DE4338610A1 - Schwimmflosse (Mehrblatt-Gegenschlagflosse) - Google Patents
Schwimmflosse (Mehrblatt-Gegenschlagflosse)Info
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Description
Es ist bekannt, daß Schwimmflossen von heute gebräuchlicher
Art, die vor allem im Tauchsport genutzt werden, trotz
ihrer Vielfalt an Größe, Materialbeschaffenheit, Profilierung,
Form sowie Einrichtungen zur Strömungsführung aus dem Schuhteil
und nur einem Blatt bestehen (Zeitschrift "Tauchen"
Jahr Verlag Hamburg, ständige Informationsquelle über Neuentwicklung
auf diesem Gebiet).
Um eine ausreichende Schubkraft zu erzielen, muß das Flossenblatt
aus sehr elastischen, aber oft auch entsprechend
steifen Material bestehen. Das kann sich insbesondere bei
längeren Flossen und größeren Krafteinsatz belastend und für
einen größeren Benutzungszeitraum, z. B. im Leistungssport,
sogar schädigend auf die Fußgelenke auswirken. Diesem Umstand
wird u. a. in neuerer Zeit durch ein Abknicken des Blattes
während der Bewegung schon kurz vor dem Schuhteil entgegengewirkt.
Hierbei vermindert sich die Hebelwirkung des Blattes
auf den Fuß und bei gutem Material entsteht ein starker
Antriebsschuh, erklärbar durch den günstigen Angriffswinkel
des Wassers. Weiterhin führte das Problem zur besseren Ausgestaltung
des Schuhteiles und der in jüngster Zeit wieder
vorrangig gebräuchlichen Bandbefestigung, wo der Fußeinschlupf
relativ weit über den Spann des Fußes reicht und so
die Hebelwirkung des Blattes auf das Gelenk vermindert.
Der im PA-Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt nun vorrangig
das Problem zugrunde, diese Belastung der Fußgelenke,
einschließlich der daran beteiligten Sehnen und Bänder zu
verringern.
Die weitere Problemstellung ergibt sich aus der Suche nach
einer effektiven und kraftsparenden Arbeitsweise von Schwimmflossen.
die außerhalb bisher genutzter Techniken liegt.
Die Erfindung suchte ihr Vorbild im Tierreich, nämlich in
der Schwimmweise von Robben, die mit ihren hinteren Flossenfüßen
kräftig gegeneinanderschlagen, was einen sehr starken
Vortrieb erzeugt. Das läßt sich durch die beiden keilförmig
aufeinandertreffenden Flächen erklären, welche das dazwischen
befindliche Wasser mit großer Geschwindkeit herauspressen.
Die Mehrblatt-Gegenschlagflosse stellt nun den gelungenen
Versuch dar, diese aus dem Tierreich stammende Bewegungsform
auf die menschliche Anatomie zu übetragen, wobei
natürlich bei weitem nicht die gleiche Leistung erreicht
wird, aber trotzdem eine beträchtliche Steigerung des
Wirkungsgrades zu bemerken ist.
Die angegebenen Probleme werden mit dem in PA-Anspruch 1
angegebenen Merkmale gelöst.
Besonders die im PA-Anspruch 1.2 genannten Variante 1 hat sich
in der Praxis schon sehr gut bewährt und soll nun hiermit
unter Berücksichtigung der speziellen Strömungsverhältnisse
näher beschrieben werden.
Eine herkömmliche Flosse mit einem Blatt erzeugt bekanntlich
bei der Auf- und Abbewegung im Wasser an einer Fläche einen
Überdruck und an der anderen einen Unterdruck. Das Wasser
strömt rasch über die gesamte Blattlänge der Unterdruckseite
entgegen der Bewegungsrichtung des Schwimmers hinweg. Dadurch
entsteht das größte Antriebselement, während auf der
Überdruckseite der effektivste zur Fortbewegung dienende Teil
hauptsächlich an der Spitze des Blattes zu finden ist. In
Richtung Schuhteil bzw. kurz davor entsteht ein toter Winkel,
in dessen Bereich das Wasser je nach Beinstellung nicht nach
hinten, sondern sogar etwas vorgedrückt wird. Eine Flosse
mit einem in Richtung Schuhteil stark verjüngtem Blatt oder
mit einem während der Bewegung abknickenden Blatt wirkt
diesem ungünstigen Effekt etwas entgegen. In neuerer Zeit
versieht man das Blatt in der Nähe des Schuhteiles mit
Öffnungen, um das Wasser in diesem Bereich von der Druckseite
auf die Unterdruckseite strömen zu lassen.
