DE4419945C2 - Schutzeinrichtung zur Verhinderung der Folgen von Erdschlüssen in Hochspannungs-Drehstromnetzen - Google Patents
Schutzeinrichtung zur Verhinderung der Folgen von Erdschlüssen in Hochspannungs-DrehstromnetzenInfo
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- Testing Of Short-Circuits, Discontinuities, Leakage, Or Incorrect Line Connections (AREA)
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Description
Die Erfindung betrifft Schutzeinrichtungen zur Verhinderung der
Folgen von Erdschlüssen in Hochspannungs-
Drehstromnetzen. Als Hochspannung werden im folgenden Spannungen
größer 1 kV bezeichnet.
Erdschlüsse treten bei fehlerhaft leitenden Drehstromnetzen
zwischen Leiter und Erde auf. Bei einem Erdschluß durch einen
zunächst einpoligen Isolationsfehler in einer Hochspannungs-
Drehstromleitung aus drei Leitern in Netzen mit isoliertem oder
hochohmig geerdetem Sternpunkt kann über die Erdschlußstelle ein
beachtlicher Ableitstrom von z. B. bis zu 140 Ampere aus realen
und kapazitiven Anteilen fließen. Die thermische Wirkung des
Ableitstromes kann auch zur Zerstörung der Isolation der noch
intakten, unmittelbar benachbarten Leiter dieser Drehstromleitung
führen, so daß ein zwei- oder dreipoliger Kurzschluß entsteht und
die betroffenen Leiter unverzüglich abgeschaltet werden müssen.
Aus der EP 0 164 321 A1 ist eine Anordnung zur Begrenzung von
Erdschlußströmen bekannt. Durch Erzeugen eines in Bezug auf
Amplitude und Phasenlage einstellbaren Komplementstroms zwischen
Netzsternpunkt und Erde, kann mittels dieser bekannten Anordnung
der Erdschlußstrom kompensiert werden. Der Komplementstrom wird
über zwei stufenlos einstellbare Drehtransformatoren unter
Zuhilfenahme einer separaten Drehstromeinspeisung erzeugt.
Nachteilig bei dieser Anordnung gemäß dem Stand der Technik ist
es, daß der Sternpunkt zur Unterdrückung der Erdfehler benötigt
wird, und daher für eine Erdschlußkompensation der anderen
Spannungsebene des Transformators nicht zur Verfügung steht.
Weiterhin nachteilig ist es, daß die bekannte Anordnung auf die
zugeordnete Netzgröße abgestimmt werden muß und daher relativ
unflexibel bei der Bildung von Teilnetzen
und beim Wechsel des Transformators während einer Leitererdung
ist. Überdies können unkontrolliert nennenswerte Ströme außerhalb
der Betriebsstromkreise innerhalb des Netzes auftreten. Hinzu
kommt, daß die Anordnung gemäß dem Stand der Technik zwei
stufenlos einstellbare Drehtransformatoren, eine separate
Drehstromeinspeisung und spezielle Meßeinrichtungen erfordert und
daher teuer ist.
Die DE 38 06 827 A1 offenbart ein Verfahren zur Erfassung und
Begrenzung eines Erdschlußstromes in großen Bordnetz- und
Fahrnetzkraftwerken, wobei mehrere Generatoren über jeweils einen
zugehörigen Generatorschutzschalter in das Netz speisen. Ein
einphasiger Transformator mit geerdeter Primärwicklung in der
Sternpunktleitung ist mit einen Widerstand versehen, der
sekundärseitig einen begrenzten Strom bei vollem Erdschluß
zuläßt. Um ohne Fremdspannungsquellen auszukommen, wird
sekundärseitig eine Doppelweggleichrichtung eines erfaßten Erd
schlußstromes durchgeführt und bei Überschreiten eines
einstellbaren Stromgrenzwerts der gleichgerichtete Erdschlußstrom
mit einer festen Frequenz getaktet, erfaßt und verglichen und der
Erdschluß lokalisiert. Dieses Verfahren gemäß dem Stand der
Technik arbeitet mit Halbleiterbauelementen und wirkt an den
Sternpunkten der Generatoren. Ein erdschlußbehaftetes Netzteil
wird von dem übrigen des Bordnetz- und Fahrnetzkraftwerks
getrennt.
