DE4336744C2 - Einrichtung an einer Presse für die Herstellung von Formlingen - Google Patents
Einrichtung an einer Presse für die Herstellung von FormlingenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Pressen dieser Art sind vielfältig bekannt und in Gebrauch. Die Preßformen werden
darin je nach Bedarf ausgewechselt. Der zwar gleichfalls auswechselbare Adapter ist
geeignet, Preßformen verschiedenster Größe aufzunehmen, und verbleibt daher in
der Regel in der Presse.
Die Formlinge der Pulvermetallurgie und der technischen Keramik sind in der Regel
Präzisionsteile für hochentwickelte Technik, von denen eine besonders hohe Form
genauigkeit verlangt wird. Entsprechend genau sind die Werkzeuge (Preßformen) zu
ihrer Herstellung und entsprechend diffizil und aufwendig ist es, die Werkzeugteile,
Preßform und Stempel, in der Presse, d. h. in dem Adapter, zueinander auszurichten.
Der Werkzeugwechsel dauert beispielsweise 2 ½ Stunden, und überdies muß ein
Sicherheitsbeauftragter die Arbeit kontrollieren. Diese Rüstzeit ist als Produktionszeit
verloren.
Zu unterscheiden sind diese Umstände beispielsweise von Schmiedepressen oder
auch von Tablettenpressen wie nach der US-PS 2,398,146 oder von einer Pulverver
dichterpresse mit einfachem Werkzeug wie nach der DE 32 42 706 A1 auf die
unten noch einmal eingegangen ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Einrichtung gemäß Oberbegriff
des Patentanspruches 1 das Auswechseln der Preßformen unter Sicherstellung
höchster Präzision zu beschleunigen.
Gemäß der Erfindung wird dieser Zweck dadurch erfüllt, daß die Preßform in einen in
den Adapter eingesetzten Werkzeug-Einbau- und Führungssatz eingebaut ist, der
ebenso wie der Adapter ein die Matrize und darüber ein den Stempel tragendes
Querteil aufweist, die durch das Pressengestell relativ zueinander bewegbar sind,
sowie eine Führung, die dabei die beiden Querteile zueinander ausgerichtet hält, und
daß das die Matrize tragende Querteil oder das den Stempel tragende Querteil des
Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes an dem betreffenden Querteil des Adapters
derart verschieblich angeordnet ist, daß durch die Führung des Werkzeug-Einbau-
und Führungssatzes eine Seitverschiebung im Betrieb der Presse erzwingbar ist.
In den Werkzeug-Einbau- und Führungssatz mit den angegebenen Merkmalen kann
die Preßform außerhalb des Pressengestelles und des Adapters eingebaut werden.
Die schwierige und langwierige Justierung des Stempels über der Matrize liegt
außerhalb der Produktionslinie. Das gleichwohl noch erforderliche Einsetzen des
Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes in den der Presse zugehörigen Adapter voll
zieht sich wesentlich einfacher und schneller. Es braucht nicht viel justiert zu wer
den, die Justierung der Preßformteile zueinander ist durch den Werkzeug-Einbau- und
Führungssatz sichergestellt.
Der Werkzeug-Einbau- und Führungssatz bleibt infolge der verschieblichen Anordnung
seines die Matrize tragenden Querteils oder, vorzugsweise, seines den Stempel tra
genden Querteils an dem betreffenden Querteil des Adapters im Betrieb dominant. Er
bewahrt mit seiner Zwangsführung die außerhalb der Produktionslinie in der Werk
statt gewonnene, hochgenaue Ausrichtung der Preßform und des Stempels - die
zueinander beweglichen Teile des Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes sind aufein
ander eingeschliffen - auch in dem Pressengestell.
Die Kombination der beiden relativ zueinander verschieblichen Querteile tilgt die von
in Adapter her etwa auftretenden Querkräfte. Es arbeitet
nichts gegeneinander.