Die Mehrblatt-Gegenschlagflosse zeigt in dieser Beziehung
ein völlig anderes Verhalten. Beim Abwärtsschlag von Variante 1
mit obenliegendem langen Blatt wird dieses hochgedrückt,
während das kürzere, was zum großen Teil in dem besagten
ungünstigen Winkel liegt, der Bewegung des langen Blattes
nur wenig folgt und somit aufgrund seiner geringen Kraftaufnahme
keinen zu starken Druck in die falsche Richtung
ausübt. Zwischen den sich abspreizenden Blättern, d. h. an
der Innenfläche des kurzen Blattes entsteht ein Unterdruck,
welcher Wasser einströmen läßt und somit den ungünstigen
Effekt im Bereich des toten Winkels größtenteils verhindert.
Dieser Umstand stellt einen wesentlichen Vorteil gegenüber
den herkömmlichen Flossen dar. An der freiliegenden Oberseite
des langen Blattes entsteht beim Abwärtsschlag ein
Unterdruck, welcher in seinem Verhalten dem der herkömmlichen
Flosse gleicht.
Diese Bewegungsphase kostet trotz des zweimal vorhandenen
Unterdrucks an den Blättern keinesfalls besonders viel Kraft,
da die Hebelwirkung des langen Blattes, was im Bereich des
Schuhteiles relativ beweglich gehalten wurde, sehr stark ist.
Hierbei sei noch bemerkt, daß besonders für das längere Blatt
trotz der guten Elastizität in der Nähe des Schuhteiles ein
genügend steifes Material genommen wird, sonst legen sich die
Blätter in der Anfangsphase des Abspreizens durch den Unterdruck
aneinander an und der beschriebene Vorgang unterbleibt.
Beim Aufwärtsschlag von Variante 1 wird der eben erläuterte
Weg umgekehrt, während sich das lange Blatt über dem kurzen
befindet, entsteht an seiner gesamten freiliegenden Fläche
ein Überdruck, der es gegen das kurze Blatt bewegt, welches
zwar am Umkehrpunkt von Abwärts- zu Aufwärtsschlag in seine
Ausgangsstellung zurückgeht, d. h., den Spalt zwischen den
Blättern größer werden läßt, sich jedoch dann weitgehend
passiv verhält. Das in dem Spalt befindliche Wasser entweicht
unter dem kräftigen Zusammenschlagen beider Blätter rückstoßartig.
Beide Blätter legen sich aneinander und an der
gesamten unteren, nach innen gekrümmten Fläche entsteht ein
Unterdruck, welcher das Wasser nicht zuletzt mit Einwirkung
des eben ausgetretenen rückstoßartigen Schwalles sehr rasch
vorbeiströmen läßt. Dieser Vorgang stellt wiederum ein
starkes Antriebsmoment dar, was dem meist schwächer ausgeführten
Aufwärtsschlag einen höheren Wirkungsgrad verleiht.
Man kann also zusammenfassend sagen, daß bei der Mehrblatt-
Gegenschlagflosse, die bei der Bewegung entstehende Seite
mit Überdruck in 2 Bereiche unterteilt wird, von denen der
äußere normal arbeitet, während der zum Schuhteil liegende
durch ein vorgelagertes kurzes Blatt in sich einen Unterdruck
entstehen läßt, welcher die Nachteile der herkömmlichen
Flosse weitgehend kompensiert. Dieser Vorgang zeigt sich bei
Variante 1 in einer Bewegungsphase und bei Variante 2 infolge
des zwischen zwei kurzen Blättern befindlichen langen Blattes
in beiden Bewegungsphasen, also bei Auf- und Abwärtsschlag.
Für die Versuche diente z. B. PVC Hart in Dicken von
2,5 mm-4 mm, was eine genügende Steifigkeit und gute
Elastizität besitzt. Seine Biegefestigkeit insbesondere im
Bereich des Schuhteiles läßt jedoch besonders bei stundenlangen
Dauerbeanspruchungen sehr zu wünschen übrig und bedingt
den Einsatz von für diesen Zweck besser geeigneten
Materialien. Zur Weiterführung der Versuche wurde ein
Zwischenstück aus Gummi eingesetzt. Es dürfte jedoch bei
den jetzt zur Verfügung stehenden Plastwerkstoffen kein
Problem sein, etwas geeignetes zu finden.