Die DE-PS 844 614 offenbart ein Schaltverfahren in
erdschlußkompensierten Hochspannungsnetzen, deren Leiter R, S, T,
jeweils an einen einpoligen Erdungsschalter angeschlossen sind.
Liegt ein Erdschluß vor, schaltet der Leistungsschalter der
betroffenen Phase den Erdschluß kurzzeitig ab. Zusätzlich kann
die erdschlußbehaftete Phasenleitung durch den zugehörigen
Erdungsschalter vorübergehend künstlich geerdet werden.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ausgehend von der
DE-38 06 827 A1, eine Schutzeinrichtung zur Verhinderung der Folgen
von Erdschlüssen in Hochspannungs-Drehstromnetzen zu schaffen.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit einer Schutzeinrichtung
zur Verhinderung der Folgen von Erdschlüssen in Hochspannungs-
Drehstromnetzen mit den Merkmalen im Anspruch 1. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
dargestellt.
Die erfindungsgemäße Schutzeinrichtung zur Verhinderung der
Folgen von Erdschlüssen in Hochspannungs-Drehstromnetzen
entlastet eine Erdschluß stelle eines fehlerhaften Leiters in
einem Hochspannungs-Drehstromnetz, indem sofort oder mit geringer
Verzögerung nachdem eine in der Regel vorhandene Meßeinrichtung
den Fehler (Erdschluß) in dem Leiter festgestellt hat, der Leiter
mit der Erdschlußstelle parallel über einen einpoligen
Erdschalter und eine nahezu widerstandslose, metallische
Verbindung mit Erde geschaltet wird. Die gemäß der Erfindung
nahezu widerstandslose metallische Verbindung des fehlerhaften
Leiters mit Erde - im folgenden Leitererdung genannt - verhindert
durch das kurzge
schlossene Leiter-Erdpotential im ganzen galvanischen Netz
zwischen erdschlußbehaftetem Leiter und Erdpotential den Aufbau
von Spannungen, die ausreichen könnten, einen niederohmigen
Lichtbogen stehen zu lassen. Da der Stromweg über den einpoligen
Erdschalter und die praktisch widerstandslose, metallische
Verbindung zur Erde einen deutlich geringeren Widerstand aufweist
als der Stromweg über die Erdschlußstelle des fehlerhaften
Leiters, wird die Erdschlußstelle nahezu vollständig von Strom
entlastet, so daß z. B. in Freileitungsnetzen Lichtbögen
vollständig unterdrückt würden und die Größe der Netze auch nicht
durch Ableit- oder Restströme begrenzt wird. Intensive
Feuererscheinungen mit starker Hitzeabstrahlung können so nicht
mehr entstehen, wie sie nach dem Stand der Technik auch bereits
bei kleinen Strömen, wie z. B. Restströmen von z. B. 9 Ampere in
Netzen mit Erdschlußkompensation nach Petersen oder Ableitströmen
in kleineren Netzen mit isoliertem Sternpunkt entstehen, wo die
Möglichkeit einer ausreichend langen Erdschlußdauer davon
abhängt, ob der Lichtbogen in der Drehstromleitung nach außen
oder nach innen in Richtung benachbarter Leiter brennt. Gemäß
der Erfindung können Fehlerstellen daher auch nicht mehr zu
praktisch widerstandslosen Verbindungen verschweißen, da der
vergleichsweise hohe Widerstand der Erdschlußstelle des
fehlerhaften Leiters verhindert, daß wesentliche Anteile des
Ableitstroms noch weiter über die Erdschlußstelle des
fehlerhaften Leiters fließen. Auch im Falle eines metallischen
Erdschlusses des fehlerhaften Leiters, z. B. durch ein in den
Leiter getriebenes Metallstück, geht von diesem Erdschluß keine
thermische Wirkung aus, die die Isolation der benachbarten Leiter
zerstören könnte. Durch die erfindungsgemäße Leitererdung ist
der Erdschlußfehler so neutralisiert, daß sein Vorhandensein für
die Strom- und Spannungsverhältnisse im betroffenen Netz ohne
praktische Bedeutung ist.
