle gleichmäßig verteilt sind und sich
gegenseitig aufheben oder überhaupt entfernt worden sind. Diese Vergleächmäßigung
oder Entfernung jener Spannungen, die eine Verzerrung des Bodens herbeiführen und
die nunmehr durch die Einpressung der Rippen beseitigt werden, bringt auch den Flansch
der Trommel auf seine richtige zylindrische Form, und zwar wird dadurch der Flansch
mit Bezug auf den Mittelpunkt des Bodens vollständig konzentrisch. Bei der praktischen
Ausübung des Verfahrens hat sich herausgestellt, daß durch die Einpressung der Rippen
mittels eines heftigen Schlages der Flansch vielnäher der genauen Zylinderform kommt
als bei Trummeln, die nicht mit Rippen versehen sind.