DE4306196C2 - Lehrspielzeug für Blinde - Google Patents
Lehrspielzeug für BlindeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Lehrspielzeug für Blinde und
Puppenkleider oder Schürzen zum Anbringen an Puppen be
kannter Art, um diese als Teile für die erfindungsgemäßen
Lehrspielzeuge verwenden zu können.
Lehrspielzeug für sehende Kinder, mit denen ein Lehr
inhalt spielerisch vermittelt werden kann, ist in
verschiedenen Ausführungen bekannt.
Ein aus der DE 24 00 386 A1 bekanntes Lehrmittel besteht
aus einer Tafel, an der Veranschaulichungselemente unter
schiedlich angeordnet werden können. Die Veranschaulich
ungselemente werden, ähnlich wie beim Klettverschluß, mit
Hilfe von Fasern an der Tafel befestigt.
Bei einem anderen Lehrspielzeug gemäß der DE 31 52 024 A1,
werden verschieden zueinander anordenbare Lernbausteine
mit Hilfe von Magneten zu unterschiedlichen Formen
zusammengefügt.
Abgesehen von der im ersten Beispiel zur Verwendung als
Lehrmittel nötigen Sehfähigkeit sind beide Beispiele auch
bezüglich ihrer Befestigung für Blinde ungeeignet, da die
Kraftwirkung im wesentlichen nur in eine Richtung wirkt,
und die einzelnen Verbindungselemente senkrecht zu der
Kraftrichtung leicht verschoben werden können. Blinde können
durch ein unbeabsichtigtes Stoßen aus der falschen Richtung
ein Veranschaulichungselement oder einen Baustein ver
schieben oder sogar vom Lehrmittel abtrennen. Besonders bei
magnetischer Haftung wird dies allgemein als wesentlicher
Nachteil angesehen, so daß magnetische Haftelemente bei
Gegenständen für Blinde nicht eingesetzt werden.
Als weiteres Lehrspielzeug beschreibt die EP 0 040 682 A2
eine Puppe, die in der Lage ist, Symbole oder Bilder zu
erfassen und diese in sprachlicher Form über eine Sprach
syntheseelektronik auszugeben. Das Kind lernt über die
doppelte Information, Sprache und Aussehen, daß ein
Zusammenhang zwischen Symbolen oder Bildern mit der Sprache
besteht. Es wird so sprachlich und in seiner visuellen
Erkenntnisfähigkeit geschult.
Ein derartiges Lehrspielzeug eignet sich aber wegen der
fehlenden Sehkraft nicht für die Ausbildung blinder Kinder.
Außerdem ist dieses Lehrspielzeug technisch sehr aufwendig,
wodurch nur bei großer Stückzahl eine kostengünstige
Herstellung möglich ist. Der Markt für spezielles
Blindenspielzeug ist jedoch zu klein, um technisch ähnlich
aufwendige Systeme für die Ausbildung blinder Kinder zu
fertigen. Für blinde Kinder müssen deshalb wesentlich
einfachere Lehrspielzeuge geschaffen werden.
Wesentliches Hilfsmittel zur Ausbildung von Blinden sind
Bücher und Schriften in Blindenschrift. Sie gestatten dem
Blinden, trotz seines Sehmangels, sich in einer visuell
orientierten Welt zurechtzufinden und zu informieren. Des
wegen wäre es vor allem sinnvoll, Lehrspielzeug zu schaffen,
welches Blindenschrift spielerisch vermitteln kann.
Das Erlernen der Blindenschrift ist vor allem bei
Blindgeborenen problematisch, da diese gleichzeitig mehrere
unterschiedliche Erkenntnisschritte vollziehen müssen, wie
weiter unten ausgeführt wird.
Dagegen ist es Blinden, die die Sehkraft während ihres
Lebens verloren haben, normalerweise einsichtig, daß sie
den Tastsinn statt der Sehkraft einsetzen müssen. Besonders
wenn die Blinden älter sind, ist es ihnen aufgrund ihrer
Lebenserfahrung bewußt, daß man Begriffe zum Beispiel in
Form von geschriebenen Worten oder Symbolen abstrahieren
kann. Deshalb ist kein wesentlich neuer Erkenntnisschritt
erforderlich, eine Blindenschrift, die sogenannte Braille
schrift, durch Üben zu lernen.
Der Blinde muß erst den Tastsinn ausbilden, um die
Buchstaben als einzelnes zu erfassen, damit er dann die
einzelnen Formen der Buchstaben erkennen kann. Dies ist nur
im Einzelunterricht möglich.
Aus der DE 35 18 890 A1 ist beispielsweise ein Körper
zur Prüfung des Tastvermögens bekannt, bei dem in dem
Körper verschiedene Einzelelemente mit ertastbarer Infor
mation variabel angeordnet werden können. Dieses Gerät kann
auch als Trainingsgerät für Blinde eingesetzt werden. Es
hat aber den Nachteil, daß immer ein Psychologe oder
Blindenlehrer beim Lernen gebraucht wird, was sehr perso
nalintensiv ist. Ferner ist dieses Gerät kaum für kleinere
Kinder verwendbar, da es den Lehrinhalt nicht spielerisch
vermitteln kann.
Bei Blindgeborenen besteht gegenüber später Erblindeten
ein zusätzliches, schwieriger zu lösendes Problem. Diese
Personengruppe hat weder die Erfahrung, wie ein Gegenstand
ausgebildet ist, noch ist die Erkenntnis vorhanden, daß die
Punkte der Blindenschrift in irgendeinem Zusammenhang mit
anderen ertasteten Gegenständen stehen. Vor allem ist dies
bei Taubblinden problematisch, da hier außerdem die gedank
liche Verbindung über das Lernen von Worten fehlt.
Bei diesen Personen muß nicht nur das Ertasten von
Gegenständen gelernt werden, sondern es muß zusätzlich die
Erkenntnis vermittelt werden, daß die Punkte der
Blindenschrift eine Symbolsprache für Dinge sind, die am
Gegenstand für das Kind ganz andersartige Tasteindrücke
darstellen. Dieser Zusammenhang ist nur schwer zu
vermitteln.