Die hauptsächliche Auswirkung hat dies beim ersten Hub, der die manuell vorge
nommene Justierung des Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes in dem Adapter ver
vollkommnet.
Der dafür aufzuwendende Aufwand einer Mehrzahl von Werkzeug-Einbau- und Füh
rungssätzen fällt demgegenüber nicht ins Gewicht. Man kann die Preßformen sogar
in dem Werkzeug-Einbau- und Führungssatz belassen; für häufiger gebrauchte Matri
zen wird ein eigener Werkzeug-Einbau- und Führungssatz kostengünstiger als der
vielfach wiederholte Ein- und Ausbau.
Im Stand der Technik, insbesondere in der bereits erwähnten US-PS 2,398,146 und
der DE-OS 32 42 706, hat es schon Werkzeugführungsgestelle gegeben, die von
ihrem grundsätzlichen Aufbau her dem nach der vorliegenden Erfindung eingesetzten
Werkzeug-Einbau- und Führungssatz gleichen. Diese Werkzeugführungsgestelle sind
aber nicht in der erfindungsgemäßen Weise mit einem Adapter oder sonst mit dem
Pressengestell derart kombiniert, daß sie Querkräfte eliminieren.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das die Matrize tragende
Querteil oder, vorzugsweise, das den Stempel tragende Querteil des Werkzeug-Ein
bau- und Führungssatzes an dem betreffenden Querteil des Adapters angeklemmt,
vorzugsweise mittels an sich bekannter Schwenkzylinder, mit einer derart
begrenzten Kraft, daß durch die Führung des Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes
die Seitenverschiebung erzwingbar ist.
Damit ist zugleich mit dem einfachen und zweckmäßigen Anbringen des Werkzeug-
Einbau- und Führungssatzes in dem Adapter der Vorrang des Werkzeug-Einbau- und
Führungssatzes und der Justierung der Preßformteile in diesem absolut
sichergestellt.
Adapter für Preßformen, die ferner einen Unterstempel aufweisen, sind nach dem
Stand der Technik unter ihrem die Matrize tragenden Querteil mit einem den Unter
stempel tragenden weiteren Querteil versehen, das durch das Pressengestell relativ
zu dem die Matrize tragenden Querteil bewegbar ist, sowie einer Führung, insbeson
dere Stangenführung, die dabei das den Unterstempel tragende Querteil und das die
Matrize tragende Querteil zueinander ausgerichtet hält.
Zu diesem weiteren Querteil des Adapters braucht der Werkzeug-Einbau- und Füh
rungssatz kein Parallelstück aufzuweisen. Der Unterstempel der Preßform kann in
herkömmlicher Weise an dem weiteren Querteil des Adapters befestigt werden. Der
Unterstempel erstreckt sich auf einer solchen Länge in der Matrize, daß er schon
dadurch zentriert ist und eine Zwangsführung für den genauen Platz seiner Befesti
gung gegeben ist.
Da die Erfindung auch auf Preßformen mit nur einem Stempel (von oben) anwendbar
ist, wird im folgenden weiter von "Stempel" und "Unterstempel" gesprochen statt
von "Oberstempel" und "Unterstempel".
Vorzugsweise ist das die Matrize tragende Querteil des Werkzeug-Einbau- und Füh
rungssatzes ein die Matrize aufnehmender Topf der in einer Aufnahme des betref
fenden Querteils des Adapters sitzt und an dem mindestens zwei nach oben ragende
Führungssäulen angebracht sind, denen an dem den Stempel tragenden Querteil
angebrachte Führungshülsen zugeordnet sind.
Die Matrize ist so im Prinzip in gleicher Weise angeordnet wie bisher.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist das den Stempel tragende, vorzugsweise
längliche Querteil des Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes an der Unterseite des
betreffenden Querteils des Adapters über symmetrisch zur Pressenachse in Abstand
voneinander angeordnete Druckstücke befestigt, und der Weg dieser Querteile nach
unten ist durch Anschläge begrenzt, die an dem die Matrize tragenden Querteil des
Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes, vorzugsweise unter den Druckstücken, ange
ordnet sind.
