DE4485C - Neuerungen an Nähmaschinen zur Schuhfabrikation - Google Patents

Neuerungen an Nähmaschinen zur Schuhfabrikation

Info

Publication number
DE4485C
DE4485C DENDAT4485D DE4485DA DE4485C DE 4485 C DE4485 C DE 4485C DE NDAT4485 D DENDAT4485 D DE NDAT4485D DE 4485D A DE4485D A DE 4485DA DE 4485 C DE4485 C DE 4485C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
needle
lever
holder
shield
needle shield
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT4485D
Other languages
English (en)
Original Assignee
CH. F. GARDNER in London
Publication of DE4485C publication Critical patent/DE4485C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D05SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
    • D05BSEWING
    • D05B15/00Machines for sewing leather goods

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Sewing Machines And Sewing (AREA)

Description

1877.
asse
CHARLES F. GARDNER in LONDON. Neuerungen an Nähmaschinen zur Schuhfabrikation.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 24. November 1877 a^>· Längste Dauer: 28. November 1891.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Nähmaschine zum Annähen eines Rahmens an die Innensohle und das Oberleder, einer Obersohle an den Rahmen und die Sohle bei Herstellung von gewendetem Schuhwerk.
Dieser Zweck erforderte bisher zwei verschieden construirte Maschinen. Die dargestellte Maschine verrichtet gleichzeitig die Arbeit beider.
Die Maschine hat eine gekrümmte Nadel mit hin- und hergehender oder pendelnder Bewegung und arbeitet in Gemeinschaft mit einem Schlinger, einem Schalter und anderen Vorrichtungen. Alle diese Mechanismen werden durch Curvenscheiben in Bewegung gesetzt und sind in einem starken Gehäuse auf einer Säule oder Fufs derart angebracht, dafs man das Arbeitsstück bequem der Maschine darbieten kann.
Die Neuerungen an der fraglichen Nähmaschine bestehen hauptsächlich in der besonderen Construction des Maschinengehäuses und der Construction und Anordnung der Nadel und anderer Maschinentheile, wodurch die Maschine in den Stand gesetzt wird, alle genannten Arbeiten zu verrichten, dabei einfach von Construction und leicht zu repariren ist.
Die Maschine ist auf den beiliegenden Zeichnungen dargestellt.
Fig. ι ist eine Seitenansicht der Maschine, Fig. 2 eine Vorderansicht derselben.
Das Gehäuse besteht aus zwei Theilen A' und A1, welche vermittelst dreier Bolzen abc zusammengeschraubt werden. Beide Theile bilden zwei starke Backen, zwischen welchen die Curvenscheiben und andere Mechanismen eingeschlossen sind. Durch beide Backen ist ein Loch für die Hauptaxe und die Axen der verschiedenen Maschinentheile gebohrt. Diese Construction erleichtert in hohem Mafse das Auseinandernehmen der Maschine und das Reinigen der verschiedenen Theile.
In Fig. 3 und 4 bezeichnet d die Nadel, e, Fig. 5, das sogenannte Nadelschild, d. h. eine nahe der Nadel und mit ihr hin- und hergehende Führung, welche die Nadel an ihrem vorderen, weit vorragenden Ende führt und . bis zum Arbeitsstück vorgeht. Ohne diese Führung würde die Nadel beim Eindringen in starkes Leder leicht gebogen werden oder brechen. /, Fig. 6, ist der sogenannte Abnehmer, welcher auf der anderen Seite der Nadel, da, wo sie ihren Haken hat, dicht an ihr und mit ihr hin- und hergeht und einen Schieber bildet, welcher den Haken zeitweise öffnet oder schliefst, sich zwischen den Pechdraht, den die Maschine vernäht, und den Nadelhaken zuweilen einschiebt und das Einlegen der Schlinge in den Haken verhindert. Letzteres findet statt, wenn behufs einer neuen Stichbildung das Arbeitsstück auf die Seite geschoben wird. Alsdann liegt die von dem Nadelhaken durch das Arbeitsstück hindurchgezogene Pechdrahtschlinge nicht auf der Nadel, sondern der Abnehmer hat sich, sobald die Nadel wieder vorwärts zu gehen beginnt, zwischen die Schlinge und den Haken eingeschoben, hat die Schlinge also abgenommen.
Der neue Stich geht stets durch die hinter dem Arbeitsstück liegende vorhergehende Schlinge, die Maschine näht daher den Kettenstich.