Außerdem ergeben sich weitere Komplikationen bei dem
Erlernen der Blindenschrift, wie die Erfassung des
Zeilenanfangszeichens, das bei Büchern verwendet wird,
damit der Blinde erkennt, ob der vorliegende Text richtig
herum liegt. Das Erkennen des Zeilenanfangszeichen und
seines Sinns bedeutet einen weiteren Abstraktionsgrad, der
von den Kindern erst später erfaßt werden kann.
Deswegen kann ein Schüler der Blindenschrift kaum
selbstständig lernen. Das bedeutet, man muß sich intensiv
um den Schüler kümmern. Die Notwendigkeit des Einzel
unterrichts macht die Ausbildung kostenintensiv.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Lehrspielzeug zu
schaffen, welches es einem blinden Kind gestattet, aufgrund
technischer Eigenschaften des Lehrspielzeugs den Tastsinn
weitgehend selbstständig auszubilden, den symbolischen Zu
sammenhang von Schrift und den mit der Schrift bezeichneten
Gegenständen deutlich zu machen und das Kind an das
Lesenlernen von Blindenschrift spielerisch heranzuführen.
Die Aufgabe wird durch ein Lehrspielzeug gemäß dem
Anspruch 1 gelöst. Puppenkleider und Schürzen, um eine
handelsübliche Puppe als erfindungsgemäßes Lehrmittel aus
zustatten, sind in Anspruch 5 angegeben. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind in den abhängigen Unteransprüchen
gekennzeichnet.
Erfindungsgemäß werden an einem Gegenstand Platten oder
Folien, die mit Erhebungen versehene sind, lösbar befestigt.
Der Gegenstand kann zum Beispiel eine Puppe, ein Stofftier,
Spielbausteine oder anderes Spielzeug sein. Die Erhebungen
sollen den Tastsinn des Blinden schulen. Wenn sich das
blinde Kind mit dem Spielzeug beschäftigt, erfährt es, daß
sich an unterschiedlichen Stellen immer die gleichen
Erhebungen findet und kann sie dem Spielzeug oder Teilen
davon zuordnen. Dadurch, daß die Platten oder Folien von
dem Spielzeug entfernt werden können, erfaßt es, daß die
Platten nicht zum Spielzeug gehören und kann eine
begriffliche Trennung nachvollziehen. Außerdem können in
vorteilhafter Weise neue Begriffe zum Weiterlernen
angebracht werden.
Die Erhebungen dienen als Informationsträger. Sie können
beilspielsweise auf der Platte oder der Folie in Form von
Ornamenten oder Bildern ausgebildet sein. Diese Version
wird vor allen Dingen für kleinere Kinder gewählt werden.
Für ältere Kinder sieht eine Weiterbildung der Erfindung
vor, die Erhebungen als Wort oder Text in Blindenschrift
auszubilden. Wenn beispielsweise ein Kind immer am Kopf
eine Platte mit dem Wort "Kopf", an der Hand eine Schrift
"Hand" usw. findet, kann es das Schriftbild dem Teil
gegenstand direkt zuordnen. Besonders geeignet ist die
Verwendung des Lehrspielzeugs, wenn für ein kleineres Kind
erst an den betreffenden Stellen ein Bild der Hand oder des
Kopfes angeordnet werden, welches später beim Lesenlernen
gegen Begriffe in Blindenschrift ausgetauscht werden.
Diese sich aus der Erfindung ergebende Möglichkeit,
Platten altersgemäß unterschiedlich zu verwenden, stellt
einen weiteren Vorteil der Lösbarkeit der Befestigung dar.
Eine Weiterbildung der Erfindung ist vor allem bei Ge
genständen anwendbar, die ein Abspielgerät für Tonträger
aufweisen. Es sind z. B. sogenannte sprechende Puppen
bekannt, die in ihrem Körper einen einfachen Plattenspieler
haben, der einen kleinen Text abspielen kann. Werden auf
einem solchen Spielzeug Platten oder Folien angebracht, die
ein Bild zum Text oder den Text selbst in Blindenschrift
darstellen, dann kann das Kind beim Betasten des Spielzeugs
seinen Tastsinn in einfacher Weise ausbilden oder lesen
lernen. Es ist zu erwarten, daß das Kind dies besonders
gern tut, wenn es an das Spielzeug emotional gebunden ist,
wenn es also beispielsweise seine Lieblingspuppe ist.
Die zu ertastenden Informationen auf den erfindungs
gemäßen Platten oder Folien, beispielsweise ein in
Blindenschrift geschriebener Text oder ein durch die
Erhebungen gebildetes Reliefbild, können die Information
des Tonträgers untermalen, oder der Text auf dem Tonträger
kann auf die auf der Folie oder Platte befindliche
Information hinweisen.
Neben schulischen Texten können auch Lieder, Gebete,
Märchen usw. auf dem Tonträger verwendet werden.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, auch han
delsübliche Puppen oder Stofftiere mit den erfindungs
gemäßen Folien auszurüsten. Dazu ist eine Schürze oder ein
Kleid vorgesehen, das einfach an der Puppe oder dem
Stofftier befestigt werden kann. Die Erhebungen sind auf
der Vorderseite der Schürze oder des Kleides angeordnet.
Als besonders geeignetes Material erweisen sich für die
Prägung von Blindenschrift geeignete Papiere oder dünne
Kunststoffolien, die nach im Stand der Technik bekannten
Verfahren hergestellt werden können. Üblicherweise wird man
zum besseren Ertasten von Erhöhungen steifes Papier nehmen,
also Papier mit 150-200 g/cm², vorzugsweise 160-170 g/cm².
Da diese Papiere aber für die Schürze oder das Puppenkleid
zu steif sein können, wird dann zweckmäßigerweise ein Papier
mit Blindenschrift auf der Schürze oder dem Puppenkleid,
das vorzugsweise aus Stoff genäht ist, beispielsweise durch
Kleben, angebracht. Um die Steifigkeit des Kleides aufgrund
des Papiers weiter herabzusetzen, ist es zweckmäßig, das
Papier zu unterteilen, beispielsweise zwischen allen
Buchstaben. Damit bleibt die Schürze oder das Kleid im
wesentlichen elastisch, es ist aber dadurch auch möglich
eine gut ertastbare Schrift auf härterem, besser ertastba
rem Material auf dem Kleid anzubringen.
