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Elektrische Abstimmungsvorrichtung. Gegenstand der vorliegenden Erfindung
ist eine elektrische Abstimmungsvorrichtung, welche es den Mitgliedern einer Versammlung
gestattet, ihre Stimme rasch und ohne Verlassen der Plätze (zum Einwerfen des Stimmzettels
in eine Urne) abzugeben, und bei welcher jeder Irrtum ausgeschlossen ist. - Die
Vorrichtung gibt augenblicklich das Ergebnis des Wahlganges an und gestattet es
außerdem, nachträglich auf einfache Weise -rasch die einzelnen Stimmen zu prüfen.
Die Vorrichtung eignet sich ebenfalls für das Abgeben einer Stimme durch Prokura,
was in gewissen Parlamenten, z. B. in Frankreich, zugelassen ist.
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Zu diesem Zwecke 'besitzt jedes Mitglied der Versammlung in seinem
Handbereich eine Gruppe von drei elektrischen Knöpfen o. dgl., mit deren Hilfe es
von seinem Sitz. aus Scheiben oder Kugeln in die Wahlurnen zum Fallen bringt, die
jeweils mit der Bezeichnung »dafür«, »dagegen« und »Enthaltung« versehen sind.
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Die Stimmscheiben der Mitglieder der Versammlimg werden vor dem Wahlgang
in drei Gruppen eingeteilt und in drei mit Fächern versehene Kästen verteilt, welche
über den. Wahlturnen angeordnet 'sind. Jede Scheibe wird in ihrem Fach durch eine
Klappe festgehalten, welche unter der Einwirkung eines Elektromagneten geöffnet
wind, sobald der Wähler auf den zugehörigen Knopf drückt. Das öffnen der Klappe
bringt ein Lichtsignal, zur Wirkung, welches dem Wähler die Prüfung seiner Wahl
gestattet.
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Die Urne ruht in bekannter Weise auf einer selbsttätig wirkenden Waage,
welche die Anzahl der Scheiben oder Kugeln anzeigt, welche in die betreffende Urne
gefallen sind, Drei Lichttafeln, welche mit den Waagen in Verbindung stehen, zeigen
der Versammlung sofort das Ergebnis der Wahl in dem Maße an, in welchem diese Wahl
fortschreitet.
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Eine Ausführungsform der Vorrichtung gemäß der Erfindung isst als
Beispiel auf der Zeichnung dargestellt. Abb. r ist eine schaubildliche Darstellung,
der Gesamteinrichtung; Abb. 2 zeigt in vergrößertem Maßstabe einen teilweisen Querschnitt
durch ein Scheibenfach.
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Im Handbereich eines jeden Mitgliedes der Versammlung befindet sich
ein Kasten i, welcher mit Hilfe eines. Schlüssels abgeschlossen werden kann, den
das betreffende Mitglied bei sich trägt. Dieser Kasten enthält drei Knöpfe 2, 3
und q., welche die Wahl gestatten. Für jede Wahl: »Dafür«, »dagegen« und »Enthaltung«
ist je ein Knopf vorgesehen, und eine entsprechende Aufschrift ist neben jedem Knopf
angebracht.
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Eine jede der Knopfgruppen q., 3 und 2 ist jeweils mit einem der Fachkästen
5, 6 und 7 verbunden, in denen die Teile untergebracht sind, welche das Fallen der
Stimmscheiben verursachen und die weiter unten be-. schrieben werden; die Fachkästen
besitzen im unteren Teile Gleitführungen 8, in welchen in abnehmbarer Weise die
die Stimmscheiben Mt-, haltendenFächer9, iound i i angebrachtwerdeA können, die
jeweils diejenigen Stimmscheiben enthalten, di:e der Wahl. »dafür«, »dagegen<;
und der »Enthaltung« entsprechen.
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Unter den Fächern 9, 1o, ii befinden sich Trichter 12, welche
die Stimmscheiben in drei Urnen 13, i q. und 15 leiten, die auf selbsttätigen Waagen
16, -17 und 18 ruhen. Die von jeder dieser Waagen angegebenen Ergebnisse werden
während des Fallens der Stimmscheiben durch eine geeignete Vorrichtung (nicht dargestellt)
auf drei Lichttafeln 19, 2o und 21 projiziert,- welche den Mitgliedern der Versammlung
die Ergebnisse anzeigen, und zwar in dem Maße, wie die Wahl fortschreitet.