Die im PA-Anspruch erwähnte Variante 2 erfordert eine besonders
gute Abstimmung, von Länge, Form und Elastizitätsgrad
der Blätter untereinander, was unter den gegebenen Umständen
nicht immer möglich war, deshalb stützten sich die Versuche
in der Entwicklungszeit hauptsächlich auf Variante 1.
Demgegenüber ist Variante 2 voll funktionstüchtig und ergibt
einen sehr starken Antriebsschub. Es hatte sich insbesonders
für längere Strecken bewährt, daß längste Mittelblatt an
seiner Basis relativ leicht beweglich zu gestalten.
Die Vorteile der Erfindung haben sich bereits in langjähriger
Praxis erwiesen. Die Mehrblatt-Gegenschlagflosse
wurde ungezählte Male selbst in eisigem Wasser erprobt.
Bei 3 Reisen an das Mittelmeer bewährte sie sich sowohl
zum zügigen und im Verhältnis zu ihrer Größe kraftsparenden
Zurücklegen längerer kilometerweiter Strecken, als auch ganz
ausgezeichnet für das Tauchen in Apnoe und vor allem in bestimmten
Gefahrenmomente, wie gegen die Gewalt der
Brandung an Felsküsten und bei Strömungen. Natürlich muß die
Kraft zur Bewegung der Flosse, egal welcher Art sie ist, vom
Schwimmer oder Taucher aufgebracht werden. Die Mehrblatt-
Gegenschlagflosse verbessert jedoch infolge ihrer ungewöhnlichen
Funktionsweise, bei entsprechender Bauart und mit
gutem elastischen Material den Wirkungsgrad dermaßen, daß
sie vor allem bei kurzzeitiger Höchstleistung einen ganz
besonders starken Antriebsschub erzeugt. Bei mäßiger Anstrengung
verleiht sie dem Benutzer eine sehr gute Durchschnittsgeschwindigkeit,
da sich hierbei die verschiedenen
Blätter besonders weit öffnen. Sie ist daher sicher vielseitig
verwendbar. Die weitestgehende Schonung der Fußgelenke und
der an der Bewegung beteiligten Bänder stellt einen weiteren
angestrebten Vorteil dar. Dies tritt vor allem ein, wenn der
Angriffspunkt des längsten Blattes, z. B. von Variante 1, von
der Spitze des Flossenschuhes etwas in Richtung Ferse verlagert
wird. Ein Grund dafür ist weiterhin die Verteilung der
Kräfte auf mehrere Blätter. Das im Verlauf der Bewegung relativ
starke Abknicken des längsten Blattes trägt ebenfalls dazu bei.
Sicher hat die Mehrblatt-Gegenschlagflosse im Gegensatz zu
verschiedenen herkömmlichen Flossen ein etwas höheres Gewicht.
Es stellt aber erfahrungsgemäß im Wasser keinen Nachteil dar.
Im Gegenteil verbessert es z. B. die Lage eines Schnorchlers
so, daß die Flossen optimal wirken können. Beim Abtauchen
verhilft es schnell in größere Tiefen und durch den ungemein
starken Schub der Flosse spürt man es während des Auftauchens
überhaupt nicht.
Schließlich ist es noch ohne weiteres möglich, die nach PA-
Anspruch 2.7 und 2.8 gefertigte Flosse je nach den Erfordernissen
als Mehrblatt-Gegenschlagflosse oder auch als kürzere
herkömmliche Flosse zu nutzen. Die weitere vorteilhafte
Ausgestaltung ist im PA-Anspruch 2 angegeben.