Als Befestigungsmittel für derartige Schürzen sind
Träger geeignet, die einfach über die Gliedmaße der Puppe
gezogen werden, damit sie an der Puppe halten. Die Träger
sollten im wesentlichen als elastisches Band ausgeführt
sein, damit sie auch von einem noch unbeholfenen Kleinkind
bei entsprechender Dehnung leicht über den Puppenkörper
gezogen werden können. Die Träger können mit der als
Schürze dienenden Folie verklebt, vernäht oder verschweißt
werden oder an entsprechenden in der Folie vorgesehenen
Löchern verknotet werden.
Bei anderen Spielzeugen oder wenn einzelne Gliedmaßen
einer Puppe mit erfindungsgemäßen Folien oder Platten
versehen werden sollen, ist diese Befestigung nicht ge
eignet, da die Bänder von einem Spielbaustein auch leicht
wieder herunterrutschen können. Eine Befestigung durch
Haken, Druckknöpfe Klettverschlüsse oder ähnliches er
scheint ungeeignet, da entweder das Befestigungsmittel zu
fest ist, als daß kleine Kinder mit dem Lehrspielzeug
spielerisch umgehen können, oder sie sind so leicht lösbar
befestigt, daß sie durch das blinde Kind bei unvorsichtigem
Spielen unbeabsichtigt abgestreift werden können.
Um die unterschiedlichen Anforderungen an die
Befestigung, nämlich leichte unkomplizierte Lösbarkeit bei
gleichzeitigem Schutz vor unbeabsichtigtem Lösen, erfüllen
zu können, sieht eine Weiterbildung vor, Platten und den
Gegenstand, an dem die Platten befestigt werden sollen, mit
einander zugeordnete Erhöhungen und Vertiefungen auszu
statten, wobei nur eine leicht lösbare Verbindung dazwischen
vorzusehen ist.
Befindet sich beispielsweise eine Erhöhung in Form eines
geometrischen Prismas an der Platte und ein entsprechender
Hohlraum in dem Gegenstand, wie dem Puppenkörper, dann
führt nur eine beabsichtigte Kraftwirkung in Richtung der
Prismenachse zu einem Lösen der Befestigung Unbeabsichtige
Stöße werden an den Mantelflächen der geometrischen Pris
menformen aufgefangen und das Lösen der Platte vom Gegen
stand wird verhindert.
Bei entsprechend kleinem Spiel zwischen der Vertiefung
und der Erhöhung ergibt sich auch direkt eine Verbindung
zwischen Platte und Gegenstand aufgrund der Haftreibung. Es
entsteht dann eine der bekannten Nut-Feder Verbindung
ähnliche Befestigung, wobei die Erhöhung als Nut und die
Vertiefung als Feder angesehen werden kann. Für die leichte
Lösbarkeit der Befestigung kann es aber günstiger sein, ein
genügend großes Spiel vorzusehen und eine Befestigung auf
andere Weise an den Vertiefungen und Erhöhungen zu bewirken,
wie später ausführlicher beschrieben wird.
Bei der Ausgestaltung der Erfindung mittels einander
angepaßter Erhöhungen und Vertiefungen, muß das Kind auch
die Form der Erhöhung bzw. Vertiefung erfühlen, um es in
geeigneter Richtung einstecken zu können. Es ergibt sich so
vorteilhaft eine neue Spielmöglichkeit, die die Ausbildung
des Tastsinns fördert.
Um ein leichteres Einstecken der Erhöhung in die Ver
tiefung zu gestatten, ist es zweckmäßig, das Spiel zwischen
Erhöhung und Vertiefung in dem Bereich von Erhöhung und
Vertiefung, die beim Beginn des Zusammensteckens zusam
menwirken, zu vergrößern, also die Vertiefung nach außen
hin zu erweitern oder die Erhöhung nach außen hin ballig
oder spitz zu verjüngen. Die erweiterten bzw. verjüngten
Bereiche können dann als Führung ausgestaltet sein, um dem
blinden Kind ein einfacheres Anbringen der Platte am
Gegenstand zu ermöglichen.
Aufgrund der Ausgestaltung der Befestigung mit
Erhöhungen und Vertiefungen, beispielsweise in der Form
gleicher geometrischer Prismen, ist es auch möglich, die
Gestalt der Prismen so auszulegen, daß die Platte nur in
eine Richtung eingesteckt werden kann. Das hat den Vorteil,
daß das Kind die Platte immer in derselben Stellung am
Gegenstand vorfindet und das Lernen von richtungsangebenden
Zeichen in Blindenschrift, wie das Zeilenanfangszeichen,
auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden kann. Das
Kind kann dann die Schrift nicht zufälligerweise auf dem
Kopf stehend vorfinden.
Die an einer Puppe angeordneten Platten sollten nicht
vertauschbar sein, damit beispielsweise eine Platte mit der
Aufschrift "Kopf" nicht an der Hand oder dem Fuß befestigt
werden kann. Deshalb sieht eine Weiterbildung der Erfindung
vor, die Erhöhungen und Vertiefungen unterschiedlich
auszugestalten, so daß jede Platte nur an einer bestimmten
Position befestigbarbar ist. Das ist dann möglich wenn die
Erhöhungen und Vertiefungen in Gestalt von Prismen
ausgeführt werden, wobei die Grundfläche der Prismenform an
den verschiedenen Positionen unterschiedlich ist.
Um dem Kind ein möglichst leichtes Einführen der Er
höhungen in die Vertiefungen zu gestatten, ist es, wie oben
schon angesprochen, zweckmäßig, ein genügend großes Spiel
zwischen beiden vorzusehen. Dann muß aber ein gesondertes
Befestigungsmittel verwendet werden. Weiterbildungen
bezüglich der Befestigung werden im folgenden beschrieben.
