DE45562C - Verfahren und Vorrichtung zum Vortreiben von Tunneln in schwimmendem Gebirge - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Vortreiben von Tunneln in schwimmendem GebirgeInfo
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Classifications
-
- E—FIXED CONSTRUCTIONS
- E21—EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
- E21D—SHAFTS; TUNNELS; GALLERIES; LARGE UNDERGROUND CHAMBERS
- E21D9/00—Tunnels or galleries, with or without linings; Methods or apparatus for making thereof; Layout of tunnels or galleries
- E21D9/06—Making by using a driving shield, i.e. advanced by pushing means bearing against the already placed lining
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- Engineering & Computer Science (AREA)
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- Excavating Of Shafts Or Tunnels (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE B: Bergbad.
Beim Vortreiben eines Tunnels in wasserreichem Alluvialboden wird das Wasser vom
Innern des aus eisernen Segmenten zusammengesetzten Tunnels A mittelst eines denselben
abschliefsenden Schildes B abgehalten, wie in Fig', ι, Längsschnitt, und in Fig. 2, Schnitt
nach 1-1 und 2-2, dargestellt ist.
Der Schild B besteht aus einem zum Theil den Tunnel A umschliefsenden, gegen den
Tunnelmantel durch einen Gummiring oder mittelst Stoffbüchse - abgedichteten äufseren
Cylinder α und einer Stirn, die, abweichend
von dem von Greathead für diesen Fall vorgesehenen Schild, aus einem mit dem äufseren
Cylinder α fest verbundenen, nach innen abgeschrägten und mit einer Schneide: b versehenen
Ring c Und einem Cylinder d besteht, in welchem sich der hohle Kolben e bewegt.
Diese Anordnung ermöglicht folgendes Verfahren zum Vortreiben des Tunnels. Durch
Einlassen von Druckwasser in die sich gegen den Tunnelmantel stützenden Pressen f oder
durch in gleicher Weise angeordnete Druckschrauben wird der Ring c des Schildes B
vorgeprefst, während gleichzeitig der im Cylinder d auf den Kolben e wirkende, mittelst
comprimirter Luft oder Druckwasser hervorgerufene Druck durch Oeffnen eines Ventils in
dem Leitungsrohr g ganz oder theilweise aufgehoben wird, so dafs der Kolben e beim
Vorrücken des Ringes c bezw. des mit dem Ringe c fest verbundenen Cylinders d in derselben
Stellung bleibt oder sich, um für den von dem Ring c zu verdrängenden Boden
Raum zu schaffen, rückwärts bewegt.
Nachdem die Vorwärtsbewegung des Ringes c infolge Beendigung des Hubes der Pressen f
oder infolge Vergrößerung des Widerstandes des zu verdrängenden Bodens aufgehört hat,
wird in den Cylinder d durch die Rohrleitung g comprimirte Luft oder Druckwasser eingeführt
und der im Cylinder d befindliche Boden unter Druck, der mit dem Kolben e auf denselben
ausgeübt wird, verdrängt oder gefördert (wie später näher erläutert werden soll), wodurch
der Kolben in die Anfangsstellung zurückgebracht wird.
Der für die Vorwärtsbewegung des Kolbens e erforderliche Druck kann statt durch
Einführung von Prefsluft oder Druckwasser in den Cylinder d auch hervorgebracht werden
durch auf den Kolben wirkende hydraulische Pressen oder Druckschrauben, die sich gegen
entsprechend ausgebildete Ansätze des Cylinders d bezw. des Gehäuses ρ und deren Verbindungsstücke
oder gegen Einbauten in dem fertigen Tunnel stützen.
Der oben beschriebene Vorgang wiederholt sich ein- oder mehrere Male beim Einbauen
eines jeden aus Segmenten gebildeten Ringes des Tunnels A. Der Kolben ist versehen mit
einer Schneide h, einer Dichtung i und einem zwischen der Schneide und der Dichtung liegenden
Spülrohr k, welches nach aufsen Oeffnungen hat und welchem Druckwasser durch
die Rohrleitung I zugeführt wird. Durch das austretende Druckwasser werden zur Schonung
der Dichtung i die Wandungen des Cylinders d beim Vorwärtsbewegen des Kolbens e
gereinigt.
Der Kolben e ist mittelst des Cylinders m bei η und ο in dem mit dem Cylinder d ver-
bundenen Gehäuse ρ geführt. Mit dem Gehäuse sind acht Stück Führungsrollen verbunden,
von denen die vier vorderen q fest und die vier hinteren r verschiebbar gelagert
sind.
Durch diese auf eingelegte Schienen sich bewegenden Rollen wird die Abdichtung des
Schildes B gegen den Tunnelmantel entlastet und dem Schilde die nöthige Führung gegeben.
Beim Vortreiben des Tunnels in Curven (sowohl im horizontalen wie im verticalen
Sinne) werden die Rollen r mittelst der Schrauben s dem Krümmungsradius entsprechend eingestellt.
Die Beseitigung des Bodens aus dem Cylinder d beim Vorpressen des Kolbens e erfolgt
in verschiedener, durch Verhältnisse und Bodenart bedingter Weise.
Da die oben beschriebene Construction des Schildes es ermöglicht, mittelst des Kolbens e
auf den Boden einen sehr grofsen Druck pro Flächeneinheit auszuüben, wird es unter Umständen,
z. B. bei der Lage der Tunneloberkante nahe unter einer Flufssohle, möglich sein, den Boden unter Auflockerung desselben
durch Zuführung von Druckwasser oder cotnprimirter Luft nach aufsen zu verdrängen.