Die unter 2.1 erwähnten Formen des größten und längsten
Blattes beider Varianten wurden während der Versuche vom
vollen, am Ende abgerundeten oder kantigen bis zum fischschwanzähnlich
geformten Blatt, d. h., mit einem sich
verjüngenden und wieder verbreiternden Teil entwickelt
(siehe Fig. 1-4). Dies hatte folgende Gründe. Obwohl mit dem
in seiner Fläche vollen Blatt auch schon gute Ergebnisse erzielt
wurden, läßt es sich mit dem fischschwanzähnlichen
Blatt bedeutend flüssiger schwimmen, was den Stil anbelangt
und der Kraftaufwand ist auch geringer, was für längere
Strecken wichtig ist. Es mögen aber auch materialtechnische
Gründe eine Rolle spielen und daher wurden sämtliche Blattformen
angegeben. Es zeigte sich, daß beim Öffnen der Flosse,
also beim Abwärtsschlag von Variante 1, von dem überstehenden
Teil des langen vollen Blattes, Wasser in den sich öffnenden
Spalt gedrückt wird. Der erwähnte Unterdruck an der Innenfläche
des kurzen Blattes zieht das einströmende Wasser an
und lenkt es wieder nach hinten ab. Diese Umstände führten
zur Entwicklung des sich nach dem Ende des kurzen Blattes
stark verschmälernden fischschwanzähnlichen Blattes. Es hat
sich in der Praxis hervorragend bewährt. Durch die geringer
werdende Fläche hinter dem kurzen Blatt gelangt bedeutend
weniger Wasser rückwärts in den Spalt, während das sich alsbald
wieder verbreiternde Ende nicht zuletzt wegen des kleineren
Bewegungswiderstandes infolge der Verjüngung schnell hin-
und herschwingt, einen guten Abdruck vom Wasser schafft und
entstehende Strömungswirbel glättet. Hierbei sei zur Richtung
des beim Gegenschlag austretenden Wasserschwalles noch etwas
gesagt. Er erfolgt nicht nur direkt nach hinten, sondern
mit einer seitlichen Streuung, die ihre größte Breite ca.
auf der Höhe des kurzen Blattendes besitzt und verjüngt sich
dann wieder. Die Form dieses Wasserausstoßes wird von der
Form des kurzen Blattes entscheidend beeinflußt. Ein in
seinem Äußeren von der Natur als Vorbild geschaffenes Blatt,
was z. B. dem ausgebreiteten Flossenfuß eines Seelöwen
wenigstens ähnlich ist, hat einen besonders günstigen Einfluß
auf dieses Erscheinungsbild. Dies wird in der letzten
Zeichnung Fig. 16 deutlich.
Die PA-Ansprüche 2.2 und 2.3 zeigen Wege, den seitlichen
Wasseraustritt einzudämmen, durch eine entsprechende
Profilierung der Blätter oder konzentriert direkt nach hinten
zu lenken.
Bei 2.3 dem Anbringen einer flexiblen Haut, seitlich
zwischen den Blättern, welche die Flossenbewegung nicht
behindert, kann auch die Eigenschaft des vollen Endes vom
langen Blatt genutzt werden, reichlich Wasser in den
offenen Spalt zu drücken. Selbst diese Methode wurde praktisch
erprobt.
Mit der im PA-Anspruch 2.4 angegebenen Öffnung im langen
Blatt von Variante 1 wird eine Verbesserung der Effektivität
des Abwärtsschlages, natürlich bei in diesem Moment oben
liegenden langen Blattes erzielt. Diese Öffnung erreicht
fast die gesamte Länge des kurzen Blattes und verjüngt sich
in ihrer Breite in Richtung Schuhteil etwas. Beim Abwärtsschlag
wird hierbei der sich in dem öffnenden Spalt an der
Innenseite des kurzen Blattes bildende Unterdruck genutzt.
Das Wasser strömt somit von der nach innen gekrümmten Unterdruckseite
des langen Blattes zum Teil direkt durch die
Öffnung sehr rasch in den Spalt zwischen beiden Blättern
und von da durch den Unterdruck innen am kurzen Blatt gelenkt
geradewegs nach hinten ins Freie. So wird möglicherweise
der Unterdruck am langen Blatt verstärkt, da ein
großer Teil des Wassers nach wie vor an ihm entlangfließt.
Bei dem darauffolgenden Gegenschlag, eingeleitet vom Aufwärtsschlag,
stellt die Öffnung im langen Blatt keinen auffallenden
Nachteil dar, weil ihr in diesem Moment ein von
außen wirkender Überdruck entgegensteht. Die Funktion dieser
Öffnung unterscheidet sich damit grundsätzlich von der
einer herkömmlichen Flosse. Dort strömt das Wasser stets
durch die Öffnung vor dem Schuhteil auf die Unterdruckseite
des einzigen Blattes.