In dieser Ausgestaltung erbringt die erfindungsgemäße Einrichtung einen erheblichen
weiteren Vorteil: Die Eindringtiefe des Stempels in die Matrize ist unabhängig von
Füllungsfehlern tatsächlich sicher begrenzt.
Zu dem gleichen Zweck auf dem die Matrize tragenden Querteil für das den Stempel
tragende Querteil, jeweils des Adapters, angeordnete Anschlagsäulen finden sich
zwar bereits im Stand der Technik. Trotz dieser Maßnahme kommt es jedoch bei zu
geringer Füllung der Matrize immer wieder zu Zerstörungen der Preßform, vor allem
des Stempels, durch Anstoßen des Stempels auf konischen Flächen der Matrizen
wand. Der vorstehende neue Lösungsvorschlag beruht auf der Erkenntnis der
Ursache, nämlich einer Durchbiegung des den Stempel tragenden Querteils zwischen
den Anschlagsäulen durch eine auf der Pressenachse ununterbrochen durchgehende
Kraftübertragung von dem Pressengestell bis zum Stempel der Preßform, und besei
tigt sie: Durch die Anordnung der Druckstücke wird der Kraftfluß über dem den
Stempel wiederum auf der Achse tragenden Querteil des Werkzeug-Einbau- und Füh
rungssatzes aus der Achse herausgelenkt und beim Aufsetzen auf die Anschläge vor
dem Weiterfluß durch das Querteil des Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes wieder
zur Achse hin und in den Stempel hinein teilweise in die Anschläge geleitet; es findet
keine das Querteil nach dem Aufsetzen auf die Anschläge nach unten durchbiegende
Kraftausübung statt, das Querteil biegt sich eher nach oben durch.
Das die Matrize und das den Stempel aufnehmende Querteil des Werkzeug-Einbau-
und Führungssatzes, soweit vorhanden ferner die Druckstücke und die Schwenk
zylinder oder anderen Klemmwerkzeuge, können einen Nachrüst-Bausatz für einen
vorhandenen Adapter darstellen, dessen die Matrize tragendes Querteil die genannte
Aufnahme ursprünglich zum Einsetzen der Matrize unmittelbar oder über einen Zwi
schenring aufweist.
Angesichts des hierdurch begrenzten Querschnitts des erwähnten Topfes wird vor
geschlagen, die Führungssäulen und/oder die gleichfalls säulenförmigen Anschläge
nötigenfalls teilweise oder ganz an einem Flansch des Topfes anzubringen.
Die Schwenkzylinder oder anderen Klemmwerkzeuge sind vorzugsweise an den
Druckstücken angebracht.
Es brauchen dann nur noch diese beim Nachrüsten an dem den Stempel tragenden
Querteil des Adapters angebracht zu werden.
Weitere Maßnahmen, die zur vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung dienen kön
nen, sind in der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles angeführt.
Die Zeichnungen geben das Ausführungsbeispiel wieder.
Fig. 1 zeigt einen senkrechten Mittelschnitt durch eine Presse,
Fig. 2 zeigt einen Schnitt nach Linie II-II in Fig. 1.
Ein Pressengestell 1 besteht im wesentlichen aus einem Sockel 2, zwei auf diesem
sich erhebenden Säulen 3, zwei aus dem Sockel 2 durch die Säulen 3 und über diese
hinaus sich erstreckenden Zugstangen 4, einem die Zugstangen 4 am oberen Ende
verbindenden Bär 5 und schließlich einem aus der Mitte des Sockels 2 nach oben
heraustretenden Stempel 6. Antriebe für die Zugstangen 4 und den Stempel 6 befin
den sich in dem Sockel 2. Bei 7 sind Faltenbälge angedeutet, die die Zugstangen 4
zwischen den Säulen 3 und dem Bär 5 dicht einkapseln.
