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Desinfektionsapparat. Es ist bekannt, zur Abtötung etwaiger Bakterien
an zabnärztlichen und chirurgischen Instrumenten diese Instrumente gewisse Zeit
in eine Desinfektionsflüssigkeit zu tauchen. Die bisher dazu verwendeten Behälter
verlangen eine geübte Hantierungsweise und tragen auch weiter große Nachteile in
sich. Durch Eintauchen in die Desinfektionsflüssigkeit sind z# die Instrumente beim
Wiederherausnehmen naß, so d#aß jedesmal ein Abtrocknen nötig ist. Dadurch leidet
die Sterilität, und es geht naturgemäß durch dies Verfahren auch viel von der Flüssigkeit
verloren, was bei den teuren, konzentrierten Desinfektionsmitteln bedeutend ins
Gewicht fällt. Auch ist durch offene Desinfektionsbehälter die Flüssigkeit sehr
der
Verdunstung und V, erunreinigung durch Statib usw. ausgesetzt.
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Alle diese Übelstände werden durch die 'Neuerung beseitigt. Durch
die Erfindung ist ein Apparat geschaffen, der eine unbedingt Schere Sterilisation
der Instrumente gewährleistet und bei dein ein Abtropfen der Instruii.ente im geschlossenen
Apparat geschieht. Die Flüssigkeit kommt mit der Außenluft fast gar nicht in Berührung,
leidet also weder in ihrer Wirksamkeit noch durch Verdunstung, ..#o daß diese Art
der Desinfektion bedeutend Mfacher, sicherer und auch viel sparsamer ist. Das Wesen
der Erfindung besteht darin, daß der Apparat aus zwei zylindrischen oder sonst geeignet
geformten Kammern zur Aufnahnie der zu desinfizierenden Instrumente besteht. Diese
beiden Kammern stehen ein-and#er gegenüber oder sind im rechten Winkel zueinander
angeordnet. In dieser Lage sind die beiden Behälter durch eine beliebige Vorrichtung,
z. B. durch ein rechtwinklig gebogenes breites Flacheisen o. dgl., gehalten
' so
daß also bei Aufstellung des Apparates die eine Kammer stets horizontal
liegt und die andere vertikal hochsteht, oder eine Kammer auf dem Kopf und die andere
aufrecht, während durch Umlegen des Apparates die Kamniern ihre Lage wechseln. Beide
Kammern sind durch einen mit grobem Gewinde, Bajonettverschluß o. dgl. versehenen
Deckel verschließbar. Die Böden der Kammern sind durch ein mit Hahn versperrbares
Rohr verbunden, so daß die in die eine Kammer eingefüllte Desinfektionsflüssigkeit
beim Aufrechtstellen dieser Kammer in die andere abfließen kann. Es kann infolgedessen
die eine Kirnmer stets gefüllt sein, während die andere leer bleibt.
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Die Anwendung des Apparates ist derart, daß man von der aufrecht stehenden
Kammer den Deckel abschraubt und nach vorherigern Schließen des Sperrhahnes der
Verbindungsleitung die Flüssigkeit einfüllt. Der -Deckel wird wieder aufgeschraubt
und der Apparat so umgelegt, daß die andere, also leere Kammer aufrecht steht und
die gefüllte Kammer horizontal liecrt oder auf dem Kopfe steht. \"on der jetzt aufrecht
stehenden leeren Kammer wird der Deckel abgeschraubt und die zu desinfizierenden
Instrumente hineingetan. Darauf wird nach Zuschrauben des Deckels -wieder ein Umstellen
des Apparates vorgenommen, so daß jetzt die mit Flüssigkeit gefüllte Kammer aufrecht
steht, während die mit den Instrumenten beschickte wagerecht liegt oder auf dem
Kopf steht. Jetzt Öffnet man den Hahn des Verbindungsrohres, und die Desinfektionsflüssigkeit
fließt aus der stehenden in die liegende Kammer, die darin liegenden Instrumente
überspülend. Die stehende Kammer wird durch sinn-,emäße Form-ebundes Deckels und
des Bodens bis, auf den letzten Tropfen geleert und kann jetzt ebenfalls mit zu
desinfizierenden Instrumenten beschickt werden. Bei einem erneuten Umlegen der Kammern
wird jeweils die aufrecht stehende Kammer eritleert, so daß die Instrumente völlig
trocken herausgenommen werden können. Den Luftausgleich beim Umwechseln der Flüssigkeit
schafft ein Steigerohr, das die Kammern oberhalb des Flüssigkeitsspieggels in Höhe
des Deckels verbindet.
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Der Apparat kann auch als Dampf- oder Ülsterilisator Verwendung finden.
In einem :;olchen Falle würde das Luftausgleichsrohr durch Einschaltung eines Hahnes
absperrbar gemacht werden. Ferner würden die Deckel rier beiden Kammern mit
je einem Thermonieter zu versehen sein und im Winkel bzw. -zwischen den Kann-nerböden
eine Heizquelle, Gas, Spiritus oder elektrischer Heizkörper, untergebracht werden,
welche jeweils die im stehenden Zylinder befindliche Flüssigkeit zum ErhiLzen bringt.
Das Absperrorgan im Steigerohr verhindert das Eindringen der Flüssigkeit in den
liegenden Zylinder.
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Die Vorteile des Apparates sind klar ersichtlich, wenn man die ständige
Bereitschaft in Betracht zieht. In der einen Kammer werden die Instrumente sterilisiert,
währenddessen die zweite Kammer zur Aufnahme anderer Instrumente benutzbar ist.