Bei einer Weiterbildung wird eine ähnliche Befestigung
benutzt, wie sie bei den bekannten Lego®-Bausteinen
Verwendung findet. Dabei sind eine oder mehrere Noppen an
Erhöhung oder Vertiefung ausgebildet, die in das zugehörige
Gegenstück, Vertiefung oder Erhöhung, eingreifen und dort
formschlüssig oder kraftschlüssig durch eine oder mehrere
Eingriffshöhlungen befestigbar sind. Bei einer formschlüs
sigen Verbindung ist die Eingriffshöhlung der Noppe ange
paßt. Bei einer kraftschlüssigen Verbindung, greifen nur
Teile innerhalb der Eingriffshöhlung an der Noppe an und
klemmen sie dort fest.
Es können aber auch Gegenstände mit der Erfindung
ausgebildet werden, die einen Hohlkörper mit nur einer
dünnen Wand darstellen. Vertiefungen der vorher beschrie
benen Art sind bei derartigen Gegenständen nicht verwendbar,
da nicht genügend Material in der Tiefe zur Verfügung steht.
Die entsprechende Weiterbildung der Erfindung sieht vor,
die Erhöhung beispielsweise im wesentlichen prismenförmig
auszugestalten und in dem Hohlkörper als Vertiefung ein
Loch vorzusehen, das die Form der Grundfläche des Prismas
der zugeordneten Erhöhung hat. Der Randbereich des Loches
wird außerdem elastisch ausgebildet, so daß er sich bei
Einschieben der Erhöhung wegbewegt. In der Mantelfläche der
prismenförmigen Erhöhung ist eine Nut vorgesehen, in die der
Randbereich nach vollständigem Einschieben der Erhöhung
hineinrutscht. Durch das Eingreifen des Randbereichs in die
Nut wird die Platte an dem Gegenstand befestigt.
Die genannten Beispiele eignen sich besonders für Aus
führungsformen, die aus Kunststoff hergestellt sind. Sie
lassen sich zwar beispielsweise auch bei Holzbausteinen
verwenden, die Formgebung ist jedoch bei Holzteilen unge
eignet für eine kostengünstige Fertigung.
Weiterbildungen sehen daher vor, an Erhöhungen oder
Vertiefungen Klettverschlüsse anzukleben oder Magnete und
Metalle anzubringen. Auch hier ist eine leichte Lösbarkeit
gegeben. Üblicherweise werden magnetische Befestigungen
oder Klettverschlüsse als Befestigung bei Gegenständen für
Blinde abgelehnt, da ein unbeabsichtigter Stoß die Be
festigung leicht löst. In diesem Fall verhindert das
Ineinandergreifen von Erhöhungen und Vertiefungen aber ein
unbeabsichtigtes Auseinanderreißen.
Mit den Weiterbildungen stehen die verschiedensten Be
festigungsmittel für eine Verwirklichung des erfindungs
gemäßen Lehrspielzeugs zur Verfügung. Bei Puppen aus
Kunststoff können beispielsweise die Befestigung mit Noppen
und Eingriffshöhlung an Armen, Beinen, Händen usw.
verwendet werden. Da Puppen aus Kunststoff häufig einen
Hohlkörper als Bauch haben, lassen sich dort die be
schriebene Befestigung aufgrund von Noppen oder dem Ein
griff von dem Randbereich des Hohlkörpers in eine Nut für
die zugehörigen Erhöhung leicht verwirklichen.
Erfindungsgemäße Holzbausteine, bei denen die Platten
beispielsweise einen Bauplan für ein Gebäude beschreiben,
können mit den angesprochenen Klettverschlüssen oder
magnetischen Verbindungen verwirklicht werden.
Bei den letztangesprochenen Ausführungsformen der
Erfindung kann man aus Kostengründen auch die Platte mit
der Erhöhung einstückig aus Kunststoff herstellen. Im Holz
wird dann ein entsprechendes Gegenstück ausgefräst.
Klettverschlüsse oder magnetische Teile können dann
angeklebt werden.
Um Verletzungsgefahr zu vermeiden, ist es zweckmäßig,
Kanten und Ecken der Teile zur Befestigung der Platten
nicht zu scharf auszuführen. Deswegen werden alle Ecken und
Kanten abgerundet.
Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich auch aus den
nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispielen in Ver
bindung mit den Ansprüchen und der Zeichnung. Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäßes Lehrspielzeug in Form
einer Puppe mit einer als Schürze ausgebildeten
Folie,
Fig. 2 eine Hand einer Puppe gemäß einem anderen
Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Fig. 3 Ausführungsbeispiel für eine Befestigung zwi
schen einem Gegenstand und einer erfindungsgemäßen
Platte,
Fig. 4 Schnitt durch die Befestigung gemäß Fig. 3,
Fig. 5 Schnitt, ähnlich wie Fig. 4, für ein anderes
Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Fig. 6 und 7 Schnitt, ähnlich wie Fig. 4., für weitere
Ausführungsbeispiele der Erfindung.
Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung. Das
Lehrspielzeug ist dabei eine Puppe 10, an der eine Folie 12
mit Blindenschrift lösbar befestigt ist. Bei diesem
Ausführungsbeispiel kann die Puppe 10 handelsüblich sein.
Im Ausführungsbeispiel ist die Puppe mit einem Abspielgerät
für einen Tonträger, beispielsweise einer Schallplatte
ausgerüstet.
In Übereinstimmung mit einer Aufnahme auf dem Tonträger
ist ein Text oder eine begleitende Zeichnung in Form eines
Reliefbildes auf der Folie 12 durch Erhebungen 14 dar
gestellt. Ein Blinder kann den Text durch Lesen der
Blindenschrift oder das entsprechende den Text begleitende
Reliefbild erfühlen.
Die Folie besteht im Ausführungsbeispiel aus Kunststoff
einer so großer Dicke, daß sich in diesem Material gut
Erhebungen 14 einprägen lassen. Es ist auch möglich, eigene
Texte in Blindenschrift durch Durchstechen einer Schablone
anzubringen.
Alternativ zu dem Kunststoff läßt sich auch Papier
verwenden. Üblicherweise wird man zum besseren Ertasten von
Erhöhungen steiferes Papier nehmen, also Papier mit 150-200 g/cm²,
vorzugsweise 160-170 g/cm². Diese Papiere sind
aber für eine Schürze oder das Puppenkleid im allgemeinen
zu steif.
Deswegen ist es zweckmäßig bei der Verwendung von Papier
der obengenannten Sorte, einen anderen Weg einzuschlagen.