In dem Bär 3 sitzt in einem entsprechenden Gewinde eine Hohlspindel 8, deren Höhe
in dem Bär mittels eines Schneckentriebes 9 verstellbar ist. Die Hohlspindel 8 enthält
einen Luftzylinder. Die Kolbenstange des Luftzylinders ragt aus der Hohlspindel 8
nach unten heraus als Stempel 10.
In das Pressengestell 1 ist ein Adapter 11 eingesetzt wie folgt:
In zwei an den Säulen 3 befindlichen Aufnahmen 13 des Pressengestells ist mittels
Keilstücken 14 eine Führungsplatte 15 des Adapters eingespannt. Sie wird ver
schieblich durchsetzt von vier Stangen 16, die starr sowohl mit einer Grundplatte 17
als auch mit einer Matrizenmantelplatte 18 verbunden sind (beide in der Einleitung
als "Querteil" bezeichnet). Von der Matrizenmantelplatte 18 aus erstrecken sich zwei
weitere starr mit ihr verbundene Stangen 19 nach oben bis in Bohrungen des Bären
5, in denen sie frei verschieblich geführt sind. Die Stangen 19 bilden eine Führung
für ein mit Laufbüchsen 20 verschieblich auf ihnen gelagertes Querteil 21.
Die Grundplatte 17 ist an dem Stempel 6 befestigt das Querteil 21 an dem Stempel
10.
So weit ist die Vorrichtung bekannt, noch eingeschlossen eine auf der Führungs
platte 15 angeordnete Aufnahme 22 für einen Unterstempel der Preßform.
In den Adapter 11 ist, gleich einem kleineren Adapter, ein Werkzeug-Einbau- und
Führungssatz 23 eingebaut.
Er sitzt mit einem Topf 24 in der Aufnahme der Matrizenmantelplatte und ist darin
bei 25 verkeilt. Der Topf 24 ist mit einem, jedoch nicht auf der Matrizenmantelplatte
18 aufliegenden, Flansch 26 versehen. Teils in der Wandung des Topfes 24 und teils
in seinem Flansch 26 sind zwei nach oben ragende Führungssäulen 27 und zwei
Anschlagsäulen 28 durch Einschrauben befestigt; an der rechten Anschlagsäule 28
ist eine von zwei gegenüberliegenden Abflachungen 29 zum Ansetzen eines
Schraubwerkzeuges zu erkennen, wie sie auch die Führungssäulen 27, nicht
gezeichnet, aufweisen.
Über zwei an dem Querteil 21 des Adapters 11 angeschraubte, quaderförmige
Druckstücke 30, von denen in der Zeichnung die Stirnseite erscheint, ist an dem
Querteil 21 ein Querteil 31 des Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes 23 befestigt
im Zusammenwirken mit zwei an den Druckstücken 30 angebrachten Schwenkzylin
dern 32, die das Querteil 31 an den Druckstücken 30 festklemmen, und zwar mittels an ihren
Kolbenstangen 33 angebrachter, vor dem Anziehen der Kolbenstangen 33 unter das
Querteil 31 geschwenkter Greifer 34. In das Querteil 31 eingeschrumpft sind zwei
den Führungssäulen 27 angepaßte Führungshülsen 35. Sie liegen unten mit einem
Absatz an dem Querteil 31 an und ragen oben etwas heraus und in eine Ausneh
mung der Druckstücke 30.
Mit einem Spannring 36 ist ein Stempel 37 der Preßform über eine in ihrer Dicke je
nach Preßform ausgewählte Anpassungsplatte 38 an dem Querteil 31 befestigt. Zur
Befestigung ist der Spannring 36 von oben her durch das Querteil 31 und die Anpas
sungsplatte 38 hindurch angeschraubt. Die Matrize 39 der Preßform sitzt in dem
Topf 24 und ist darin bei 40 in gleicher Weise wie der Topf 24 selbst verkeilt. Ein
auch in seiner unteren Relativstellung in der Matrize 39 steckender Unterstempel 41
der Preßform ist in der oben erwähnten Aufnahme 22 befestigt.