Die im PA-Anspruch 2.5 angegebene den Strömungsverlauf nicht
wesentlichen störende Verbindung zwischen den Blättern,
welche erst bei einem gewissen Winkel des Abspreizens zum
Tragen kommt, hat folgenden Sinn. Das lange Blatt von Variante 1
wurde z. B. an seiner Basis mit einem Zwischenstück
aus Gummi, der eine gute Elastizität besitzt, beweglicher
gemacht. Die Flosse schlägt sich also beim Abwärtsschlag
leicht und ohne Mühe durch, erzeugt aber auch schon in dieser
Phase einen guten Vortrieb. Im Verlauf des Abwärtsschlages
wird gewissermaßen Schwung geholt, bis der mit Hilfe der
Verbindung eingestellte Winkel erreicht ist und beide
Blätter vereint. Jetzt erfolgt eine erhebliche Steigerung
der Kraftaufnahme des langen Blattes und somit des Antriebsschubes
der Flosse überhaupt, die aber infolge der vorangegangenen
Schwungphase relativ leicht bewältigt wird und
damit dem Abwärtsschlag eine steigernde, bedeutend effektivere
Wirkung verleiht. Diese weitere Ausgestaltung der Erfindung
bewährte sich in der Praxis ebenfalls gut und verbesserte
den Wirkungsgrad der Flosse insgesamt. Der beim Aufwärtsschlag
eintretende Gegenschlag der Blätter bewegt sich
natürlich nur im Rahmen der eingestellten Position des
Abspreizens.
Bei den kurzen Blättern der Mehrblatt-Gegenschlagflosse in
beiden Varianten zeigt sich noch ein bemerkenswertes Verhalten.
Es wird bei herkömmlichen Flossen auch als Rückschlageffekt
bezeichnet. Das kurze Blatt folgt also z. B. wieder
im Abwärtsschlag von Variante 1, je nach seiner Steifigkeit,
mehr oder weniger der Bewegung des langen Blattes. Während
am Umkehrpunkt der Bewegung in den Aufwärtsschlag das lange
Blatt einen Moment verharrt, hat das Kurze die Eigenheit,
rasch in seine Ausgangsstellung zurückzugehen. Dies führt zu
einem besonders weiten Öffnen der Flosse, hat aber vielleicht
den Nachteil, daß ein in Ruhestellung gerades kurzes Blatt
durch die Fußhaltung des Schwimmers eine strömungsmäßig gesehen
ungünstige Lage einnimmt. Hier wäre ein leicht abgewinkeltes
kürzeres Blatt von Vorteil. Mit Hilfe der Verbindung
zwischen den Blättern wird nun gerade auch dieses
Verhalten ausgenutzt. Sie hindert das kurze Blatt an seiner
Eigenbewegung bei trotzdem geöffneten Spalt, bis das lange
Blatt zum Gegenschlag herankommt und hat aber die für das
zu rasche Zurückgehen des kurzen Blattes freiwerdende Energie
auf das lange übertragen und der Gegenschlag erfolgt besonders
kräftig.
Die Erfahrung hat gezeigt, daß abgesehen von der in einem
bestimmten Moment wirksam werdenden Verbindung im beweglichen
Teil die Blätter für Variante 1 im Falle eines
kürzeren abgewinkelten Blattes das lange Blatt z. B. beim
Abwärtsschlag unter den kurzen, also in Richtung Fußrücken
oder Spann angeordnet wird. Dann erfolgt das Öffnen der
Flosse beim Aufwärtsschlag.
Hierbei hat sich auch die im Pa-Anspruch 4 angegebene
Öffnung im langen Blatt als günstig erwiesen, da sich vor
allem beim Schwimmen an der Oberfläche die Flosse leichter
auseinanderspreizt.
Selbst das lange volle und nicht fischschwanzähnliche Blatt,
auch ohne die genannte Öffnung, bewährte sich dafür sehr gut.
Die PA-Ansprüche 2.6, 2.7 und 2.8 geben lediglich verschiedene
Möglichkeiten zur Herstellung der Mehrblatt-
Gegenschlagflosse an, die z. B. unter 2.7 und 2.8 den Benutzer
in die Lage versetzen, die Flosse zum Transport und
gegebenenfalls auch zum Gebrauch auseinanderzunehmen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen
wiedergegeben und werden im folgenden näher beschrieben.