Die drei eben erwähnten Theile, die Nadel d, das Nadelschild e und der Abnehmer /, sind an Hebeln befestigt, welche um eine gemeinsame Axe d^, Fig. 3, 4, 5, 6, 7, schwingen.
Der Nadelhebel d\ Fig. 3, 4 und 7, bildet ein Stück mit der Axe, welche sich frei in ihren Lagern drehen kann. Der Hebel dl ist mit einer FrictionsroUe dA versehen, welche in einer Curve /, Fig. 3, einer Curvenscheibe, läuft.
Die Axe des Nadelhebels bildet zugleich die Drehungszapfen des Nadelschildhebels e'1 und des Abnehmerhebels fl.
Die Nadel d liegt in einer Nuth d3 auf der einen Seite des Nadelhebels und wird darin durch ein Plättchen dh festgehalten, welches vermittelst einer Schraube mit dem Hebel verbunden ist, Fig. 4 und 7. Die Nadel geht durch eine Bohrung der Schraube hindurch. Das Plättchen db besitzt ebenfalls eine Nuth, in welche sich die Nadel legt. Auf diese Weise wird die Nadel festgeklemmt.
In der vorliegenden Maschine ist die Nadel in einem weit gröfseren Radius gekrümmt als sonst.
Der Nadelschildhebel e\ der frei auf der Axe d2 des Nadelhebels schwingt, ist so construirt, dafs er eine ganz bestimmt begrenzte Bewegung besitzt. Auf dem einen Arme dieses Hebels ist eine Frictionsrolle e2 angebracht, welche in einer Curve m, einer Curvenscheibe, rollt, Fig. s, von welcher der Hebel seine Bewegung erhält. .
An dem anderen Hebelarm ist das Nadelschild e mittelst zweier Schräubchen angeschraubt. Dieses Nadelschild arbeitet in unmittelbarer Nähe der Nadel. Die letztere läuft durch einen Einschnitt des Stückes e, welcher die Nadel von drei Seiten umfafst und so führt. Die Hebel el άΛ/', welche alle um dieselbe Axe cP oscilliren, wie aus Fig, 7 zu ersehen ist, arbeiten neben einander in einer von den beiden Gehäusebacken A' und A 2 begrenzten Führung, so dafs sie seitlich nicht ausweichen können; der Nadelhebel in der Mitte und zwischen dem Nadelschildhebel el und dem Abnehmerhebel/1 liegend. Der Abnehmer ist, wie aus Fig. 6 zu ersehen, mit einer kleinen Vertiefung versehen, welche auf der Nadel schleift.
Der Zweck dieser Anordnung der Hebel <? V/1 dicht neben einander in derselben Führung ist der, jede seitliche Abnützung zu vermeiden. Aus demselben Grunde sind auch die sich berührenden Flächen, wie aus Fig. 3, 4, 5 und 6 zu ersehen ist, sehr grofs, aus gleichem Grunde hat ferner die Axe d'1 einen im Verhältnifs sehr grofsen Durchmesser.
, Der Abnehmerhebel/1, Fig. 6, dreht sich frei auf der Axe des Nadelhebels. Sein hinteres Ende ist mit einer Frictionsrolle /2 versehen, die auf einer Herzscheibe ο läuft, von welcher der Hebel seine Bewegung erhält. An dem äufsersten unteren Ende dieses Hebels ist der Abnehmer / mittelst zweier Schräubchen angeschraubt. Die Frictionsrolle f'1 wird mit der Herzscheibe ο vermittelst einer kleinen Spiralfeder /3 in Berührung gebracht, welche in schiefer Richtung von dem Nadelschildhebel el, Fig. s, nach dem unteren Arme des Hebels/1 sich erstreckt und diesen Hebel daher mit seiner Rolle gegen die Herzscheibe 0 drückt. Die Bewegung des Abnehmerhebels f1 ist, da er nur mittelst der Feder /3 mit dem Nadelschildhebel el zusammenhängt, beide Hebel aber fast die gleichen Bewegungen machen, eine fest begrenzte nur nach der einen Seite, wo sie durch die Herzscheibe bedingt wird. Wenn einmal bei wechselnder Dicke des zu nähenden Materials der Abnehmer/zu früh an dasselbe herantreten würde, wird der verur-' sachte Widerstand die Feder /3 zurückdrücken und die Frictionsrolle etwas von der Herzscheibe abheben.