Nach dem Füllen des Formhohlraums 42 durch einen nicht gezeichneten Füllschieber
bei unterer Relativstellung des Unterstempels 41, absolut betrachtet bei oberer End
stellung der Matrizenmantelplatte 18 mit der Matrize 39, wird durch Anziehen der
Zugstangen 4 der Bär 5 des Pressengestells 1 abgesenkt und mit ihm über den
Stempel 10 und die oberen Querteile 21 und 31 des Adapters 11 und des Werkzeug-
Einbau- und Führungssatzes 23 der Stempel 37 der Preßform. Der das obere Ende
des Stempels 10 bildende Kolben des erwähnten Luftzylinders befindet sich in seiner
oberen Endstellung in Anschlag an der Stirnwand des Luftzylinders. Die Hohlspindel
8, in der der Luftzylinder angeordnet ist, ist in Anpassung an die Preßform 39, 37,
41 über den Schneckentrieb 9 genau justiert und bestimmt das untere Ende des
Preßhubes des Stempels 37.
Die Führungshülsen 35 kommen nun mit den Führungssäulen 27 in Eingriff. Sollte
das Querteil 31 etwas verschoben sein, wird es durch Konen am oberen Ende der
Führungssäulen 27 wieder justiert. Eine größere Verschiebung, bei der die Konen
nicht mehr greifen, wird durch das Querteil 31 mit Spiel umfassende Anschläge an
den Druckstücken 30 verhindert.
Erreicht der Stempel 37 die Matrize 39 und deckt er den Formhohlraum 42 ab, so
wird ein Ventil des Luftzylinders geöffnet, so daß unter dem Gewicht der an seinem
Kolben hängenden Teile 10, 21, 30 bis 37 der Stempel 37 der stetigen Abwärtsbe
wegung des Bären 5 vorauseilt und eine Vorpressung vornimmt. Während und nach
dieser kann der Preßling entlüften. Im weiteren Verlauf des Preßvorganges wird
durch Einziehen des Stempels 6 die Matrizenmantelplatte 18 mit der Matrize 39
abgesenkt und damit eine Verdichtung des Preßlings von unten her vorgenommen.
Schließlich legt sich infolge der fortschreitenden Absenkung des Bären 5 die obere
Stirnwand des Luftzylinders auf den Kolben. Mit dieser starren Abstützung des
Stempels 37 wird nun der Preßvorgang unter Erreichen der Druckspitze vollendet.
Beim anschließenden Anheben des Bären 5 bleibt der Stempel 37, wiederum mit
dem Gewicht der Teile 10, 21, 30 bis 37 auf dem Preßling liegen, bis die Länge des
Luftzylinders, z. B. 100 mm, durchlaufen ist und der Kolben an der Ringwand des
Luftzylinders zur Anlage kommt und einschließlich der an ihm hängenden Teile mit
genommen wird. Diese Zeitspanne ermöglicht ein langsames weiteres Entlüften des
Preßlings und verhindert damit, daß er platzt oder immerhin Risse erhält. Der Aus
stoß des Preßlings erfolgt durch entsprechendes Absenken der Matrizenmantelplatte
18.
Der Einbau der Preßform , zunächst beschränkt auf die Matrize 39 und den Stempel
37, in den Werkzeug-Einbau- und Führungssatz 23 erfolgt außerhalb des Pressen
gestells 1 mit dem Adapter 11. Die schwierige genaue Justierung der Matrize 39 in
dem Topf 24 und des Stempels 37 an dem Querteil 31 und insbesondere der Matrize
39 und des Stempels 37 zueinander wird dabei außerhalb der Produktionslinie
vollzogen. Der Werkzeug-Einbau- und Führungssatz 23 wird als fertig justierte Einheit
in den ersteren Adapter 11 eingebracht und bleibt dabei also solche erhalten.
