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Elektrische Schaltanlage mit metallummantelten Ölschaltern. Die Erfindung
bezieht sich auf metallummantelte Schaltanlagen, die einen festen, die Sammelschienen
tragenden Teil und Kabelanschlüsse o. dgl. aufweisen, sowie ferner einen abnehmbaren
oder ausziehbaren Teil, der den Hauptölschalter enthält, der abgenommen werden kann,
nachdem die Trennschalter geöffnet worden sind.
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Bisher ist der abnehmbare oder herausziehbare Teil gewöhnlich so angeordnet
gewesen, daß er in wagerechter Ebene beispielsweise auf Schienen vierfahrbar war,
die rechtwinklig von dem Rahmen hervortraten, der den feststehenden Teil abstützt.
Bei anderen Konstruktionen aber, z. B. gemäß dem britischen Patent iio8o8, bewegt
sich der Auszugsteil in einer senkrechten Ebene.
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Auch bei Schaltanlagen gemäß der Erfindung erfolgt die Bewegung des
Auszugsteiles in einer senkrechten Ebene. Anordnung und Verteilung der Einrichtungen
aber unterscheiden sich von denen der vorbekannten, z. B. gemäß dem erwähnten Patent,
mit dem Ergebnis, daß eine Schaltanlage besonders gedrungenen Aufbaues und wirksamer
und zweckmäßiger Anordnung entsteht, die insbesondere als Doppelsammelschienenanlage
geeignet ist, ohne sich jedoch darauf zu beschränken.
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Eine metallummantelte Olschalteranlage geinäß der Erfindung weist
einen oberen Ölraum
für den Sammelschienentrennschalter auf, einen
mittleren Ölraum für einen Stöpselschalter oder eine sonstige Ausziehverbindung
zwischen dem Schienentrennschalter und einem Leiter eines Ölschalters, einen zweiten
mittleren Ölraum mit einem Trenn- oder Wahlschalter zwischen dem anderen Hauptschalterleiter
;und einem abgehenden Kabel o. dgl. und schließlich einen unter Öl arbeitenden Hauptschalter
in einem Behälter unterhalb der Zwischenkammern, der, in im wesentlichen senkrechter
Richtung, entfernt werden kann.
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Das Getriebe zum Senken des abnehmbaren Teiles ist so angeordnet,
daß entweder der Hauptschalter mit seinen Leitern und seinem Ölbehälter als Ganzes
gesenkt werden kann, nachdem die Trennschalter geöffnet worden sind und das Öl aus
den Zwischenkammern abgeleitet worden ist, oder daß lediglich der Ölbehälter gesenkt
werden kann, um Zugang zu dem in seiner Lage verbleibenden Hauptschalter zu gewähren.
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Vorzugsweise sind die beiden mittleren Ölkammern getrennte Abteilungen
eines einzigen Gesamtbehälters und sind durch Scheidewände voneinander gesondert.
Der Zwischenraum zwischen diesen Wänden dient als Gehäuse für das Antriebswerk des
Hauptschalters und als Entlüftungskammer des Hauptschalterbehälters. Es kann auch
ein Abführungsrohr mit teleskopischer Anordnung vorgesehen werden, um das Absenken
des Hauptschalters und seiner Leiter gegen die Zwischenkammern zu gestatten.
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In der Zeichnung ist Abb. i eine Rückansicht einer Ausführung einer
metallummantelten Drehstrom schaltanlage gemäß der Erfindung, Abb. 2 eine Seitenansicht
zum Teil im Schnitt und nach Wegnahme von Teilen.
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Abb. 3 stellt einen Grundriß unter Weglassung von Teilen dar; dabei
ist die mittlere und rechte Schaltereinheit im Schnitt nach den Linien 3-3 bzw.
3,"-3T der Abb. 2 dargestellt.
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Abb. q. und j sind Aufrißzeichnungen, die verschiedene Verfahren zur
Ausführung der Sammelschienenverbindung angeben.
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Sämtliche Abbildungen sind schematisch; konstruktive Einzelheiten
sind ausgelassen. Die obere Öl enthaltende Kammer .A ist die Kammer für den zum
Isolieren der Sammelschiene dienenden Schalter. Sie enthält einen Schalter B, der
in zwei oder drei verschiedene Stellungen gegenüber einem festliegenden Schienenkontakt
C gebracht werden kann, nämlich in die Stellungen »ein«, »aus« und »geerdet«, In
den Zeichnungen sind nur die Einschalt-und Ausschaltlage wiedergegeben. Der Schalter
B ist durch einen Leiter, der durch einen Isolator D führt, an einen Kontakt E in
einer mittleren Ölkammer F angeschlossen. Mit diesem Kontakt E wirkt ein Bürstenkontakt
G zusammen, der an einen Pol des Ölschalters H durch einen Leiter angeschlossen
ist, der durch einen Isolator j hindurchgeht. Die Teile E und G stellen einen ausziehbaren
Anschluß dar. Für den Kontakt E kann, wie schematisch bei E 2 in Abb. 2 angegeben
ist, eine Erdverbindung vorgesehen sein. Der Ölbehälter Hl für den Hauptschalter
hängt an Seilen K, die über Rollen K1 am Behälter und über Rollen K 2 am festen
Rahmenwerk I. laufen. Gewöhnlich wird der Behälter nach oben gegen die Platte M
gehalten, an der er durch nicht dargestellte Bolzen oder sonstige lösbare Befestigungsmittel
festgehalten wird. Die Deckplatte 111 selbst ist durch Bolzen o. dgl. an dem Boden
des mittleren Ölraumes F befestigt. Wie aus Abb. z und 3 ersichtlich ist, sind die
drei Behälter eines Drei-P_hasen-Schaltwerkes durch je ein gemeinsames Seil K an
jeder Seite aufgehängt, und jedes der beiden Seile ist an einer Trommel befestigt,
deren Spindel durch SchneckengetriebeN gedreht werden kann. Durch Lösen der entsprechenden
Bolzen oder sonstigen Befestigungsmittel zwischen einem der Behälter und seiner
Deckplatte M kann jeder einzelne Behälter HI-gesenkt werden (s. Mitte der Abb. i),
wobei der Hauptschalter in seiner Stellung bleibt, oder durch Lösen der Verbindung
zwischen irgendeiner der Deckplatten M und dem Boden der Kammer F kann der Behälter
Hl mit seiner Deckplatte und dem Hauptschalter zusammen gegenüber dem feststehenden
Rahmenwerk gesenkt werden (Abb. i rechts).
