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Blitzlichtlampe mit elektrischer Zündung. Die Erfindung betrifft eine
weitere Ausgestaltung und Verbesserung der Blitzlichtlampe nach Patent 446 514 im
Sinne einer erhöhten Sicherheit gegen Explosionsgefahr und erhöhter Lichtwirkung.
Diese Wirkung wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß der Hohlkörper eine
verdünnte Gasfüllung enthält. Darunter soll aber nicht verdünnte Luft verstanden
werden. `'Welche Gase benutzt werden, hängt davon ab, ob ein größerer Wert auf die
zu erzielende Helligkeit oder die absolute Sicherheit gegen Explosion gelegt wird,
ferner von der Zusammensetzung der Blitzlichtpulver, die ebenfalls von verschiedenen
Verhältnissen abhängig ist, z. B. der gewünschten Lichtstärke und Farbe und der
Geschwindigkeit, mit der das Pulver abbrennen soll. Wenn z. B. ein besonderer Wert
auf große Helligkeit gelegt wird, so empfiehlt sich die Einführung von Sauerstoff
in verdünntem Zustande. In Fällen, wo es nicht so sehr auf größte Helligkeit als
vielmehr absolut sichere Explosionssicherheit ankommt, wird zweckmäßig hoch evakuiert
und eine Spur von Stickstoff der Lampe wieder zugeführt. Es ist z. B. möglich, Stickstoffoxyde
zu verwenden. In N,0 (Stickstoff-Oxydul) verbrennen z. B. lIetalle wie in reinem
Sauerstoff.
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Außerdem könnte man z. B., um eine gelblichgrüne Farbe zu erlangen,
die für Aufnahmen mit orthochromatischen Platten geeignet ist, mit verdünntem Ammoniakgas
(LH,) füllen, da dieses Gas zusammen mit dem Sauerstoff, der sich aus dem Zusatz
des Blitzpulvers abspaltet, mit gelblichgrüner Farbe verbrennt.
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Ferner kommt auch noch verdünnter Wasserstoff in Frage, der sich mit
dem abgespalteten Sauerstoff unter großer Lichtentwicklung verbindet. Auch kann
in diesem Falle statt Wasserstoff Leuchtgas benutzt werden.
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Es kann auch das verdünnte Gas auf die Pulvermischung abgestimmt werden,
so daß sich die Bestandteile des Pulvers und des Gases zwecks vollkommener Verbrennung
gegenseitig ergänzen.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
einer Blitzlichtlampe gemäß der Erfindung dargestellt.
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Abb. i ist ein Schnitt durch die- Lampe, Abb. 2 eine Darstellung einer
Lampe mit zwei Blitzlichtladungen.
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Die Lampe ist in ihrer Form einer Glühlampe nachgebildet. In einem
Gewindesockel x sitzt ein flaschenförmiger Glasballon 2 mit dem Füßchen 3, in den
die Stromzuführungsdrähte q. eingeschmolzen sind. Der eine Draht ist bei 5 an den
Sockel, der andere Draht an die isolierte Kontaktscheibe 6 gelegt. In das Füßchen
3 ist ein Röhrchen 7 zum Evakuieren der Lampe eingeschmolzen. Die zur Spitzenbildung
führende Evakuierung durch den Scheitel des Glasballons ist für Blitzlichtlampen
unmöglich, da derartige Spitzenlampen innere Spannung erhalten, die unter der Einwirkung
der hohen Verbrennungstemperatur des Blitzlichtpulvers zu einem Zersprengen des
Glasballons führen müssen.
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Auf dem Füßchen wird eine Asbestscheibe 8 mittels der Stifte g festgehalten,
die in das Füßchen eingeschmolzen sind. Die Asbestscheibe tritt kolbenartig in einen
Glaszylinder io und hält diesen fest. Der untere Rand des Zylinders tritt bis in
den Hals des Glasballons z, so daß das Füßchen 3 und die Zuführungsdrähte ummantelt
sind. Der obere Rand des Zylinders io trägt das Gefäß ii mit der Blitzlichtladung
12. Das Gefäß muß so konstruiert sein, daß es bei der Entzündung des Pulvers dem
entstehenden Gasdruck den geringstmöglichen Widerstand ent-. gegensetzt. Zu diesem
Zweck werden der zylindrische Gefäßmantel und die Deckscheiben 13 bzw. i¢ nur miteinander
verklebt oder verkittet. Außerdem wird als Material für das Gefäß Asbest oder Glas
in geringstmöglicher Stärke verwendet. Der obere Deckel 13 liegt auf dem Rand des
Glaszylinders io auf und ist hier ebenfalls festgekittet. Zur Vermeidung der Schwarzfärbung
beim Abbrennen werden als Kitt anorganische Stoffe verwendet, z. B. Wasserglas mit
Flußspat.
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In der Blitzlichtladung 12 liegt ein schraubenförmig gewickelter Zünddraht
15, der zwischen dem Gefäßmantel und der oberen und unteren Deckscheibe festgeklemmt
ist und zwischen dem Glaszylinder io und der Asbestscheibe 8 hindurch zu den Stromzuführungsdrähten
q. geführt ist.
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Wird die Lampe in eine Fassung eingeschraubt und der elektrische Stromkreis
eingeschaltet, so wird das Blitzlichtpulver durch den Zünddraht augenblicklich entzündet.
Das Blitzlichtgefäß wird sofort zertrümmert, da es den Verbrennungsgasen keinen
nennenswerten Widerstand entgegenzusetzen vermag. Die brennenden Gase können sich
daher nach allen Seiten innerhalb des Ballons frei ausbreiten, so daß ein Kugelblitz
von intensiver Helligkeit entsteht. Da der Ballon 2 evakuiert ist, wird durch die
Verbrennungsgase eine Drucksteigerung, die zur Zertrümmerung des Ballons führen
könnte, nicht hervorgerufen.