Für die Umlenkung des Ableitstroms von einem fehlerhaften Leiter
auf die erfindungsgemäße Leitungserdung sind vor allem
folgende Aspekte maßgebend: Der Ableitstrom tritt als
"Leitungsbelag" auf Leitermänteln, -Schirmen, Erdseilen und dem
Erdreich auf und sammelt sich erst auf seinem Weg zur
Fehlerstelle oder zum Erdschalter zu größeren Beträgen. Bei der
erfindungsgemäßen Leitererdung tritt der über die Fehlerstelle
fließende Anteil des Ableitstroms von ca. 0,5 Ampere unmittelbar
an der Fehlerstelle und den darum angeordneten metallischen
Leitermänteln, -Schirmen, Erdseilen und dem Erdreich punktuell
konzentriert auf. Von da zur Klemme des speisenden
Transformators fließt der Ableitstrom über den Weg mit dem
kleinsten komplexen Widerstand. Vor und hinter der Fehlerstelle
muß sich zwischen dem betroffenen Leiter und - in Gegenrichtung
Leitermänteln, -Schirmen, Erdseilen und dem Erdreich ein
relatives Stromgleichgewicht einstellen, das in der Praxis dazu
führt, daß der Ableitstrom von der Fehlerstelle zur Klemme des
speisenden Transformators nicht den kürzesten Weg nimmt. Der Weg
des Ableitstroms über die erfindungsgemäße Leitererdung besteht
dagegen aus einem Netz von an vielen Stellen geerdeten,
metallischen Leitern, deren Gesamtwiderstand bedeutend kleiner
ist als der Widerstand über die Fehlerstelle. Auch wenn der
Ableitstrom die Fehlerstelle über einen praktisch
widerstandslosen, metallischen Leiter passiert, fließt bei einem
Hochspannungs-Drehstromnetz mit der erfindungsgemäßen
Leitererdung nur ein relativ kleiner Teil des Ableitstromes von
z. B. 8,7% an der Fehlerstelle, wenn sich die Fehlerstelle in
ausreichendem Abstand von der in der Nähe des speisenden
Transformators angeordneten Leitererdung befindet.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die in
der Regel vorhandene Meßeinrichtung mit einer automatischen
Ablaufsteuerung verbunden, die die Ströme und Spannungen im
Hochspannungs-Drehstromnetz zur Steuerung der einpoligen
Erdschalter auswertet. Die Ablaufsteuerung kann auch mittels
manueller Fernbedienung erfolgen.
Die Ableitströme in den erdschlußbetroffenen Leitern werden
erfindungsgemäß durch die Anordnung der einpoligen Erdschalter in
unmittelbarer Nähe zur Klemme des speisenden Transformators von
dem zur Klemme des Transformators zurückfließenden Ableitstrom
entlastet.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
sind bei sehr großen Hochspannungs-Drehstromnetzen mehrere
Erdschalter im Hochspannungs-Drehstromnetz verteilt.
Die Kombination aus Leitererdung und Erdschlußkompensation für
die erfindungsgemäße Schutzeinrichtung zur Verhinderung der
Folgen von Erdschlüssen ist vorteilhaft in Hochspannungs-
Drehstromnetzen, in denen häufiger oder längere Zeit zur
Ermittlung der fehlerhaften Stelle die Leitererdung aufgehoben
wird.
Für die Abfrage von Fehlerstellen ist die erfindungsgemäße
Schutzeinrichtung mit einem Schalter ausgestattet, der mit den
einpoligen Erdschaltern gekoppelt ist.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Hochspannungs-Drehstromnetz mit Erdschluß und
Leitererdung,
Fig. 2a einen Querschnitt durch ein Hochspannungs-
Drehstromnetz mit einem Erdschluß,
Fig. 2b eine Freileitung mit einem Erdschluß, und
Fig. 3 ein Ersatz-Schaltbild für ein Hochspannungs-
Drehstromnetz mit Leitererdung.
