DE443C - Salon-Cigarette mit Tabakdeckblatt - Google Patents
Salon-Cigarette mit TabakdeckblattInfo
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A24—TOBACCO; CIGARS; CIGARETTES; SIMULATED SMOKING DEVICES; SMOKERS' REQUISITES
- A24D—CIGARS; CIGARETTES; TOBACCO SMOKE FILTERS; MOUTHPIECES FOR CIGARS OR CIGARETTES; MANUFACTURE OF TOBACCO SMOKE FILTERS OR MOUTHPIECES
- A24D1/00—Cigars; Cigarettes
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- Manufacturing Of Cigar And Cigarette Tobacco (AREA)
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Description
1877.
Klasse 79.
LOUIS GROSSKOPF in KÖNIGSBERG i. Preussen.
Salon-Cigarrette mit Tabakdeckblatt.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. Juli 1877 ab.
Längste Dauer: 20. Januar 1892.
Es ist eine allbekannte Thatsache, dafs das Rauchen nur dann einen Genufs gewährt, wenn
der hierbei benutzte Tabak vollständig verbrennt und der entwickelte Rauch im abgekühlten
Zustande die Zunge berührt.
Die früher allgemein gebräuchliche Pfeife führt allerdings, weil der Tabak fein zerschnitten, eine
vollkommene Verbrennung desselben herbei und läfst den Rauch nach der Länge der -Rohre
mehr oder weniger abgekühlt in den Mund gelangen, hat jedoch ihre ganz erheblichen Uebelstände,
wie z. B. das Verschmieren der Röhre, die übelriechenden Rückstände des Speichels,
das Umständliche der Vorbereitung und endlich das Beschwerliche des Mitführens des ganzen
hierzu erforderlichen Apparates.
Man sann nun darauf, den Tabak in einer Form zu verarbeiten, welche ein leichtes Mitsichführen
und den sofortigen Gebrauch gestattet. Auf diese Weise entstand die Cigarre. Man hat
durch diese Fabrikation allerdings manchen der oben gerügten Uebelstände abgeholfen, jedoch
führt dieselbe auf der anderen Seite auch so erhebliche Nachtheile mit sich, dafs oft der Genufs
des Rauchens zu einer von den übelsten Folgen begleiteten Anstrengung wird.
Die Nachtheile der Cigarre bestehen in Folgendem :
1. Eine unvollkommene Verbrennung, bedingt durch die für die Cigarre nothwendige Blattform
des Tabaks und den geringen Zusammenhang des Deckblattes mit der Einlage.
2. Aus i. folgt eine gröfsere Anstrengung der Athmungsorgane.
3. Austrocknung der Zunge, weil der Rauch nur einen sehr kurzen, der Länge der Cigarre
entsprechenden Weg zurückzulegen hat und sehr warm in den Mund tritt.
4. Nicotinvergiftungen sind unvermeidlich; denn bei der directen Berührung der Lippen
mit dem Tabak, unter Hinzutritt des Speichels, mufs sich dieses gefährliche Gift entwickeln und
wird theilweise dem Magen zugeführt.
Es ist genügend bekannt, dafs die Cigarre oft . die Quelle von Magenbeschwerden, schlechter Verdauung,
Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen etc. ist.
Schon seit langer Zeit war man in der Tabaksindustrie bemüht, den vier obengenannten hauptsächlichsten
Uebelständen abzuhelfen und kam wieder darauf zurück, den Tabak in fein zerschnittener
Form dem Raucher darzubieten, d. h. also, ein Fabrikat herzustellen, welches die
Vortheile der Pfeife mit denen der Cigarre verbindet. So entstand die Cigarrette, welche auch
in der That als eine Pfeife mit verbrennbarem Pfeifenkopfe angesehen werden kann. Dem
Raucher wird also mit der Cigarrette der Tabak in einer Form vorgeführt, welche ein gleich mäfsiges
Verbrennen bedingt, keine Anstrengung der Athmungsorgane, kein Austrocknen der Zunge etc. bewirkt.
Eine Cigarrette müfste demnach in praktischer und sanitärer Beziehung allen Anforderungen
genügen, wenn sich nicht der Geschmack des zur Hülse verwendeten Papieres zu sehr bemerkbar
machte, abgesehen davon, dafs auch das Einathmen von Papierrauch sehr gesundheitsgefährlich
ist.