Durch das Umschüttverfahren der Flüssigkeit innerhalb der beiden Kammern geht kein
Tropfen von dieser verloren, und die Instrumente kommen völlig trocken aus dem Apparat
heraus.
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Die beiliegende Zeichnung erläutert einen Desinfektionsapparat ohne
Beheizung in einer beispielsweisen Ausführungsart, die Kammern im rechten Winkel
zueinander liegend, und zwar zeigt: Abb. i einen Längsschnitt durch den
Ap-
parat, Abb. 2 eine Ansicht gegen den Apparat. Zwei in einem rechten Winkel
stehende Zvlinder a und b werden durch einen Metallwinkel c so verbunden,
daß der eine Zylinder a wagerecht liegt und der Zylinder b senkrecht steht.
Beide Zylinder haben je einen Deckel e, der mit grobgängigem Gewinde
d,
wie es bei elektrischen Glühlampen üblich ist, versehen ist, und greifen
damit über den Rand des Zylinders, welcher außen mit gleichem Gewinde versehen ist.
Dieser Deckelverschluß kann auch aus einem Bajonettvers#hluß oder sonst einem geeigneten
Verschluß bestehen. Zum besseren Abtropfen der Flüssigkeit ist die Innenfläche der
Deckel, gewölbt und haben dieselben einen freien, nach innen
herabgehenden
Rand f, von dem die Flüssigkeit gut abtropfen kann. Der Luft- und Flüssigkeitsabschluß
zwischen Deckel und Zviiiider erfolgt durch eine Gummidichtung g, die Böden it der
Zylinder stehen durch ein Rohr i in Verbindung und ist der Auslauf k nach
dein tiefsten Punkte der Wölbung verlegt, damit die Flüssigkeitsmenge bis zum letzten
Tropfen abfließen, also durch die Röhre i in die andere Kammer gelangen kann. Die
Eingänge in das Rohr i sind durch Siebe 1 geschützt. In die Zylinder ist
im Boden je ein Einsatzboden ni, eingefügt, der sich in einen rings in den
Zylinder verlaufenden Haltering n aufsetzt. barnit keine Flüssigkeit beim Auswechseln
dieser in dem anderen Zylinder 7urückbleihen kann, ist der Einsatzboden in gewölbt
und mit einer in der Mitte gelegenen Austrittsöffnung o versehen. Um zu verhindern,
daß kleine und spitze zu desinfizierende Instrumente durch die Öff-
nung o
gleiten können, ist auf die Öffnung o
ein durchlöcherter Rohrstutzenp aufgesetzt,
der durch eine dachförmige Klappe q abgedeckt wird. Die Verbindungsröhre i zivischen
den beiden Böden n ist durch einen Hahn r absperrbar. Zum Luftausgleich zwischen
beiden 7-vlinderna und b ist in Höhe der Verschlußdeckel, also über dem Flüssigkeitsspiegel,
ein _Verbindungsrohr S
eingeschaltet, welches die entstehende Druck-oder Satigluft
reguliert. Dieses Verbindungsrohr kann aber auch gleichzeitig zum Erfassen des Apparates
dienen.
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Der breite Metallwinkel c, welcher beide Zvlindera und b verbindet,
hat die Stärke der Durchmesserunterschiede zwischen Deckel und Außenseite der Zylinder,
damit der eine Zvlinder stets senkrecht steht.
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Die Anwendungsart ist folgende: Der Deckel e des stehenden
Zvlinders b wird abgeschraubt, der Sperrh#lm r des Verbindungsrohres i, zugedreht
und nun der Zylinderb zu zwei Dritteln mit Flüssigkeit gefüllt. Nach Zuschrauben
des Deckelse wird der Apparat jetzt umgekippt, und zwar so, daß der Zvlindera senk-recht
steht. Es wird die Haubee des ZvIindersa abgeschraubt, dieser mit zu desin#zierenden
Instrumenten heschickt und wieder verschlossen. Darauf wird der Sperrhahn r geöffnet
und der Ap-
parat wieder umgekippt, so daß jetzt wieder der mit Flüssigkeit
gefüllte Zylinder b senkrecht steht. Die Flüssigkeit entweicht durch den
offenen Hahn r jetzt über die Röhrei in den wagerecht liegenden, mit Instruinenten
beschickten Zylinder a. Während der Dauer der Desinfektion kann nun der Zylinder
b geöffnet werden und wird mit Instrumenten gefüllt, worauf man ihn wieder
verschließt. jetzt wird der Sperrhahn r geschlossen, der Apparat wieder gekippt,
so (laß Zylinder b wagerecht liegt. Die Flüssigkeit im aufrecht stehenden
Zylinder a umspült die Instrumente, und zwar so lange, bis die Abtötung der Bakterien
geschehen ist. Nach erfolgter Desinfektion wird der Hahn r wieder geöffnet, so daß
die Desinfektionsflüssigkeit in den wagerecht liegenden Zylinder b läuft
und hier eine Desinfektion der Instrumente vornimmt. Nach einigen Minuten ist die
Flüssigkeit von den Instrumenten so weit abgetropft, daß man nach öffnen des Zylinders
die Instrumente fast trocken herausnehmen kann und *den Zylinder neu besdhickt.
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Die Anwendungsart bei der gegeneinanderstehenden Anordnung der Kammern
ist die gleiche.