. Das Arbeitsstück wird beim Nähen auf eine Auflage g aufgelegt, die in Fig. 1 und 2 zu sehen ist. Diese Auflage, eine Art Finger, ist an einem Hebel gl befestigt, Fig. 8, der sich neben dem Abnehmerhebel /', wie dieser, auf der Axe d2 frei bewegt, Fig. 7. Am einen Ende dieses Auflagehebels g' ist eine Rolle g2 befestigt, Fig. 8 und 9, welche auf einer Daumenscheibe / läuft. Das andere Ende dieses Hebels hat eine breite Fläche g3, gegen welche der Kopf eines Bolzens wirkt, der einen Theil des weiter unten beschriebenen Schliefsmechanismus bildet. An demselben Hebelarm ist die Auflage g angeschraubt. Der Hebel wird durch eine Spiralfeder gegen die Daumenscheibe gezogen. Die Feder ist am anderen Ende am Maschinengehäuse befestigt, d. h. sie ist in einem Haken eingehängt, den man mit einer Schraubenmutter gA (s. Fig. 2) anspannen oder loslassen kann, wie es die für verschiedene Lederdicken erforderliche Pressung erfordert.
Der vorgenannte Schlufsmechanismus, welcher gegen das untere Ende ^3 des Auflagehebels g1 wirkt, besteht aus einem Schraubenbolzen q, Fig. 9, am besten mit rechteckigem Gewinde, dessen Muttergewinde sich in einer Büchse des Maschinengehäuses A befindet. Am äufseren Ende dieses Schraubenbolzens q ist ein Hebel r aufgesteckt, der am deutlichsten in Fig. 10 zu sehen ist. Dieser Hebel besitzt eine gespaltene Nabe oder Büchse, deren beide vorspringende Lappen r2 r3 durch eine Schraube zusammengezogen werden können. Mittelst dieser Vorrichtung kann der Hebel r mit Leichtigkeit auf dem Schraubenbolzen q festgestellt werden.
Das andere Ende des Hebels ist mit einer Frictionsrolle r'1 versehen, welche auf der Curvenscheibe S läuft. ■ Diese Scheibe ertheilt dem Hebel eine oscillirende Bewegung in der Richtung der Pfeile, Fig. 10, und wirkt gegen die Spiralfeder /, die auch in Fig. 1 und 2 zu sehen und einestheils am Maschinengehäuse, anderentheils am Hebel befestigt ist. Diese Feder wirkt als schliefsende Kraft, indem sie den Bolzen q mit seinem Kopfe einwärts gegen die Platte \gs des Hebels g1 schraubt und dadurch diese Platte gegen den Ansatz re des Maschmengestelles prefst und so zwischen dem Kopf des Bolzens und dem Ansatz festklemmt, Fig, 9. . . .' .
Das Wiederloslassen des Hebels gl geschieht durch die Curven- oder Daumenscheibe S, wenn die Erhöhung unter der Frictionsrolle weggeht. Zweck des Schlufsmechanismus ist, die Bewegung der Auflage g zu verhindern, ausgenommen zu gewisser Zeit, d. h. zwischen den Zeitpunkten, wo die Nadel aus dem Arbeitsstück zurückgezogen und ehe der eben gebildete Stich ausgezogen worden ist.
Das Arbeitsstück wird bei dieser Nähmaschine durch einen Schalthaken oder Vorschieber um eine Stichlänge vorwärts geschoben. Dieser Vorschieber h ist in Fig. π und 12 in Verbindung mit der ihn bewegenden Curvenscheibe η im Detail gezeichnet. Er besteht aus einem zweiarmigen Hebel, der fest auf einer Axe sitzt, und hat zwei Bewegungen, erstens
eine um die Axe oscillireride, wobei die Hakenspitze auf das Arbeitsstück niedergedrückt wird oder dasselbe verläfst, und zweitens eine seitliche, längs der Axe hin- und hergehende. Diese Axe A2, Fig. 2, dreht und schiebt sich in den Büchsen A0A0, welche in beiden Gehäusetheilen A1A1 ausgebohrt sind, wie auch deutlich in Fig. 2 zu ersehen ist.