Dabei wird ein Papier mit Blindenschrift auf der Schürze
oder dem Puppenkleid, das vorzugsweise aus Stoff genäht ist,
beispielsweise durch Kleben, angebracht. Um die Steifigkeit
des Kleides aufgrund des Papiers herabzusetzen, wird das
Papier außerdem unterteilt, beispielsweise zwischen allen
Buchstaben. Damit bleibt die Schürze oder das Kleid im
wesentlichen elastisch. Es ist aber dadurch auch möglich,
eine gut ertastbare Schrift auf härterem, besser
ertastbarem Material, wie Papier, auf dem Kleid anzubringen.
Die Folie 12 ist an der Puppe 10 lösbar befestigt.
Deshalb kann der Tonträger zusammen mit der Folie
aufbewahrt bzw. bei Einlegen eines anderen Tonträgers eine
andere, zugehörige Folie 12 an der Puppe 10 befestigt
werden.
Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 wird die Folie 12 an
der Puppe 10 durch Träger 16, die über die Arme 20 der
Puppe 10 gestreift werden, und ein Gurtband 18, das über
die beiden Beine und den Unterleib 22 der Puppe 10
gestreift wird, befestigt. Das Gurtband 18 hält die Folie
12 im Bereich der Hüfte an der Puppe 10.
Die Träger 16 und das Gurtband 18 sind aus elastischem
Material gefertigt. Die hohe Elastizität ist eine
wesentliche Eigenschaft dieser Ausführungsform. Die Träger
16 und das Gurtband 18 sollen so elastisch sein, daß das
Kind das Gurtband 18 so lang ziehen kann, daß es weit über
die Beine der Puppe 10 reicht. Das Kind sieht ja beim
Überstreifen der Folie 12 die Beine der Puppe 10 nicht, es
soll aber trotzdem die Folie 12 leicht befestigen können.
Die Träger 16 und das Gurtband 18 sind im Ausfüh
rungsbeispiel Gummibänder, die an der Rückseite der Folie
12 verklebt sind. Für eine andere Befestigungsart ist
vorgesehen die Träger 16 oder das Gurtband 18 mit der Folie
12 zu vernähen. Für eine andersartige Befestigung können
in der Folie 12 auch Löcher vorgesehen sein, durch die die
Gummibänder hindurchgeführt und verknotet werden.
Die auf der Folie 12 durch die Erhebung 14 dargestellte
Information gehört zum Text auf dem Tonträger, der ein
Märchen, ein Gedicht, ein Gebet, ein Lied oder ähnliches
sein kann. Die Folien 12 des Ausführungsbeispiels können
zusammen mit dem Tonträger als Set für handelsübliche
Puppen 10 vertrieben werden. Es ist jedoch auch möglich,
eine spezielle Puppe 10, die auch in ihren Abmessungen einen
größeren Text auf der Folie 12 zuläßt, zu fertigen und diese
mit Folien und Tonträgern zusammen zu vertreiben.
Die Folie 12 zusammen mit den Trägern 16 und dem
Gurtband 18 stellt zusammen eine Schürze dar. Es ist aber
analog auch möglich, Kleider mit Blindenschrift zu versehen
und der Puppe 10 diese dem Tonträger entsprechend anzu
ziehen.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel werden mit Erhe
bungen 14 versehene Platten 30 an Teilen des zum Lehr
spielzeug gehörenden Gegenstands lösbar befestigt. Fig. 2
zeigt als Beispiel die Hand 25 einer Puppe, an der eine
Platte 30 mit der durch Erhebungen 14 dargestellten In
formation "Hand" dargestellt ist. Statt Informationen in
Blindenschrift auf die Platte 30 aufzubringen, kann man,
wenn nicht das Lesenlernen sondern die Formerkennung ge
fördert werden soll, auf der Platte 30 durch Erhebungen 14
reliefartig eine Hand darstellen.
Da Blinde aufgrund ihrer fehlenden Sehfähigkeit leicht
unbeabsichtigt gegen die Platte 30 stoßen können, muß die
Befestigung gegen derartige Stöße sicher genug sein. Diese
Forderung widerspricht einer zweiten Forderung, daß die
Befestigung auch für kleinere Kinder in geeigneter Weise
einfach zu lösen sein soll.
Wie diese entgegengesetzten Forderungen miteinander
vereinbart werden können, ist in den Beispielen der Fig. 3
bis Fig. 7 gezeigt.
Fig. 3 zeigt eine Platte 30 von der der beschrifteten
Seite gegenüberliegenden Rückseite her. Auf der Rückseite
ist eine Erhöhung 34 angebracht, die die Form eines
geometrischen Prismas mit dreieckiger Grundfläche 36 hat.
Der Gegenstand weist an einer der Platte zugeordneten
Position, beispielsweise an der Hand 25 im Beispiel gemäß
Fig. 2, eine entsprechende Vertiefung 60 auf, und zwar
ebenfalls in der Form eines geometrischen Prismas mit
dreieckiger Grundfläche. Die der Vertiefung 60
entsprechende dreieckige Grundfläche ist etwas größer als
die der Erhöhung 34. Dadurch kann die Erhöhung 34 leicht in
die Vertiefung 60 hineingeschoben werden.
Diese Ausbildung hat den Vorteil, daß die Platte 30 mit
ihrer Erhöhung 34 nur in eine Richtung leicht bewegt werden
kann. In alle anderen Richtungen wird ein Stoß durch die
dabei aufeinanderwirkenden Mantelflächen der Prismenform
von Erhöhung 34 und Vertiefung 60 aufgefangen.
Ein Auseinandernehmen oder Zusammenstecken ist aber nur
in Richtung der Achse der prismenförmigen Grundform von
Erhöhung 34 und Vertiefung 60 möglich. In dieser Richtung
wirkt auch das Befestigungsmittel, das in diesem Beispiel
aus einer Eingriffshöhlung 38 und einer Noppe 62 besteht.
