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Warmbettanlage mit mehreren nebeneinanderliegenden Rinnen. Bei Warmbetten
mit mehreren Auflaufrinnen war es bisher erforderlich, zwischen den einzelnen Überhebegliedern
sogenannte Trennungsleisten vorzusehen, die zeitweise aus ihrer versenkten Stellung
so angehoben wurden, daß ein von einer Reihe von Überhebegliedern übergehobener
Walzstab nicht in den Bereich der benachbarten überhebeglieder abrutschen konnte,
solange sich die erstgenannte Reihe in der Aufwärtsbewegung oberhalb der Auffangtaschen,
also in der eigentlichen Überliebetätigkeit befand. Es sollte dadurch vermieden
werden, daß nicht vollständig eingelaufene Walzstäbe zum Teil auf den Überhebegliederii,
zum Teil noch in der Auffangtasche zu liegen kamen und dadurch der überliebebetrieb
gestört wurde.
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Die Anlage und Bewegung der Trennungsleisten verteuert den Bau und
den Betrieb solcher Einrichtungen. Man hat daher vorgeschlagen, auf die Verwendung
beweglicher Trennungswände zu verzichten und als Ersatz für deren zeitweise sperrende
Stellung die Tätigkeit der überhebeglieder benachbarter Reihen so voneinander abhängig
zu machen, daß unzeitige Überleitungen vermieden werden. Die Verwirklichung dieser
Forderung wird dadurch erschwert, daß die Überhebebewegungen nicht in gleichbleibender,
ein für alle Male feststehender Weise stattfinden, sondern abhängig von der Bewegung
der Walzstäbe sind, indem sie erst durch diese ausgelöst werden.
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Die vorliegende Erfindung betrifft eine besondere einfache Lösung
der Aufgabe, in hohem Grade frei von Störungen, wie sie z. B. bei elektrischer Betätigung
leicht eintreten können.
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Es zeigen: Abb. i einen OOuerschnitt durch die Auflaufrinnen mit dem
Warmbett, Abb. a eine schematische Darstellung der Bedienungseinrichtung für die
Überhebeglieder.
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Es sind vier Auflaufrinnen i bis q, angenommen, in welche an geeigneten
Stellen die Cberliebeglieder 3 bis hineinragen. Durch die Wände 4.- werden in Verbindung
mit den Abrutschflächen i i bzw. 1a bzw. 13 Auffangtaschen gebildet, welche die
Walzstäbe aufnehmen, bevor sie weiterbefördert werden können. 9 stellt einen Walzstab
dar, welcher mit :einem vorderen Teil bereits auf .dem L'berliebeglied 6 liegt,
mit einem rückwärtigeren Teil aber noch auf der Abrutschfläche i i außerhalb des
Cberhebegliedes 6 sich befindet. io ist ein anderer Walzstab, der durch das Überhebeglied
7 nahe bis zur Höchstkante der Abrutschfläche 13 angehoben ist.
Die
Überhebeglieder können als Klappen mit schrägen Hebeflächen ausgebildet sein und
sich auf gemeinsamen Achsen 32 drehen, über welche hinaus sie sich zu Hebeln 33
bzw. 34 bzw. 35 bzw. 36 fortsetzen.
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Nach Abb.2 tragen zwei zueinander parallele Wellen 17, 18 je eine
unrunde Scheibe 14, 15. An denselben liegen Rollen 27 bzw. 28 von Hebeln ig bzw.
2o an. Der Hebel ig sitzt drehbar auf einem festliegenden Zapfen 26, während der
Zapfen 44 des Hebels 2o wagerecht verschiebbar gestützt ist. Von den freien Enden
der Hebel i g bzw. 2o ausgehend, stellen Stangen 21 bzw. 22 die Verbindung mit den
Hebeln 33, 34 der Überhebeglieder 5 bzw. 6 derart her, daß bei Ausschlag der Hebel
ig bzw. 2o nach links die überhebeglieder gehoben, bei gegenteiliger Bewegung gesenkt
werden. Die erwähnten Ausschläge der Hebel ig bzw. 2o werden durch die unrunden
Scheiben 14 und 15 bewirkt, und zwar so, daß die Bogen a bzw. 2' die zugehörigen
Überhebeglieder nur bis in die Stellung des überhebegliedes 7 von Abb. i anheben
und erst die Bogen c bzw. c' die Überhebeglieder 5 bzw. 6 so weit heben, daß die
Abrutschkanten i i usw. überschritten werden und die Walzstäbe von den Überhebegliedern
abrutschen können.