Der Hebel A' hat an seinem einen Ende eine Frictionsrolle h?, welche auf der Daumenscheibe η läuft und dadurch ihre auf- und abr steigende Bewegung erhält, folglich dem Hebel die Oscillation um die Axe A - ertheilt. In dem einen Ende der Axe A a befindet sich eine lange Oeffnung oder ein Schlitz A4, in welchen das Ende des Hebels Ah eingreift, Fig. 12 (s. auch Fig. 1). Dieser Hebel ist doppelarmig, wie aus Fig. 1 zu ersehen, und erhält seine Bewegung durch eine Curvenscheibe n\ Fig. 13, indem die Frictionsrolle an einem Ende des Hebels h 5 in die eingefräste Nuth der Curvenscheibe eingreift.
Die Axe des Vorschalters oder Zeugschiebers ist hohl und enthält zwei Schrauben A6 und A7, Fig. 13, mit Klemm- oder Gegenmuttern, um den Hebel gehörig einstellen und die Länge des "Vorschubes reguliren zu können. Indem zwischen den Spitzen der beiden Schrauben mehr oder weniger Spielraum gegeben wird, Wird der Seitenschub des Schalters oder Schiebers kleiner oder gröfser bezw. die Länge der Stiche verstellt. ' ■ .. .
. Die Frictionsrolle A 3 wird gegen die Curvenscheibe η durch eine Feder Ai0, Fig. 2, gezogen. Der Zug dieser Feder ist so gerichtet, dafs er theilweise der Bewegung des Schalters nach der Richtung der Axe A'1 entgegensteht.
Der Schalt- oder Schiebhaken A ist am unteren Ende des Hebels hl· durch zwei Schrauben befestigt. Eine Stellschraube A9 erleichtert das genaue Einstellen des Schiebhakens in Beziehung auf die Nadel, Fig. 11 und 12. Da die Nadel nämlich von unten her durch das Leder sticht, so bildet der Schiebhaken, abgesehen von seinem Zweck als Vorschieber des Arbeitsstückes, den Widerhalt beim Eindringen der Nadel.
Der Schlinger i, Fig. 14 und 15, im Zusammenhang mit den übrigen Mechanismen in Fig. ι und 2 dargestellt, .hat den Zweck, um die' Nadel, wenn sie von unten durch das Leder gedrungen ist, den Pechdraht in Form einer Schleife zu schlingen, so dafs derselbe vom Haken der Nadel gefafst wird und durch das gestochene Loch zurückgezogen werden kann. DiesemZweck entsprechend bestehtderSehlinger* aus einem zweiarmigen, um die Axe i1 oseillirenden Hebel, der am unteren Ende eine Oese hat, durch die der Pechdraht gezogen ist. Die Bewegung dieser Oese ist aus zweien zusammengesetzt, einer um il oscillirenden und einer in der Axrichtung hin- und hergehenden, damit die zweckentsprechende Bewegung der Oese zum Einhängen des Pechdrahtes in den Haken der Nadel ^hervorgebracht werde, Fig. 1, 2, 14 und 15.
Am anderen Ende des Schlingers, dessen Axe ζ'1 in einer Büchse oder Bohrung z'3 gelagert ist, befindet sich eine Frictionsrolle z5, die auf einer Daumen- oder Curvenscheibe ν läuft und durch eine Feder z6 gegen letztere gezogen wird, Fig. 14. Die Feder ist an einem Ende am Maschinengehäuse und am anderen an dem Hebel befestigt,
In der Axe des Hebels i befindet sich, wie in der Axe des Schalters, ein langer Schlitz z'9, in welchen ein Ende des Hebels ii0, Fig. 1, eingreift und dem Hebel i eine Bewegung in der Axrichtung ertheilt. Der Hebel z10 trägt an seinem anderen Ende eine Frictionsrolle ζ", welche in einer Curve ■ der Scheibe vl läuft, von der sie ihre seitliche Bewegung empfängt.
Das Resultat dieser combinirten Bewegung des Schlingers in Verbindung mit der Nadel d ist, dafs der Schlinger die zur Schlingenbildung um. die (aus dem, Leder vorstehende) Nadel nöthige Curve beschreibt und den Draht in den Haken der Nadel einhängt.
