-
Verfahren zum Einsetzen von mit Schäften versehenen Befestigungsmitteln
(Schuhösen o.dgl.) Es ist bekannt, die Schnürösen und Schnürhaken mit hohlen Schäften
bei Schuhwerk in der Weise zu befestigen, daß der Schaft nicht alle Lagen des Oberzeuges
durchdringt, vielmehr zwischen diesen umgenietet wird. Wenn beispielsweise beim
Einsetzen von Schnürösen diese Arbeitsweise verfolgt wird, so kann die Öse entweder
von innen eingesetzt werden und kommt dann an 'der Außenfläche des Schuhwerkes nicht
zum Vorschein, sogenannte unsichtbare Ösen, oder das Schaftende liegt über der innersten
Lage, sogenannte blinde Ösen, die zur Schonung der Strümpfe beliebt sind. Wenn man
diese Arbeitsweise bei fertigen Schuhschäften mittels der üblichen selbsttätigen
Maschinen durchführen will, so muß die an dem Loch- und Einsetzstempel der Maschine
befindliche Umnietschulter durch die oberste Schicht des zu ösenden Werkstückes
hindurchtreten, um zu erreichen, daß das Auseinanderbiegen und Umnieten des ösenschaftendes
zwischen den Lagen erfolgt. Die Umnietschulter hat infolgedessen nur eine geringe
Breite, da der äußere Durchmesser nicht wesentlich größer sein kann als der Lochdurchmesser.
Es kommt daher leicht vor, daß das ösenschaftende an der Umnietschulter vorbei in
das Loch der nicht zu ösenden Schicht eintritt. Das ösenschaftende ist infolge der
-Herstellung im allgemeinen scharf und dringt daher leicht in die nicht zu ösende
Stoffschicht ein.
-
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird dieser Nachteil dadurch beseitigt,
daß das Ende des Ösenschaftes besonders gestaltet wird, und zwar in der Weise, daß
es eine ringförmige Fläche bildet, welche beim Einsetzen der Öse auf den Rand des
eingestanzten Loches, und zwar einerseits dicht am Lochrande und anderseits an etwas
davon ab liegenden Stellen trifft und die nicht zu ösende Schicht an der Umnietschulter
vorbeidrängt.
-
Das gleiche Verfahren kann auch zum Einsetzen der Schnürhaken benutzt
werden. Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht.
-
Abb. r- bis 7 sind Einzelansichten im Schnitt und in vergrößertem
Maßstabe, verschiedene Stufen des öseneinsetzvorganges erläuternd.
-
Abb.8 ist ein Schaubild in stärker vergrößertem Maßstabe einer zum
Ausüben des neuartigen Verfahrens verwendeten Öse, In der dargestellten Ausführungsform
des Erfindungsgegenstandes sollen Ösen in ein Oberleder eines Schuhes eingesetzt
werden.
16 ist ein Umnietwerkzeug oder Stempel, der auch als Lochstanze
dient. 18 ist ein übliches Stanzwiderlager. Nach dem Varstänzen eines Loches wird
der Umnietstempel i6 mit dem Stoff mit Bezug auf das Stanzwiderla.ger in eine Lage
bewegt, in der eine auf einen Einsetzstempel 22 aufgebrachte Öse in das vorgestanzte
Loch des Stoffes hineiribewegt werden kann. Eine von dem tinsetzstempel 22 getragene
Spindel 24 wird dann in axiale Flucht mit dem Umnietsteinpel (Abb.2) gegen die untere
Seite des Werkstückes bewegt. Die Kante des Endes des Ösenschaftes ist so gestaltet,
daß sie mit dem Stoff an von dem vorgestanzten Loch ab: gelegenen Punkten in wirksame
Berührung tritt. Die dargestellte Öse -o besitzt einen konischen Schaft 26, dessen
Ende so gestaltet oder verbogen ist, daß eine verdickte Kante 28 entsteht. Der ösenschaft
ist zweckmäßig gekerbt _(3o, Abb.8),. um das Spreizen seines Endes während des Umnietens
zu erleichtern. Es ist zu erkennen, daß das Ende des Öserischaftes mit dem Stoff
um das Loch herum und in unmittelbarer Nachbarschaft des letzteren in Berührung
tritt.