Fig. 1, 2: Ein Hochspannungs-Drehstromnetz 1 weist einen
handelsüblichen Transformator 2 auf, dessen Wicklungen 3 mit drei
Leitern L'1, L'2, L'3 eines Netzes höherer Spannung verbunden sind,
und dessen Wicklungen 4 drei Leiter L1, L2, L3 des Hochspannungs-
Drehstromnetzes 1 mit Drehstrom beaufschlagen. Von den Leitern
L1, L2, L3 führen Abschnitte 5, 6, 7 des Hochspannungs-Drehstrom
netzes aus jeweils 3 Leitern L1, L2, L3 zu Verbrauchern (nicht
dargestellt).
In den Abschnitten 5, 6, 7 können die drei Leiter L1, L2, L3
beispielsweise jeweils mit einer Isolierung 8 und einem geerdeten
Mantel 10 versehen zu Kabeln 9 (Fig. 2b) zusammengefaßt oder als
Freileitungen 12 über Masten 11 (Fig. 2a) geführt sein. Die
Freileitungen 12 sind mit Isolatoren (nicht dargestellt) gegen
die geerdeten Masten 11 isoliert.
Über eine Fehlerstelle in dem Leiter L3 des Abschnitts 6 fließt
ein Ableitstrom 13 zum geerdeten Mantel 10 (Fig. 2b) oder zu
einem Erdseil 11 (Fig. 2a). Die Fehlerstelle kann durch eine
schadhafte Isolierung 8 im Kabel 9, die eine Verbindung zwischen
Leiter L3 und Mantel 10 erlaubt oder durch einen Lichtbogen 14
von einer der Freileitungen 12 zum Erdseil 11 verursacht sein.
Der kapazitive Anteil des Widerstands der Leiter L1, L2 zur Erde
10, 11 ist durch Kapazitäten 15 symbolisiert.
Die Leiter L1, L2, L3 sind jeweils über Spannungswandler 21, 22,
23, die als Meßeinrichtungen dienen, mit einer vorzugsweise
speicherprogrammierbaren Ablaufsteuerung 24 verbunden. Die
Ablaufsteuerung 24 verwertet die Daten aus den Meßeinrichtungen
die die Ströme oder Spannungen in den Leitern L1, L2, L3
wiedergeben. Von der Ablaufsteuerung 24 kontrollierte
Betätigungsglieder 25, 26, 27 steuern einpolige Erdschalter 28,
29, 30, die vorzugsweise das Schaltvermögen der im Netz
eingesetzten Schalter haben und durch Kurzschluß- und
Überstromschutzrelais mit schneller Schalterauslösung (nicht
dargestellt)
überwacht sind. Die einpoligen Erdschalter 28, 29, 30 sind
jeweils über nahezu widerstandslose metallische Verbindungen 31,
32, 33 mit der Erdung 34 verbunden. Die Erdung 34 ist so
ausgelegt, daß der volle Ladestrom des Hochspannungs-Drehstrom
netzes 1 aufgenommenen werden kann.
Fig. 3: In einem Ersatzschaltbild für einen Erdschluß im Leiter
L3 der erfindungsgemäßen Schutzeinrichtung zur Verhinderung der
Folgen von Erdschlüssen in Hochspannungs-Drehstromnetzen 1 ist
der komplexe Widerstand von der Klemme 35 des Transformators 2
mit dem Leiter L3 bis zur Fehlerstelle im Leiter L3 mit A2
angegeben. Der Widerstand an der Fehlerstelle vom Leiter L3 zum
geerdeten Mantel 10 oder zum Erdseil 11 ist mit A1 angegeben.
Die Summe der Widerstände des geerdeten Mantels 10 oder des
Erdseils 11 ergibt sich zu A3 oder A4, wobei A3 den Widerstand
des geerdeten Mantels 10 oder des Erdseils 11 zwischen
Fehlerstelle im Leiter L3 und der Klemme 35 des Transformators 2
mit dem Leiter L3 und A4 den Widerstand des geerdeten Mantels 10
oder des Erdseils 11 auf der gegenüberliegenden Seite der
Fehlerstelle angibt. A5 entspricht dem Erdübergangswiderstand an
der Fehlerstelle.
Bei einem Erdschluß im Leiter L3 ist die Summe der jeweils in
Reihe geschalteten Widerstände A2 + A1 + A4 oder der Widerstände
A2 + A1 + A5 oder der Widerstände A2 + A1 + A3 auch bei kleinem
A1 verhältnismäßig groß, sofern die Fehlerstelle im Leiter L3
ausreichend weit von der Klemme 35 des Transformators 2
entfernt ist.