Wenn die Aufsensohle an den Rahmen genäht wird, wendet der Erfinder einen sogenannten Kanalöffner χ an, der in Fig. 11 und 12 dargestellt ist. Derselbe besteht aus einem Haken) der eine Bohrung gleich der Axe /ζ2 besitzt und von der Seite über das kürzere Ende derselben geschoben ist, Fig. 12. Vermittelst zweier Schräubchen kann man denselben an dem Hebel A1 befestigen. Ferner kann man, da die Schräubchen durch längliche Löcher hindurchgehen, den Haken χ etwas um die Axe drehen. Die Spitze χ' des Kanal-Öffners läuft hinter dem Vorschieber A nahe am Grunde des Kanals der Sohle, in welchen die Naht zu liegen kommt, und hält denselben offen oder öffnet ihn, wenn er zufällig geschlossen sein sollte. .
Es wird hier vorausgesetzt, dafs die Art des Aufnähens der Sohle auf einen Rahmen bekannt ist, und dafs die Sohle vorher mit einem Einschnitt oder einer Rinne versehen wird, dessen eine Seite aufgebogen wird. In die so geöffnete Rinne legt sich die Naht ein, und nach Fertigstellung des Schuhes werden die Seitenwände des Einschnittes wieder an einander gedrückt und die Naht ist verborgen. Der oben beschriebene Kanalöffner dient zum Offenhalten der Rinne oder der Einschnittes während des Nähens.
Die Maschine ist mit einer Pechdrahtführung versehen, die aus einer Rolle y, Fig. 1, besteht, die sich auf einem Stift am Horn y' des Gehäuses frei dreht.
Diese Rolle leitet den Pechdraht in richtiger Weise nach dem .Schlinger z.
Unter dem Horn y ist eine in der Zeichnimg nicht sichtbare Gasflamme oder Lampe angebracht, durch welche das Horn und die Rolle erwärmt und der Pechdraht hierdurch weich und geschmeidig gemacht wird.
Ein Theil der vorliegenden Erfindung besteht in einer neuen Vorrichtung zur selbsttätigen Veränderung der Länge des Nadelauszuges oder der Nadelbewegung, so dafs man ein und dieselbe Maschine zum Nähen verschieden dicker Stoffe benutzen kann.
Dieser Theil der Erfindung ist in Fig. 16 und 17 dargestellt.
In Fig. 16 ist die eine Seite des Gehäuses weggenommen, man sieht nur die Hälfte A1 mit den Bolzenlöchern abc für die Bolzen zum Zusammenhalten der beiden Gehäustheile; d ist die Nähnadel, e ist das Nadelschild, / ist der Abnehmer, der den Haken der Nadel schliefst und die Schlinge von der Nadel abnimmt, wenn der Schuh um eine Stichlänge zur Seite geschoben ist und die Schlinge so lange hält, bis die Nadel die neue Schlinge durch die alte gezogen hat. k ist die Hauptwelle, auf welcher alle Herzscheiben, Daumenoder Curvenscheiben sitzen.
Zu dem oben genannten Zwecke ist mit dem hin- und herschwingenden Nadelhalter d1 ein Hebel d* in Verbindung gebracht. Letzterer erhält seine Bewegung von einer Herzcurve. Der Nadelhalter wird also in diesem Falle nicht, wie früher, direct von der Curvenscheibe auf der Hauptwelle bewegt. Der genannte Hebel hat seinen Drehpunkt ds am hinteren Ende des Maschinengehäuses und erstreckt sich von da nach vorn nach der Herzcurve d", in welche er mit seiner Frictionsrolle d*, Fig. 17 und 16, greift.
Der Nadelhalter dl hat an seinem hinteren Ende eine geschlitzte Verlängerung db. Die Verbindung des Hebels d2 mit dem Nadelhalter d1 erfolgt durch einen Hebel d", der bei d1 in dem Hebel d2 einen festen Drehpunkt hat und bei in einem Schlitze des Hebels d2 verstellt werden kann. Dieser Schlitz ist selbstverständlich nach einem von (/'aus beschriebenen Kreise gekrümmt. Das vordere Ende des Hebels d6 trägt eine Frictionswelle, die in den Schlitz ds greift und frei darin gleiten kann.
Durch Verstellen des Hebels d6 in dem Schlitze des Hebels d2 bei d* wird die verlangte Aenderung des Nadelhubes bewirkt, wie aus nachstehender Beschreibung verständlich sein wird.