-
Nachdem die Öse die in der Abb. 2 dargestellte Lage erreicht hat,
wird das Ende des Ösenschaftes an die untere Stofflage angepreßt, und zwar wird
dies durch relative Bewegung des Einsetzstempels und des Umnietstempels bewerkstelligt.
Durch das Bewegen des Einsetzstempels 22 gegen die untergte Stofflage wird der Stoff
auf das Ende 32 des Umnietstempels heraufgeschoben; bis der Widerstand, den der
Stoff dem Eintreten des rösenschaftes bietet, überwunden ist. Das Ende des ösenschaftes
wird dann durch das Loch der inneren Stofflagen hindurchgezwängt, und zwar zunächst
durch das Futter (Abb. 3) und dann durch die ösenlasche (Abb.4), bis es mit der
inneren Seite der obersten Stofflage (Oberleder) in Berührung gelängt. In der Zwischenzeit
ist der ösenschaft durch das Eintreten des Teiles 32 gespreizt worden, so daß sein
Ende einen Durchmesser aufweist, der die lichte Weite des Schnürloches des Oberleders
übertrifft. Das verdickte Ende des ösenschaftes wird dann! gegen das Oberleder gepreit,
so daß das letztere vollständig über die Umnietfläche oder Schulter 34 des Umnietstempels
hinausbewegt wird. Ein Anschlag 36 verhindert übermäßiges Hinausbewegen des Oberleders
über die Umnietschulter. Während der fortgesetzten relativen Bewegung des Einsetzstempels
und des Umnietstempels platzt der Ösenschaft, und die Zinken des letzteren werden
zunächst herausgedrängt und dann herabgepreßt, und schließlich wird das Umnieten
des Ösenschäftes zwischen den Stofflagen vollendet. Abb. 5 läßt erkennen, wie das
verdickte Ende des Ösenschaftes das Oberleder an der Umnietschulter vorbeigeschoben
hat; das Platzen des Osenschaftes hat begonnen, und die Zinken haben ihre Aufwärtsbewegung
zwischen den Stofflagen angefangen. Abb.6 zeigt die letzte Stufe des Umnietvorganges
und Abb. 7 den fertiggemachten Stoff.
-
Das verdickte Ende des ösenschaftes dringt, wie bereits erwähnt, durch
das Loch der zu ösenden Stofflagen hindurch und wird dann an die innere Fläche des
Oberleders angepreit, wobei das letztere vollständig an der Umnietschulter vorbeigeschoben
wird. Wenn das Oberleder jedoch ziemlich weich ist, so kann es vorkommen, daß der
durch die zu ösenden Stofflagen auf das Oberleder übertragene Druck des verdickten
Endes des Osenschaftes das Oberleder vollständig an der Umnietschulter vorbeischiebt,
ehe das verdickte Ende des Ösenschaftes durch die zu ösenden Stofflagen hiridurchdringt.
In diesem Falle findet das Vorbeischieben- des Oberleders an der Umnietschulter
durch Zusammentreffen des verdickten Endes des ösenschaftes mit der inneren Fläche
des Öberleders nicht unmittelbar statt, da das letztere durch den von dem verdickten
Ende des ösenschaftes auf die untere Stofflager ausgeübten Druck bereits an der
Umnietschulter vorbeigeschoben worden ist.
-
Das neuartige Verfahren beseitigt in verläßlicher Weise das äußerst
lästige Eindringen der Enden der ösenzinken in das Schnürloch des Oberleders und
das Verfangen derselben mit dem Oberleder oder mit den Fasern der Fleischseite des
Oberleders. Außerdem läßt dieses Verfahren die Anwendung einer Öse zu, deren Flansch
38 verhältnismäßig groß ist und ein Schnürloch der beabsichtigten Größe aufweist
und deren Schaft ein äußerst kleines und glattes Ende besitzt. Mit Rücksicht auf
diese Umstände können die Dimensionen des Einsetzstempels und der Uinnietschulter
kleiner bemessen sein,. als es bei den bisher bekannt gewordenen Verfahren möglich
war. Die Schnürlöcher des Oberleders sind entsprechend der Nachfrage der kaufenden
Kreise ziemlich klein, und deänoeh ist die lichte Weite der umgenieteten Oäe von
ausreichender Größe, um bequeiües Verschnüren zuzulassen.