Die Noppe 62 und die Eingriffshöhlung 38 sind in Fig. 4
erkennbar, die einen Schnitt durch das Ausführungsbeispiel
von Fig. 3 darstellt. In dem dargestellten Ausführungs
beispiel sind Noppe 62 und Eingriffshöhlung 38 zylindrisch
ausgebildet. Zur Befestigung wird die Noppe 62 in die
Eingriffshöhlung 30 eingeführt, wo sie aufgrund der Form
schlüssigkeit festgehalten wird.
Statt der zylindrischen Ausbildung der Eingriffshöhlung
38 können auch elastische oder teilelastische Stege
vorgesehen sein, die an der Noppe 62 angreifen, so daß sich
eine kraftschlüssige Befestigung ergibt.
Aus Fig. 4 ist zu erkennen, daß zwischen der Erhöhung 34
und der Vertiefung 60 ein Spiel besteht, welches ein
einfaches Einführen der Erhöhung 34 in die Vertiefung 60
gestattet. Die Befestigung mittels Noppe 62 und
Eingriffshöhlung 38 erfolgt erst, dann wenn die Erhöhung 34
fast vollständig in der Vertiefung 60 eingeführt ist. Damit
ist es auch für einen Blinden leicht, die Teile zu
sammenzuführen.
Um ein noch einfacheres Einführen zu ermöglichen, können
die Seiten der Vertiefung 60 oder das äußere Ende der
Erhöhung 34 auch so ausgestaltet sein, daß beim ersten
Einstecken das Spiel größer ist, also die Vertiefung 60
sich beispielsweise nach außen erweitert, oder die Erhöhung
34 in Einsteckrichtung verjüngt ist.
Schon das Einstecken der Platte 30 an dem Gegenstand
stellt für den Blinden eine Schulung des Tastsinns dar. Er
muß die Form der Vertiefung 60 und der Erhöhung 34 tastend
erfassen sowie die richtige Richtung zum Einstecken be
stimmen, nur dann ist ein Einstecken möglich.
Statt die Befestigungsart mittels Noppe 62 und
Eingriffshöhlung 38 zu wählen, kann man die Mantelflächen
der prismaartigen Grundform von Erhöhung 34 und Vertiefung
60 auch eng aneinanderliegend ausbilden und so eine
formschlüssige Verbindung schaffen. Das ermöglicht eine
einfache Form für die Vertiefung 60 und die Erhöhung 34.
Ein besonderer Vorteil ergibt sich, wenn die dreieckige
Grundfläche 36 im Ausführungsbeispiel der Fig. 3 und 4 ein
ungleichseitiges Dreieck darstellt. Dann kann die Erhöhung
34 in die Vertiefung 60 nur in einer Orientierung einge
führt werden. Diese Maßnahme stellt sicher, daß gelöste und
wieder neu angeordnete Platten 30 immer dieselbe Orien
tierung aufweisen, das darauf geschriebene Wort sich also
nicht auf dem Kopf stehend befinden kann. Dann ist das
Lernen vom Blindenschrift vereinfacht, da das lernende Kind
am Anfang nicht besonders beachten muß, in welcher Orien
tierung sich die Schrift befindet. Auf das Unterrichten von
richtungsanzeigenden Blindenzeichen, wie das Zeilenanfangs
zeichen, kann deshalb verzichtet werden.
Die Grundfläche kann auch andersartig geformt sein. Bei
Gegenständen, an denen mehrere Platten 30 an verschiedenen
Positionen befestigt werden sollen, ist vorgesehen, an
jeder Position die prismenförmige Vertiefung 60 und Erhöhung
34 mit anderen Grundflächen auszugestalten, so daß jede
Platte 60 nur an einer bestimmten Position befestigt werden
kann. Damit ist sichergestellt, daß derselbe Schriftzug sich
nicht an unterschiedlichen Positionen befinden kann, sondern
beispielsweise die Schrift "Hand" nur an der Puppenhand,
"Kopf" nur am Puppenkopf usw.. Diese Ausgestaltung
sichert also mit technischen Mitteln immer dieselbe Zu
ordnung.
Fig. 5 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel, das vor
allem geeignet ist, Platten an einem Hohlkörper, wie zum
Beispiel dem Bauch einer Kunststoffpuppe anzubringen. Bei
solchen Gegenständen, steht für eine Vertiefung 60, wie bei
den Ausführungsbeispielen von Fig. 3 und 4, nicht genug
Material zur Verfügung. Dann ist die Vertiefung gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung im wesentlichen ein Loch 70.
Auch in diesem Ausführungsbeispiel ist die Platte 30 mit
einer Erhöhung 74 versehen. Das Loch 70 und die Erhöhung 74
haben die gleiche oder eine ähnliche Form im Querschnitt,
so daß die Platte 30 wie beim vorhergehenden Beispiel nur
an einer bestimmten Position und in einer bestimmten
Orientierung eingeführt werden kann.
Die Erhöhung 74 hat eine Nut 76, in die die Ränder am
Randbereich 72 eingreifen können und so die Erhöhung 74
befestigen. Die Randbereiche 72 des Loches 70 sind
elastisch ausgebildet und weichen beim Einstecken der
Platte 30 mit der Erhöhung 70 zurück. Wenn die Erhöhung
weit genug eingesteckt ist, greifen die Ränder in die Nut
76 ein.
Die Beispiele gemäß Fig. 3 bis 5 sind am einfachsten in
Kunststoff auszuführen. Die Formen von Vertiefungen und
Erhöhungen können leicht in einer Spritzgußform berück
sichtigt werden. Für den Einsatz der Erfindung bei
Holzspielzeug ist aber die Ausführung gemäß Fig. 4
fertigungsmäßig aufwendig.
Die Verwendbarkeit der Erfindung bei Holz ist aber
wünschenswert. Die vorher genannten Beispiele bei Puppen
sprechen im wesentlichen Mädchen an. Aber auch mehr tech
nisch interessierte Kinder sollen mit einem erfindungs
gemäßen Lehrspielzeug geschult werden können. Es bietet
sich an, auch Bausteine, beispielsweise aus Holz, die mit
erfindungsgemäßen Platten 30 ausgestattet sind, zur Ver
fügung zu stellen. Die auf den Bausteinen mit Hilfe der
Platten durch Erhebungen 14 angebrachte Information kann
dann z. B. Anweisungen, wie einen Bauplan, enthalten. Bei
einer derartigen Ausführung bietet die Lösbarkeit der
Platten einen weiteren Vorteil, denn die Bauanweisungen
können nach Fertigstellung des Bauwerks beseitigt werden.