Es mufs vorerst darauf aufmerksam gemacht werden, dafs die Veränderungen der Hublänge der Nadel nur nach rückwärts stattfinden dürfen, nach vorn hin ist der Hub begrenzt, da die Nadel nur um eine ganz bestimmte Strecke aus dem Leder hervortreten mufs. Ferner mufs das Arbeitsstück nach oben hin, da die Nadel von unten her eintritt, an dem während des Eindringens der Nadel feststehenden Vorschalter, Schiebhaken, Zeugschieber anliegen. Die verschiedenen Dicken des Leders erstrecken sich von da nach innen oder unten gegen die Maschine zu.
Deshalb können Veränderungen des Nadelhubes sich nur nach hinten erstrecken.
Mit dem eben beschriebenen Mechanismus ist der Zweck, nämlich die Veränderung des Nadelhubes nach hinten, vom festen vorderen Ausgangspunkte aus gerechnet, durch eine sorgfältige Wahl des Winkels des Schlitzes ds zu dem Nadelhalter d1, der Lage des Drehungspunktes if3, des Hebels d2, der Länge des genannnten Hebels und der Länge und Lage des Armes de, erreicht. Es ist daher der geschlitzte Arm dh in einem bestimmten Winkel zu dem Nadelhalter dl gestellt, und der Hebel d2 und der verstell- und drehbare Arm d6 sind so angeordnet, dafs sie in Verbindung mit dem geschlitzten Arm ds auf den Nadelhalter dl keinen Einfiufs haben, wenn dieser an dem Endpunkte seiner Vorwärtsbewegung angekommen ist. Dagegen wird durch die genannte Vorrichtung die Länge des Nadelhubes nach hinten vergröfsert oder verkleinert.
Bei der im Anfange erwähnten Einrichtung der Nähmaschine wird das Nadelschild oder die Nadelführung zum Schütze gegen Biegen und Brechen durch eine besondere Daumenoder Curvenscheibe bewegt. Bei einer Modification der Maschine wird der Nadelschildhebel direct vom Nadelhebel bewegt und dadurch das gewünschte Zusammenwirken des Nadelschildes mit der Nadel auch bei den verschiedenen Veränderungen des Nadelhubes erreicht.
Die Verbindung zwischen Nadelschildhebel e', Fig. 16, und Nadelhebel dl wird nämlich durch eine Spiralfeder e2 bewirkt, die einestheils am Nadelschildhebel el, anderenteils an einem Stift e3 des Nadelhalters dl befestigt ist.
Diese Feder bewirkt, dafs das Nadelschild stets am Arbeitsstück anliegt. Ein Ansatz am Nadelhalter begrenzt die Wirkung der Feder auf das Nadelschild. Beim Rückwärtsgang des Nadelhebels nimmt dieser Ansatz den Nadelhebel mit zurück. Beim darauf folgenden Vorwärtsgange desselben erreicht zuerst das Nadelschild das Leder, macht dort infolge des Widerstandes Halt, worauf nun der Nadelhalter weiter vorwärts geht, wobei die Feder gespannt wird.
Auch die Bewegung des Abnehmerhebels /' ist bei dieser Modification anders als bei der erstbeschriebenen Maschine, wo sie durch eine eigene Curvenscheibe bewirkt wird.
Die Beziehungen des Abnehmers /, Fig. 16, zu der Nadel dürfen nicht durch die veränderlichen Längen des Nadelhubes beeinflufst, und es mufs unmöglich gemacht werden, die geeigneten Beziehungen beider zu einander störend zu verändern. Halten beide Werkzeuge nicht jederzeit ihre geeigneten Stellungen zu einander ein, so wird die zuletzt gebildete Schleife des Pechdrahtes durch den Bart oder Haken der Nadel gefangen und es sind dann zwei Schleifen darin, wodurch der Draht bricht.
Um das richtige Arbeiten der Nadel mit dem Abnehmer zu sichern, wie grofs auch die Dicke
des Leders sein möge, wird der Abnehmer /' mit dem Nadelhalter d' verbunden und ferner mit einer Curvenscheibe derart, dafs der Abnehmer / theils durch den Nadelhalter, theils durch die genannte Curvenscheibe bewegt wird. Am Nadelhalter befindet sich zu- diesem Zweck eine kleine Nase /3, Fig. 16.