Kurz nachdem die Meßeinrichtung in der Ablaufsteuerung 24 den
Erdschluß in Leiter L3 festgestellt hat, schließt der einpolige
Erdschalter 28 die nahezu widerstandslose, metallische Verbindung
31 von der Erdung 34 zum Leiter L3 und stellt somit die
erfindungsgemäße Leitererdung her. Der sehr kleine
Gesamtwiderstand B1 der vermaschten Mantel- oder
Schirmwiderstände ergibt sich für die erfindungsgemäße
Leitererdung aus einem
metallischen, stromführenden, nahezu widerstandslos geerdeten
Maschennetz. B2 ist der Widerstand der zu B1 parallel
geschalteten Erdung 34.
Die intakten Isolierungen der erdschlußfreien Leiter L1, L2 sind
mit den Kapazitäten 15 und den realen Widerständen 16 gegen den
geerdeten Mantel 10 oder Erdseil 11 dargestellt.
Zum Ermitteln der fehlerhaften Stelle im erdschlußbehafteten
Leiter ist es erforderlich, die Leitererdung kurzzeitig
aufzuheben. Dies ist ohne große Nachteile für die Fehlerstelle
möglich, wenn für die Anzeige der Erdschalter 28 nur wenige
Sekunden geöffnet wird. Ist das Hochspannungs-Drehstromnetz (1)
im Sternpunkt mit einer Spule zur Erdschlußkompensation versehen,
ist die kurze Unterbrechung der Leitererdung auch dann ohne große
Nachteile für die Fehlerstelle möglich, wenn zur Ermittlung der
fehlerhaften Stelle die Leitererdung häufiger und für längere
Dauer aufgehoben werden muß.
Ein regelmäßig für die Abfrage der fehlerhaften Stelle im
erdschlußbehafteten Leiter L1, L2, L3 eingesetzter Schalter
(nicht dargestellt) ist mit den einpoligen Erdschaltern 28, 29,
30 so verbunden, daß sie nur zusammen ausgeschaltet werden, und
der betroffene einpolige Erdschalter 28, 29, 30 nach der für die
Entscheidung des Erdschlußkriteriums erforderlichen Zeit wieder
selbsttätig einschaltet.
Im Falle eines Erdschlusses aufgrund der beispielhaft
angenommenen Fehlerstelle im Leiter L3 konstatiert die
Meßeinrichtung der Ablaufsteuerung 24 im Leiter L3 eine Spannung,
die eine im Speicher der Ablaufsteuerung 24 abgespeicherte frei
wählbare voreingestellte Spannung unterschreitet. Die kürzest
möglichen Öffnungszeiten des Erdschalters gewährende
Ablaufsteuerung 24 wertet die von der Meßeinrichtung
übermittelten Spannungen in den Leitern L1, L2, L3 aus und gibt
bei eines Erdschluß im Leiter L3 an das Betätigungsglied 25 einen
Impuls, den einpoligen Erdschalter 28 zu schließen, so daß der
Leiter L3 über die Leitererdung nahezu widerstandslos mit der
Erde 10, 11 verbunden ist. Die nahezu widerstandslose
Leitererdung ist elektrisch parallel zu der Fehlerstelle im
Leiter L3 mit endlichem Widerstand geschaltet, so daß gemäß den
Kirchhoff'schen Gesetzen folglich der Ableitstrom 13 an der
Fehlerstelle praktisch zu Null wird.
Experimentelle Erdschlüsse wurden in 20 Kilovolt Netzen mit
vorgeschädigten Kabeln des Typs NAEKBA und NEKBA und einem
gemessenen Ableitstrom von 139 Ampere durchgeführt, und Ströme
und Spannungen gesessen. Die Fehlerstelle im Leiter wies einen
Abstand von 7,2 Kilometern von der Leitererdung auf.
Im Falle, eines erdschlußkompensierten Netzes mit einer auf
Resonanz der Verlagerungsspannung abgestimmten Erdschlußspule
nach dem Stand der Technik (Petersen) ergab sich an der
Fehlerstelle ein Strom von 9 Ampere bei einer Spannung mit einem
Mittelwert von 600 Volt. An der Fehlerstelle zeigten sich starke
Feuererscheinungen.