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Der andere Pol des Hauptschalters ist mittels eines durch einen Isolator
J1 gehenden .Leiters an einen Bürstenkontakt 12 angeschlossen, der mit einem festen
Kontakt 0 am Isolator 01 zusammenwirkt; diese Teile sind in einem anderen
mittleren Ölraume F1 untergebracht, der zweckmäßig einen Teil des gleichen Gebildes
darstellen kann wie der Raum F. Wie in Abb. 2 dargestellt, sind die Kammern F und
F1 durch einen Raum F2 getrennt, der das Antriebswerk H2 des Hauptschalters aufnimmt.
Der Raum F2 ist nach der Darstellung mit einem Entlüftungsrohr F3 versehen, das
zu einem entsprechenden Auslaß führt; Öffnungen F4 gestatten den Durchtritt von
Gasen aus der Ölschalterkammer in den Raum F2.
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Im -Raum F1 befinden sich zwei Schalter P und P1 (Abb. 3), deren jeder
an eine Schelle angehängt ist, die auf einer Stange 02 (Abb. 2) sitzt. Sie sind
in Verbindung mit dem Kontakt 0 und werden durch den Isolator 01 gestützt.
Im geschlossenen Zustande stellt einer dieser Schalter P die Verbindung mit einer
Schelle P2 am Ende eines Leiters her, der durch einen Isolator P3 z. B. zu einem
abgehenden Kabel führt. Der andere Schalter P1 führt zu einer ähnlichen Schelle
P4 eines Leiters, der durch einen Isolator P5 beispielsweise zu einem
zweiten
abgehenden Kabel oder zu einem Spannungsumformer führt. Diese Schalter P und P1
wirken als Trennschalter und können mit Erdkontakten ausgerüstet sein, die aber
in der Zeichnung nicht dargestellt sind. Es können aber auch z. B. bei P6 Erdschalterarme
vorgesehen sein, durch die jede der beiden abgehenden Verbindungen geerdet werden
kann.
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Die dargestellte Schaltanlage ist für ein Doppelsammelschienensystem
bestimmt; deshalb sind in Abb. i zwei Sammelschienenabtrennschalterkammern A dargestellt,
von denen jede ihren Schalter B enthält. Die Leiter und Isolatoren D sind in den
mittleren Ölkammern F doppelt vorhanden, wo die Leiter durch eine Schiene El (Abb.
2) verbunden sind, die den Kontakt F. trägt, mit dem der Bürstenkontakt G zusammenwirkt.
Somit können eine oder beide Schienen durch entsprechende Handhabung der Schalter
B in Dienst gestellt werden.
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Zwischen den verschiedenen Behältern sind öldichte Verbindungen vorhanden.
Soll einer der Hauptschalter mit seinem Behälter und Oberrahmen gesenkt werden,
so wird das Öl in den mittleren Kammern F und F1 zuerst abgezogen.
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Durch die vorerwähnten Erdungsschalter kann eine vollkommene Sicherheit
der Handhabung der Schaltanlage bei Abnahme des Ölschalters erzielt werden, da alle
Kontakte, zu denen ein Zugang nötig ist, auf Erdpotential gebracht werden können,
während beliebige andere Teile, die auf einem höheren Potential bleiben, wie z.
B. die Sammelschienen, in ihren metallummantelten ölgefüllten Kammern verbleiben.
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Die Einführung der Sammelschiene in die Kammern kann in irgend geeignet
erscheinender Form erfolgen. Vorzugsweise ist die Anordnung so getroffen, daß die
Sammelschiene im wesentlichen'in der gleichen senkrechten Ebene liegt wie ihr Hauptschalter
und seine Zu- und Ableitungen. Die Schienen können in ölgefüllten Rohren R liegen,
und in Abb. 2 und q. sind diese Rohre öldicht an Öffnungen in der Vorder- und Hinterwand
der Kammern A angeschlossen. In Abb. 5 ist die Achse des Sammelschienenrohres R
zwar in der gleichen senkrechten Ebene wie in Abb. 2 und q., geht aber über die
Schienenabtrennkammer A hinweg, und es ist eine T-Verbindung durch einen Isolator
R 1 am Deckel der Kammer von der Schiene zum Kontakt C hergestellt.
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Es ist klar, daß beliebige Schaltgetriebe, wie sie z. B. schematisch
bei S und S1 in Abb. 2 dargestellt sind, für die verschiedenen Schalter vorgesehen
sein können; die Erfindung bezieht sich weder auf die Einzelheiten eines solchen
Getriebes noch auf das Gesperre, die z. B. verhindern, daß die Abtrennschalter geöffnet
werden, bevor der Hauptschalter offen ist, oder daß der Ölbehälter gesenkt wird,
ehe die Trennschalter geöffnet sind. Sperrgetriebe, die im wesentlichen ähnliche
Aufgaben haben, sind für Ölschaltgetriebe bekannt.