DE455389C - Lagerungs- und Streckapparat fuer Ober- und Unterschenkel - Google Patents

Lagerungs- und Streckapparat fuer Ober- und Unterschenkel

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DE455389C
DE455389C DEB122130D DEB0122130D DE455389C DE 455389 C DE455389 C DE 455389C DE B122130 D DEB122130 D DE B122130D DE B0122130 D DEB0122130 D DE B0122130D DE 455389 C DE455389 C DE 455389C
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61FFILTERS IMPLANTABLE INTO BLOOD VESSELS; PROSTHESES; DEVICES PROVIDING PATENCY TO, OR PREVENTING COLLAPSING OF, TUBULAR STRUCTURES OF THE BODY, e.g. STENTS; ORTHOPAEDIC, NURSING OR CONTRACEPTIVE DEVICES; FOMENTATION; TREATMENT OR PROTECTION OF EYES OR EARS; BANDAGES, DRESSINGS OR ABSORBENT PADS; FIRST-AID KITS
    • A61F5/00Orthopaedic methods or devices for non-surgical treatment of bones or joints; Nursing devices ; Anti-rape devices
    • A61F5/01Orthopaedic devices, e.g. long-term immobilising or pressure directing devices for treating broken or deformed bones such as splints, casts or braces
    • A61F5/04Devices for stretching or reducing fractured limbs; Devices for distractions; Splints

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Description

  • Lagerungs- und Streckapparat für Ober- und Unterschenkel. Die Erfindung betrifft einett Lagerungs-und Streckapparat für Ober- und Unterschenkel, der einmal unter Ausschluß der den bisher bekannten Apparaten anhaftenden Nachteile deren verschiedene Vorteile in ihrer Gesamtheit in sich vereinigen, darüber hinaus aber noch andere wesentliche Vorteile aufweisen soll. So besteht hier z. B. die Möglichkeit, das Fußende des Apparats sowohl im Bett als auch außerhalb und teils im Bett, teils außerhalb aufzustellen, wodurch jede Lagerung des Beines von der Adduktionsstellung bis zu jeder beliebigen Spreizstellung möglich wird. Dies wird .erreicht durch die Verwendung einer besonderen Unterstützungs- und Aufhängevorrichtung für die Beinauflage, deren Stützgestell fernrohrartig ausziehbar ist. Befindet sich der Apparat vollkommen im Bett, so wird das Stützgestell auf beiden Seiten eingeschoben und steht am Fußende im Bett, so daß ein Transport des Kranken mit dem Bett leicht möglich ist. Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, daß mittels dieses Apparats bei den Bewegungen im Hüft- und Kniegelenk die Bewegungskurven des Kniegelenks und die Bewegung des diesem Gelenk entsprechend angebrachten Scharniers ausgeglichen werden, wodurch eine sichere Ruhigstellung von Brüchen ermöglicht wird. Dies wird erreicht durch eine entsprechende Hebelwirkung des Unterschenkelteils, der hierbei wiederum mit einer die Längsteile des Oberschenkelteils umgreifenden Hülse nach deren Lösung in der einen oder anderen Richtung je nach Aufliegen des Beines verschoben werden kann. Hieraus ergibt sich auch eine sehr leichte Einstellung der Länge der Oberschenkelauflage während des Gebrauchs der Schiene, da diese sich fast selbsttätig einstellt. Weiter zeigt die Aufhängung des Unterschenkelteils den Vorteil, daß durch später zu erläuternde Anordnungen eine Oberschenkelstreckung durch Hebelwirkung des Unterschenkelteils unterstützt wird. Auch können bei Bewegungen durch verschiedene Anordnung der Aufhängung Widerstandsbewegungen erreicht werden.
  • Auf den Zeichnungen ist in Abb. i eine Seitenansicht des Erfindungsgegenstandes wiedergegeben. Abb. 2 und 3 zeigen den Apparat in zwei verschiedenen Stellungen.