An dem Nadelhalter d' dagegen wird ein Stift d" in geeigneter Stellung angebracht, so dafs er auf die Nase /3 in dem Moment wirkt, wo die Spitze des Abnehmers den Haken der Nadel d bedeckt, wenn sie aus dem Leder zurückgezogen wird. Dann bewegen sich Nadel und Abnehmer mit einander zurück bis zur äufsersten Stellung der Nadel, wo alsdann die genannte Curven- oder Daumenscheibe mit der Frictionsrolle /4 (nahe dem Drehpunkte des Hebels/1) in Berührung kommt und denselben noch weiter zurückbewegt, so dafs der Haken der Nadel vom Abnehmer / frei wird und die Pechdrahtschlinge aus dem Haken heraus kann. Alsdann bewegen sich Nadel und Abnehmer in derselben Stellung zu einander vorwärts, bis die Spitze des Abnehmers das Arbeitsstück erreicht. Dann hört die Wirkung der Daumenscheibe auf, während die Nadel durch das Leder dringt. Diese Wirkungsweise wiederholt sich bei jedem Stiche. Es wird hieraus ersichtlich sein, dafs die äufserste Rückwärtsbewegung des Abnehmers/ unveränderlich bleibt, da sie schliefslich nur durch die Daumenscheibe bewirkt wird, dafs also der Haken der Nadel rechtzeitig von dem Abnehmer befreit wird, wenn auch die Rückbewegung der Nadel in ihrer Gröfse geändert ist.
Das Nähen eines starken Oberleders und eines dicken Rahmens an eine weiche Innenoder Brandsohle ist auf der Maschine eine schwierige Arbeit, da der Pechdraht leicht das Leder zwischen zwei benachbarten Stichen durchschneidet, namentlich da durch den eingeschnittenen Nahtkanal das Leder beträchtlich geschwächt ist. Um diese Schwierigkeiten zu heben, trifft der Erfinder, eine Einrichtung, wodurch ein dicker Pechdraht zwischen die Stiche in dem Nahtkanal eingeflochten wird. Dies geschieht dadurch, dafs ein besonderer Pechdraht durch einen besonderen Führungsarm oder einen Fadenführer bald ober, bald unter oder bald vor, bald hinter die durch das Leder dringende Nadelspitze gespannt und auf diese Art in die Stiche eingeflochten wird.
Dazu dient die in Fig. 18 und 19 dargestellte Einrichtung.
Seitlich an der Maschine ist nämlich noch ein zweiter Fadenschlinger oder Fadenführer / zum Führen eines dicken Pechdrahtes oder einer Kordel bald unter, bald über die Nadel angebracht. Dieser Fadenführer /, ein doppelarmiger Hebel, der seinen Drehpunkt in /' hat, empfängt seine Bewegung von einer Herzcurve, die in die Scheibe w eingefräst ist. Diese Scheibe empfängt ihre Bewegung wiederum durch ein Zahnrad o, das auf der Hauptwelle R sitzt und in ein Rad η eingreift. Letzteres ist mittelst einer Büchse mit der Curvenscheibe w verbunden. Die Uebersetzung der beiden Zahnräder ist ι : 2, so dafs auf zwei Umdrehungen des Rades η eine Umdrehung der Hauptwelle kommt. Es wird daher durch den zweiten Fadenführer / der Draht oder die Kordel während einer Umdrehung der Maschine unter, und während der anderen über die Nadelspitze geführt, somit die Kordel oder der Draht in die Stiche eingeflochten.

Claims (16)

Patent-Ansprüche:
1. Die Construction des Maschinengehäuses aus zwei Hälften, wie beschrieben.
2. Die Construction des Nadelhalters mit der gekrümmten Nadel, welche direct von einer Curven- oder Daumenscheibe bewegt wird, wie beschrieben.
3. Den sogenannten Nadelschildhebel oder die mit demNadelhebel hin- und herschwingende Führung der Nadel.
4. Die Führung des Nadelhebels, des Nadelschildhebels und Abnehmerhebels neben einander in einer Höhlung des Gehäuses, wie beschrieben.
5. Den Abnehmerhebel, der direct von seiner Daumen- oder Curvenscheibe bewegt wird und mit dem Nadelschildhebel durch eine Feder verbunden ist; derselbe wirkt in Verbindung mit dem Nadelhalter und mit der Nadel, wodurch die nöthige Zusammenwirkung der Nadel, des Nadelschildes und des Abnehmers erreicht wird.