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Das Glasfüßchen 3 und die Zuführungsdrähte4 sind infolge der Ummantelung
durch das Rohr io geschützt, so daß das Füßchen gegen Zersprengen und die Drähte
gegen Kurzschluß durch die Flamme gesichert sind. Da die bei der Verbrennung auftretende
Flamme als Leitung für den Strom dient, tritt eine starke Stromvermehrung ein, die
zum Durchschmelzen des Zünddrahtes führt, so daß der Stromkreis nach dem Abbrennen
des Blitzlichtes selbsttätig unterbrochen wird und die Sicherungen .des elektrischen
Leitungsnetzes gegen Durchschlagen gesichert sind. Um eine sofortige Entzündung
zu erreichen, muß der Zünddraht eine möglichst hohe Temperatur aushalten, ehe er
zum Schmelzen kommt. Am besten eignet sich für den Draht Eisen, Wolfram, Tantal,
Molybdän.
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Die beschriebene Lampe ist ebenso wie die Lampe gemäß Odem Hauptpatent
mit einer Vorrichtung versehen, die den Stromkreis selbsttätig unterbricht, wenn
das Vakuum aus irgendwelchen Gründen verlorengegangen ist. Diese Vorrichtung besteht
aus einem Kapillarröhrchen 16, das in der Asbestscheibe 8 sitzt. Es ist zwischen
Asbestscheibe und Blitzlicht geschlossen, um ein kleines Luftvolumen aufzunehmen,
das durch einen Quecksilbertropfen 17 abgesperrt ist. Das andere Ende ist offen
und nimmt die Enden des Zuführungsdrahtes q. bzw. Zünddrahtes 15 auf, so zwar, daß
eine Berührung der Drahtenden verhindert ist. Beim Evakuieren dehnt sich das Luftvolumen
des Kapillarröhrchens 16 aus, so daß das Quecksilbertröpfchen 17 an das Ende des
Kapillarröhrchens vorgeschoben und der Kontakt zwischen den Enden der Drähte q.
und 15 hergestellt wird. Ist die Lampe aus irgendeinem Grunde undicht geworden,
so wird das Quecksilbertröpfchen 17 in dem Kapillarröhrchen zurückgeschoben und
der Kontakt unterbrochen. Die Blitzlichtladung der Lampe kann dann überhaupt nicht
zur Entzündung gebracht werden.
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Sobald die Verbrennungsgase sich kondensiert haben, ist das Vakuum
wiederhergestellt, so daß ein und derselbe Glasballon für mehrere Blitzlichtladungen
verwendet werden kann. Man hat nur dafür zu sorgen, daß die einzelnen Blitzlichtladungen
gegen ungewollte Entzündung durch die zuerst abgebrannten Blitzlichter geschützt
sind.
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Abb. 2 zeigt eine Lampe mit zwei Blitzlichtladungen. Die beiden Blitzlichter
18, i9 sind durch eine Glimmerscheibe 2o voneinander getrennt und werden durch einen
in das Füßchen eingeschmolzenen Drahtbügel 23 gehalten, der
zugleich
als gemeinsamer Stromzuführungsdraht für die Zünddrähte 21 bzw. 22 dient. Andererseits
liegen die Zünddrähte an je einem besonderen Stromzuführungsdraht 24 bzw. 25. Der
gemeinsame Draht 23 ist wie bei der einfachen Lampe bei 23 an den Sockel 27 gelegt.
Ebenso liegt auch der Stromzuführungsdraht 25 der einen Blitzlichtladung ig an der
Mittelkontaktscheibe 28 des normalen Sockels. Der Draht 24 der anderen Blitzlichtladung
ist an eine zweite Mittelkontaktscheibe 29 des Sockels gelegt, die von der ersten
durch einen Isolator 30 getrennt ist. Wird eine solche Lampe in einen elektrischen
Stromkreis eingeschlossen, so fließt der Strom zunächst über den Kontakt 29, Leitung
24, Zünddraht 18 zum Kontakt 26 des Sockels 27, so daß die erste Ladung 18 zur Entzündung
gelangt. Sobald sich die Lampe abgekühlt hat und die Verbrennungsgase kondensiert
sind, kann die zweite Ladung ig abgebrannt werden. Die Lampe wird zu diesem Zweck
aus der Fassung herausgenommen und der Isolatorring 30 und das Kontaktblättchen
29 abgerissen und von neuem in die Fassung eingeschraubt. Wird jetzt der Strom eingeschaltet,
so fließt dieser über den Kontakt 28, Leitung 25 und Zünddraht 22, Zuleitungsdraht
23 zum Kontakt 26 des Sockels 27.
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Da der Vorgang der Verbrennung sich in dem geschlossenen Raum des
Glasballons 2 abspielt, die Ausdehnung der Flamme also genau festgelegt ist, kann
auch die Flamme mit Hilfe eines unmittelbar an der Lampe befestigten Schirmes 31
in gewünschter Richtung abgeblendet oder reflektiert werden. Man kann auf diese
Weise verhindern, daß Licht bei photographischen Aufnahmen in den Aufnahmeapparat
fällt und zugleich erreichen, daß das Licht auf den Gegenstand der Aufnahme geworfen
wird. Die Blende 31 ist an einem Ring 32 befestigt, der über den Sockel der Lampe
geschoben werden kann und beim Einschrauben der Lampe in der Fassung festgeklemmt
wird, so daß die Blende in jeder gewünschten Lage eingestellt werden kann.