Zunächst wird der Topf 24 in die Aufnahme der Matrizenmantelplatte 18 eingesetzt
und darin befestigt. Das Querteil 31 mit angesetztem Stempel 37 wird dann mit
seinen Führungshülsen 35 auf die Führungssäulen 27 geschoben und auf den An
schlagsäulen 28 aufgesetzt. Der Bär 5 wird dann mit dem Querteil 21 abgesenkt bis
zum Aufliegen der Druckstücke 30 auf dem Querteil 31. Dieses wird dann durch
Betätigen der Schwenkzylinder 32 angeklemmt. Die Justierung des Unterstempels
41 geschieht einfach in der Weise, daß er sich beim Einsetzen des Topfes 24 in die
betreffende Aufnahme der Matrizenmantelplatte 18 bereits, in der Aufnahme 22
montiert, an seinem Platz befindet, die Verschraubung der Aufnahme 22 an der Füh
rungsplatte 15 aber gelockert ist. Die Justierung vollzieht sich selbst im Spiel der
Schrauben und der zugehörigen Bohrungen. Die Schrauben werden dann bloß ange
zogen.
Die Anschlagsäulen 28 werden bei dem normalen Preßvorgang nicht berührt. Es
bleibt ein Abstand von beispielsweise 1/100 mm. Die Anschlagsäulen dienen zum
Schutz der Preßform im Falle fehlerhafter, zu geringer Füllung des Formhohlraums
42. Sie verhindern dann ein unmittelbares Anstoßen des Stempels 37 auf eine koni
sche Innenoberfläche der Matrize 39, wobei häufig die Randkante des Stempels
beschädigt wird.
Der untere Totpunkt des Stempels ist zwar an sich bestimmt durch den Hub und die
erwähnte Einstellung des Pressengestells an der Hohlspindel 8. Es überlagert sich
jedoch eine von der Preßkraft abhängige elastische Verformung aller Teile, die die
untere Endstellung des Stempels geringfügig anhebt, was berücksichtigt werden
muß. Bei verminderter Füllung des Formhohlraums verringern sich der Preßdruck und
die Anhebung und es würde zu dem Anstoßen kommen, wenn nicht vorher das
Querteil 31 auf den Anschlagsäulen 28 aufsetzte.
Die getroffene Anordnung des Querteils 31 an dem Querteil 21 schließt aus, daß die
Wegbegrenzung durch Durchbiegung des Querteils 21 zwischen den beiden
Anschlagsäulen 28 mindestens teilweise aufgehoben wird, wie es bei einem unmit
telbaren Anbau des Stempels 37 an dem Querteil 21 statt an dem Querteil 31 und
dann Aufsetzen des Querteils 21 auf den Anschlagsäulen 28 der Fall wäre mit der
Folge, daß es dann dennoch zum Anstoß des Stempels an der Matrizenwand kom
men kann.
Durch die Anordnung der Druckstücke 30 wird der Kraftfluß über dem den Stempel
37 wiederum auf der Achse tragenden Querteil 31 aus der Achse herausgelenkt und
beim Aufsetzen auf die Anschlagsäulen 28 vor dem Weiterfluß durch das Querteil 31
wieder zur Achse hin und in den Stempel 37 hinein teilweise in die Anschläge gelei
tet; es findet keine das Querteil 31 nach dem Aufsetzen auf die Anschlagsäulen 28
nach unten durchbiegende Kraftausübung statt, das Querteil 31 biegt sich eher nach
oben durch, wofür es Platz hat.