  • Der Apparat besteht nach Abb. i aus einem Rahmen A, der durch Ausziehen bei I verlängerbar ist, mit einem Stützbock B, der ebenfalls bei II ausziehbar ist. Der letztere kann oben an den Längsteilen des ausziehbaren Teils des Rahmens -4 gelenkig befestigt werden; er ist so eingerichtet, daß er ganz an den Rahmen herangelegt und von dort um i8o' gedreht werden kann. Um ein Ausrutschen des Bockes B vom Rahmen A weg zu verhindern, befindet sich zwischen beiden unten eine Verbindung J, die beliebig angebracht werden kann (auf den Abbildungen eine Kette). Rahmen und Bock bilden nun die Unterstützung und Aufhängevorrichtung für die .eigentliche Beinauflage, die aus einem Oberschenkelteil C, der ebenfalls als bei III verlängerbarer Rahmen gearbeitet ist, und einem Unterschenkelbeil D besteht. Dieser kann mit einer die Längsteile des Rahmens C umgreifenden Hülse E auf diesen verschoben und je nach der Länge des Oberschenkels festgestellt werden. Die Unterschenkelauflage D ist bei IV verlängerbar. Der Rahmen C ist bei V mit dem Rahmen A, entsprechend dem Hüftgelenk, und der Unterschenkel D bei VI mit der Hülse E und dadurch mit dem Oberschenkelteil C, entsprechend dem Kniegelenk beweglich verbunden. An der Hülse E sind bei VII Ösen angebracht, die, wie noch ausgeführt wird, verschiedenen Zwecken dienen. Am Rahmen A sind bei VIII zwei umklappbare Auflagen für den Rahmen C vorgesehen, die ein ungewolltes Durchschlagen des letzteren verhindern sollen. Zur Anbringung der verschiedenen Züge kann man sowohl am Rahmen A wie auch an den Beinauflagen C und D Rollen in jeder Stellung festklemmen. Zur Anbringung von Gegenzügen sind für die Unterschenkel an dessen Auflage D zwei weitere Schienen F abnehmbar aufgesetzt. Für den Oberschenkel lassen sich noch Rollvorrichtungen, von denen in Abb. i nur eine, G, aufgesetzt ist, anbringen, die es ermöglichen, durch die Art der Feststellungsvorrichtungen .eine Rolle in jede beliebige Stellung zum Oberschenkel zu bringen. Auf dem Unterschenkelteil D liegt außerdem noch ein auf Rollen leicht laufender Schlitten H, der den Unterschenk elzug besonders wirksam macht, da die Reibung der Ferse auf der Unterlage fortfällt. Außerdem kann hieran eine Fußplatte angebracht werden. Um nun dem Unterschenkelteil D jede gewünschte Lage geben zu können, wird dieser mittels Ketten I( o. dgl. am Rahmen A beweglich aufgehängt, woraus sich, wie sich zeigen wird, viele Wirkungsmöglichkeiten ergeben. Die Unterlage für das Bein kann durch einfache Mullbindenbewicklung oder durch Bespannung mit Leinen oder Segeltuch hergestellt werden.
  • fVie schon erwähnt und aus den Abbildungen ohne weiteres hervorgeht, dienen Rahmen A und Stützbock B als Unterstützung und Aufhängevorrichtung für die eigentliche Beinauflage C, D. Aus dieser Vereinigung ergibt sich die Möglichkeit, das Bein von Adduktionsstellung bis zu jeder beliebigen Spreizstellung zu lagern. Im ersteren Falle steht der Apparat mit dem Bock B im Bett. Will man in Spreizstellung lagern, so wird der Bock B nach der betreffenden Seite neben dem Bett aufgestellt, wobei unter Umständen ein Bein desselben im Bett stehen kann. Durch Höher- und Tieferstellen des Rahmens A kann dem Oberschenkel jeder Beugungswinkel von der Horizontalen bis fast zum rechten Winkel gegeben werden, ohne daß die Beugung im Kniegelenk sich ändern muß. Ebenso kann durch die verschiedene Aufhängung des Unterschenkelteils D das Kniegelenk in jede beliebige Stellung gebracht werden, ohne diejenige des Hüftgelenks zu beeinflussen (Abb. 2).
  • Für die Anwendung des Apparats bei Oberschenkelbrüchen ergeben sich aus seiner Konstruktion folgende Vorteile: Es können leicht Unterschenkel- und Oberschenkelzüge in jeder Stellung angebracht werden. Zur Unterstützung des Oberschenkelzuges P werden die Aufhängeketten l( so angebracht, daß bei Belastung des Fußendes des Unterschenkelteils D nach Lösung der Hülse E der Kniegelenkabschnitt gehoben wird. Diese IA'irkung läßt sich noch dadurch verstärken oder allein erreichen, wenn man an den an der Hülse E ,angebrachten Ösen VII oder an der Unterschenkelauflage D etwa bei der Stabilisierungsverbindung Züge N in der Achse des Oberschenkels anbringt (Abb.3). Im allgemeinen wird die Hebelwirkung des Unterschenkelteils D genügen. Gegenzüge können durch die oben beschriebenen Rollvorrichtungen Cr angebracht werden; meist wird man ohne Gegenzüge am Oberschenkel mit richtiger Lagerung auskommen. Bewegungen im Kniegelenk werden durch Heben und Senken des Unterschenkelteils bewirkt, und zwar vom Kranken selbst durch einen Zug L, der vom Unterschenkelteil über eine Rolle M am unteren Teil des Rahmens A angebracht wird (Abb. 2).
