DE4625A - Verfahren, in einem geschlossenen Apparat bei Luftabschlufs unter Ueberdruck Würze herzustellen - Google Patents
Verfahren, in einem geschlossenen Apparat bei Luftabschlufs unter Ueberdruck Würze herzustellenInfo
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Description
1878.
FRIED. TILLMANN in ARSBRÜCKE bei REMAGEN a. Rh.
herzustellen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. Februar 1878 ab.
Der Hauptprocefs bei jedem Brauverfahren besteht in der Ueberführung des Stärkemehls
in Zucker und in der Gewinnung aller für das Bier nothwendigen Protemstoffe.
Es ist nun eine Eigenthümlichkeit - der bestehenden Braumethoden, dafs keine einzige
beide so wichtigen chemischen Processe zur Ausführung kommen läfst; denn: entweder wird
durch zu hohe Temperatur die Diastase zum grofsen Theil zerstört, und die Zuckerbildung
ist deshalb eine unvollständige (in diesem Falle findet eine ziemlich vollständige Gewinnung der
Protemstoffe statt), oder man vollzieht eine vollständige Zuckerbildung durch Ausnützung
der Diastase; dann aber kommen die Protemstoffe wegen allzu niedriger Temperatur bei dem
Procefs nicht zur Lösung und nothwendigen Umbildung.
Das Verfahren des Erfinders bewirkt nun sowohl eine vollkommene Zuckerbildung dadurch,
dafs das Malz zuvörderst einige Zeit der zu diesem Zwecke nothwendigen niedrigsten
Umwandelungs - Temperatur unter Anwendung hydrostatischen Druckes ausgesetzt, und die
Diastase vollständig ausgenützt wird, als auch eine vollständige Gewinnung aller zur Erzeugung
eines haltbaren, vollmundigen und substanzlosen Bieres nöthigen Protemstoffe dadurch, dafs die
Traber in einem dampfdicht verschlossenen Apparat einer hohen Temperatur und einem
Ueberdrucke ausgesetzt werden. Aufserdem wird bei diesem Verfahren eine Berührung der
Traber mit der atmosphärischen Luft und mithin die von den Brauern so gefürchtete
Traber- und Milchsäuregährung vermieden. Es kann deshalb auch bei verhältnifsmäfsig warmer
Temperatur gebraut werden, ohne dafs das Bier Weniger haltbar wird.
Die Würze wird zweimal gezogen: Das erste mal nach stattgefundener Verzuckerung im
Würzeapparat. Der zweite Abzug in die Pfanne geschieht, nachdem die Traber erst einer Dampfwirkung
von höherer Temperatur und Spannung ausgesetzt waren, und dann der eingelassene heifse Gufs behufs Lösung und Umwandelung
der erwähnten Protemstoffe einem hydrostatischen Drucke ausgesetzt war.
Die weitere Behandlung der Würze geschieht wie gewöhnlich.
Die Vortheile des eben beschriebenen Verfahrens sind nach Angabe des Erfinders folgende:
1. Es findet eine vollständige Zuckerbildung und vollständige Lösung, daher Gewinnung der
für das Bier sich eignenden Protemstoffe statt, im Gegensatze zu den bestehenden Brauereiverfahren,
bei welchen nur immer einer der Processe vollständig oder beide unvollständig stattfinden.
2. Durch die vollständige Vollziehung beider chemischer Processe wird das Bier vollmundiger,
substanzloser und haltbarer.
3. Durch Abschluss der atmosphärischen Luft von den Trabern wird die Traber- oder Milchsäuregährung
unmöglich. Man kann also noch bei verhältnifsmäfsig höherer Temperatur brauen, im Gegensatz zu anderen Braumethoden.
4. Arbeitskraft-Ersparung, da das öftere Hin- und Herschöpfen zwischen Maischbottich und
Pfanne fortfällt.
5. Schnellere Fabrikationsmanipulation, da die Würzen unter Druck abfliefsen.
6. Gröfsere Rentabilität einer Brauerei, da man bei continuirlichem Betriebe und kleineren
Apparaten gröfsere Quantitäten herstellen kann, wodurch das Anlagecapital verringert wird.
Beschreibung zu der beiliegenden Zeichnung:
A Kaltwasserreservoir.
B Heifswasserreservoir.
C Maischbottich.
D der neue Würzeapparat.
E Pfanne.
α Kaltwasserleitung.
h Heifswasserleitung.
d Probirhahn.
e Manometer.
f Würzeleitungsrohr.
g Mannloch.
h Siebboden.
i Dampfleitung.
A Kaltwasserreservoir.
B Heifswasserreservoir.
C Maischbottich.
D der neue Würzeapparat.
E Pfanne.
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e Manometer.
f Würzeleitungsrohr.
g Mannloch.
h Siebboden.
i Dampfleitung.
Gang des Fabrikationsprocesses:
Kalte Einteigung des Malzes in C nach entsprechender Ruhe, Zusatz von heifsem Wasser
Kalte Einteigung des Malzes in C nach entsprechender Ruhe, Zusatz von heifsem Wasser
aus B bis zur Zuckerbildungstemperatur. Darauf Ablassimg durch c nach D; dort erfolgt Atmo-■
Sphärenüberdruck ohne Temperaturerhöhung, bis die Züekerbildung stattgehabt. Darauf Ablassung
der. ersten Würze durch Rohr / nach E.
Die Traber bleiben auf dem Siebboden h zurück und werdeji Dampf von höherer Spannung
und Temperatur ausgesetzt zur Umwahdelung der Proteinstoffe. Darauf folgt Füllung von D
mit heifsem Wasser aus B durch b. Der Inhalt von D erhält einen Ueberdruck durch Dampfleitung
i zur nöthigen Lösung der Protemstoffe. Sodann Ablassung dieser zweiten Würze durch/
nach E zur ersten.
Oeffnung des Mannloches g und Entfernung der ausgenützten Traber aus D.
Alle oben angeführten Apparate sind permanent im Betriebe. Während in ü? die. beiden
Würzen kochen, findet in D die Lösung der Proteinstoffe statt und in C Einteigung des
Malzes und Vorbereitung zum Zuckerbildungsprocefs.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die Darstellung von Würze in geschlossenem Apparate bei Luftabschlufs unter hydrostatischem Ueberdrucke, zum Zwecke der Biererzeugung oder Darstellung von Malzextract und Malzzucker.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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