Gestatten die Verhältnisse dieses nicht, so mufs der zu verdrängende Boden durch den
fertigen Tunnel gefördert werden. Es kann dies geschehen durch Wasserspülung in der
von Greathead angegebenen oder in der Weise, wie in der Zeichnung dargestellt.
In dem hohlen Kolben e sind Kugellager t angebracht, in welchen Rohre u verschiebbar
gelagert sind.
In diesen Rohren befinden sich kleinere Druckwasserrohre u, welche bei w in dieselben
eingeführt werden. Die Bodenförderung erfolgt bei dieser Anordnung in bekannter Weise.
Statt Druckwasser kann comprimirte Luft angewendet werden. Wenn der zu beseitigende
Boden grofse-Festigkeit hat, kann es erforderlich sein, in bekannter Weise durch die Stoffbüchse
χ eine rotirende Welle zu führen, an welcher vor dem Schilde Messer befestigt sind.
Die Mannlöcher^, für welche gleichfalls Kugellager angeordnet werden können, dienen dazu,
um zur Beseitigung von Hindernissen Stangen oder Spülrohre durchführen zu können. Wenn
in dem zu beseitigenden Boden Steine und Holz vorkommen, so ist erforderlich, ganz
oder zeitweilig unter Luftdruck zu arbeiten.
Um hierbei jedoch einen luftdichten Abschlufs des Tunnels selbst zu vermeiden, wodurch
die gesammte Bauausführung erschwert wird, ist der Cylinder m mit einer Luftschleuse C
versehen, so dafs allein der Raum D eine pneumatische Kammer bildet, in welcher die
Deckel \ der in dem Kolben e angebrachten Vertiefung E geöffnet werden können, um die
vorkommenden Hindernisse zu beseitigen oder um in bekannter Weise mittelst des ausgehenden
Luftstromes den Boden zu fördern.
Claims (5)
1. Ein Verfahren zum Vortreiben von Tunneln in schwimmendem Gebirge, bei welchem
— unter Anwendung eines das Ende des fertigen Tunnels wasserdicht umschliefsenden,
aus einem äufseren Ring und einem in der Stirn angebrachten Kolben bestehenden
Schildes — in steter Wiederholung zunächst der äufsere Ring mittelst Pressen
oder Schrauben, die sich gegen den fertigen Tunnelmantel stützen, vorgeprefst wird,
während der Kolben in seiner Stellung beharrt oder sich rückwärts bewegt (um, soweit
erforderlich, für den zu verdrängenden Boden Raum zu scharfen) und dann
bei Ruhestellung des Ringes der Kolben vorgeprefst wird, wobei der Boden durch den von dem Kolben ausgeübten Druck
verdrängt oder aus dem durch das relative Zurückgehen des Kolbens gebildeten Raum
in bekannter Weise gefördert wird. .
2. Der für das unter i. gekennzeichnete Verfahren erforderliche Apparat, bestehend aus
einem äufseren, mit einer Schneide b und mit gegen den Tunnelmantel sich stützenden
Pressen f oder Druckschrauben versehenen Ring und dem mit demselben verbundenen
Cylinder d, in welchem sich der Kolben e unter auf denselben ausgeübten
Druck bewegt, so dafs Ring c und Kolben e, unabhängig von einander, vorgeprefst
werden können.
3. Bei dem unter 2. gekennzeichneten Apparat die durch Druckwasser bewirkte Spülung
der Wandungen des Cylinders d mittelst des im Kolben e zwischen Schneide h und
Dichtung i liegenden SpUlrohres k.
4. Zur Führung des unter 2. gekennzeichneten Apparates feste Rollen q und verstellbare
Rollen r, durch welche beim Vortreiben des Tunnels in Curven eine dem Krümmungsradius
entsprechende Einstellung desselben ermöglicht wird.
5. Bei dem unter 2. gekennzeichneten Apparat die Bildung einer pneumatischen Kammer
in fester Verbindung mit dem Schilde B durch Anbringung einer Luftschleuse C an
dem Cylinder m zwecks Förderung des Bodens unter Luftdruck.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE45562C true DE45562C (de) |
Family
ID=320721
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT45562D Expired - Lifetime DE45562C (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Vortreiben von Tunneln in schwimmendem Gebirge |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE45562C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1136361B (de) * | 1960-12-12 | 1962-09-13 | Alfred Schneidereit | Verfahren zum Herstellen eines Tunnels in Schildbauweise |
| DE3518993A1 (de) * | 1985-05-25 | 1986-11-27 | Gewerkschaft Eisenhütte Westfalia GmbH, 4670 Lünen | Vortriebsschild zum vortrieb in lockerboeden, insbesondere fuer den rohrvorpressbetrieb |
| US4729693A (en) * | 1985-09-19 | 1988-03-08 | Hochtief Aktiengesellschaft Vorm, Gebr. Helfmann | Tunnel excavator |
-
0
- DE DENDAT45562D patent/DE45562C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1136361B (de) * | 1960-12-12 | 1962-09-13 | Alfred Schneidereit | Verfahren zum Herstellen eines Tunnels in Schildbauweise |
| DE3518993A1 (de) * | 1985-05-25 | 1986-11-27 | Gewerkschaft Eisenhütte Westfalia GmbH, 4670 Lünen | Vortriebsschild zum vortrieb in lockerboeden, insbesondere fuer den rohrvorpressbetrieb |
| US4729693A (en) * | 1985-09-19 | 1988-03-08 | Hochtief Aktiengesellschaft Vorm, Gebr. Helfmann | Tunnel excavator |
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