  • Bei der Anwendung bei Unterschenkelbrüchen ergibt die Benutzung des auf Rollen laufenden Schlittens H eine gute überwindung des Widerstandes, der durch Reibung auf der Unterlage entsteht. Gegenzüge O werden so angebracht, daß der obere Teil des Zuges über die aufgesetzte Schiene F, der untere Teil direkt über die Unterlage verläuft. Dadurch wird einmal die Umschnürung des Unterschenkels möglichst gering gestaltet, dann aber hindern die Gegenzüge nicht bei Bewegungen (Abb. 3). Ebenso sind Züge leicht nach vorn und hinten anzubringen. Das Gewicht des Unterschenkels kann insofern als Belastung dienen, als man das für den Zug benutzte Seil L unter einer am Querteil der Unterschenkelauflage angebrachten Rolle hindurchführt und am Rahmen A befestigt. Um diesen Zug zu verstärken, können noch Gewichte am Unterschenkelteil D angebracht werden. Passive B--wegungen werden dadurch ausgeführt, daß entweder das Pflegepersonal den Unterschenkelteil D nach dem Kopfende zu drückt; wodurch das Knie- und Hüftgelenk gebeugt wird, oder der Kranke mit einer an den Ösen VII der Hülse E angebrachten Handhabe nach oben zieht (Abb.3). Bei aktiven Bewegungsübungen geschieht dies einfach durch Anziehen des Oberschenkels. Durch verschiedenes Anbringen der Aufhängeketten X ergeben sich wiederum Widerstandsbewegungen verschiedener Art. -Bei diesen Bewegungen im Hüft- und Kniegelenk ergibt sich nun, daß die Bewegungskurven des Kniegelenks und des diesem Gelenk entsprechend angebrachten Scharniers nicht übereinstimmen. Es erscheint zweckmäßig, diese Verschiedenheit auszugleichen, da sonst eine absolut sichere Ruhigstellung von Brüchen nicht gewährleistet erscheint. Dies kann bei der hier beschriebenen Schiene sehr leicht durch folgende Anordnung geschehen: Die Aufhängeketten I( werden vom Rahmen A senkrecht zum Unterschenkelteil D geführt; dieser wird ausgezogen und an seinem Ende so stark belastet, daß sich der Kniegelenkteil nach oben bewegt, wenn die Feststellung der Hülse E gelöst wird. Wenn dann das Bein auf der Schiene liegt, so drängt sich der Kniegelenkteil an den oberen Unterschenkel an. Nun folgt dieser Teil der Schiene leicht, entsprechend der Kurve des Kniegelenks, bei Bewegungen, indem er entweder nach oben rutscht, sobald der obere Unterschenkel nicht mehr fest aufliegt, oder durch diesen leicht wieder nach unten gedrückt wird. Abb. 3 zeigt den Stellungsunterschied. In der Ruhelage hat die Hülse E auf dem Oberschenkelteil an der unteren ausgezogenen Linie gestanden und ist bei der Beugung nach der oberen strichpunktierten Linie gerutscht (Abb. 3).
  • Aber nicht nur bei der Lagerung und Strekkung des Ober- und Unterschenkels, sondern auch bei der Mobilisation des Kniegelenks wird der Apparat vorteilhaft verwandt. Die Beugung im Kniegelenk kann dadurch langsam erzwungen werden, daß das Bein auf den Apparat gelagert und fixiert wird; dann senkt man den Unterschenkelteil D langsam tiefer, wodurch das Gewicht des Unterschenkels eine langsame Beugung im Knie hervorruft; verstärkt kann die Wirkung durch Festlegen des Unterschenkels auf der Unterlage werden. Ist man so bis zu einem Winkel von etwa a5° gekommen, dann wird der Unterschenkelteil D der Schiene so aufgehängt, daß ein Anhängen von Gewichten an diesen eine selbsttätige Beugung in Knie- und Hüftgelenk hervorruft: Für die Streckung eines in Beugestellung festgehaltenen Knies werden ebenfalls die Ketten I( in eine entsprechende Lage gebracht, dann die Auflagen bei VIII ausgeklappt und unter Umständen am Kniegelenk Gewichte aufgelegt, wobei eine Fixierung von Ober-und Unterschenkel notwendig ist.