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Ein jeder der Fachkästen 5, 6 und 7 ist in ebenso viele Fächer eingeteilt,
als Wähler vorhanden sind. Ein jedes Fach enthält einen Elektromagneten 22, der
mit einem der Knöpfe 2, 3, q. verbunden ist. Ebenso sind ebenso viele Scheibenfächer
9, 1o und 11 vorgesehen, als Wähler vorhanden sind, und ein jedes dieser Scheibenfächer
enthält eine
Stimmscheibe 23, welche eine Ordnungszahl trägt und
ebenfalls mit dem Namen des Wählers versehen ist. Die Stimmscheiben können je nach
der Art der Wahl verschiedenartig ausgebildet oder gefärbt sein.
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Vor dem Wahlgang wird jede Scheibe 23 in ihrem Fach durch eine Klappe
24 festgehalten, die unterhalb der Scheibe angeordnet und bei 25 gelenkig gelagert
ist. Die Klappe 2,1 wird selbst in der Schließstellung durch einen Haken 26 festgehalten,
der ebenfalls gelenkig angeordnet ist und auf den das Ende eines Stiftes 27 einwirken
kann, der in der Ruhestellung von einer Feder 28 in gehobener Stellung gehalten
wird und mit Hilfe eines zweiten Stiftes 27a niedergedrückt werden kann, sobald
der Elektromagnet 22 seinen Anker 22a anzieht. Die Fachkästen und die Scheibenfächer
werden mit Anschlägen oder Kennzeichen versehen, die es ermöglichen, die Scheibenfächer
genau unter den Elektromagneten 22 anzuordnen, damit sich die Stifte 27 genau in
der Verlängerung der Stifte 27'
befinden.
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Man ersieht hieraus, dar beim Drücken eines Knopfes 2, 3 oder 4 die
auf den Anker 22a durch den Elektromagneten 22 ausgeübte Anziehung den Haken 26
ausklänkt und die Klappe 24 freigibt, welche sodann die Stimmscheibe 23 fallen läßt.
Während des Umschlagens hebt die Klappe 24 mit Hilfe einer an. der Rückseite angebrachten
Verlängerung einen Stift 29, welcher den Schalter 30 einer der drei Lampen 31, 32
und 33 schließt, welche im Kasten i gegenüber den Knöpfen 2, 3 und 4 angeordnet
sind und das Prüfen der Wahl gestatten. Auf diese Weise wird dem Wähler angezeigt,
daß seine Wahl richtig ausgeführt worden ist, und er kann sich ebenso davon überzeugen,
daß er richtig auf den seiner Wahl entsprechenden- Knopf gedrückt hat.
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Die Scheibenfächer 9, 1o, i i besitze oben, und unten Gleitführungen
34 und 35, welche zur Aufnahme von Verschlußdeckeln dienen (nicht dargestellt),
so daß jedes Fach vor und nach der Wahl verschlossen und versiegelt werden kann.
Die Urnen 13, 14 und 15 können ebenfalls verschlossen und versiegelt werden, jedoch
nach dem Wahlgange; dies wegen, nachträglicher Nachprüfungen. Die Scheibenfächer
werden mit den Verschlußdeckeln in die Gleitführungen 8 der oberen Fachkästen 5,
6,7 eingeführt und die Deckel kurz vor den% Wahlgange herausgezogen. Nach
vollendetem Wahlgange werden sie wieder eingesetzt.
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Es versteht sich von selbst, daß man mehrere Gruppen von Fachkästen
und Urnen vorsehen kann, für den Fall, wo es sich um die Ausführung mehrerer Wahlgänge
bandelt, und damit diese in rascher Reihenfolge ausgeführt werden können.
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Die Fachkästen können derart eingerichtet sein, daß ihr Inhalt sichtbar
wird, wodurch das Arbeiten der Vorrichtung beständig überwacht werden kann.
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Handelt es. sich um das Abgeben einer Stimme durch Prokura, so wird
der dem Wähler gehörende Kasten am Platze des ihn ersetzenden Wählers angebracht
und augenblicklich mit dem Netz durch einen Steckkontakt und einen Verteilungsschrank
verbunden.