Entsprechend der für die Versuche zumeist verwendeten Gesamtflossenlänge
wurde für die Fig. 1-15 der Maßstab 1 : 10 gewählt,
während Fig. 16 im Maßstab 1 : 5 zu sehen ist.
Bei den im Funktionsschema dargestellten Bewegungsabläufen
sind zum besseren Verständnis die Blätter der Mehrblatt-
Gegenschlagflosse voll ausgezeichnet. Die Zeichnungen sind
auch aus demselben Grund so weit als möglich zusammengefaßt.
Sämtliche Figuren dieser Art beinhalten 3 Positionen, welche so
gut als möglich das Verhalten der Flosse wiedergeben. Auf
die Eigenheit der kürzeren Blätter in beiden Varianten,
nämlich sich nach dem Öffnen der Flosse nur kurzzeitig völlig
durchzustrecken, wurde aus Platzgründen verzichtet.
Die unterschiedlich starke Einwirkung des Wassers und das
daraus resultierende Biegeverhalten der einzelnen Blätter
ist mit Pfeilen gekennzeichnet. Das Gleiche gilt für das
Austreten des rückstoßartigen Schwalles beim Gegenschlagen.
Die Profilierung aller Blätter kommt in den Zeichnungen nicht
zum Ausdruck, da es sich lediglich um die Darstellung der
Arbeitsweise handelt.
Es zeigen Fig. 1, 2, 3 und 4 die verschiedenen Formen des
längsten Blattes beider Varianten.
In der Praxis bewährten sich die Fig. 3 und 4 am besten.
In dem Zusammenhang wäre noch das etwas vollere Blattende
des größeren Blattes von Fig. 16 zu nennen, was ebenfalls
sehr gute Ergebnisse brachte.
Es zeigen Fig. 5 die erste und Fig. 6 die zweite Draufsicht
auf die einheitliche Flosse. Die im PA-Anspruch 2.4 angegebene
Öffnung im langen Blatt wird hier nur angedeutet,
da diese für die Funktion der Flosse nicht unbedingt erforderlich
ist.
Fig. 7 zeigt die Seitenansicht der Flosse und man erkennt
den fest verbundenen Bereich in der Nähe des Schuhteils.
Das Ende dieses Bereiches ist als Mittelmaß
am Beginn des Schuhteiles angegeben, eine Verschiebung
dessen wäre nach beiden Seiten möglich.
Fig. 8 zeigt die Ausgangsstellung beider Blätter zum Abwärtsschlag
in Position 1.
Position 2 zeigt das Öffnen der Flosse, bedingt durch die Längenunterschiede der Blätter.
Position 3 steht kurz vor dem Ende dieses Bewegungsablaufes, bei dem es noch zur vollkommenen Streckung des kürzeren Blattes kommt.
Position 2 zeigt das Öffnen der Flosse, bedingt durch die Längenunterschiede der Blätter.
Position 3 steht kurz vor dem Ende dieses Bewegungsablaufes, bei dem es noch zur vollkommenen Streckung des kürzeren Blattes kommt.
Fig. 9 stellt hier in Position 1 die geöffnete Flosse dar,
welche sich infolge der Richtungsänderung der Krafteinwirkung
oder des Wasserwiderstandes zu schließen
beginnt.
Position 2 zeigt den Vorgang des Gegenschlagens und verdeutlicht den rückstoßartigen Wasseraustritt, der mit beträchtlicher Kraft erfolgt.
Position 3 zeigt die letzte Phase des Aufwärtsschlages an, wo die beiden aneinanderliegenden Blätter bis zum Umkehrpunkt der Bewegung das Verhalten einer herkömmlichen Flosse aufweisen.
Position 2 zeigt den Vorgang des Gegenschlagens und verdeutlicht den rückstoßartigen Wasseraustritt, der mit beträchtlicher Kraft erfolgt.
Position 3 zeigt die letzte Phase des Aufwärtsschlages an, wo die beiden aneinanderliegenden Blätter bis zum Umkehrpunkt der Bewegung das Verhalten einer herkömmlichen Flosse aufweisen.
Fig. 10 zeigt die erste und Fig. 10 die zweite Draufsicht auf
die Flosse
Fig. 12 zeigt die Seitenansicht und man erkennt auch hier
wieder den fest verbundenen Bereich beim Schuhteil.