Claims (8)
1. Einrichtung an einer Presse für die Herstellung von Formlingen, insbesondere der
Pulvermetallurgie oder der technischen Keramik, aus einer feinkörnigen Masse in
einer aus einer Matrize und mindestens einem Stempel bestehenden Preßform,
die in einem in ein Pressengestell eingesetzten Adapter angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Preßform (39, 37, 41) in einen in den Adapter (11) eingesetzten Werk
zeug-Einbau- und Führungssatz (23) eingebaut ist, der ebenso wie der Adapter
ein die Matrize (39) und darüber ein den Stempel (37) tragendes Querteil aufweist, die
durch das Pressengestell relativ zueinander bewegbar sind, sowie eine Führung (27, 35)
die dabei die beiden Querteile zueinander ausgerichtet hält, und daß das die
Matrize (39) tragende Querteil oder das den Stempel (37) tragende Querteil (31)
des Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes (23) an dem betreffenden Querteil
(21) des Adapters (11) derart verschieblich angeordnet ist, daß durch die Füh
rung (27, 35) des Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes (23) eine Seitenverschie
bung im Betrieb der Presse erzwingbar ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das die Matrize tragende Querteil (Topf 24) oder vorzugsweise das den Stempel (37)
tragende Querteil (31) des Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes (23) an dem
betreffenden Querteil des Adapters (11) mit einer entsprechend begrenzten Kraft
angeklemmt ist, vorzugsweise mittels an sich bekannter Schwenkzylinder.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der der Adapter (11) in an sich bekann
ter Weise für eine Preßform (39, 27, 41), die ferner einen Unterstempel (41) auf
weist, unter dem die Matrize (39) tragenden Querteil (18) ein den Unterstempel
(41) tragendes weiteres Querteil (15) aufweist, das durch das Pressengestell (1)
relativ zu dem die Matrize (39) tragenden Querteil (18) bewegbar ist, sowie eine
Führung (16), insbesondere Stangenführung (16), die dabei das den Unterstem
pel (41) tragende Querteil (15) und das die Matrize (39) tragende Querteil (18)
zueinander ausgerichtet hält,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Unterstempel (41) wie an sich bekannt an dem weiteren Querteil (15)
des Adapters (11) befestigt ist.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das die Matrize (39) tragende Querteil des Werkzeug-Einbau- und Füh
rungssatzes (23) ein die Matrize (39) aufnehmender Topf (24) ist, der in einer
Aufnahme des betreffenden Querteils (18) des Adapters (11) sitzt und an dem
mindestens zwei nach oben ragende Führungssäulen (27) angebracht sind,
denen an dem den Stempel (37) tragenden Querteil (31) angebrachte Führungs
hülsen (35) zugeordnet sind.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das den Stempel (37) tragende, vorzugsweise längliche Querteil (31) des
Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes (23) an der Unterseite des betreffenden
Querteils (21) des Adapters (11) über symmetrisch zur Pressenachse in Abstand
voneinander angeordnete Druckstücke (30) befestigt ist und daß der Weg dieser
Querteile (21, 31) nach unten durch Anschläge (28) begrenzt ist, die an dem die
Matrize (39) tragenden Querteil des Werkzeug-Einbau- und Führungssatzes
(23), vorzugsweise unter den Druckstücken (30), angeordnet sind.
6. Einrichtung nach den Ansprüchen 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Topf (24) einen Flansch (26) aufweist und die Führungssäulen (27)
und/oder die säulenförmigen Anschläge (28) teilweise oder ganz an dem
Flansch (26) angebracht sind.
7. Einrichtung nach den Ansprüchen 2, 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwenkzylinder (32) oder anderen Klemmwerkzeuge an den Druck
stücken (30) angebracht sind.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das die Matrize (39) aufnehmende Querteil des Werkzeug-Einbau- und
Führungssatzes (23) solche Abmessungen hat, daß es in die Aufnahme paßt, die
ein vorhandener Adapter (11) in seinem die Matrize (39) tragenden Querteil (18)
ursprünglich zum Einsetzen der Matrize unmittelbar oder über einen
Zwischenring aufweist.
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1993
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