Man kam nun auf die Idee, die Papierhülse durch aus Tabak gefertigtes Papier oder ein
oder mehrere Tabaksblätter zu ersetzen. Die Versuche scheiterten jedoch daran, dafs diese
Hülsen zu geringe Steifigkeit und Widerstandsfähigkeit besafsen, ganz abgesehen davon, dafs
bei Anwendung von mehreren Tabaksblättern das eigentliche Wesen der Cigarrette wieder
aufgehoben wird.
Die hiernach zu lösende Aufgabe ist also, der gewickelten Cigarrette mit Tabakdeckblatt die
nöthige Stabilität zu geben bezw. die Einlage mit dem Deckblatt zu einem Ganzen zu vereinigen,
so dafs dieselbe während des Trocknungsprocesses ihre gerade cylindrische Form behält. Der Erfinder hat diese Aufgaben gelöst,
indem er die Form der Hülse verändert und die Cigarrette während der Trocknung einer
gelinden Pressung aussetzt.
Die fertig gewickelten Cigarretten werden nämlich, nachdem sie möglichst schnell auf richtige
Länge geschnitten, also noch feucht sind, in Bündel verpackt und zwar so, dafs jede einzelne
Cigarrette der Längsrichtung nach von einer möglichst grofsen Anzahl Stücken der
Aira flexuosa umgeben ist. Diese Bündel werden dadurch hergestellt, dafs man in ein
passendes Holzgefäfs ein Band aus starkem Drill so hineinlegt, dafs die mit Schnallen und Riemen
versehenen Enden heraushängen und nun die
getrockneten Grashalme und gewickelten Cigarretten so schichtet, dafs die letzteren vollständig
von Grasstengeln umgeben sind. Nach diesem schnallt man das Drillband zusammen und vereinigt
so den ganzen Inhalt zu einem Bündel von rundlicher Gestalt. Durch mehr oder minder
starkes Anziehen der Riemen kann man demnach einen vollkommen gleichmäfsigen Druck
auf der ganzen Oberfläche der Cigarrette erzielen. Es wird also die Hülse mit der Einlage
während der Trocknung in steter Berührung erhalten und so eine geeignete Verbindung
beider, d. h. eine gewisse Stabilität der Cigarrette erreicht werden. Diese Stabilität wird noch
dadurch vermehrt, dafs die die Cigarrette umgebenden Stengel sich etwas in die Hülse eindrücken
und dieselbe der Längsrichtung nach canneliren. Diese Form ist schon vielfach in
der Technik zur Verstärkung plattenförmiger Körper mit Erfolg angewendet. Dafs die so
eingewickelte Cigarrette während der Trocknung ihre gerade Form nicht verändert, ist einleuchtend
und sei noch bemerkt, dafs sich die Breite des Drillbandes und die Länge der Grasstengel
nach der der Cigarrette richtet.
Die Grasstengel befördern auiserdem als hohle Röhrchen, indem sie der Luft einen vielfachen
Durchgang gewähren, die schnelle und sichere Trocknung ungemein.
Die Aira flexuosa hat nach den vielfachen Versuchen die für die oben beschriebenen Manipulationen günstigen Eigenschaften, jedoch behält
sich der Erfinder das Recht vor, auch andere beliebige Materialien für den Zweck, der
Cigarrette eine gröfsere Stabilität zu verleihen und eine schnelle und sichere Trocknung derselben
zu erzielen, zu verwenden.
Claims (2)
1. Auf die nach oben beschriebenem Verfahren angefertigte mit Tabakhülse versehene Cigarrette.
2. Auf das oben beschriebene eigenthümliche Verfahren, die Cigarretten zur Trocknung
vorzubereiten, dieselben zugleich stabiler zu machen, unter Anwendung der Aira flexuosa
oder anderer stabförmiger Materialien.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE443T | 1877-07-20 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE443C true DE443C (de) |
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ID=70970015
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| DE443DA Expired - Lifetime DE443C (de) | 1877-07-20 | 1877-07-20 | Salon-Cigarette mit Tabakdeckblatt |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE443C (de) |
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1877
- 1877-07-20 DE DE443DA patent/DE443C/de not_active Expired - Lifetime
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