6. Den Hebel, an welchem die Auflage für das. Arbeitsstück befestigt ist, wie beschrieben und dargestellt, welcher auf der Welle des Nadelhalters sitzt, und von einer besonderen Curvenscheibe bewegt wird und in Verbindung mit dem oben beschriebenen Schlufsmechanismus wirkt, wie beschrieben und zu dem oben erwähnten Zweck.
7. Die Verbindung des Auflagehebels mit einer verstellbaren Feder, um die Auflage aufwärts gegen das Arbeitsstück zu pressen, sowie mit dem beschriebenen Schliefsmechanismus.
8. Die Combination des Vorschieberhebels oder Zeugschieberhebels mit der Stellschraube, um die Spitze einstellen zu können, wie beschrieben.
9. Den Fadenschlinger, wie beschrieben, in Verbindung mit der Nadel, wie beschrieben.
10. Den Kanalöffner an dem Vorschieber, wie beschrieben.
11. Eine Nähmaschine für die Schuh- und Stiefelfabrikation, welche eine Nadel, einen Nadelschild, einen Abnehmer, einen Aufleger, einen Vorschieber, einen Verschlussmechanismus, einen Schlinger und die dieselben bewegenden Daumencurven oder Herzscheiben hat, alles construirt und arbeitend wie oben beschrieben.
12. Die Vorrichtung, um die Länge des Nadelhvrbes zu verstellen, wie beschrieben.
13. Die ■ Verbindung des Nadelschildes oder der' beweglichen Nadelführung mit dem Nadelhalter, in der Weise, dafs dieselbe direct von dem Nadelhalter bewegt wird, wie beschrieben mit Beziehung auf die Fig. 16 und 17.
14. Die Vorrichtung, um die richtige Wirkung des Abnehmers in Gemeinschaft mit der Nadel zu sichern, wie beschrieben mit Beziehung auf Fig. 16 und 17.
15. Die Combination der Mechanismen zur Veränderung des Nadelhubes, die Vorrichtung, um das Nadelschild direct durch den Nadelhalter zu bewegen, und so die Wirkung der beiden Mechanismen für verschiedene Lederdicken zu sichern, mit den übrigen Mechanismen der Nähmaschine, wie beschrieben.
16. Den oben beschriebenen Mechanismus zum Einschlingen eines zweiten Drahtes oder einer Kordel in die Stiche, wie beschrieben mit Beziehung auf die Fig. 18 und 19.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
DENDAT4485D Neuerungen an Nähmaschinen zur Schuhfabrikation Active DE4485C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE4485C true DE4485C (de)

Family

ID=283205

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT4485D Active DE4485C (de) Neuerungen an Nähmaschinen zur Schuhfabrikation

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE4485C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE836877C (de) Naehmaschine
DE4485C (de) Neuerungen an Nähmaschinen zur Schuhfabrikation
DE627533C (de) Knopflochnaehmaschine
DE2123601A1 (de) Fadensteuervorrichtung bei Nähmaschinen
DE827444C (de) Fadentrenneinrichtung fuer Naehmaschinen
DE838849C (de) Naehmaschine
DE829253C (de) Fadenabzugs- und -schneidvorrichtung fuer Naehmaschinen
DE294974C (de)
DE801358C (de) Doppelsteppstich-Ledernaehmaschine
DE824426C (de) Umlaufender Fadengeber fuer Naehmaschinen
DE513907C (de) Naehmaschine mit Einrichtung zum Aufbiegen der Gewebekanten und Kantenbeschneidevorrichtung
DE563659C (de) Naehmaschine mit Abstellvorrichtung und Fadenschneidmesser
DE36166C (de) Neuerung an WlLLCOX - Nähmaschinen zur Herstellung von Doppelkettenstich
DE145264C (de)
DE37249C (de) Knopfloch-Nähmaschine
DE693262C (de) vorrichtung
DE388504C (de) Ledernaehmaschine
DE227885C (de)
DE176549C (de)
DE31661C (de) Knopfloch- Nähmaschine
DE601657C (de) Doppelsteppstich-Handnaehmaschine
DE64724C (de) Maschine zum Festnähen von Oesenknöpfen am Stoff
DE733656C (de) Naehmaschine zum Annaehen von OEsen- oder Butzenknoepfen
DE1660920C3 (de) Verfahren und Maschine zur Herstellung einer Einfaden-Kettenstichnaht mit verknoteten Nadelfadenschleifen
DE555880C (de) Antrieb fuer den Greifer von UEberwendlich-Naehmaschinen