  • Die Anlegung des Apparats erfolgt so, daß man sich denselben nach dem gesunden Bein einstellt und zusammengelegt unter das verletzte Bein bringt, wobei die Verlängerung des Oberschenkelteils C und die Bügel F für Unterschenkelseitenzüge abgenommen sind. Durch Heben des Rahmens A- wird bei eingeschlagenen Auflagen VIII der Oberschenkelrahmen C ebenfalls gehoben und so die gewollte Hüftbeugung hergestellt, während unter gleichzeitigem Nachlassen der Unterschenkelauflage D die gewünschte Kniebeugung schonendst erreicht wird. Nun können alle noch gewünschten Änderungen vorgenommen. werden, ohne Schmerzen für den Verletzten. Naturgemäß ist darauf zu achten, daß das Kniegelenk genau an dem ihm entsprechenden Scharnier liegt.

Claims (1)

  1. YATENTANSPRl7CFIE: i. Lagerungs- und Streckapparat für Ober- und Unterschenkel, dadurch gekennzeichnet, daß das vermöge seiner unabhängig voneinander, fernrohrartig ausziehbaren Stützen des Unterstützungsgestells (B) sowohl im Bett als auch außerhalb und teils im Bett, teils außerhalb aufstellbare Gestell aus je einem ausziehbaren Stützteil (C, D) für Ober- und Unterschenkel besteht, die untereinander sowie mit dem Rahmen (A) des Unterstützungsgestells derart gelenkig und beweglich verbunden sind, daß sie in jede den Bewegungen des Hüftgelenks und Kniegelenks entsprechende Lage einstellbar sind. a. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der mit dem Oberschenkelteil (C) schwenkbar verbundene Unterschenkelteil (D) mittels geeigneter, die Längsseiten des an dem Rahmen (A) schwenkbar angeschlossenen Oberschenkelteils (C) umfassender Hülsen (E) in der Längsrichtung des Oberschenkelteils verschiebbar ist und außerdem am Rahmen (A) mittels Ketten (l0) o. dgl. derart beweglich aufgehängt ist, daß er jede gewünschte Lage einnehmen und in seiner Längsrichtung pendeln kann, wodurch sich Knie- und Hüftgelenk bewegen lassen. 3. Vorrichtung nach Anspruch i und z, dadurch gekennzeichnet, daß bei den Bewegungen im Hüft- und Kniegelenk die Bewegungskurven des Kniegelenks und die Bewegung des diesem Gelenk entsprechend angebrachten Scharniers (VI) o. dgl. übereinstimmend dadurch ausgeglichen werden, daß bei senkrechter Führung der Aufhängeglieder (I() eine entsprechende Hebelwirkung- des ausgezogenen und belasteten Unterschenkelteils (D) derart ermöglicht ist, daß sich der Kniegelenkteil mit der die Längsseiten des Oberschenkelteils (C) umgreifenden Hülse nach deren Lösung nach oben bewegt, während nach Andrängen des Kniegelenkteils ersterer sich in der einen oder anderen Richtung je nach Aufliegen des Beines zu verschieben vermag. q.. Vorrichtung nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Unterstützung des Oberschenkelzuges (P) die Aufhängeglieder. (,K) derart angebracht sind, daß bei Belastung des Fußendes des Unterschenkelteils (D) der Kniegelenkabschnitt nach Lösen der Hülse (E) gehoben wird, an welcher letzteren Osen (VII) angebracht sind, die zur Anbringung von Zügen in der Achse des Oberschenkels zwecks Verstärkung der Wirkung dienen. 5. Vorrichtung nach Anspruch I bis q, dadurch gekennzeichnet, daß Gegenzüge für den Unterschenkel außer mittels Rollen auf den Längsschienen des Unterschenkelteils (D) in der Weise bewirkt werden, daß der obere Teil des Zuges (O) über die aufgesetzte und abnehmbare Schiene (F) des Unterschenkelteils (D), der untere Teil direkt über die Unterlage (D) verläuft, wodurch nicht nur die Umschnürung des Unterschenkels sehr gering wird, sondern auch die Gegenzüge nicht bei Bewegungen des Beines hinderlich sind. 6. Vorrichtung nach Anspruch i bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Anbringung von Gegenzügen für den Oberschenkel an den Längsschienen des Oberschenkelteils (C) oder des Rahmens (A) Rollvorrichtungen (G) dienen, die sich in jede beliebige Stellung und Richtung gegen- über dem Oberschenkel bringen lassen.
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