Dieser Bereich kann ebenfalls wieder etwas in beide
Richtungen verschoben werden.
Die folgenden Abbildungen zeigen die zum Verständnis nötigen
2 Abwärtsschläge, sowie einen Aufwärtsschlag.
Fig. 13 zeigt in Position 1 den beginnenden Abwärtsschlag mit
fast geschlossenen Blättern.
Position 2 zeigt das eindeutige Öffnen der Flosse, d. h., die beiden oberen Blätter spreizen sich aneinanderliegend vom unteren kurzen ab.
Position 3 steht kurz vor dem Ende der Bewegungsphase mit weitgeöffnetem Spalt, wobei auch hier das untere Blatt am Umkehrpunkt in den Aufwärtsschlag zur vollkommenen Streckung gelangt.
Position 2 zeigt das eindeutige Öffnen der Flosse, d. h., die beiden oberen Blätter spreizen sich aneinanderliegend vom unteren kurzen ab.
Position 3 steht kurz vor dem Ende der Bewegungsphase mit weitgeöffnetem Spalt, wobei auch hier das untere Blatt am Umkehrpunkt in den Aufwärtsschlag zur vollkommenen Streckung gelangt.
Fig. 14 zeigt in Position 1 als Ausgangsstellung nochmals
den breiten Spalt, der sich im Verlauf der Bewegung
schließt.
Position 2 zeigt das Gegenschlagen der Blätter sowie den Ausstoß des Wassers.
Position 3 zeigt das auf das untere kurze Blatt aufgetroffene lange, während das obere kurze abermals einen breiten Spalt freiläßt, diesmal in seiner gestreckten Endposition.
Position 2 zeigt das Gegenschlagen der Blätter sowie den Ausstoß des Wassers.
Position 3 zeigt das auf das untere kurze Blatt aufgetroffene lange, während das obere kurze abermals einen breiten Spalt freiläßt, diesmal in seiner gestreckten Endposition.
Position 1 zeigt eingangs die oberhalb des längsten
Blattes geöffnete Flosse.
Position 2 zeigt das Schließen des Spaltes, den Ausstoß des Wassers und deutet bereits das Abspreizen des kurzen unteren Blattes an.
Position 3 leitet das Ende dieser Bewegungsphase mit weitgeöffneten Spalt ein.
Position 2 zeigt das Schließen des Spaltes, den Ausstoß des Wassers und deutet bereits das Abspreizen des kurzen unteren Blattes an.
Position 3 leitet das Ende dieser Bewegungsphase mit weitgeöffneten Spalt ein.
Damit wäre die Erläuterung der Funktion der Mehrblatt-Gegenschlagflosse
in beiden Varianten beendet.
Fig. 16 zeigt als letzte Abbildung die Form des Wasseraustrittes
beim Gegenschlagen der Blätter in der Draufsicht.
Die bereits im Wasser sichtbaren Umrisse lassen sich
am besten auf einer mit Pulver bestreuten Platte erkenntlich
machen.
Das Wasser wird also in einem sich bis zum Ende des
kurzen Blattes verbreiternden und dann wieder verjüngenden
Schwall nach hinten gedrückt. Das erfolgt
durchaus mit beträchtlicher Geschwindigkeit. Die
ziemlich breite seitliche Streuung ist in ihrer Form
sehr stark von der des kurzen Blattes abhängig. Es
wurde in seinem Erscheinungsbild wenigstens etwas
dem Vorbild der Natur, z. B. den im Wasser ausgebreiteten
hinteren Flossenfüßen eines Seelöwen,
nachgestaltet. Sicher ist jedoch, daß es dem
Menschen oft nur sehr bedingt glückt, die Natur zu
kopieren. Es müssen Kompromisse eingegangen werden,
wie eben bei der hiermit beschriebenen Mehrblatt-
Gegenschlagflosse die verschiedenen Blattlängen,
was natürlich einen geringeren Effekt erzielt, als
die in schneller Folge von Muskeln beiderseitig
gegeneinandergeschlagenen Flossen einer Robbe.
Trotzdem erreicht die Mehrblatt-Gegenschlagflosse
ein derartiges Anwachsen der Schubkraft, daß sie
durchaus richtungsweisend für die weitere Entwicklung
von Flossen für Schwimm- und Tauchsport werden kann.