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Auf der Welle 17 ist eine zweite unrunde Scheibe 16 aufgeschrumpft,
an welche sich eine Rolle 28 anlegt. Dieselbe sitzt auf einem Hebel 23, welcher
ebenfalls auf dem Zapfen 26 drehbar gelagert ist. Seine Nabe trägt an einem Gegenarm
ein Belastungsgewicht 25, um dadurch stets die Anlage der Rolle 28 an dem Umfang
der unrunden Scheibe 16 zu sichern. Die Drehachse der Rolle a8 ist durch eine Stange
24 mit dem Drehzapfen 44 des Hebels 2o verbunden. Wenn .die unrunde Scheibe 16 vermittels
der Rolle 28 deren Hebelstange 23 in die strichpunktierte Lage gedrückt hat, verstellt
gleichzeitig die Stange 24 den Hebel 2o in die strichpunktierte Lage, wodurch die
Rolle 29 von der Kurvenscheibe 14 abgerückt und somit deren Einwirkung auf die Rolle
28 und auf die Verstellstange 22 des Überhebegliedes 5 aufgehoben wird. Der Kreisbogen
b der Kurvenscheibe 16 liegt im Bereich des Überganges aus dem Bogen a zu dem Bogen
c.
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Die gleiche Einrichtung gemäß der Abb. 2 zur Bedienung der Überhebeglieder
5 und 6 sind auch vorgesehen zur Bedienung und gegenseitigen Beeinflussung der überhebeglieder
6 und 7 bzw. 7 und B.
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An der Kurvenscheibe 15 kann eine weitere Rolle 43 eines um einen
feststehenden Drehzapfen 42 schwingenden Hebels 41 anliegen, von welchem aus vermittels
einer Stange 4o eine weitere Klappe 37 bewegt wird. Der Endzapfen des Drehhebels
38 derselben führt sich in einem Schlitz 38 der Stange 4o. Eine solche Klappe ist
zu Beginn einer jeden Auflaufrinne des Warmbettes angeordnet. Sie dient dazu, in
Zusammenwirkung mit je dem ersten überhebeglied das Ende des aufgelaufenen Walzstabes
io zu fassen und bremsend festzuhalten, so daß die in der Masse des Walzstabes angesammelte
Bewegungsenergie geradestreckend auf den warmen Walzstab wirkt und das Abbiegen
des Kopfes desselben vermeidet. Die Gegenklappe 37 kann auch von der Steuervorrichtung
der Teilschere aus bedient sein.
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Die Wirkungsweise ist nun folgende: Soll ein Stab geschnitten und
ausgehoben werden, so wird mittels eines Druckknopfes oder auch von der Stabspitze
aus ein Schalter betätigt, welcher den Antrieb der betreffenden Antriebsachse 17
oder i8 einschaltet. Der in bekannter Weise geschnittene Stab wird von der Kurvenscheibe
15 vermittels der obenerwähnten Antriebsglieder, die an den betreffenden Überhebegliedern
angreifen, zunächst so weit angehoben, daß er von der Rollgan@gsrolle 46 abgehoben
wird. Die Kurvenscheiben haben, wie bereits erwähnt, eine derartige Form (Bogen
a und c), daß der Anhebevorgang nach dem Abheben des Stabes von der Rolle zunächst
unterbrochen wird, zum Zwecke, den Stab in der Laufrichtung zur Ruhe kommen zu lassen.
Nachdem der Stab zur Ruhe gekommen ist, wird alsdann der Anhebevorgang vollendet,
indem vermittels der Kurvenform c die Reihe der Überhebeglieder in ihre Höchststellung
gebracht wird. Dieser Arbeitsvorgang ist der normale und vollzieht sich bei jeder
Überhebegliederreihe vollkommen gleich, d. h. normalerweise heben die Reihen der
Überhebeglieder ihre Stäbe in kurzen Abständen hintereinander aus, so daß immer
nur eine solche Reihe in Bewegung ist. Der von der Beeinflussungskurve 16 vermittels
des Hebels 23 und der Stange 24 beeinflußte Hebel 2o der benachbarten Reihe von
Überhebegliedern hebt sich hierbei lediglich von seiner Antr iebskurvenscheibe 14
ab, ohne daß darüber hinaus etwas anderes erfolgt. Ist aber infolge eines Zufalles
die Aufeinanderfolge der Stäbe zweier benachbarter Rinnen derart, daß die Bewegung
beider Antriebsscheiben 14 und 15 in irgendeiner Phasenverschiebung zueinander gleichzeitig
erfolgt, so muß verhütet werden, daß die Spitzen der Überhebegliederreihen während
des Abr utschens eines Stabes über die Abrutschkanten hervortreten. Das geschieht
vermittels des Beeinflussungsmechanismus.. Die -Beeinflussungskurvenscheiben 16
der verschiedenen Rinnen sitzen zu den Antriebsscheiben i4
und 15
u.sw. dergestalt, daß die Beeinflussung der benachbarten Klappenbewegung gerade
während des Zeitraumes stattfindet, währenddessen der übergehobene Stab abrutscht
bzw. während sich eine Klappenreihe gerade in ihrer kritischen Bewegungszone befindet.