Fig. 6 und 7 zeigen Ausführungsbeispiele, die auch zur
Befestigung bei Holz und holzähnlichen Werkstoffen
verwendet werden können. In beiden Beispielen ist an der
Platte 30 wieder eine Erhöhung 34 mit einer Prismenform
vorgesehen. Der Gegenstand, an dem die Platte 30 befestigt
werden soll, hat auch eine Vertiefung 60 mit gleicher Form
aber entsprechend großem Spiel, wie schon beim Beispiel von
Fig. 3 und 4 ausgeführt wurde. Im Gegensatz zum vorherigen
Ausführungsbeispiel, ist aber die Befestigung anders ge
artet. Im Beispiel von Fig. 6 befindet sich ein Klett
verschlußstück 80 an der Grundfläche der prismenförmigen
Erhöhung 34 und ein entsprechendes Gegenstück 82 ist in der
Vertiefung 60 angeordnet. Im Beispiel von Fig. 7 ist ein
Magnet 90 in der Erhöhung 34 eingelassen und als Gegenstück
befindet sich eine magnetisch wirksame Metallplatte 92 in
der Vertiefung 60. Die Metallplatte kann beispielsweise
angeklebt sein.
Die in den Fig. 6 und 7 gezeigten Ausführungsbeispiele
verlangen nur eine einfache Form der Vertiefungen 60, die
beispielsweise aus Holz ohne großen Aufwand ausgefräst
werden kann. Auch die Platte 30 und ihre Erhöhungen lassen
sich entsprechend aus Holz herstellen. Jedoch ist die
Fertigung als einfaches Spritzgußteil wesentlich günstiger,
da zu berücksichtigen ist, daß auch noch die Erhebungen 14
für die Beschriftung angebracht werden müssen.
Im Rahmen einer Standardisierung zur kostengünstigeren
Herstellung kann man aber auch die Platten 30 mit den
Erhöhungen 34 ohne Erhebungen 14 fertigen. Die Anbringung
der Erhebungen erfolgt anschließend beispielsweise durch
Aufkleben eines mit Blindenschrift versehenen Papiers. Das
erlaubt die Fertigung des erfindungsgemäßen Lehrspielzeugs
beispielsweise mit Standardformen für unterschiedliche Län
der. Die unterschiedliche Sprache wird dann durch
verschiedene Aufkleber mit Erhebungen 14 berücksichtigt.
Die Befestigung erfolgt in den beiden Beispielen von
Fig. 6 und 7 nach Einschieben der Erhebung 34 in die
Vertiefung durch Eingriff der Klettverbindung, bzw. durch
Magnetkraft. Magnetische Befestigungen oder Klettverschlüs
se werden im allgemeinen zur Befestigung an Gegenständen
für Blinde abgelehnt, da das Vorurteil besteht, daß Blinde
die Befestigung durch zufälliges Gegenstoßen zu leicht
lösen können. Bei den angegebenen Ausführungsbeispielen ist
die zugrundeliegende Voraussetzung jedoch nicht gegeben, da
zufällige Stöße in beliebiger Richtung im wesentlichen
durch die Mantelflächen der geometrischen Prismenform auf
gefangen werden. Zum Lösen der Verbindung sind ein exakter
Zugriff und eine Bewegung in einer Richtung, nämlich der
Prismenachse nötig. Damit ist für die Erfindung durch die
Ausführungsbeispiele eine leicht lösbare und dennoch gegen
zufällige Stöße weitgehend gesicherte Befestigung gegeben.
Das erfindungsgemäße Lehrspielzeug kann auch schon von
sehr kleinen Kindern verwendet werden, die durch Erfühlen
der Form der Vertiefungen 60 und der Erhöhungen 34 die
richtigen Positionen zum Anbringen finden, wodurch zunächst
der Tastsinn geschult wird. Später kann das Lesenlernen
durch Erfassen der Information auf den Platten 30 erfolgen.
Damit ist das erfindungsgemäße Lehrspielzeug ein besonders
vorteilhaftes Hilfsmittel, um blinder Kinder mit der
Blindenschrift vertraut zu machen.
Claims (16)
1. Lehrspielzeug für Blinde, dadurch gekennzeichnet, daß
an einem Gegenstand (10, 25), der als Spielzeug, wie
eine Puppe oder ein Stofftier, ausgebildet ist,
mit Erhebungen (14) versehen Platten (30) oder
Folien )12) lösbar befestigt sind,
daß Befestigungsmittel an dem Gegenstand (10, 25) und/oder den Platten (30)
oder Folien (12) angeordnet sind,
und daß durch die Erhebungen (14) in den Platten (30 oder Folien (12) Informationen ertastbar sind, die dem Gegenstand oder einem Teil davon, an dem die Platten 114) oder Folien (12) befestigt sind, zuzuordnen sind.
und daß durch die Erhebungen (14) in den Platten (30 oder Folien (12) Informationen ertastbar sind, die dem Gegenstand oder einem Teil davon, an dem die Platten 114) oder Folien (12) befestigt sind, zuzuordnen sind.
2. Lehrspielzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Erhebungen (14) eine reliefartige Struktur oder
ein Ornament ausbilden.
3. Lehrspielzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Erhebungen (14) auf der Platte (30) oder Folie
(12) Buchstaben oder einen Text in Blindenschrift
darstellen.
4. Lehrspielzeug nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet,
daß der Gegenstand (10) ein Abspielgerät für einen Ton
träger aufweist, auf dem den Erhebungen (14) entsprechende
Informationen abspielbar sind, oder ein auf dem Tonträger
befindlicher Text als reliefartige Bildinformation oder als
ein Text in Blindenschrift auf der Platte (30) oder Folie
(12) in Blindenschrift enthalten ist.
5. Puppenkleid oder Schürze zur Verwendung für ein Lehr
spielzeug nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Kleid oder die Schürze eine Folie (12) oder ein
Papier mit Erhebungen (14) enthält oder aus der Folie (12)
oder dem Papier gefertigt ist.