Claims (2)
1. Mehrblatt-Gegenschlagflosse, die aus dem Schuhteil und
nicht wie bisher bekannt nur einem, sondern zwei oder
drei integrierten Blättern besteht,
- 1.1dadurch gekennzeichnet,
daß zwei oder drei elastische Blätter von unterschiedlicher Länge flach aufeinanderliegend angeordnet sind und lediglich im Bereich des Schuhteiles oder kurz davor miteinander verbunden werden. Die Breite der Blätter kann aufgrund ihrer Formen geringfügig differieren. - 1.2 Variante 1 mit 2 Blättern
Ein Blatt überragt das andere vom Schuhteil angerechnet um wenigstens die Hälfte, bis zum Doppelten in seiner Länge. Hierbei kann sich das längere Blatt jeweils ober- oder unterhalb des kürzeren befinden. - 1.3 Variante 2 mit 3 Blättern
Das längste Blatt wird in der Mitte zwischen zwei kürzeren Blättern angebracht, wovon eines mindestens die Hälfte seiner Länge erreicht, während das andere Blatt etwas über dieses Maß hinausragen kann, jedoch niemals die volle Ausdehnung des längsten und mittleren Blattes besitzt. - 1.4 Das Funktionsprinzip,
dadurch gekennzeichnet, daß bei der heute gebräuchlichen Auf- und Abbewegung der Flosse, bei weitgehend gestreckter Beinhaltung die Blätter beider Varianten aufgrund ihrer Längendifferenzen verschieden starken Kräften ausgesetzt sind. Sie biegen sich also nicht gleichmäßig aneinanderliegend durch, sondern spreizen sich dem Rhythmus des Beinschlages entsprechend voneinander ab und schlagen wieder kräftig gegeneinander. Das bei diesem Vorgang zwischen die Blätter dringende Wasser wird rückstoßartig freigesetzt.
2. Mehrblatt-Gegenschlagflosse nach Schutzanspruch 1,
- 2.1 dadurch gekennzeichnet,
daß die Form des größten und längsten Blattes in seinem überragenden Teil für beide Varianten entweder abgerundet, kantig oder fischschwanzähnlich in nicht festlegbarer Größe und Winkelung endet. (siehe dazu Fig. 1-4 und Fig. 16) - 2.2 Die Profilierung der Blätter zur Stabilisierung und zur Verminderung des seitlichen Wasseraustrittes beim Gegenschlagen.
- 2.3 Das völlige Verhindern des seitlichen Wasseraustrittes mittels einer an der Außenkante der Blätter angebrachten flexiblen Haut.
- 2.4 Das Vorhandensein einer Öffnung im längsten Blatt von Variante 1, die beginnend vom Schuhteil sich allmählich verbreiternd bis auf die Höhe des kürzeren Blattes reicht. (Sie ist für die Funktionstüchtigkeit der Flosse nicht unbedingt erforderlich, sondern dient der Strömungsführung in eine bestimmte Richtung.)
- 2.5 Eine den Strömungsverlauf nicht störende Verbindung zwischen zwei Blättern, hauptsächlich für Variante 1, die erst dann wirksam wird, wenn beim Abspreizen der Blätter ein nicht festgelegter Winkel erreicht ist.
- 2.6 Das Fertigen der Mehrblatt-Gegenschlagflosse beider Varianten in einem Stück, unlösbar unter Berücksichtigung der Funktionsweise miteinander verbunden.
- 2.7 Das Anbringen der Blätter beider Varianten an dem Schuhteil der Flosse mittels einer Schiebe- oder Steckverbindung.
- 2.8 Das Befestigen der Blätter beider Varianten an dem Schuhteil der Flosse mittels einer Schraubverbindung.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934338610 DE4338610C2 (de) | 1993-11-11 | 1993-11-11 | Schwimmflosse (Mehrblatt-Gegenschlagflosse) |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934338610 DE4338610C2 (de) | 1993-11-11 | 1993-11-11 | Schwimmflosse (Mehrblatt-Gegenschlagflosse) |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4338610A1 true DE4338610A1 (de) | 1995-05-18 |
| DE4338610C2 DE4338610C2 (de) | 1999-07-15 |
Family
ID=6502407
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934338610 Expired - Fee Related DE4338610C2 (de) | 1993-11-11 | 1993-11-11 | Schwimmflosse (Mehrblatt-Gegenschlagflosse) |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE4338610C2 (de) |
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