Es liegt auf der Hand, daß man zur Erreichung des Zweckes die Bewegung der im Ausheben
begriffenen einen oder anderen Klappenreihe beeinflussen kann.
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In den gezeichneten Beispielen ist die Anordnung der Kurvenscheiben
so getroffen, daß jeweils der Aushebevorgang der warmbettseitig benachbarten Rinnen
beeinflußt wird, während sich die eine Klappenreihe in der kritischen Bewegungszone
aufwärts gehend oberhalb der Abrutschkanten befindet. Der beeinflußte Aushebevorgang
wird auf Grund der vorgesehenen Kurvenform und Kurvenstellung zueinander der Beeinflussung
entzogen, sobald die Klappenspitze so weit über die Oberkante der Abrutschkanten
hervorgetreten ist, daß eine Betriebsstörung nicht mehr zu befürchten ist. Wie bereits
weiter oben erwähnt, erfolgt die Beeinflussung dadurch, daß der Antriebshebel der
zu beeinflussenden Klappenreihe von seiner zugehörigen Antriebskurvenscheibe so
weit abgehoben wird, als nötig ist, um das Überheben eines Stabes während dieses
gefährlichen Zeitraumes zu verhüten. Zu bemerken ist hierbei, daß der Ausdruck »Abheben
des Hebels von seiner Antriebsscheibe« nicht so aufzufassen ist, als würde der Hebel
tatsächlich räumlich von seiner Antriebsscheibe getrennt, sondern er ist in der
Weise aufzufassen, daß durch die Verschiebung des Hebels 2o entsprechend der vorgesehenen
bzw. gezeichneten Hebelarmverhältnisse des Hebels und des Verschiebehubes sich der
Hub der Kurvenscheibe 14 auf die zugehörige Klapperreihe um so viel geringer fortpflanzt,
als dem Hebelverhältnis und der Verschiebung entspricht. Dies besagt also, daß der
beeinflußte Hub einer Klapperreihe kleiner ist als der unbeeinflußte Hub einer Klapperreihe.
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Die Bogengrößen b der Beeinflussungskurve zur Bogengröße der Klappenhubkurve
ist so vorgesehen, d >ß diejenige der Beeinflussungskurve nur einen Bruchteil der
Größe der Klappenhubkurve beträgt, wodurch die Wirkungszeiten beider Kurven infolge
der sich daraus ergebenden Verschiedenheit so sind, daß - die Beeinflussungskurve
niemals den vollständigen Klapperhub während eines Klapperspiels ganz ausschalten
kann, sondern nur gerade während des kritischen Zeitraumes. Auch sind die Hubkurven
der Klappen so vorgesehen, daß die Beeinflussungskurve niemals infolge einer Zufallstellung
das Abheben des Stabes von den Rollen, zum Zweck, den Stab zur Ruhe zu bringen,
unterbinden kann, sondern lediglich die Höhe des Abhebens von den Rollen etwas verringert,
so daß der Fall nicht eintreten kann, daß ein abgeschnittener Stab auf dem Rollgang
zu weit läuft, weil er nicht rechtzeitig von den Rollen abgehoben wird.
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Wie bereits bemerkt, kann die Anordnung so getroffen sein, daß entweder
aus einer voranliegenden Rinne oder Auffangtasche keine Förderung in die nächstfolgende
Auffangtasche vor sich geht, solange der kritische Punkt des Auftauchens der Überhebegliederreihe
nicht genügend weit überschritten ist, oder es kann umgekehrt der Eintritt dieses
kritischen Punktes so weit verzögert werden, daß inzwischen die Walzstäbe mit Sicherheit
aus der vorhergegangenen Stellung übergeleitet sind. Dies hängt nur davon ab, ob
die Kurvenscheibe 16 auf der einen oder auf der anderen der beiden sich gegenseitig
beeinflussenden oder überwachenden Antriebsvorrichtungen angeordnet ist.
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Die beschriebene rein mechanisch gegenseitige Beeinflussung der Überhebebewegungen
hat gegenüber der auf elektrischem, hydraulischem oder anderem Wege den Vorzug der
größeren Einfachheit, Billigkeit sowie der absoluten Betriebssicherheit, worauf
es bei dem rauhen und teueren Walzwerkbetrieb in erster Linie ankommt.