6. Puppenkleid oder Schürze nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet,
daß das Befestigungsmittel an dem Kleid oder der Schürze
angeordnete Träger (16, 18) sind, die über mindestens eines
der Glieder (20) der Puppe (10) gezogen werden.
7. Puppenkleid oder Schürze nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Träger (16, 18) elastische Bänder, insbesondere
Gummibänder, sind.
8. Lehrspielzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet,
daß der Gegenstand (10, 25) ein oder mehrere Ver tiefungen (60, 70) oder Erhöhungen (34, 74) hat,
daß an der Platte (30) zugehörige Erhöhungen (34) bzw. Vertiefungen (60, 70) angeordnet sind und
daß Platte (30) und Gegenstand (10, 25) mit Hilfe der Vertiefungen (60, 70) und der Erhöhungen (34, 74) in Eingriff bringbar sind, und Befestigungsmittel (62, 38; 72, 76; 80, 82; 90, 92) zur Befestigung einer Erhöhung (34) an der entsprechenden Vertiefung (60) vorgesehen sind.
daß der Gegenstand (10, 25) ein oder mehrere Ver tiefungen (60, 70) oder Erhöhungen (34, 74) hat,
daß an der Platte (30) zugehörige Erhöhungen (34) bzw. Vertiefungen (60, 70) angeordnet sind und
daß Platte (30) und Gegenstand (10, 25) mit Hilfe der Vertiefungen (60, 70) und der Erhöhungen (34, 74) in Eingriff bringbar sind, und Befestigungsmittel (62, 38; 72, 76; 80, 82; 90, 92) zur Befestigung einer Erhöhung (34) an der entsprechenden Vertiefung (60) vorgesehen sind.
9. Lehrspielzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß Flächen der mindestens einen Erhöhungen (34) und der
dazugehörigen Vertiefung (60) eine formschlüssige Befes
tigung der Platte (30) am Gegenstand (10, 25) bilden.
10. Lehrspielzeug nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Form der Vertiefungen (60) oder Erhöhungen (34)
so ausgebildet ist, daß diese nur in einer Richtung in
Eingriff bringbar bzw. befestigbar sind.
11. Lehrspielzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch
gekennzeichnet,
daß der Gegenstand (10, 25) mehrere Erhöhungen (34) oder Vertiefungen (60) an verschiedenen Positionen auf dem Gegenstand aufweist, und
daß die Erhöhungen (34) oder Vertiefungen (60) unter schiedliche Form haben, so daß jede Platte (30) mit ihrer Vertiefung (60) oder Erhöhung (34) nur an einer bestimmten Position in Eingriff bringbar bzw. befestigbar ist.
daß der Gegenstand (10, 25) mehrere Erhöhungen (34) oder Vertiefungen (60) an verschiedenen Positionen auf dem Gegenstand aufweist, und
daß die Erhöhungen (34) oder Vertiefungen (60) unter schiedliche Form haben, so daß jede Platte (30) mit ihrer Vertiefung (60) oder Erhöhung (34) nur an einer bestimmten Position in Eingriff bringbar bzw. befestigbar ist.
12. Lehrspielzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch
gekennzeichnet,
daß an der Erhöhung (34) oder der Vertiefung (60)
mindestens eine Noppe (62) vorgesehen ist und an der zur
Befestigung zusammenwirkenden Vertiefung (60) oder Erhöhung
(34) mindestens eine der mindestens einen Noppe (62)
entsprechende Eingriffhöhlung (38) ausgebildet ist, für
die die mindestens eine Noppe (62) kraft- oder form
schlüssig eingreifbar ausgestaltet ist.
13. Lehrspielzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch
gekennzeichnet,
daß der Gegenstand (10, 25) ein Hohlkörper mit einer dünnen Wand ist,
daß die zur Befestigung der Platte (30) vorgesehene Ver tiefung sich am Gegenstand (10, 25) befindet,
daß die Vertiefung ein Loch (70) mit bestimmter Quer schnittform ist, welches durch die Wand bis in den Hohlraum reicht,
daß der Gegenstand (10, 25) elastisch ausgebildete Randbereiche (72) am Loch (70) mit bestimmter Querschnitt form hat und
daß die zugehörige Platte (30) eine prismenförmige Erhöhung (74) bei größerem Querschnitt mit etwa der gleichen Querschnittsform des Loches (70) hat und eine Nut (76) in einer der Prismenform zugeordneten Mantelfläche vorgesehen ist, in die die Randbereiche (72) am Loch (70) zur Befestigung eingreifen.
daß der Gegenstand (10, 25) ein Hohlkörper mit einer dünnen Wand ist,
daß die zur Befestigung der Platte (30) vorgesehene Ver tiefung sich am Gegenstand (10, 25) befindet,
daß die Vertiefung ein Loch (70) mit bestimmter Quer schnittform ist, welches durch die Wand bis in den Hohlraum reicht,
daß der Gegenstand (10, 25) elastisch ausgebildete Randbereiche (72) am Loch (70) mit bestimmter Querschnitt form hat und
daß die zugehörige Platte (30) eine prismenförmige Erhöhung (74) bei größerem Querschnitt mit etwa der gleichen Querschnittsform des Loches (70) hat und eine Nut (76) in einer der Prismenform zugeordneten Mantelfläche vorgesehen ist, in die die Randbereiche (72) am Loch (70) zur Befestigung eingreifen.
14. Lehrspielzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch
gekennzeichnet,
daß an der Erhöhung (34) und in der damit zusam
menwirkenden Vertiefung (60) Klettverschlußteile (80, 82)
so angeordnet sind, daß die Vertiefung (60) und die
Erhöhung (34), wenn sie miteinander im Eingriff stehen,
durch die Klettverschlußteile (80, 82) aneinander be
festigbar sind.
15. Lehrspielzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Vertiefung (60) oder der Erhöhung (34) ein
Magnet (90) angeordnet ist, und an der damit zusam
menwirkenden Erhöhung (34) oder Vertiefung (60) ein
metallisches Gegenstück (92) oder ein weiterer Magnet
vorgesehen ist.
16. Lehrspielzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Ecken von Platten (30) oder Erhöhungen (34, 74)
abgerundet sind.
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