Bei einem Netz mit isoliertem Sternpunkt und dar
erfindungsgemäßen Leitererdung ergab sich an der Fehlerstelle ein
Strom von 0,5 Ampere bei einer Spannung von 50 Volt.
Claims (6)
1. Schutzeinrichtung zur Verhinderung der Folgen von
Erdschlüssen in Hochspannungs-Drehstromnetzen (1)
- - wobei das Hochspannungs-Drehspannungsnetz (1) zumindest drei Leiter (L1, L2, L3), die von einem Transformator (2) mit isoliertem oder hochohmig geerdetem Sternpunkt zu elektrischen Verbrauchern führen, aufweist und
- - Meßeinrichtungen zur Überwachung von Strömen und/oder Spannungen in den Leitern (L2, L2, L3) vorhanden sind,
- - die Leiter (L1, L2, L3) jeweils an einen einpoligen Erdschalter (28, 29, 30) angeschlossen sind,
- - die Erdschalter (28, 29, 30) über nahezu widerstandslose, metallische Verbindungen (31, 32, 33) an einer Erdung (34) angeschlossen sind, und
- - die Meßeinrichtungen über eine Ablaufsteuerung (24) und Betätigungsglieder (25, 26, 27) die einpoligen Erdschalter (28, 29, 30) so steuern, daß, wenn die gemessene Spannung eines Leiters (L1, L2, L3) einen frei wählbaren, in der Ablaufsteuerung (24) abgespeicherten minimalen Spannungswert unterschreitet, derjenige einpolige Erdschalter (28, 29, 30) geschlossen wird, der an dem Leiter (L1, L2, L3,) mit der gemessenen minimalen Spannung angeschlossen ist.
2. Schutzeinrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß
- - die Ablaufsteuerung in Form einer speicherprogrammierten Ablaufsteuerung (24) vorgesehen ist.
3. Schutzeinrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß
- - die einpoligen Erdschalter (28, 29, 30) nahe den Klemmen des Transformators (2) angeordnet sind.
4. Schutzeinrichtung gemäß eins der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß
- - weitere einpolige Erdschalter (28, 29, 30) im Hochspannungs-Drehstromnetz (1) verteilt sind, wenn das Hochspannungs-Drehstromnetz (1) groß ist.
5. Schutzeinrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß
- - in einem Sternpunkt des Hochspannungs-Drehstromnetzes (1) eine Spule zur Erdschlußkompensation angeordnet ist.
6. Schutzeinrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß
- - in den Leitern (L1, L2, L3) eingesetzte Schalter zur Abfrage nach einer Erdschlußstelle mit den einpoligen Erdschaltern (28, 29, 30) so gesteuert werden, daß beide zusammen ausgeschaltet werden, und der betroffene einpolige Erdschalter (28, 29, 30) nach einer zur Abfrage nach einer Erdschlußstelle erforderlichen Zeit wieder selbsttätig eingeschaltet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944419945 DE4419945C2 (de) | 1994-06-08 | 1994-06-08 | Schutzeinrichtung zur Verhinderung der Folgen von Erdschlüssen in Hochspannungs-Drehstromnetzen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19944419945 DE4419945C2 (de) | 1994-06-08 | 1994-06-08 | Schutzeinrichtung zur Verhinderung der Folgen von Erdschlüssen in Hochspannungs-Drehstromnetzen |
Publications (2)
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|---|---|
| DE4419945A1 DE4419945A1 (de) | 1995-02-02 |
| DE4419945C2 true DE4419945C2 (de) | 2001-01-25 |
Family
ID=6520038
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19944419945 Expired - Lifetime DE4419945C2 (de) | 1994-06-08 | 1994-06-08 | Schutzeinrichtung zur Verhinderung der Folgen von Erdschlüssen in Hochspannungs-Drehstromnetzen |
Country Status (1)
| Country | Link |
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Also Published As
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|---|---|
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| OAV | Applicant agreed to the publication of the unexamined application as to paragraph 31 lit. 2 z1 | ||
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